Liebeskolumne: Warum schwanken ihre Gefühle so sehr?
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Warum schwanken ihre Gefühle so sehr?
Die Frage: Als Kathrin Robert vor anderthalb Jahren kennenlernte, war sie verliebt wie nie zuvor. Ihm ging es genauso. Aber schon nach wenigen Wochen begannen Kathrins Gefühlsschwankungen. Es fühlte sich manchmal an, als ob sie gar nichts mehr empfände. Sie litt sehr unter diesem Zustand. Dann waren die positiven Gefühle wieder da, ganz intensiv.
Dieses Wechselspiel erlebt sie seither immer wieder. Oft hat sie ein schlechtes Gewissen und kann dann gar nicht anders, als ihrem Freund zu beichten. Er ist dann wie vor den Kopf gestoßen. Kathrin fürchtet sich vor diesen Einbrüchen. Sie fragt sich: Wie kann sie einmal glauben, sie habe das Glück ihres Lebens gefunden, und dann, zwei Wochen später, gar nichts mehr fühlen?
Wolfgang Schmidbauer antwortet: Die Suche nach dem dauernden Glück führt eher von ihm fort. Unsere Gefühle schwanken; stabile Liebesbeziehungen beruhen nicht auf Verliebtheit, sondern auf der Entscheidung, sich mit diesem Menschen zu verbinden und die unvermeidlichen Gefühlsschwankungen gemeinsam zu meistern.
Lesen Sie hier alle bisherigen Ratschläge von unserem Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer
Auch gute Mütter verspüren manchmal den Wunsch, ihr Kind an die Wand zu werfen; solange sie das nicht tun und solche Krisen meistern, werden Liebe und Bindung gedeihen. Kathrin sollte sich weder ihrer Gefühlsschwankungen schämen noch der Belastungen, die sie Robert zumutet. Vielleicht entdecken sie dann gemeinsam Rituale, um die Zusammenbrüche der perfekten Liebe mit Humor zu ertragen.
- Die Liebeskolumne
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Wolfgang Schmidbauer ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Was er in seiner täglichen Praxis erfährt, lesen Sie im Interview mit ZEIT ONLINE. Sein aktuelles Buch Partnerschaft und Babykrise ist im Gütersloher Verlag erschienen.
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Das hat gut getan!
Danke.
Ich kann mich nur anschließen! Besser und knapper kann man es nicht beschreiben. Hätte ich diese Grundsätze in meiner Partnerschaft nicht immer wieder beherzigt, hätte ich längst das Handtuch geschmissen - und stünde heute um viele schöne gemeinsame Erfahrungen ärmer und ohne Partner da.
Ihre Kolumne tut mir einfach gut.
(:
Liebe
Mich überzeugt der Rat des Therapeuten nicht.
In dem Fallbeispiel gerät die Frau immer wieder in massive Gefühlsschwankungen. Dafür muß sie sich gewiß nicht schämen, aber für die Belastungen, die sie damit ihrem Partner zumutet, sollte sie schon achtsam sein. Auch sie trägt Verantwortung für die Stabilität der Beziehung.
Es fällt mir immer wieder auf, daß in Artikeln über Partnerschaft der Mann in die Pflicht genommen wird, er sich zu ändern, Belastungen zu tragen, Kritik umzusetzen und eigene Belange hintanzustellen hat. Schwächen der Frau, ihre Bedürfnisse und eben - wie hier - auch ihre Gefühlsschwankungen werden als quasi naturgegeben und unabänderlich dargestellt. SIE ist schwach, ein Opfer, ihrem Partner ausgeliefert, ER hat zu liefern, sich anzupassen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, stark zu sein.
Letztendlich infantilisiert man so die Frau, indem man ihre Möglichkeiten zur Achtsamkeit und Selbstkontrolle negiert, im Zweifel soll eben der Mann verantwortlich sein, nicht sie. Ich könnte mir vorstellen, daß viele Frauen es als entwürdigend empfinden, so aus der Verantwortung genommen zu werden, sie werden es vielmehr als Herausforderung ansehen, ihre Frau zu stehen, Mensch zu sein und nicht gleichsam wie eine Blume von den Gefühlen, von anderen Menschen, von den Verhältnissen hin- und hergeweht zu werden.
Könnte es möglicherweise daran liegen, dass dieser Herr sich gegenüber seiner Frau/Freundin, so wie unzählbare Männer hier, wie eine Waschlappe verhält, weil er denkt, Mann sollte Frau nett und rücksichtvoll behandeln, was die Dame, die sich eigentlich nach einem Mann sehnt, bewusst oder unbewusst verwirrt?
Reine Hypothese, offene Frage.
Nur so als Idee: kommt das alle vier Wochen vor? Zufällig immer in derselben Zyklusphase? Nehmen Sie die Pille nicht? Bei mir persönlich ist das nämlich ziemlich simpel (bzw. berechenbar): in bestimmten Zyklusphasen bin ich einfach gereizter, weniger offen und vor allem fühle ich mich weniger mit meinem Partner verbunden. Die ersten Male habe ich jedes Mal gegen Ende meines Zyklus einen Streit mit meinem Partner angezettelt. Einmal haben wir uns fast getrennt. Aber kurz danach ist es dann plötzlich wieder ganz anders: ich bin verliebt, total anhänglich usw. Inzwischen haben wir uns beide daran gewöhnt und sind darauf gefasst. (Vor allem will ich mich jetzt nicht mehr alle vier Wochen trennen, weil ich inzwischen weiß, dass es bloß an meinen Hormonen liegt. ;)) Und mit schöner Regelmäßigkeit ist es ja dann auch immer wieder vollkommen in Ordnung.
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