Burn-outHitliste der Erschöpfung

Ein "Burn-out-Ranking" zeigt: Auch Manager brauchen Ruhe von 

Man kann sich darüber streiten, ob Burn-out eine Krankheit ist oder nur ein anderer Begriff für »urlaubsreif«. Dass es allerdings nicht gut ist, permanent am Limit seiner Kräfte zu arbeiten und sämtliche Erschöpfungszeichen zu ignorieren, weiß jeder Mediziner. Diese Erkenntnis kommt allmählich auch in der Arbeitswelt an, wie das »erste deutsche Burn-out-Ranking« des manager magazins zeigt .

Die Daten dazu liefert die Klinikkette Asklepios. Diese hat die Zahl ihrer stationär behandelten Burn-out-Patienten auf die Gesamtzahl aller Fälle pro Dax-Unternehmen hochgerechnet. »Spitzenreiter« im Erschöpfungs-Ranking ist demnach die Allianz mit bis zu 3400 Burn-out-Fällen pro Jahr (was 8 Prozent der Beschäftigten entspricht), gefolgt von der Deutschen Bank (bis zu 7,6 Prozent Burn-out-Fälle) und der Commerzbank (7,1 Prozent). Vorbildlich schneidet dagegen der VW-Konzern mit maximal 2,8 Prozent Ausgebrannten ab.

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Neben vielen Faktoren (Arbeitsdruck, Leistungsdenken, Unsicherheit) ist dabei insbesondere die E-Mail-Flut eine Quelle von Stress. Das belegt eine neue Studie der Computerwissenschaftlerin Gloria Mark: Wer ständig sein Postfach offen hat, ist permanent im Alarmzustand und hat erhebliche Mühe, sich auf seine eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Deshalb schränkte Mark ihren Probanden den E-Mail-Verkehr ein und ließ sie nur alle paar Tage ins Postfach schauen. Prompt sanken Herzfrequenz und Stresspegel signifikant.

Marks Empfehlung: Unternehmen sollten interne E-Mails nur gebündelt verschicken, um ihren Mitarbeitern den Druck zu nehmen, sofort anworten zu müssen. Sinnvoll ist auch jener Beschluss, mit dem der vorbildliche VW-Konzern Anfang des Jahres Schlagzeilen machte: Nach Feierabend werden keine dienstlichen E-Mails mehr verschickt. Selbst für den größten Leistungsträger gilt: Irgendwann muss einfach mal Ruhe sein.

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    • Schlagworte Burn-out | Psychologie
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