PaketzustellerArmee der Unsichtbaren

Pakete ausliefern ist ein Knochenjob und pro Stunde gibt es oft weniger als fünf Euro. Günter Wallraff hat erlebt, wie Fahrer ausgebeutet werden.

Immer schneller, immer billiger – das Internet macht’s möglich. Handys, Kleidung, Laptops, Wein, Büroartikel, Bücher – es gibt nichts, was nicht preiswert und fast wie von selbst nach Hause kommt. Das Schleppen übernehmen andere: die Paketauslieferer. 250.000 bis 300.000 Menschen sind europaweit in der Branche beschäftigt. Kaum ein Wirtschaftszweig ist so rasant gewachsen wie die »KEP«, die »Kurier-, Express- und Paketdienste«. Die Umsätze sind in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent nach oben geschnellt, heute jagen jährlich mehr als zwei Milliarden Pakete durch die Republik. Einschließlich der Rücksendungen, die wir als »kostenlose« Leistung ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen, wenn uns die zugeschickte Ware nicht gefällt.

Aber »kostenlos« ist auch diese Leistung nicht. Da zahlen andere drauf. Die Paketzusteller bleiben oft mit Stundenlöhnen von fünf und weniger Euro auf der Strecke. Doch ermöglicht hat das Preis- und Lohndumping der Gesetzgeber, der die Branche »zum Nutzen aller« dereguliert und privatisiert hat. Die Post wurde stückweise zerschlagen, die privaten Konzerne raufen sich um die Kundschaft. Wie sieht der Alltag in dieser Dienstleistungsbranche aus? Um das zu erfahren, habe ich als Paketauslieferer bei GLS Germany angeheuert, einer Tochter des europaweiten Konzerns General Logistic Systems mit Sitz in Amsterdam.

Anzeige

GLS ist einer der großen zehn Dienstleister in der Paketauslieferung. Der Konzern wirbt mit dem Spruch: »Egal, was du tust, ein unterstützendes Team trägt dich. Zusammen lassen wir Träume wahr werden. Ein Europa, eine Kraft, ein Erfolg. Lasst uns die Zukunft gestalten. G - L - S«. Er soll neben Hermes und trans-o-flex einer der schlimmsten sein, was die Arbeitsbedingungen für die Fahrer angeht. Doch auf das, was ich dann erlebt habe und was mir anhand von Zeugenaussagen und Dokumenten glaubhaft gemacht wurde, war ich nicht gefasst. Um es gleich vorwegzunehmen: Selbst bei GLS gibt es Fahrer und Subunternehmer, die einigermaßen zufrieden sind. Sie haben das Glück, auf der kleinen Zahl lukrativer Auslieferungstouren eingesetzt zu werden. Aber ich habe bei meinen Recherchen keine guten Touren kennengelernt. Keine einzige.

Es ist fünf Uhr früh, als ich in dem riesigen Flachbau aus Beton am Förderband stehe. Hier, im Industriegebiet von Polch nahe Koblenz, beginnt an diesem Morgen meine erste Arbeitsetappe bei GLS. Andy Fischer, ein 28 Jahre alter Paketfahrer, lernt mich an. Es ist kalt und laut. Über das 80 Meter lange Band aus Metallwalzen rattern nicht nur Pakete, sondern auch Autofelgen, die verschickt werden, eine Sackkarre oder mal ein Bierkasten, dann schwillt der Lärm ohrenbetäubend an.

Die Branche arbeitet mit Subunternehmern, so kann sie viele Risiken auslagern

Von Polch aus, einem der 57 GLS-Paketdepots in Deutschland, werden bis zu 35.000 Pakete pro Tag befördert. Schon die ersten Minuten an jenem Morgen sind Hektik pur. Tausende Pakete rauschen an den 60 bis 70 Fahrern vorbei, jedes mit einer vierstelligen Nummer versehen, anhand derer die Fahrer die Pakete für ihre Tour erkennen, vom Band reißen und hinter sich aufstapeln. Suchen, erkennen, zupacken, ablegen, suchen, erkennen, immer so weiter, eine Stunde, zwei Stunden. Irgendwann habe ich mit Andy zusammen Pakete mit einem Gewicht von mehr als einer Tonne vom Band gehoben. Ich drücke mir die Hände ins Kreuz. Keine Pause. Die Rolltore gehen jetzt hoch, dahinter haben die Fahrer ihre Sprinter geparkt, die Ladeklappen stehen offen. Wir nehmen zum zweiten Mal die Pakete hoch, tragen sie raus, wuchten sie in den Laderaum, die richtige Reihenfolge ist wichtig für die Tour. Bei einem der Pakete komme ich ins Stolpern, es hat sicher an die zehn Kilo mehr als das zulässige Gewicht der 40-Kilo-Standardpakete, egal, rein mit dem Monstrum, jedes Zögern kostet Zeit. Es ist jetzt kurz vor acht, und wir müssen los, sofort, ohne auszuruhen, ohne Frühstück nach diesen fast drei Stunden Plackerei.

Als wir endlich im Wagen sitzen und losfahren, atme ich zum ersten Mal tief durch, nehme einen Schluck aus meiner Wasserflasche. Doch Andy, der Fahrer, hält, kaum dass ich die Flasche abgesetzt habe, abrupt an. Unser erster Stopp ist erreicht. Die Straße heißt bedeutungsschwer Am alten Galgen. Andy springt aus dem Auto, rennt nach hinten zum Laderaum, reißt die Türen auf, packt sich ein Paket auf die Schulter, es wiegt mindestens 20 Kilo, nimmt ein kleineres zweites unter den Arm, er zeigt mir ein drittes, das ich mir auf die Schulter packe, ich schätze es auf 30 Kilo. Andy wirft die Türen zu, läuft los, ich renne hinter ihm her.

An meinem ersten Arbeitstag bei GLS werden wir 230 Pakete ausliefern, 130-mal anhalten, an 130 verschiedenen Orten, die wir mit größtmöglichem Tempo anfahren, häufig über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Um 18 Uhr werden wir zurück im Depot sein, 20 Pakete, die wir von Kunden mitgenommen haben, müssen noch ausgeladen werden, Papierkram muss im Büro erledigt werden, um 19.30 Uhr sind wir zu Hause. 14 Stunden haben wir gearbeitet.

Ich stieg eine Woche vor Weihnachten 2011 ins Paketgeschäft ein, Hochkonjunktur bei den Paketauslieferern. Ich hatte aus gutem Grund in dieser Zeit angefangen, ich wollte das Extrem kennenlernen. Ich dachte, auch wenn das eine Ausnahme ist, hier erfahre ich die Wahrheit über diese Branche. Dass es auch in anderen Zeiten nicht viel besser ist, sollte ich später noch erleben.

Am Tag vor meinem Arbeitsbeginn mache ich mich in einen kleinen Ort in der Voreifel auf, dort wohnt Andy, der sich bereit erklärt hat, mich anzulernen. Man kann nicht einfach aus dem Stand alleine eine Tour übernehmen. Mein neuer Kollege stellt mir die Ausziehcouch in seiner kleinen Mansardenwohnung zur Verfügung, er kennt mich nicht, ich trage falsche Haare. So unterhalten wir uns von Gleich zu Gleich und gehen früh schlafen. Am nächsten Morgen stehen wir um vier Uhr auf. Nicht gerade meine Zeit. Aber wessen Zeit ist das schon.

Andy stellt mich nicht vor, als wir im Depot ankommen. Ein Neuer fällt hier nicht auf, die Fluktuation ist hoch, Andy sagt, er merke sich die Namen der Fahrer erst nach einem halben Jahr, vorher lohne sich das nicht.

GLS stellt die Fahrer nicht selbst ein, sondern schließt Verträge mit Subunternehmern, die wiederum die Fahrer anstellen. Damit kann GLS sämtliche Risiken auslagern – ein Traum für jeden Unternehmer. Die Subunternehmer erhalten einen individuell mit GLS ausgehandelten Preis pro Paket, der in der Regel zwischen 1,20 und 1,40 Euro liegt. Mit dem »Lohnfuhrvertrag« zwischen GLS und dem Subunternehmer werden alle Pflichten, wie etwa Abhol- und Auslieferungszeiten, festgelegt, außerdem das Auslieferungsprozedere, die Überwachungs- und Kontrollmodalitäten, das Outfit von Fahrern und Fahrzeugen und ein spezieller Strafenkatalog. Die Fahrer erhalten von den Subunternehmern einen Monatslohn, der in der Regel zwischen 1.200 und 1.300 Euro brutto liegt. Für dieses Geld müssen sie ihre Touren abfahren, wie lange sie dafür brauchen, ist ihr Problem.

Leserkommentare
  1. >>Wenn jeder sein Paket nicht mehr mit GLS, Hermes, etc. verschickt, sondern 1-2 Euro mehr ausgibt und dafür fairere Anbieter, wie z.B. DHL beauftragt, dann würde es solche Missstände gar nicht geben.

    Ich habe bis vor kurzem (genauer gesagt bis gestern) noch nie ein Paket bei GLS, Hermes und Co. aufgegeben.

    Nur leider hat die Deutsche Post die örtliche Filiale geschlossen und sie in den 2km entfernt liegenden Nachbarort verlegt. Ich besitze kein Auto, daher bin ich leider in Zukunft gezwungen, Pakete im Hermes-Shop abzugeben, der nur 500m entfernt ist, da ich ich keine sperrigen und kiloschweren Pakete 2 km tragen oder auf dem Fahrradgepäckträger transportieren kann/will. Und jedes Mal einen Nachbarn oder Bekannten zu bitten, doch bitte das Paket ins Auto zu laden und bei der Post abzuliefern ist mir dann doch auch zu blöd.

    Glauben Sie mir: Ich würde liebend gerne die dt. Post bzw. DHL beauftragen und zahle auch gern nen Euro mehr dafür, allein sie lässt mich nicht! So spart GLS am Lohn für die Fahrer und DHL daran, dass sie immer mehr Filialen schließt. Der maximal mögliche Gewinn ist aber das Ziel beider.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Größter Profit"
    • cheV
    • 31.05.2012 um 12:07 Uhr

    wo leben sie denn?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Schnell und preiswert"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber, da ich gegenüber GLS & co. die DHL in einem vorherigen Beitrag verteidigt habe, will ich zu den Arbeitsbedingungen dort kurz etwas schreiben: "Vernünftig" bietet viel Raum für unterschiedliche Interpretationen.Immerhin schult die Post ihre Zusteller für ihre späteren Einsätzet. Tatsache ist auch, dass DHL-Zusteller/Innen ihre Bezirke nach einer Einarbeitungszeit sehr gut kennen, was die Arbeit erleichtert. Ich selbst habe schon einmal einem desorientierten GLS-Zusteller geholfen und war verblüfft angesichts dessen Unwissens.
    DHL-Zusteller bekommen einen fest garantierten Grundlohn, wobei die oft sehr langen und belastenden Arbeitszeiten nicht verschwiegen werden sollten.... Unterschiedlich ist auch, ob man bei einem Subunternhemer arbeitet oder bei der DHL direkt. Inzwischen hat die Dt. Post teilweise reagiert:
    http://www.ndr.de/fernseh...
    Im Gegensatz zur Billig-Konkurrenz kann man durchaus von relativ vernünftigen Umständen unter den Arbeitern sprechen, die einen Vertrag mit der Deutschen Post als DHL-Zusteller abgeschlossen haben. Sie bekommen dann auch Weihnachts- und Urlaubsgeld.
    Ideal ist aber das Arbeiten bei der DHL sicherlich nicht.

    Gefragt ist die Politik, um solchen wie von Walraff jetzt erneut thematisierten Zuständne Einhalt zu gebieten. Ansonsten wird auch die DT. Post konkurrenzgetrieben, immer wieder versucht sein zu drücken, was aber wegen Gewerkschaft und Betriebsräten nicht ganz so einfach ist.

    Ich kann dem Zusteller natürlich weder in die Lohntüte schauen noch seine Arbeitszeiten beurteilen.

    Aber:

    "Mein" Zusteller ist meist derselbe.
    "Mein" Zusteller kommt nicht angerannt.
    "Mein" Zusteller erscheint jeweils zur selben Zeit tagsüber, niemals abends um zehn (wie ich es schon mit Hermes-Zustellern erlebt habe).
    "Mein" Zusteller ist freundlich und sieht einigermaßen gesund aus.

    Wie gesagt, beurteilen kann ich die Arbeitsbedingungen nicht. Aber nach Augenschein würde ich sagen, Hermes und GLS Nein, DHL und UPS Ja.

    aber, da ich gegenüber GLS & co. die DHL in einem vorherigen Beitrag verteidigt habe, will ich zu den Arbeitsbedingungen dort kurz etwas schreiben: "Vernünftig" bietet viel Raum für unterschiedliche Interpretationen.Immerhin schult die Post ihre Zusteller für ihre späteren Einsätzet. Tatsache ist auch, dass DHL-Zusteller/Innen ihre Bezirke nach einer Einarbeitungszeit sehr gut kennen, was die Arbeit erleichtert. Ich selbst habe schon einmal einem desorientierten GLS-Zusteller geholfen und war verblüfft angesichts dessen Unwissens.
    DHL-Zusteller bekommen einen fest garantierten Grundlohn, wobei die oft sehr langen und belastenden Arbeitszeiten nicht verschwiegen werden sollten.... Unterschiedlich ist auch, ob man bei einem Subunternhemer arbeitet oder bei der DHL direkt. Inzwischen hat die Dt. Post teilweise reagiert:
    http://www.ndr.de/fernseh...
    Im Gegensatz zur Billig-Konkurrenz kann man durchaus von relativ vernünftigen Umständen unter den Arbeitern sprechen, die einen Vertrag mit der Deutschen Post als DHL-Zusteller abgeschlossen haben. Sie bekommen dann auch Weihnachts- und Urlaubsgeld.
    Ideal ist aber das Arbeiten bei der DHL sicherlich nicht.

    Gefragt ist die Politik, um solchen wie von Walraff jetzt erneut thematisierten Zuständne Einhalt zu gebieten. Ansonsten wird auch die DT. Post konkurrenzgetrieben, immer wieder versucht sein zu drücken, was aber wegen Gewerkschaft und Betriebsräten nicht ganz so einfach ist.

    Ich kann dem Zusteller natürlich weder in die Lohntüte schauen noch seine Arbeitszeiten beurteilen.

    Aber:

    "Mein" Zusteller ist meist derselbe.
    "Mein" Zusteller kommt nicht angerannt.
    "Mein" Zusteller erscheint jeweils zur selben Zeit tagsüber, niemals abends um zehn (wie ich es schon mit Hermes-Zustellern erlebt habe).
    "Mein" Zusteller ist freundlich und sieht einigermaßen gesund aus.

    Wie gesagt, beurteilen kann ich die Arbeitsbedingungen nicht. Aber nach Augenschein würde ich sagen, Hermes und GLS Nein, DHL und UPS Ja.

  2. Durch solche Praktiken entsteht erst dieses Konsumverhalten. Viele müssen den billigsten Anbieter nutzen, weil Sie schlicht in derselben Situation stecken wie der ausgebeutete Paketzulieferer. Dann reicht es eben nur für die billigsten Produkte und Diensteislungen. Wo sollen die Leute es denn auch hernehmen?

    Das ist ein Teufelskreis. Dazu gesellt sich noch dieses meiner Meinung übertriebene Konkurrenzdenken, was die Situation noch verstärkt. Natürlich werden dadurch Produkte und Dienstleistungen billiger, aber eben auch oft die Löhne der Angestellten, die wiederum nun auf billigere Produkte zurückgreifen müssen. Die Habgier ist hier noch nicht mit eingerechnet. Und die Habgier unterstelle ich jetzt nicht den Paketzulieferer, die für 5 oder weniger Euro die Stunde arbeiten geht.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Größter Profit"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 2eco
    • 31.05.2012 um 12:19 Uhr

    "Viele müssen den billigsten Anbieter nutzen"
    Entschuldigen Sie, aber auch ein Geringverdiener sollte in der Lage sein diesen kleinen Aufpreis zu zahlen. Ich bin selbst Student und muss mit meinem knappen Budget rechnen.

    Aber wie oft versendet man denn selber Pakete? Und wenn man Produkte im Internet bestellt, kann man diesen kleinen Aufpreis (vll. 5% vom Bestellwert) auch zahlen, ansonsten würde man ja auch keine Waren bestellen können. Die Ersparnis bei der Bestellung im Internet ist ein weiterer Faktor.

    Zudem bieten einige Shops kostenlosen Versand mit DHL an.

    • 2eco
    • 31.05.2012 um 12:19 Uhr

    "Viele müssen den billigsten Anbieter nutzen"
    Entschuldigen Sie, aber auch ein Geringverdiener sollte in der Lage sein diesen kleinen Aufpreis zu zahlen. Ich bin selbst Student und muss mit meinem knappen Budget rechnen.

    Aber wie oft versendet man denn selber Pakete? Und wenn man Produkte im Internet bestellt, kann man diesen kleinen Aufpreis (vll. 5% vom Bestellwert) auch zahlen, ansonsten würde man ja auch keine Waren bestellen können. Die Ersparnis bei der Bestellung im Internet ist ein weiterer Faktor.

    Zudem bieten einige Shops kostenlosen Versand mit DHL an.

  3. Fachleute, Spezialisten, Wissenschaftler, Redaktoren, Leserbriefschreiber, Feultonschreiber, Professoren haben sich geweigert dem liberalisierungswahnsinn, ja der völlig pervertierten Wahrnehmenung über die schrecklingen Ausmasse die unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsform angenommen hat? Wer hat schon nicht abgenickt wenn da mal wieder von Sozialschmarotzern die Rede war. Von den faulen Bürgern die jetzt halt mal kräfiger Anpacken müssen...
    Die Neoliberale Form der Globalisierung, Wettbewerbsdoktrin und Effizienzgedanken der allem, aber auch wirklich allem anderen was den Mensch und seine Lebensweise ausmacht untergeordent wird... untergeordent dem Rendite- und Profitmaximierungsgedanken... obwohl, die Milliarden von Dividenen die jährlich an die Aktionäre ausgeschüttet werden, die Steuer- und Abgabsenkungen zu Gunsten derer die schon mehr als genug haben reichen offensichlich noch nicht aus. Immer findent sich ejmand der noch billiger, noch lausiger, noch verachtender behandlet werden kann um die Profite steigern zu können...
    Wie verachtenswert wir doch sind... mit unserer Gier, Masslosigkeit, dem Geiz, der Falle in der wir sitzen weil sich Geld unabhängig von natürlichen Kreisläufen beleibig an einem Punkt kummulieren lässt...
    Strafbefreit, Verantwortungsbefreit... zu Gunsten eines Shareholderkapitalismus der noch gar nicht richtig angefangen hat mit seinem optimierungszwang, nach maximaler Verwertung von Ressourcen um die Profite noch einmal steigern zu können...

    8 Leserempfehlungen
  4. Am Beispiel Paketzusteller wird deutlich, was in (viel zu) vielen Branchen Alltag ist:

    Vom Gesetzgeber unterstützte Ausbeutung

    So einfach wie unglaublich funktioniert das in unserer "Schönwetterdemokratie". Letztendlich passt es doch haargenau zu allen anderen Entwicklungen in Deutschland. Ich mag das Land und die Leute sehr (!), die politische und wirtschaftliche Führung kotzt mich an.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    alle die, die es bis heute bereits getroffen hat sind noch in der Minderheit. Noch... und mittels entsprechender Propaganda vom allgemeinen Selbstverschulden, maximaler Eigenverantwortung (bei gleichzeitigen Entzug der Möglichkeiten diese wahrnehmen zu können) und umfassender Faulheit und "über unsere Verhältnisse gelebt" Die Armut, die prekären Beschäftigungsverhältnisse fressen sich aber permanent von unten nach oben in die Gesellschaft rein... bereits wurde damit begonnen systematisch auch Mittelschicht Arbeitsverhältnisse zu kannibalisieren in dem etwa der Konkurrenzdruck aus dem Ausland erhöht worden ist, Arbeit ausgelagert wurde, Löhnen seit Jahren nicht mehr erhöht worden sind und/oder unverbindlichen Bonistrukturen platz gemacht haben...

    Alles wird über kurz der Rendite und Profitmaximierung der üblicherweise steueroptimierten oder Steuerbefreiten Investoren, Aktionäre geopfert werden. Nur Kapital, Investitionen sind flexibel genug um die Möglichkeiten der Globalisierung voll ausschöpfen zu können. Alle anderen, der Mensch, die Familie, der Wohnort, die Arbeit, die Nachbarn und Freunde ja der gesammte Lebensraum ist es nicht... kann es nicht und wird es auch nie können... ausser wir akzeptieren Millionen von Wanderarbeitern die rund um den Globaus transferieren ums ich ein paar krümel beim nächsten Investor abholen zu können... ohne jegliche SOzial- noch Unfallversicherung versteht sich. Das könnte ja die Rendite schmälern...

    alle die, die es bis heute bereits getroffen hat sind noch in der Minderheit. Noch... und mittels entsprechender Propaganda vom allgemeinen Selbstverschulden, maximaler Eigenverantwortung (bei gleichzeitigen Entzug der Möglichkeiten diese wahrnehmen zu können) und umfassender Faulheit und "über unsere Verhältnisse gelebt" Die Armut, die prekären Beschäftigungsverhältnisse fressen sich aber permanent von unten nach oben in die Gesellschaft rein... bereits wurde damit begonnen systematisch auch Mittelschicht Arbeitsverhältnisse zu kannibalisieren in dem etwa der Konkurrenzdruck aus dem Ausland erhöht worden ist, Arbeit ausgelagert wurde, Löhnen seit Jahren nicht mehr erhöht worden sind und/oder unverbindlichen Bonistrukturen platz gemacht haben...

    Alles wird über kurz der Rendite und Profitmaximierung der üblicherweise steueroptimierten oder Steuerbefreiten Investoren, Aktionäre geopfert werden. Nur Kapital, Investitionen sind flexibel genug um die Möglichkeiten der Globalisierung voll ausschöpfen zu können. Alle anderen, der Mensch, die Familie, der Wohnort, die Arbeit, die Nachbarn und Freunde ja der gesammte Lebensraum ist es nicht... kann es nicht und wird es auch nie können... ausser wir akzeptieren Millionen von Wanderarbeitern die rund um den Globaus transferieren ums ich ein paar krümel beim nächsten Investor abholen zu können... ohne jegliche SOzial- noch Unfallversicherung versteht sich. Das könnte ja die Rendite schmälern...

  5. So dumm wie das klingt, es ist die Realität:
    Die Leute kaufen ein 700,- teures Notebook bei Anbieter B statt A, nur weil die Versandkosten dort 1,- billiger sind.
    Da kann man sich doch ausmalen, welcher Druck von diesen Shops auf Lieferunternehmen übergeht.

    Wie will man das abstellen? Nur mit dem eigenen Kaufverhalten. Träumerei!
    Das Individuum selbst wird sich aber nicht ändern. Geiz ist halt geil. Es wird höchstens oberflächlich Anteilnahme geheuchelt und danach geht's wieder zur Tagesordnung über oder eben zum Online-Shopping. Und wehe der Bote kommt dann auch noch, wenn man grad nicht da ist...

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist das System, welches diese Exzesse fordert und fördert. Ändert man das System, so kann man auch die Exzesse liquidieren.

    Und zu den teuren Anbietern kann man auch einiges sagen. Nicht alle "Teuren" bezahlen/behandeln auch den Mitarbeiter. Manche nutzen genau das aus, um die Gewinnspanne zu erhöhen. Man erinnere sich an die diversen Bioprodukte.

    Wenn ich bei Apple oder Alienware, bei Esprit oder Gucci einkaufe gebe ich relativ viel Geld aus, aber das heißt doch noch lange nicht, dass die Produkte nicht trotzdem unter schlimmen Bedingungen hergestellt werden (könnten).
    Niedrigere Produktionskosten, höherer Gewinn. Das gilt auch für 200 Euro Jeans.

    Man kann das doch nur abstellen, wenn man gesetzliche Mindeststandards setzt, die auch in angepasster Form fürs Ausland gelten.

    Wenn ein Produkt um 200 Euro kostet, und bekomme es vor Ort für 10 bis max. 20 Euro Teurer, dann wird das Produkt vor Ort Gekauft. Meine Interneteinkäufe sind fast bei Null. Einige Produkte bekommt man nicht vor Ort. Die Kaufe ich dann im Internet.

    Ich muss auch, wie viele andere auch, auf den Cent Achten, aber meine Geiz ist Geil, ist nicht so Ausgeprägt. Bis jetzt habe ich immer, einen Akzeptablen Preis, vor Ort bekommen!

    Es ist das System, welches diese Exzesse fordert und fördert. Ändert man das System, so kann man auch die Exzesse liquidieren.

    Und zu den teuren Anbietern kann man auch einiges sagen. Nicht alle "Teuren" bezahlen/behandeln auch den Mitarbeiter. Manche nutzen genau das aus, um die Gewinnspanne zu erhöhen. Man erinnere sich an die diversen Bioprodukte.

    Wenn ich bei Apple oder Alienware, bei Esprit oder Gucci einkaufe gebe ich relativ viel Geld aus, aber das heißt doch noch lange nicht, dass die Produkte nicht trotzdem unter schlimmen Bedingungen hergestellt werden (könnten).
    Niedrigere Produktionskosten, höherer Gewinn. Das gilt auch für 200 Euro Jeans.

    Man kann das doch nur abstellen, wenn man gesetzliche Mindeststandards setzt, die auch in angepasster Form fürs Ausland gelten.

    Wenn ein Produkt um 200 Euro kostet, und bekomme es vor Ort für 10 bis max. 20 Euro Teurer, dann wird das Produkt vor Ort Gekauft. Meine Interneteinkäufe sind fast bei Null. Einige Produkte bekommt man nicht vor Ort. Die Kaufe ich dann im Internet.

    Ich muss auch, wie viele andere auch, auf den Cent Achten, aber meine Geiz ist Geil, ist nicht so Ausgeprägt. Bis jetzt habe ich immer, einen Akzeptablen Preis, vor Ort bekommen!

    • uweo
    • 31.05.2012 um 12:09 Uhr
    47. Gestank

    Herr Wallraff sollte erst einmal seine Stasi-Spitzel-Vergangenheit restlos aufklären. Warum verschaffen Sie diesem Münchhausen eine Bühne?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Sie G. Wallraff nicht mögen ist das ihre Sache .
    Aber bitte schreiben Sie nicht solchen Unsinn !
    Ich habe selber bei Hermes , GLS ( nur einen Probetag ) und auf 3 Monate befristet bei DHL gearbeitet . Der einzige Arbeitgeber der einen fairen Lohn gezahlt hat war DHL .
    Damals betrug der Stundenlohn bei DHL während der 3 Monate 10,82 € und die max. Arbeitszeit war auf 10 h am Tag begrenzt( dank der Gewerkschaft ) ! Bei den Subunternehmern
    von Hermes und GLS betrug der Stundenlohn unter 5 € und
    die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit waren bedeutend schlechter als bei DHL . Bei dem Hermes Subunternehmer wurde ich sogar aufgefordert das Fahrtenbuch ( wegen der Arbeitszeit ) zu manipulieren ! Darauf habe ich dort sofort gekündigt . So sind die Verhältnisse !
    Es sind also keine Münchhausen - Geschichten !
    Sie könnten sich mal vielleicht selber für so einen Job
    bewerben , mal nur zur Probe . MfG

    • uweo
    • 31.05.2012 um 17:09 Uhr

    Sie haben natürlich Recht. Die Zustände sind mir bekannt und müssen schleunigst abgestellt werden, aber brauchen wir dafür den Saubermann Günter Wallraff?

    Der Denunziant hört seine eigene Schand. Den Vorgang hat Wallraff lange aufgeklärt.

    Wenn Sie G. Wallraff nicht mögen ist das ihre Sache .
    Aber bitte schreiben Sie nicht solchen Unsinn !
    Ich habe selber bei Hermes , GLS ( nur einen Probetag ) und auf 3 Monate befristet bei DHL gearbeitet . Der einzige Arbeitgeber der einen fairen Lohn gezahlt hat war DHL .
    Damals betrug der Stundenlohn bei DHL während der 3 Monate 10,82 € und die max. Arbeitszeit war auf 10 h am Tag begrenzt( dank der Gewerkschaft ) ! Bei den Subunternehmern
    von Hermes und GLS betrug der Stundenlohn unter 5 € und
    die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit waren bedeutend schlechter als bei DHL . Bei dem Hermes Subunternehmer wurde ich sogar aufgefordert das Fahrtenbuch ( wegen der Arbeitszeit ) zu manipulieren ! Darauf habe ich dort sofort gekündigt . So sind die Verhältnisse !
    Es sind also keine Münchhausen - Geschichten !
    Sie könnten sich mal vielleicht selber für so einen Job
    bewerben , mal nur zur Probe . MfG

    • uweo
    • 31.05.2012 um 17:09 Uhr

    Sie haben natürlich Recht. Die Zustände sind mir bekannt und müssen schleunigst abgestellt werden, aber brauchen wir dafür den Saubermann Günter Wallraff?

    Der Denunziant hört seine eigene Schand. Den Vorgang hat Wallraff lange aufgeklärt.

  6. Wozu Konkurrenz im Paketdienst?

    Warum fahren zig Paketdienste mit halbleeren Wagen durch die Gegend und stellen die rechte Straßenseite zu, reicht doch, wenn es einer macht. Vom Spritverbrauch dieser Pseudokonkurrenz mal abgesehen.

    Wieso muss ich in meiner Firma mit 10 Belieferungen an einem Tag rechnen oder noch um 18 Uhr meinen Briefkasten kontrollieren, weil ja noch irgend so ein privater Dienst noch um 17 Uhr ein Schreiben zugestellt haben kann?

    Darum: Her mit einem staatlichen Brief- und Paketdienst, der
    1. Vernünftige Löhne zahlt
    2. Seinen Preise nach Aufwand berechnet und dessen Gebühren einer parlamentarischen Kontrollen unterliegen.
    3. Der einmal am Tag zuverlässig zustellt und flächendeckend arbeitet.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • eeee
    • 31.05.2012 um 12:47 Uhr

    Wir brauchen einen Verdrängungswettbewerb, denn es fragt sich nun einmal, welcher von diesen Paketzustellern der Fitteste ist, und bevor diese Frage nicht geklärt ist, kann der Menschheit kein Heil erwachsen. Sicher bekommt er am Schluss eine Goldmedaille, dann weiß er, was er davon hat.

    • eeee
    • 31.05.2012 um 12:47 Uhr

    Wir brauchen einen Verdrängungswettbewerb, denn es fragt sich nun einmal, welcher von diesen Paketzustellern der Fitteste ist, und bevor diese Frage nicht geklärt ist, kann der Menschheit kein Heil erwachsen. Sicher bekommt er am Schluss eine Goldmedaille, dann weiß er, was er davon hat.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service