"Rock of Ages": Über Nostalgie
© David James/2012 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Tom Cruise als Stacee Jaxx
Schlimme Klamotten, verbotene Frisuren, blaue Wimperntusche und jede Menge Kajal – das waren die Achtziger. Und natürlich Kassetten. Ka... was? Ja, Kassetten, diese kleinen grauen oder schwarzen Dinger mit den zwei Löchern, die man für seine Liebsten mithilfe einer Aufnahme- und Pausetaste auf dem Rekorder aufnahm oder, noch besser, geschenkt bekam, und so lange hörte, bis von der Musik nur noch Bandsalat und von der Liebe nur noch die Sehnsucht nach der nächsten Liebe übrig war.
Rock of Ages, der neue Film mit Tom Cruise, ist ungefähr so, als würde ein Haufen leicht abgehalfterter vierzig- bis fünfzigjähriger Freunde auf einem Schrottplatz in einen alten Golf GTI einbrechen, darin eine alte TDK-Kassette mit den Lieblingsliedern aus ihrer Teeniezeit finden und eine spontane Luftgitarren-Party starten, während die Dorfjugend staunend daneben steht.
Ausgerechnet Cruise, der seine Karriere übrigens in den Achtzigern mit Filmen wie Cocktail und Top Gun begann, spielt darin Stacee Jacxx, einen tätowierten Metal-Rockstar mit Matte, der verdächtig an eine Mischung aus Jon Bon Jovi, Axl Rose, Eddie Van Halen und einem ungarischen Hirtenhund auf Koks erinnert und folgerichtig Lieder von Def Leppard, Bon Jovi und Guns N’ Roses singt. Wie üblich, nimmt man ihm seine Rolle nicht so richtig ab, weil Cruise im richtigen Leben bekanntlich als operierender scientologischer Thetan nach höherer Cleanness strebt.
Seinem Kollegen Alec Baldwin, der in den Achtzigern mal der Mann von Kim Basinger war, glaubt man dagegen gerne, dass er voll wie ein Haus und gut drauf ist und außerdem auch gerne mal die eine oder andere Frau verhaut.
Rock of Ages ist für die Kinder der Achtziger gemacht, so wie das Abba-Musical Mamma Mia! für die Kinder der Siebziger war. Man kann sich über die schlimmen Klamotten, die verbotenen Frisuren und die alt gewordenen Stars der Jugend lustig machen und dabei heimlich noch mal die alten Kassetten hören. Camp goes Nostalgie. Enge Hosen, Dauerwellen, keine Gender-Debatte nirgends – hair-raising!
- Die Kinowoche auf ZEIT ONLINE
-
Rezensionen und Interviews zu den Filmstarts dieser Woche
Fünf Jahre Leben (Deutschland, Regie: Stefan Schaller)
11 Freundinnen(Deutschland; Regie: Sung-hyung Cho)
Mutter und Sohn (Rumänien; Regie: Calin Peter Netzer)Ab 15. Mai berichtet ZEIT ONLINE von den Filmfestspielen in Cannes
Weitere Interviews und Besprechungen auf unseren Film- und DVD-Seiten
- Vergangene Filmwoche
-
Rezensionen und Interviews zu den Filmstarts vergangenen beiden Wochen:
Der große Gatsby(Australien, USA; Regie: Baz Luhrmann)
Paradies: Hoffnung (Frankreich, Österreich, Deutschland; Regie: Ulrich Seidl)
Evil Dead (USA; Regie: Fede Alvarez)Weitere Interviews und Besprechungen auf unseren Film- und DVD-Seiten
- Ihre Rezension
Haben Sie diesen Film bereits gesehen? Wie hat er Ihnen gefallen? Oder hat Sie in letzter Zeit ein anderer Film besonders beeindruckt oder enttäuscht? ZEIT ONLINE freut sich auf Ihre Filmrezension. Auf dieser Seite können Sie Ihren Text verfassen. In unseren Leserartikel-FAQ erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen sollten.
Wir sind gespannt auf das Sequel. In Babelsberg pre-streamen sie angeblich gerade das Musical der Neunziger. Dr. Motte wird gemorpht von Ryan Gosling, Keira Knightley spielt die Frau, die die Frau aus den Vampire Diaries spielt, und Tom Cruise spielt einen MP3-Player mit Pony. Gesucht wird noch eine laktosefrei deutsche Synchronstimme mit Migrationshintergrund. Tina Hildebrandt







er wieder aus seinem Körper gezaubert hat-wenn man seine Glaubensrichtung für die Zeit des Schauens seiner Filme ausblendet ist er weiterhin eine Bereicherung.
Auf diesen Filmgenuß freuen wir uns bereits am Wochenende.
"Wie üblich, nimmt man ihm seine Rolle nicht so richtig ab, weil Cruise im richtigen Leben bekanntlich als operierender scientologischer Thetan nach höherer Cleanness strebt."
bemerkenswert, es zeugt von der Inkompentenz des Autors insgesamt.
... dann noch witzig sein will. Echt daneben gehauen.
Tom Cruise ist, wenn man seine Scientology mal außen vor lässt, einer der erfolgreischten und wandlungsfähigsten Schauspieler, die wir derzeit haben. Immerhin kann er auch bereits drei Oscar-Nominierungen vorweisen, die seine Wandlungsfähigkeit beweisen sollten. Dass ihm hier in der Rolle bereits gestandene Hardrock-Recken Respekt gezollt haben, WEIL er absolut überzeugt (insbesondere auch stimmlich), wird komplett außen vor gelassen.
Und das Alec Baldwin weitaus mehr drauf hat, als nur mal der Mann von Kim Basinger gewesen zu sein, sollte sein fimisches und TV-Repertoire (inkl. Oscar-Nominierung) aufzeigen.
Sorry- aber das war nix!
Oscars, und gerade nur Nominierungen, sind kaum mehr die vergoldete Statue wert. Dass Cruise bereits dreimal nominiert war und trotzdem leer ausging, spricht noch eine deutlichere Sprache. Der Mann liefert zwar häufig ordentliche Leistungen ab, ist in seinen Fähigkeiten auf seine Physis begrenzt.
Der Ton des Artikel trifft das Thema ganz gut. Rock of Ages ist ein lächerliches Abfeiern lächerlicher Musik, die außer großem Gepose, bescheuerter Frisuren und Kastratengesang nichts zu bieten hat. Nostalgie in allen Ehren, aber wer sowas abliefert bzw. darauf steht, der braucht sich über Spott nicht zu wundern.
Oscars, und gerade nur Nominierungen, sind kaum mehr die vergoldete Statue wert. Dass Cruise bereits dreimal nominiert war und trotzdem leer ausging, spricht noch eine deutlichere Sprache. Der Mann liefert zwar häufig ordentliche Leistungen ab, ist in seinen Fähigkeiten auf seine Physis begrenzt.
Der Ton des Artikel trifft das Thema ganz gut. Rock of Ages ist ein lächerliches Abfeiern lächerlicher Musik, die außer großem Gepose, bescheuerter Frisuren und Kastratengesang nichts zu bieten hat. Nostalgie in allen Ehren, aber wer sowas abliefert bzw. darauf steht, der braucht sich über Spott nicht zu wundern.
Na klar, "inkompetent" und "ahnungslos" ist er, dieser böse Autor! ;-))
Sowas sagt (äh schreibt) sich leicht dahin, vor allem dann wenn man keine Korrektur hergibt, sondern sich mit Negierung zufrieden gibt.
Natürlich ist Cruise ein selten schlechter Schauspieler, seine Mimik ist so gleichgeschaltet und stetig übertrieben wie die des Werbejungen auf der Kinderschokolade.
Er ist Scientologe, da gibts kein Vertun. Er selbst bestätigt das. Ob das was mit seinen miesen schauspielerischen Leistungen zu tun hat, sei dahingestellt. An und für sich ist es dem Film, der Story wohl egal.
Fazit: ein wunderbar geschriebener Artikel, der beim Vorlesen im Freundeskreis Heiterkeitsausbrüche hervorgerufen hat...vor allem die Stelle, an der es um Alec Baldwin geht, dem man gern abnimmt, dass er "voll wie ein Haus und gut drauf ist und gern mal die eine oder andere Frau verhaut.." :D
Weiter so, ZEIT! Mit solchen Kleinoden kann die fade Konkurrenz nur noch Eure Schlussleuchten ausmachen!
Oscars, und gerade nur Nominierungen, sind kaum mehr die vergoldete Statue wert. Dass Cruise bereits dreimal nominiert war und trotzdem leer ausging, spricht noch eine deutlichere Sprache. Der Mann liefert zwar häufig ordentliche Leistungen ab, ist in seinen Fähigkeiten auf seine Physis begrenzt.
Der Ton des Artikel trifft das Thema ganz gut. Rock of Ages ist ein lächerliches Abfeiern lächerlicher Musik, die außer großem Gepose, bescheuerter Frisuren und Kastratengesang nichts zu bieten hat. Nostalgie in allen Ehren, aber wer sowas abliefert bzw. darauf steht, der braucht sich über Spott nicht zu wundern.
... müßten Sie fordern, schon jetzt genau zu wissen, welche Musik, Frisuren und Klamotten 2042 verboten sein werden und sich bereits jetzt daran zu halten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren