Musiker Neil Young"Ich brenne nachhaltig"

Wie grün kann Rock'n'Roll eigentlich sein? Ein Gespräch mit Neil Young über erneuerbare Energien, alle Arten von Fortbewegung und die Autos seines Lebens. von 

Neil Young mit 66 Jahren

Neil Young mit 66 Jahren  |  © Warner Music Group

DIE ZEIT: Mr. Young , dieser Gasthof in den kalifornischen Bergen ist ein wunderbarer Ort für ein Gespräch.

Neil Young: Es ist schön hier, ja.

ZEIT: Die Stille, die vielen Bäume. Der Highway, der sich hindurchschlängelt…'

Young: Diese riesigen Redwood-Bäume sind etwas ganz Besonderes. Sehen Sie, gleich dort drüber steht einer. Weiter hinten noch einer. Sie sind überall.

ZEIT: Stimmen Sie mir zu, dass diese Gegend auf der geistigen Landkarte Amerikas ein Teil von Youngville wäre?

Anzeige

Young:(lacht) Vielleicht. Jedenfalls bin ich schon eine Weile hier. Seit 1970, also seit 42 Jahren. Man kennt sich in dieser Gegend. Meine Ranch liegt nur ein paar Meilen die Straße runter.

ZEIT: Die Broken Arrow Ranch, ist das eigentlich ein echter landwirtschaftlicher Betrieb, mit Tieren und Feldern?

Young: Vor allem betreiben wir Viehzucht. Alle Arten von Nutzvieh. Ein paar Gärten haben wir auch, in denen wir Gemüse ziehen.


ZEIT:
Dann sind Sie auch eine Art Gärtner?

Young: Nein. Das erledigen andere für mich. Aber wichtig sind mir die Gärten schon.

ZEIT: Sie haben einmal gesagt, Musik sei nur eine Art von Hobby für Sie. Erstaunlich für einen der berühmtesten Rock-’n’-Roll-Künstler der Welt.

Young: Es geht darum, den Blick fürs Ganze nicht zu verlieren. Das gilt nicht nur für Musiker, sondern für alle möglichen Berufe. Es ist immer gut, Ziele zu verfolgen, die außerhalb des Bereichs liegen, in dem man Experte ist.

ZEIT: Sie sprechen von Ihrem Engagement für erneuerbare Energien ?

Young: Ich spreche davon, dass ich lieber ein Teil der Lösung sein möchte als ein Teil des Problems. Das ist der Kampf, den unsere Generation bis heute kämpft. Aber es stimmt: So vieles auf diesem Planeten dreht sich um Energie. Energie bringt die Dinge in Bewegung. In jeder Sekunde wird etwas hin und her bewegt. Und um Energie werden Kriege geführt.

ZEIT: Sie bringen gerade ein neues Album heraus, im Herbst soll schon ein zweites folgen. Ein Neil-Young-Film von Jonathan Demme kommt demnächst in die Kinos. Ist der Eindruck richtig, dass Ihre Aktivität in Wahljahren sprunghaft steigt?

Young: Im Grunde denke ich nicht so. Ich stelle die Bedingungen lieber selbst. Aber einfach nur Lieder singen reicht auch nicht, wir müssen das leben, woran wir glauben. Wir müssen mit unserem Beispiel vorangehen. Dazu ist mir jedes Medium recht.

ZEIT: Vor drei Jahren haben Sie das LincVolt-Projekt an den Start gebracht, den Versuch, einen alten Straßenkreuzer öffentlichkeitswirksam in ein Energiesparauto umzurüsten. Seither hat man nicht mehr viel davon gehört. Warum?

Young: Es gab Rückschläge. Bei einem Unfall ist der Wagen ausgebrannt. Einer der Leute, die für mich arbeiten, hat ein System, das nicht ausreichend getestet war, über Nacht in Betrieb gelassen. Dabei ist es dann passiert. Es war also kein technischer Fehler, der uns zurückgeworfen hat, sondern schlicht menschliches Versagen.

Leserkommentare
  1. .. sind so grün wie wie Rock n Roll ruhige besinnliche Meditationsmusik ist!

    • leider
    • 06. Juni 2012 18:00 Uhr

    Entfernt. Nutzen Sie die Kommentarbereiche bitte, um sachliche Argumente und Meinungen auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. Ein System was nicht ausreichend getestet war fackelt seine Karre ab, aber das war natürlich kein technischer Fehler. War wohl der Zigarettenanzünder der einfach zu prima funktioniert hat.
    Lumpig klingende MP3s. Na dann - der Neil wird schon ein neues super duper Kompressionsverfahren erfinden (und gegen kein Patent verstoßen).
    Sie benutzen jetzt LEDs bei ihrem Konzert- uiiii (verheizen aber dafür das Essen anderer Menschen in ihren 80 Trucks)
    Na dann. Der Neil, der ist mal so richtig Teil der Lösung...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ein System ...": was ist daran rumzunörgeln? Ein ungetestetes System sollte man nicht unbeobachtet laufen lassen, klar kann da was passieren...
    "Lumpig klingende ...": Klar klingen MP3s, zumindest die häufig benutzten 128er total daneben. Und klar gibt es hervorragende Kompressionsverfahren, wie z.B. FLAC, wird nur leider zu selten benutzt. Und er spricht ja von Erhöhung der Bandbreite, gute Voraussetzung zum Benutzen von FLAC.
    "Sie benutzen ...": Klar sparen LED-Scheinwerfer eine Menge Energie. Und die 80 Trucks hat er ja eher abgelehnt, einfach nochmal den Artikel lesen, diesmal richtig.
    Grüße

  3. "Ein System ...": was ist daran rumzunörgeln? Ein ungetestetes System sollte man nicht unbeobachtet laufen lassen, klar kann da was passieren...
    "Lumpig klingende ...": Klar klingen MP3s, zumindest die häufig benutzten 128er total daneben. Und klar gibt es hervorragende Kompressionsverfahren, wie z.B. FLAC, wird nur leider zu selten benutzt. Und er spricht ja von Erhöhung der Bandbreite, gute Voraussetzung zum Benutzen von FLAC.
    "Sie benutzen ...": Klar sparen LED-Scheinwerfer eine Menge Energie. Und die 80 Trucks hat er ja eher abgelehnt, einfach nochmal den Artikel lesen, diesmal richtig.
    Grüße

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Traum oder harte Realität? Beyoncé in ihrem Dokumentarfilm "Life Is But A Dream"

    Die fleißigen Königinnen

    Beyoncé, Lana Del Rey und Taylor Swift sind die erfolgreichsten Popstars unserer Zeit. Sie zeigen uns, was es bedeutet, heute eine Frau zu sein. Wollen wir ihnen glauben?

    • PeterLicht zeigt sich nicht. Nur auf der Bühne sehen die Leute sein Gesicht.

      Tod, ach der Langweiler!

      Leben, Wahrheit, Zukunft, Freiheit, Liebe: Alles beginnt zu schillern. PeterLicht renoviert in seinem Buch und Live-Album "Lob der Realität" die Kapitalismuskritik.

      • Man mag's kaum glauben: Prince Rogers Nelson ist 56 Jahre alt.

        Freiheit allen Körpersäften!

        Nach jahrelangem Unabhängigkeitskampf veröffentlicht Prince gleich zwei Alben beim Warner-Konzern. Wer einmal Popkönig war, gibt sich eben ungern mit weniger zufrieden.

        • Die Inszenierungen des Regisseurs Calixto Bieito sind den Gegnern des Regietheaters ein plastisches Feindbild. Hier eine Szene aus der Händel-Oper "Der Triumph von Zeit und Enttäuschung" 2011 in Stuttgart

          Jeder Rollkoffer bringt uns weiter

          Geht das schon wieder los? Ein Musikwissenschaftler geißelt, was er für Regietheater in der Oper hält. Dabei ist jede noch so moderne Inszenierung besser als Stillstand.

          Service