Euro-KriseHau den Primus

Für die Einheit Europas soll Angela Merkel die Geldschleusen noch weiter öffnen – auch wenn das falsch ist.

Noch nie hatte ein deutscher Regierungschef so viel Macht, nicht einmal Bismarck – jedenfalls, wenn man CNN-Kommentatoren wie David Frum glauben will. Der fantasiert, Angela Merkel werde Barack Obama die Wiederwahl vermasseln, wenn sie sich mit ihrem Geiz weiter gegen die Rettung des Euro stemmt und so den Wiederaufstieg der US-Wirtschaft vereitelt.

In der Financial Times kreiden der professionelle Schwarzseher Nouriel Roubini und der Historiker Niall Ferguson der Kanzlerin Schlimmeres an. Es sei »fünf vor zwölf«, und die Deutschen sollten sich daran erinnern, was sie in der Finanzkrise 1931 ff. mit der Brüningschen Sparpolitik angerichtet hätten: den »Zusammenbruch der Demokratie im eigenen Land sowie in Europa«. Obama und seine Hintersassen sagen es etwas höflicher: An Deutschland hänge das Schicksal Europas, der westlichen Welt. Am deutschen Wesen genesen, mal andersherum.

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Hübsches Kompliment, aber schlampige Geschichtsschreibung. Totalitäre und Autoritäre siegten in Russland, Osteuropa und Italien in den »Goldenen Zwanzigern«. Heute droht kein Stalin, kein Hitler. Wenn es zum Umschwung kommt, dann trägt er das Gesicht eines François Hollande, also das der demokratischen Linken.

Völlig daneben liegen die Merkel-Basher mit dem Feindbild der austerity. Welche meinen sie eigentlich, wenn sie Merkel mit Heinrich Brüning (1930 bis 1932) gleichsetzen? Der hat tatsächlich das Letzte aus dem Haushalt herausgequetscht – die Ausgaben um ein Drittel gekürzt, die Neuverschuldung auf fast null gestaucht. Doch seit 2008 hat der Westen Billionen springen lassen.

Überall, auch in Deutschland, schoss das deficit spending hoch, am stärksten in Amerika und England, die damit an ihrer Arbeitslosigkeit kaum rütteln konnten. In den frühen Dreißigern haben die Zentralbanken die Geldmenge brutal verknappt, heute haben Fed und EZB Liquidität im Wert von etwa zwei Billionen Euro in den Kreislauf gepumpt. Überall im Westen sind die Zinsen auf einem historischen Tiefpunkt.

Welche austerity? In den Euro-Krisenstaaten bewegt sich das Defizit zwischen 4 und 13 Prozent der Wirtschaftsleistung – gewiss nicht ganz freiwillig, weil im Abschwung die staatlichen Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen. Aber auch in Frankreich und den Niederlanden klafft ein Defizit von rund fünf Prozent. Brüning hätte hier mit einem ganzen Dutzend Notverordnungen zugeschlagen. Außer den Finnen sind nur die Deutschen brav, jetzt mit einem Defizit von einem Prozent. Und das ist ihr Verhängnis.

Der Klassenbeste möge doch aufhören, den Streber zu geben, singt der aufbrausende Chor. Er soll abschreiben lassen, aber keinen Nachhilfeunterricht im richtigen Wirtschaften geben. Er soll für die Schulden der Klassenkameraden geradestehen – das ist der Sinn der Bankenunion. Er soll ihnen die weitere Verschuldung durch Euro-Bonds erleichtern, die einen niedrigeren Zinssatz hätten, weil die Starken bürgen würden. Aber es gibt nur noch einen, und der heißt Deutschland. Schließlich sollen die hiesigen Löhne schneller steigen als die Produktivität, um so Konsum und Import zu steigern. Das nannte man früher »Lohninflation«, das Gegenteil von Wettbewerbsfähigkeit. Oder: Wir einigen uns alle auf ein Vierer-Abitur.

Leserkommentare
    • vadeho
    • 15.06.2012 um 12:36 Uhr

    Deutschlands Lohndumping ist ein Hauptgrund für die Schwäche der anderen. Deutschland ist direkt für deren staatsdefizite verantwortlich, da es durch Lohndumping und eine fehlende Beteiligung der (meisten) Arbeitnehmer an den massiven Gewinnen der Wirtschaft eine Wettbewerbsfähigkeit erreicht, die einen enormen Exportüberschuss generiert. Gerade gegenüber den europäischen Ländern in der gemeinsamen Währungsunion. Diese beteiligen nämlich in größerem Rahmen Ihre Einwohner an Wachstum und Gewinnen.

    Der deutsche Kurs ist nur für die Kapitalisten und Bankiers und die Menschen in den höchsten Positionen ein Gewinngeschäft nicht aber für die Mehrheit der Menschen. Die Statistiken liegen alle vor, zur Ungleichheit, zur Lohnstagnation, zur Art der beschäftigungen, zur Armut und auch zur jeweiligen Dynamik. Das ist das erste Legitimationsproblem. und auch kein Wunder, dass darüber kaum berichtet wird.

    Warum ist nun Deutschlands Kurs für Europas Misere mitverantwortlich? Weil die Nationen mit Aussenhandelsdefizit, die es v.a. gegenüber Deutschland haben, ihre Verluste nicht über die gängigen Mechanismen wie Anpassung des Wechselkurses anpassen können, da wir alle den Euro haben. Deswegen sind diese Ungleichgewichte chronisch. Und Europa jetzt das deutsche Modell aufzuzwingen ist zu kurz gedacht.
    Dazu kommt, dass es auch in Deutschland erst seit kurzem ein neuer glauben ans Sparen gibt. Es ist die reine instrumentelle Nutzung des Begriffes als Kampfbegriff.
    Manipulation.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stimmt leider."
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    kommt, dann trägt er das Gesicht eines François Hollande, also das der demokratischen Linken.““

    Wer ernsthaft und seriös Wirtschaftsthemen erörtern möchte, darf sich nicht in billiger Agitation versteigen. Der Verfasser diskreditiert sich, seine Worte verlieren an Kraft.

    Der Euro scheitert an seinen Geburtsfehlern und an jenen, die eine Kausalität herstellen wollen, wo es keine gibt, beispielsweise:

    ““ .... „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, betonte Merkel. „Er darf nicht scheitern, und er wird nicht scheitern.“ ....““
    http://www.faz.net/aktuel...

    Es geht doch nicht um links oder rechts, die Problemlösungskompetenz ist zu erörtern. Die Bundesregierung ist nicht dem Euro verpflichtet, sondern der verfassungsgemäßen Ordnung und seinem Auftraggeber, dem Souverän.

    Als zwischen 2001-2003 Rot-Grün die Finanzmärkte deregulierte, gingen die Maßnahmen der damaligen CDU-Oppositionsführerin Frau Merkel nicht weit genug, sie sah sich als Dienstleisterin für die Finanzmärkte, im deutschen Bundestag hat sie die Rot-Grüne-Bundesregierung aufgefordert:

    ““ .... sich selbst (Anmerkung die Bundesregierung) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nicht nur als Regulierer und Aufseher, sondern gerade in Europa und im internationalen Raum auch als Partner der Finanzdienstleister zu verstehen; ....““
    http://dip21.bundestag.de...

    Aber wie kommt es, dass gerade die teuren Produkte im Mittelpunkt des deutschen Export-Erfolgs stehen?

    Deutsche Facharbeiter und Ingenieure verdienen übrigens mehr als die Facharbeiter in Frankreich, Spanien, Italien usw.

    Von Griechenland ganz zu schweigen. Dort verdienen die Staatsangestellten in der Tat mehr als in Deutschland.

    Antwort auf: 49. Enttäuschend Herr Joffe
    Sie schreiben:
    "Deutschlands Lohndumping ist ein Hauptgrund für die Schwäche der anderen... da es durch Lohndumping und eine fehlende Beteiligung der Arbeitnehmer an den massiven Gewinnen der Wirtschaft eine Wettbewerbsfähigkeit erreicht, die einen enormen Exportüberschuss generiert. Gerade gegenüber den europäischen Ländern in der gemeinsamen Währungsunion. Diese beteiligen nämlich in größerem Rahmen Ihre Einwohner an Wachstum und Gewinnen."
    Ich finde:
    Jedes Land innerhalb Europas ist dafür vernatwortlich innerhalb der EU aber auch weltweit wettbewerbsfähig zu sein, dazu braucht man nicht unbedingt das Instrument der eigenen Währung, um diese im Vergleich zu anderen EU Staaten oder der Welt entwerten zu können, sondern es reicht, die Lohne anzupassen an die Produktivität. Genau hier haben viele EU Länder in den Letzten 10 Jahren veragt und Deutschland sich gesundgeschrumpft, natürlich auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Dafür haben wir nun eingermassen Wohlstand, wenig Arbeitslosigkeit und können uns einen hohen Konsum erlauben. Durch das Nichtanpassen der Löhne an die Prodktivitaet haben die Länder (Staat und Gewerkschaften) die Kriese hervorgerufen.
    ...und von wegen durch die höheren Löhne "die Bürger (in den Kriesenländern) an Wachstum und Gewinnen" beteiligt:
    Die Gewerkschaften haben den Unternehmern/Staat diese Gewinnbeteiligung (welche gar nicht in dem Masse vorhanden war) abgepresst und dadurch die Verschuldung mit verursacht!

    • Askay
    • 15.06.2012 um 14:02 Uhr

    "... Warum ist nun Deutschlands Kurs für Europas Misere mitverantwortlich? Weil die Nationen mit Aussenhandelsdefizit, die es v.a. gegenüber Deutschland haben, ihre Verluste nicht über die gängigen Mechanismen wie Anpassung des Wechselkurses anpassen können, da wir alle den Euro haben. Deswegen sind diese Ungleichgewichte chronisch. Und Europa jetzt das deutsche Modell aufzuzwingen ist zu kurz gedacht...."
    ----------------
    Genau auf diesen Vorwurf hatte Herr Jürgen Stark im ZDF gesagt, dass es allen Beteiligten bei der Einführung des Euros und auch bei der Aufnahme von GR klar war und Konsens darüber bestand, dass die Wettbewerbsfähigkeit nun über Strukturanpassung zu erfolgen hat. Das hätte ja auch durch die Angleichung der Wettbewerbsfähigkeit Sinn gemacht.

    Dass da linke Politik - wie heute wieder in Europa - massiv Obstruktion betreibt und dann die katastrophalen Folgen dieses Verhaltens (Massenjugendarbeitslosigkeit, exzessive Staatsverschuldung wegen überbordenden staatlichen Wohltaten) naiven Menschen als "Scheitern des Kapitalismus" (Wann hatten wir je Kapitalismus?) verkaufen will, hatten die offenbar damals nicht einkalkuliert bzw. es werden gemachte Vereinbarungen, wie jetzt bei Syriza ganz deutlich, einfach nicht eingehalten.

    Abgesehen von der visionären strukturellen Anpassungspolitik von Schröder, war er es ja auch, als Vertreter einer linken Partei, der in seiner Regierungszeit Maaastrichtvereinbarungen brach und den Grundstein des Schuldendesasters legte.

    kommt, dann trägt er das Gesicht eines François Hollande, also das der demokratischen Linken.““

    Wer ernsthaft und seriös Wirtschaftsthemen erörtern möchte, darf sich nicht in billiger Agitation versteigen. Der Verfasser diskreditiert sich, seine Worte verlieren an Kraft.

    Der Euro scheitert an seinen Geburtsfehlern und an jenen, die eine Kausalität herstellen wollen, wo es keine gibt, beispielsweise:

    ““ .... „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, betonte Merkel. „Er darf nicht scheitern, und er wird nicht scheitern.“ ....““
    http://www.faz.net/aktuel...

    Es geht doch nicht um links oder rechts, die Problemlösungskompetenz ist zu erörtern. Die Bundesregierung ist nicht dem Euro verpflichtet, sondern der verfassungsgemäßen Ordnung und seinem Auftraggeber, dem Souverän.

    Als zwischen 2001-2003 Rot-Grün die Finanzmärkte deregulierte, gingen die Maßnahmen der damaligen CDU-Oppositionsführerin Frau Merkel nicht weit genug, sie sah sich als Dienstleisterin für die Finanzmärkte, im deutschen Bundestag hat sie die Rot-Grüne-Bundesregierung aufgefordert:

    ““ .... sich selbst (Anmerkung die Bundesregierung) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nicht nur als Regulierer und Aufseher, sondern gerade in Europa und im internationalen Raum auch als Partner der Finanzdienstleister zu verstehen; ....““
    http://dip21.bundestag.de...

    Aber wie kommt es, dass gerade die teuren Produkte im Mittelpunkt des deutschen Export-Erfolgs stehen?

    Deutsche Facharbeiter und Ingenieure verdienen übrigens mehr als die Facharbeiter in Frankreich, Spanien, Italien usw.

    Von Griechenland ganz zu schweigen. Dort verdienen die Staatsangestellten in der Tat mehr als in Deutschland.

    Antwort auf: 49. Enttäuschend Herr Joffe
    Sie schreiben:
    "Deutschlands Lohndumping ist ein Hauptgrund für die Schwäche der anderen... da es durch Lohndumping und eine fehlende Beteiligung der Arbeitnehmer an den massiven Gewinnen der Wirtschaft eine Wettbewerbsfähigkeit erreicht, die einen enormen Exportüberschuss generiert. Gerade gegenüber den europäischen Ländern in der gemeinsamen Währungsunion. Diese beteiligen nämlich in größerem Rahmen Ihre Einwohner an Wachstum und Gewinnen."
    Ich finde:
    Jedes Land innerhalb Europas ist dafür vernatwortlich innerhalb der EU aber auch weltweit wettbewerbsfähig zu sein, dazu braucht man nicht unbedingt das Instrument der eigenen Währung, um diese im Vergleich zu anderen EU Staaten oder der Welt entwerten zu können, sondern es reicht, die Lohne anzupassen an die Produktivität. Genau hier haben viele EU Länder in den Letzten 10 Jahren veragt und Deutschland sich gesundgeschrumpft, natürlich auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Dafür haben wir nun eingermassen Wohlstand, wenig Arbeitslosigkeit und können uns einen hohen Konsum erlauben. Durch das Nichtanpassen der Löhne an die Prodktivitaet haben die Länder (Staat und Gewerkschaften) die Kriese hervorgerufen.
    ...und von wegen durch die höheren Löhne "die Bürger (in den Kriesenländern) an Wachstum und Gewinnen" beteiligt:
    Die Gewerkschaften haben den Unternehmern/Staat diese Gewinnbeteiligung (welche gar nicht in dem Masse vorhanden war) abgepresst und dadurch die Verschuldung mit verursacht!

    • Askay
    • 15.06.2012 um 14:02 Uhr

    "... Warum ist nun Deutschlands Kurs für Europas Misere mitverantwortlich? Weil die Nationen mit Aussenhandelsdefizit, die es v.a. gegenüber Deutschland haben, ihre Verluste nicht über die gängigen Mechanismen wie Anpassung des Wechselkurses anpassen können, da wir alle den Euro haben. Deswegen sind diese Ungleichgewichte chronisch. Und Europa jetzt das deutsche Modell aufzuzwingen ist zu kurz gedacht...."
    ----------------
    Genau auf diesen Vorwurf hatte Herr Jürgen Stark im ZDF gesagt, dass es allen Beteiligten bei der Einführung des Euros und auch bei der Aufnahme von GR klar war und Konsens darüber bestand, dass die Wettbewerbsfähigkeit nun über Strukturanpassung zu erfolgen hat. Das hätte ja auch durch die Angleichung der Wettbewerbsfähigkeit Sinn gemacht.

    Dass da linke Politik - wie heute wieder in Europa - massiv Obstruktion betreibt und dann die katastrophalen Folgen dieses Verhaltens (Massenjugendarbeitslosigkeit, exzessive Staatsverschuldung wegen überbordenden staatlichen Wohltaten) naiven Menschen als "Scheitern des Kapitalismus" (Wann hatten wir je Kapitalismus?) verkaufen will, hatten die offenbar damals nicht einkalkuliert bzw. es werden gemachte Vereinbarungen, wie jetzt bei Syriza ganz deutlich, einfach nicht eingehalten.

    Abgesehen von der visionären strukturellen Anpassungspolitik von Schröder, war er es ja auch, als Vertreter einer linken Partei, der in seiner Regierungszeit Maaastrichtvereinbarungen brach und den Grundstein des Schuldendesasters legte.

  1. ist, wo bleiben die ganzen Milliarden? Es wird hier seit Monaten mit Summen um sich geschmissen, das einem schwindelig wird. Nur mit fast keinem Wort, wo sie bleiben und vor allem, was man damit macht! Vor allem sagen die "Experten", jenachdem wen man befragt, jeder was anderes! Was ich auch vermisse ist, wie soll die Umverteilung von unten nach oben gebremst, bzw., so gestaltet werden, daß dies endlich aufhört. Ich lese in letzter Zeit immer nur was der Finanzmarkt sagt. Ist das jetzt unsere Ersatzreligion der alle zu folgen haben? "Alternativlos"? Wenn ja, dann kann man nur hoffen, daß der unweigerlich kommende Crash, einigermaßen glimpflich verläuft und uns nicht in überwunden geglaubte Reaktionen verfallen lässt!

    3 Leserempfehlungen
  2. Der neo-wilhelminische Größenwahn in diesem Land, ist inzwischen kaum noch zu ertragen. Wir sind die Besten, Fleißigsten, Saubersten, alle anderen sind dumm, faul und unfähig. Leider klafft zwischen Selbstwahrnehmung und Realität eine Riesenlücke. Die Deutschen sollten endlich aufhören, andere belehren zu wollen und die Unsympathen Europas zu geben.

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    ... die beliebteste Nation in Europa - ausser in Griechenland gelten. Wobei die Griechen sich selbst für das fleissigste Land in Europa halten.

    Bitte belegen Sie Tatsachenbehauptungen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/lv

    ... die beliebteste Nation in Europa - ausser in Griechenland gelten. Wobei die Griechen sich selbst für das fleissigste Land in Europa halten.

    Bitte belegen Sie Tatsachenbehauptungen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/lv

    • bayert
    • 15.06.2012 um 12:46 Uhr

    D zahlt die großzügigen Hilfen mit Zins und Zinseszins zurück, danach ist aber Schluss mit dem Transfer. Da wäre schon längst Feierabend in Südeuropa.

    Antwort auf "Joffe"
  3. Ja wer ist das denn? Wir alle. Wir die eine Rentenversicherung/Anlagen etc. haben. Mit diesem Geld wurden Anleihen gekauft (auch PIIGS) und jetzt kaufen diese Versicherungen keine PIIGS Staatsanleihen mehr (wir alle wollen ja "sichere" Anlagen). Also gehen die Zinsen für diese Länder nach oben. Ganz einfach! Die paar Milliarden die irgendwelche Hedgefonds einsetzen um zu wetten fallen kaum ins Gewicht. Es ist die Masse die zum Absturz geführt hat. Und das sind nun mal wir alle. So viel zu der Schuld der "Spekulanten". Und bezüglich der Profiteure: Am meisten haben spanische, Griechische, Irische etc. Bürger profitiert. die haben schließlich immer mehr Immobilien gekauft und finanziert und weitere Kredite für Konsum aufgenommen. Sicherlich haben auch irgendwelche obskuren Banker durch Provisionen etc. profitiert. Aber volkswirtschaftlich fällt das kaum ins Gewicht. Diese ganzen faulen Kredite (z.B. Spanien) sind von normalen Menschen aufgenommen worden um ihre Immobilie (oder gern auch mal eine zweite zu Spekulationszwecken) zu finanzieren. Mit dem Platzen der Blase (noch mal: hervorgerufen von der Masse der normalen Leute) haben diese Leute dann ihre Jobs (gern im Bausektor oder Handel) verloren und die Banken sitzen dann auf den "faulen" Krediten. Es mag ja schwer zu sein zu akzeptieren dass es nicht irgendwelche obskuren Banker waren die das alles irgendwie verschuldet haben (natürlich haben die auch profitiert), sondern die normalen Menschen mit ihrem Verhalten.

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    ich behaupte das immernoch der Banker die Kredite genehmigen muß und dies nach ausführlicher Prüfung? Wenn dem so ist, ist Ihre Version unserer Misere doch hinfällig! Oder? Das Sie die ganzen Exesse, was die Bereicherung dieser Banker und deren Angestellten im gehobenen Dienst betrifft, so sind Sie sehr human. Was ich bitte nicht falsch verstanden wissen möchte. Denn Humanissmus, ist das, was uns zur Zeit am meisten fehlt!

    • vadeho
    • 15.06.2012 um 13:49 Uhr

    Ohne die Gewerkschaften wären wir vielleicht sozial noch im 19. Jahrhundert. Sie haben den Pauperismus eingedämmt. Und auch heute geht es darum, dass Gewerkschaften Vereinigungen sind, die den Menschen einen angemessene Lohn für die von Ihnen eingesetzte Arbeit erkämpfen. So sollte es sein und ihr Schreiben ist reaktionär. Der von Ihnen wahrscheinlich vertretene Atomismus zersetzt die Gesellschaft. Sehen Sie über den großen Teich oder nach portugal um zu sehen, was das mit gesellschaften anstellt und wie massiv die Probleme sind, nicht nur wirtschaftliche Probleme.

    Was wird denn erwartet wenn jemand eine Immobilie finanzieren moechte? So lange man ein paar Prozent Eigenkapital hat und das Gehalt gerade so ausreicht erwarten ja wohl die Meisten Menschen, die Politik etc. das ein Kredit genehmigt wird. Was waere denn gewesen wenn Banken nur Leuten mit ueber 100.000 EUR Einkommen Kredite gewaehrt haette? Na dann haette die Allgemeinheit sich aber empoert.
    Die Enstellung dass die Bank schuld hat da sie ja die Kredite genehmigt hat geht ja davon aus dass ein Buerger unmuendig ist und nichts fuer seine eigenen Entscheidungen kann. Es ist ein zutiefst unfreies Menschenbild.
    Es ist nunmal so das in unserer Gesellschaft jeder seine eigenen Entscheidungen treffen kann und die Konsequenzen dieser Entscheidungen tragen muss (positiv wie negativ).

    ich behaupte das immernoch der Banker die Kredite genehmigen muß und dies nach ausführlicher Prüfung? Wenn dem so ist, ist Ihre Version unserer Misere doch hinfällig! Oder? Das Sie die ganzen Exesse, was die Bereicherung dieser Banker und deren Angestellten im gehobenen Dienst betrifft, so sind Sie sehr human. Was ich bitte nicht falsch verstanden wissen möchte. Denn Humanissmus, ist das, was uns zur Zeit am meisten fehlt!

    • vadeho
    • 15.06.2012 um 13:49 Uhr

    Ohne die Gewerkschaften wären wir vielleicht sozial noch im 19. Jahrhundert. Sie haben den Pauperismus eingedämmt. Und auch heute geht es darum, dass Gewerkschaften Vereinigungen sind, die den Menschen einen angemessene Lohn für die von Ihnen eingesetzte Arbeit erkämpfen. So sollte es sein und ihr Schreiben ist reaktionär. Der von Ihnen wahrscheinlich vertretene Atomismus zersetzt die Gesellschaft. Sehen Sie über den großen Teich oder nach portugal um zu sehen, was das mit gesellschaften anstellt und wie massiv die Probleme sind, nicht nur wirtschaftliche Probleme.

    Was wird denn erwartet wenn jemand eine Immobilie finanzieren moechte? So lange man ein paar Prozent Eigenkapital hat und das Gehalt gerade so ausreicht erwarten ja wohl die Meisten Menschen, die Politik etc. das ein Kredit genehmigt wird. Was waere denn gewesen wenn Banken nur Leuten mit ueber 100.000 EUR Einkommen Kredite gewaehrt haette? Na dann haette die Allgemeinheit sich aber empoert.
    Die Enstellung dass die Bank schuld hat da sie ja die Kredite genehmigt hat geht ja davon aus dass ein Buerger unmuendig ist und nichts fuer seine eigenen Entscheidungen kann. Es ist ein zutiefst unfreies Menschenbild.
    Es ist nunmal so das in unserer Gesellschaft jeder seine eigenen Entscheidungen treffen kann und die Konsequenzen dieser Entscheidungen tragen muss (positiv wie negativ).

  4. kommt, dann trägt er das Gesicht eines François Hollande, also das der demokratischen Linken.““

    Wer ernsthaft und seriös Wirtschaftsthemen erörtern möchte, darf sich nicht in billiger Agitation versteigen. Der Verfasser diskreditiert sich, seine Worte verlieren an Kraft.

    Der Euro scheitert an seinen Geburtsfehlern und an jenen, die eine Kausalität herstellen wollen, wo es keine gibt, beispielsweise:

    ““ .... „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, betonte Merkel. „Er darf nicht scheitern, und er wird nicht scheitern.“ ....““
    http://www.faz.net/aktuel...

    Es geht doch nicht um links oder rechts, die Problemlösungskompetenz ist zu erörtern. Die Bundesregierung ist nicht dem Euro verpflichtet, sondern der verfassungsgemäßen Ordnung und seinem Auftraggeber, dem Souverän.

    Als zwischen 2001-2003 Rot-Grün die Finanzmärkte deregulierte, gingen die Maßnahmen der damaligen CDU-Oppositionsführerin Frau Merkel nicht weit genug, sie sah sich als Dienstleisterin für die Finanzmärkte, im deutschen Bundestag hat sie die Rot-Grüne-Bundesregierung aufgefordert:

    ““ .... sich selbst (Anmerkung die Bundesregierung) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nicht nur als Regulierer und Aufseher, sondern gerade in Europa und im internationalen Raum auch als Partner der Finanzdienstleister zu verstehen; ....““
    http://dip21.bundestag.de...

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  5. ...Meinungspluralismus.

    Da packt einem eben noch das kalte Grausen beim Lesen eines Artikels eines Jungjournalisten, der es nötig hat, dem derzeit politisch korrekten & trendigen, weil vermeintlich (selbst)kritischen und intellektuellen Selbstzerfleischungs-Journalismus ("Deutschland ist böse, denn Deutschland HAT NOCH GELD !") zu frönen.

    http://www.zeit.de/wirtsc...

    und findet dann hier zur Frustkompensation die kühle & ironische Antwort eines reiferen, analytischeren Journalisten, ....der die Anbiederung an den Selbsthass-Mainstream einfach nicht mehr nötig hat.

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    Der Mann schreibt unreflektiert sein neoliberales Dogma vor sich her. Er hat von wirtschaftlichen Themen keine Ahnung und erdreistet sich der Welt seine Meinung aufzuzwingen. Er widerspricht sich selbst und lässt interessante Fakten aus. (Zum Beispiel, dass die Länder die wirklich sparen wie zum Beispiel Irland, GB, Spanien und Griechenland, daran realwirtschaftlich zu Grunde gehen.) Aber von Herrn Joffe bin ich nichts anderes gewohnt. Er demonstriert schon seit Jahren seine Borniertheit.

    Der Mann schreibt unreflektiert sein neoliberales Dogma vor sich her. Er hat von wirtschaftlichen Themen keine Ahnung und erdreistet sich der Welt seine Meinung aufzuzwingen. Er widerspricht sich selbst und lässt interessante Fakten aus. (Zum Beispiel, dass die Länder die wirklich sparen wie zum Beispiel Irland, GB, Spanien und Griechenland, daran realwirtschaftlich zu Grunde gehen.) Aber von Herrn Joffe bin ich nichts anderes gewohnt. Er demonstriert schon seit Jahren seine Borniertheit.

  6. Die Austerität, Herr Joffe, die Sie so leugnen, und damit ihre Unkenntnis erneut unter Beweis stellen findet schon statt. Erstens, ja die Schulden der Länder sind seit 2008 durchaus gestiegen. Aber vieles von diesem Geld ist in allen Ländern in die Banken geflossen. Es is wahr, dass es um 2008/9 Konkunkturpackete gab, die aber längst in allen Ländern ausgelaufen sind. Seitdem wird an allen Ecken und Enden gespart. Großbritannien zum Beispiel fährt einen massiven Sparkurs, sicher nicht so brutal wie der Brünings, aber immerhin. Und? Was bringt es? Das UK versinkt in einer Rezession. FAKTEN, Herr Joffe, machen den guten Journalisten.

    " In der Dekade des Euro stiegen die deutschen Lohnstückkosten um sieben Prozent, in den Krisenländern, auch in Frankreich, zwischen 30 und 40."

    Woran lag das wohl? Vielleicht an dem geleugneten Lohndumping, Herr Joffe? Ein guter Journalist zieht Schlussfolgerungen aus den Fakten die er hat. Ein schlechter widerspricht sich selbst mit seinen eigenen Fakten. Und ein bezahlter Propagandist unterdrückt diese Fakten. Egal was Sie sind, Herr Joffe, sie sind lausig in Ihrem Job.

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