Popstar Justin Bieber : "Wenn ich mir eine Blöße gebe, wird man zuschlagen"

Millionen von Mädchen finden ihn süß. Doch Justin Bieber will nicht mehr süß sein. Ein Gespräch über das Erwachsenwerden, das Boxen und die richtige Deckung

ZEITmagazin: Herr Bieber , Sie sagten mal, dass viele Leute »die Idee von Justin Bieber hassen, bevor sie die Musik gehört haben«. Was ist das denn, die »Justin-Bieber-Idee«?

Justin Bieber: Ich stehe unter dem Verdacht, eine Marionette gewitzter Plattenfirmenmanager zu sein. Ein hübsches Püppchen mit konstruierter Identität. Angeblich bin ich ein beliebiges Einwegprodukt. Ein Püppchen, dem man ein Image verpasste und ein paar Hits programmierte, damit die kleinen Mädchen der Welt ihr Taschengeld für mich zum Fenster rauswerfen.

ZEITmagazin: Was macht Sie so sicher, dass Sie kein Püppchen sind?

Bieber: Weil ich weiß, was ich kann. Zu viele Menschen denken, dass mir alles zufällt. Ich will nicht eitel klingen, aber ich weiß, dass ich ganz gut aussehe und ein Teil meines Publikums deshalb für mich schwärmt. Aber wahr ist auch, dass ich singe, solange ich mich erinnern kann, und schon als Kleinkind anfing, Instrumente zu lernen. Ich will aber nicht größenwahnsinnig klingen. Ich wünsche mir einfach nur, fair behandelt zu werden.

ZEITmagazin: Gehört zu Ihrer neuen Image-Strategie, dass Sie einen Großteil ihrer Fans, all die Ihnen treu ergebenen jungen Mädchen, jetzt vertreiben?

Bieber: Wie kommen Sie darauf?

ZEITmagazin: In den wenigen Liedern Ihres neuen Albums, die die Journalisten vorab hören durften, donnern auch ruppige Hip-Hop- und Dubstep-Beats. Ein Sound, der Ihrem Stammpublikum nicht geheuer sein dürfte. 


Bieber:
Ich will niemanden loswerden, aber ich muss ja auch erwachsen werden. Das heißt, dass ich mich verändern muss, aber ich hoffe, dass viele meiner bisherigen Fans mir auf diesem Weg folgen. Es war tatsächlich meine Idee, auch mal ein paar erwachsene Fans zu erreichen.

ZEITmagazin: In einer Episode der US-Serie »CSI« spielen Sie einen kriminellen Jungen...

Bieber: So böse war der Junge nun auch wieder nicht.

ZEITmagazin: Er wird am Ende erschossen.

Bieber: Für mich lag der Reiz der Rolle darin, dass ich etwas Neues ausprobiere, etwas, das den Erwartungen an meine Person nicht entspricht. Bis jetzt wurden mir Filmrollen angeboten, in denen ich lieb sein und meistens noch irgendwas singen musste. Das reizt mich nicht mehr.

ZEITmagazin: Sie wurden am 1. März 18. Ein besonderer Geburtstag für Sie?

Bieber: Ein wichtiger Tag in meinem Leben – so wie für alle anderen Teenager auch. Volljährig zu sein bedeutet ja nicht nur, mehr Freiheiten zu genießen, sondern auch mehr Verantwortung zu tragen. Aber um es kurz zu machen: 18 zu sein ist großartig! Ich liebe es! 

ZEITmagazin: Ist es für einen Teenager-Poster-Boy wie Sie eine existenzielle Frage, den richtigen Zeitpunkt zum Erwachsenwerden zu finden?

Bieber: Absolut, deshalb muss ich besonders darauf achten, dass ich keine unüberlegten Schritte mache. Die Balance zwischen Sicherheit und Risiko ist für mich eine Herausforderung.

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Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Pseudointellektuell

Dieses pseudointellektuelle Kommentieren, die ZEIT dürfe nur unter Todesstrafe ins Boulevard abrutschen nervt mich persönlich ungemein.

Ich bin wahrscheinlich genauso alt wie Sie, aber dennoch finde ich die Betrachtungsweise, wie die ZEIT sich dem Thema Justin Bieber (und dem Boulevard) widmet durchaus interessant.

Und bekanntlich herrscht kein Lesezwang und auch kein Kommentierzwang. So manche Flachheit bliebe einem erspart, wenn sich alle daran halten würden.

Es ist lustig

zu sehen, wie ernst manche Menschen Kommentare nehmen können. Ersten @Antwort 3: Woher wollen sie wissen wie alt ich bin?^^
Zweitens: Mein Kommentar war lediglich eine Feststellung und gliedert sich in den allgemeinen Kanon der Internetkultur ein, dass Justin Bieber Fans nunmal hauotsächlich 13 jährige Mädchen sind.
Vielen Dank für das Überinterpretieren^^
P.S.: Das mit dem pseudointellektuell, das vergessen wir mal schön wieder.

Unabhängig wie man zu Biber steht

Das Interview fand ich gut. Fragen waren interessant und man hat einiges erfahren, was man vorher noch nicht kannte. Zwar mag ich seine Musik nicht, doch bin ich auch der Ansicht, dass man ihm unendlich unrecht tun würde, wenn man ihn als reines Produkt abtut.

Seid halt nicht so neidisch, weil er in der kritischen Zeit von 15 bis 20 schon alle Frauen abbekommt und für sein Singen auch noch extrem viel Asche bekommt :P

@1 und @2

Irgedwie habe ich so den Eindruck, dass die Kommentatoren Nr 1 und 2 den Artikel weder vollständig gelesen haben, geschweige denn verstanden haben.
Manchmal hilft es halt über den Tellerrand hinauszuschauen und Klischees abzulegen. Das geht natürlich nur wenn man offen für andere Meinungen ist.
Ich persönlich fand das Interview gut.