US-WahlkampfKünstler für Obama

Auf dem US-Kunstmarkt werden jetzt die Wahlkampfspenden eingesammelt.

Die First Lady Michelle Obama im Studio Museum of Harlem in New York

Die First Lady Michelle Obama im Studio Museum of Harlem in New York

Wen wählt der Kunstmarkt? Barack Obama oder aber Mitt Romney? Diese Frage stellt sich jetzt wieder in den USA. Denn der dortige Präsidentschaftswahlkampf lebt bekanntlich von den unglaublichen Geldmengen, die die Kandidaten für ihre Wahlwerbung aufbringen müssen. Und da auch im Kunstmarkt viel Geld steckt, ist er ein beliebtes Terrain für die politischen Spendensammler. Das englischsprachige Branchenblatt The Art Newspaper hat nun in seiner neuesten Ausgabe Listen von Wahlkampfunterstützern aus dem Kunstbetrieb veröffentlicht. Wie erwartet, ist die Liste der Obama-Unterstützer im Kunstbetrieb sehr viel länger als die der Romney-Spender.

Elizabeth Peyton, die für ihre kleinen, zart gemalten Porträts berühmt ist, hat dem regierenden Präsidenten 25.000 Dollar gespendet – und steht damit an der Spitze der Künstler für Obama. Zu seinen Unterstützern zählen auch die Afroamerikaner Julie Mehretu (10.000 Dollar), Rashid Johnson (5.000 Dollar) und Kara Walker (1.750 Dollar). Robert Longo, dessen Werke für sechs- und siebenstellige Dollarsummen gehandelt werden, hat nur 1.000 Dollar für Obama gegeben.

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Unter den Sammlern, die sich auf die Seite Obamas schlagen, finden sich laut Art Newspaper der Filmproduzent Jeffrey Soros (13.300 Dollar), der Museengründer Eli Broad (71.600 Dollar) und die Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour (ebenfalls 71.600 Dollar). Von den Galeristen haben sich etwa Brent Sikkema (30.000 Dollar) und Marian Goodman (2.000 Dollar) in das Lager Obamas begeben. Die New Yorker Galeristin Paula Cooper, die das Werk von Künstlern wie Sophie Calle, Claes Oldenburg oder Hans Haacke vertritt, organisiert sogar ein glamouröses Benefizdinner für die Wahlkampagne des amtierenden Präsidenten – der Eintritt wird zwischen 1.000 und 2.500 Dollar kosten. Erwartet werden hier etwa Richard Serra, Cindy Sherman und Laurie Anderson. Eigentlich war das Dinner bereits für vergangene Woche angesetzt, wurde dann aber wegen der zu der Documenta-Eröffnung und der Kunstmesse Art Basel reisenden Sammler und Künstler kurzfristig verschoben.

Elizabeth Peyton

Elizabeth Peyton

Spannender als die Liste der Obama-Unterstützer ist allerdings das Ergebnis für den Mormonen Mitt Romney. Wer im Kunstmarkt unterstützt den superreichen Kandidaten der Republikaner, der sich bisher zwar stark für ein Verbot von Homo-Ehen und für eine harte, unnachgiebige Einwanderungspolitik einsetzte, nicht aber für die Kunst?

Es sind die Kunst sammelnden Hedgefonds-Manager, Bankbesitzer und Milliardärserben wie Kenneth Griffin (1.090.800 Dollar), Alice Walton (202.500) oder Charles Schwab (189.100). Zu den Unterstützern Romneys zählt allerdings auch der mächtigste Galerist der Welt: Larry Gagosian. Er betreibt Filialen seiner Galerie auf der ganzen Welt und verkauft dort die Kunst von Pablo Picasso, Roy Lichtenstein und Andy Warhol, die schon mal Dollar-Preise in zweistelliger Millionenhöhe kosten darf. Für Romneys Sieg hat er vergleichsweise popelige 5.000 Dollar investiert. Künstler finden sich auf der Seite der republikanischen Geldgeber übrigens gar nicht.

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Eine Leserempfehlung
  2. Entfernt, da polemisch. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
  3. ... soll der Artikel aber schon sein - oder? Zwischen den Zeilen schwingt doch mit arme Künstler für Obama, reiche Sammler für Romney. Nun sind aber die Künstler alles andere als arm, und das verdanken sie im wesentlichen den reichen Sammlern.

    Ohne dass ich es empirisch belegen kann, gehe ich davon aus, dass Hollywood-Produzenten überwiegend Romney unterstützen, Hollywood-Schauspieler hingegen überwiegend Obama.

    Ist nun 'mal so, hat nix zu sagen.

  4. Liebe Redaktion, warum fühlen Sie sich bemüßigt, bei einigen Spendern die Hautfarbe zu thematisieren? Macht das irgendeinen Unterschied der für's Spenden relevant wäre?

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    Ist mir gar nicht aufgefallen. Vermutlich soll damit Sympathie geweckt werden.
    Und vermutlich soll hiermit "der [Romney] sich bisher zwar stark für ein Verbot von Homo-Ehen und für eine harte, unnachgiebige Einwanderungspolitik einsetzte, nicht aber für die Kunst?" Antipathie geweckt werden.

    [...]

    Dabei frage ich mich hier, was die Leute so für Obama einnimmt. Er ist der schwächste Präsident seit Jimmy Carter.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/au.

    Ist mir gar nicht aufgefallen. Vermutlich soll damit Sympathie geweckt werden.
    Und vermutlich soll hiermit "der [Romney] sich bisher zwar stark für ein Verbot von Homo-Ehen und für eine harte, unnachgiebige Einwanderungspolitik einsetzte, nicht aber für die Kunst?" Antipathie geweckt werden.

    [...]

    Dabei frage ich mich hier, was die Leute so für Obama einnimmt. Er ist der schwächste Präsident seit Jimmy Carter.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/au.

  5. Ist mir gar nicht aufgefallen. Vermutlich soll damit Sympathie geweckt werden.
    Und vermutlich soll hiermit "der [Romney] sich bisher zwar stark für ein Verbot von Homo-Ehen und für eine harte, unnachgiebige Einwanderungspolitik einsetzte, nicht aber für die Kunst?" Antipathie geweckt werden.

    [...]

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    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/au.

    Ich bin mir keiner Unterstellung bewusst. Ich habe lediglich festgestellt, was aus dem Artikel offenkundig hervorgeht ZEITgemäss eben.

    Nichts für ungut und fröhliches löschen.

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  6. 6. [...]

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  7. 7. [...]

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  8. Ich bin mir keiner Unterstellung bewusst. Ich habe lediglich festgestellt, was aus dem Artikel offenkundig hervorgeht ZEITgemäss eben.

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