Ein Familienfoto aus Kenias Westen. Caroline, die Frau auf dem Beifahrersitz, wurde vor 20 Jahren als Kindermädchen angestellt. Die Kinder sind inzwischen groß, mindestens eines von ihnen darf schon Auto fahren. Caroline arbeitet als Hausmädchen weiter für die Familie. Ob sie und die Kinder einander in all den Jahren wirklich nahe gekommen sind? Auf dem Bild des französischen Fotografen Guillaume Bonn sieht es nicht so aus. Die Aufnahme ist Teil der Serie Silent Lives, mit der Bonn gerade den Wettbewerb Popcap für afrikanische Fotografie gewonnen hat, initiiert von der schweizer Internet-Agentur Piclet. Stille Leben zeigt schwarze Hausangestellte in Afrika so, als würden sie eine Art Paralleluniversum bevölkern. Sie teilen den Lebensraum ihrer Arbeitgeber und bleiben doch außen vor: Eine Frau wartet weit abseits der Tafel brav auf ihren Einsatz, eine andere richtet einsam ein opulentes Picknick her, ein Wächter steht allein mit Pfeil und Bogen vor seinem Verschlag. Caroline befindet sich, verglichen mit den meisten ihrer Kollegen, schon fast auf Tuchfühlung zur Familie. Der Eindruck bleibt trotzdem der gleiche: ein Auto, zwei Welten.