StilkolumneGoldbärchen für Goldkinder

Tillmann Prüfer über Kinderschmuck

Teddykette aus Gelbgold von Wempe

Teddykette aus Gelbgold von Wempe

Soll man Kinder schmücken? In anderen Kulturen ist das gar keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit. Seit Jahrhunderten legen Mütter in Kambodscha ihren Kindern silberne Fußkettchen mit Glöckchen um den Knöchel. Diese sollen böse Geister fernhalten und außerdem durch das klingelnde Geräusch darauf aufmerksam machen, wenn sich das Kind fortbewegt. Und in Italien gibt es seit dem Mittelalter den Brauch, Neugeborenen und kleinen Kindern eine Kette mit einem Anhänger aus Koralle zu schenken, um den bösen Blick abzuwenden und das Kind zu beschützen. Auf italienischen Gemälden des Mittelalters ist sogar das Jesuskind mit einer Korallenkette um den Hals abgebildet. Solche Anhänger, corno genannt, werden heute noch als Glücksbringer verschenkt. Früher sollte Kinderschmuck den Kleinen Glück bringen, denn Glück konnten sie gebrauchen. Es war keine Seltenheit, dass Kinder ihren ersten Geburtstag nicht erlebten.

Auch später wurde Kindern noch Schmuck angelegt – nicht zum Überleben, sondern damit sie den Status ihrer Eltern ausstellen konnten. Erst als man begann, Kinder als kleine Erwachsene anzusehen, gab man ihnen Spielzeug in die Hand und keinen Schmuck. Bis auf kleine Gaben wie etwa Taufkettchen ist der Schmuck für das Kind heute verschwunden. Seitdem werden weniger Goldringe verschluckt und Kettchen zerbissen. Und Kinder fädeln sich ihre Ketten selbst aus Holzperlen.

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Nun allerdings ist der Kinderschmuck zurück. Zunächst waren es die Kinder von Superreichen, Jennifer Lopez etwa schenkte ihren neugeborenen Zwillingen jeweils eine Rassel mit Diamanten. Aber auch für weniger Geld gibt es mittlerweile Schmuck für die Kleinen. Zum Beispiel einen Schnullerring mit Silberteddy von Wempe, eine Kette mit Bärchen von Pomellato oder eine silberne Häschenrassel von Chopard.

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Natürlich geht es hierbei darum, aus Kindern Königskinder zu machen, ähnlich der Prinzessin mit der goldenen Kugel im Märchen vom Froschkönig. Aber man möchte dem Kind auch etwas Bleibendes schenken, von dem es noch nach dem Babyalter etwas hat. Außerdem ist so eine Silberrassel sehr gesund. Edelmetall sondert nämlich keine Schadstoffe ab, davon hat das Kind sofort etwas.

 
Leserkommentare
  1. sich Schmuck selbst basteln und das Ergebnis dann tragen, ok.
    Fertigen Kinderschmuck empfinde ich als überflüssig und nicht hilfreich für eine normale Entwicklung-

    die Kinder sind ja auch nicht sicher bei Millionärseltern, denn ein Vermögen kann sich nach zehn Jahren auch auflösen, die anerzogenen Extras der Kinder bleiben hängen.

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    • Varech
    • 18.06.2012 um 22:49 Uhr

    ... mit einer "Antwort". Ihr Kommentar könnte durchaus Satire sein.

    Kinder vorbeugend (irgendwann könnten die Eltern kein Geld mehr haben) zusammenzustutzen, ist nicht nur nicht hilfreich für eine "normale" Entwicklung, es behindert jede Entwicklung.
    Und "in 10 Jahren"? - Wehe, wenn sie losgelassen!

    • Varech
    • 18.06.2012 um 22:49 Uhr

    ... mit einer "Antwort". Ihr Kommentar könnte durchaus Satire sein.

    Kinder vorbeugend (irgendwann könnten die Eltern kein Geld mehr haben) zusammenzustutzen, ist nicht nur nicht hilfreich für eine "normale" Entwicklung, es behindert jede Entwicklung.
    Und "in 10 Jahren"? - Wehe, wenn sie losgelassen!

  2. wir haben einen Beißring mit Silberente zum Rasseln bekommen und das Kind hat es gern genutzt.

    Dazu muss man aber weder Millionär noch Popstar sein. Es ist nur eine Frage, ob man es mag.

    Dass das Entchen oder das Babyarmband oder sonstiges die "normale Entwicklung" eines Kindes behindern, wage ich stark zu bezweifeln. Bei all diesen Dingen geht es nicht um "Vermögen", dass sich mehren ließe oder auflöst. Es sind Andenken und schön anzuschauende Dinge, die man einem Kind schenkt. Nicht mehr und nicht weniger.

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

  4. Zitat:....Erst als man begann, Kinder als kleine Erwachsene anzusehen, gab man ihnen Spielzeug in die Hand und keinen Schmuck.
    #####
    Sagt wenigstens mein Geschichts-,Soziologie- und Sprachverständnis:-))
    .
    Gruesse
    Sikasuu

    • kascho
    • 18.06.2012 um 22:29 Uhr
    5. Nutzen

    Ich habe zur Geburt einen Beißring mit silberner Kaninchen-Rassel von meiner Großmutter bekommen. Heute nutze ich ihn als Schlüsselanhänger.

    • Varech
    • 18.06.2012 um 22:49 Uhr

    ... mit einer "Antwort". Ihr Kommentar könnte durchaus Satire sein.

    Kinder vorbeugend (irgendwann könnten die Eltern kein Geld mehr haben) zusammenzustutzen, ist nicht nur nicht hilfreich für eine "normale" Entwicklung, es behindert jede Entwicklung.
    Und "in 10 Jahren"? - Wehe, wenn sie losgelassen!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "wenn die Kinder"
  5. Ach wie gut, dass sich der Autor Sorgen um die Kinder der Anderen macht.

    Und Schmuck == Millionärshaushalte ?

    Da sieht man mal wieder wie wenig Ahnung manch einer von realem Schmuck hat.

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