Westliche Linkshänder haben oft Probleme mit dem Schreiben, insbesondere wenn sie einen Füller benutzen. Die schreibende Hand droht das gerade Geschriebene zu verschmieren, deshalb schreiben viele Linkshänder mit einer "Krallenhaltung".

Die arabische Schrift wird, anders als unsere, von rechts nach links geschrieben. Linkshänder in arabischen Ländern haben es also leichter – trotzdem gibt es dort nicht mehr von ihnen als in westlichen Staaten. Die Händigkeit ist eine genetisch bedingte Präferenz, und es ist noch nicht vollständig erklärt, warum weltweit etwa 90 Prozent der Menschen als Rechtshänder geboren werden.

Auch in der arabischen Kultur gibt es eine Geringschätzung der linken Hand. Sie wird zur Körperhygiene eingesetzt und gilt daher als "unrein". Essen zum Beispiel darf man nur mit rechts. Beim Schreiben dagegen ist man toleranter.

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Woher kommt dann die Schreibrichtung im Arabischen oder auch im Hebräischen? Früher wurde nicht mit Füller geschrieben – meißelt oder ritzt man Buchstaben in Stein oder Tontafeln, ist die Richtung nicht so wichtig. Auch Griechen und Römer schrieben früher manchmal von rechts nach links oder wechselten die Richtung mit jeder Zeile. Erst um 500 vor Christus setzte sich in Europa die heutige Schreibrichtung durch.

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