Katholische KircheDiskrete Monarchie

Alle Welt kritisiert den Zustand des Vatikans. Aber wie funktioniert er eigentlich?

Als Alois Glück den Papst verteidigen wollte, versprach er sich. Aber sein unfreiwilliger Satz enthielt viel Wahrheit. Der oberste katholische Laie in Deutschland und frühere Landtagspräsident Bayerns wollte seinem Landsmann, Benedikt XVI., beispringen. Als Politiker und Journalisten vor neun Monaten dessen Auftritt im Bundestag kritisierten, hielt Glück ihnen entgegen: »Der Papst ist das Staatsoberhaupt der katholischen Kirche!« Ist die Kirche neuerdings ein Staat? Der Satz beschrieb in seinem Widerspruch überraschend genau das Machtzentrum des Katholizismus. Und er deutete das Spiel an, das sich in der Zentrale der Weltkirche vollzieht: Der Vatikan will mehr sein als eine Kirche, jedenfalls mehr als Konfession, und mehr als nur ein Staat. Der Vatikan versteht sich als der Ort, der die Idee des christlichen Abendlandes durch die Zeit trägt. Mit der Hoffnung, dass sie lebt, solange es ihn gibt. Vielleicht ist er deshalb oft so konservativ, so ängstlich und so verschwiegen.

Auf dem vatikanischen Hügel nordwestlich der Tore des antiken Roms fühlt man sich immer noch als Zentrum des christlichen Universums, eines Gesamtkonzeptes aus Religion, Politik und Recht. Der Vatikan ist das in Dikasterien, Räte und Gerichte gegossene Welterklärungsmodell des Kirchenlehrers Thomas von Aquin, in dem der Glaube wie ein Sternenhimmel die Natur überdacht und erhellt, sich mit ihr verbindet und sie adelt. Geht diese Idee mit den Enthüllungen von Vatileaks zu Ende, unter einem Papst, der ihr mit Scharfsinn, Frömmigkeit und Traditionalismus zu neuem Glanz verhelfen wollte?

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Die Kirche scheint in diesen Tagen in Gefahr. Und die gefühlte Gefahr ist vielleicht auch der Grund für die Häme und das Entsetzen, mit dem die westliche Welt ein paar Indiskretionen in einem Zwergstaat mitten in Italien verfolgt. Ein Säureanschlag auf die Ikone einer vielleicht schon untergegangenen Idee. Und weil der Anschlag aus dem Vatikan selber kommt, ist es, als hätten die Attentäter die Rückseite des Bildes bespritzt, und die Säure fräße sich durch die Leinwand und zerstörte die Gesichter an der Oberfläche.

Bisher hatte der Vatikan es verstanden, politische Symbole dieser alten Idee zu pflegen. So etwa besitzt er den ältesten diplomatischen Dienst der Welt. Daher ist der Nuntius des Heiligen Stuhls in vielen Staaten, vor allem denen mit katholischer Mehrheit, der Doyen des diplomatischen Korps. Bei der Reform der Vereinten Nationen 2004 erhandelte sich der Heilige Stuhl das Recht, in den Jahresvollversammlungen in die Diskussionen einzugreifen, ohne dass er die Zustimmung der Staaten einholen muss.

Für die, die es genau mögen: Im Kirchen- und Völkerrecht sind der Heilige Stuhl und der Papst identisch. Anders als Regierungs- oder Staatschefs, die ein Völkerrechtssubjekt nur repräsentieren, ist der Papst als einzige natürliche Person der Welt selber eins, solange er sein Amt innehat. Die Vatikanstadt, der kleinste Staat der Welt und deren letzte absolute Monarchie, steht unter der Autorität des Heiligen Stuhls. Deshalb spricht der Papst vor den Vereinten Nationen oder auf Staatsbesuchen nicht bloß als Regent eines anachronistischen Halbquadratkilometerstaates, sondern als Oberhaupt der mehr als eine Milliarde Katholiken, der größten Gemeinschaft der Erde. Sie ist mehr als eine Glaubensgemeinschaft. Und der winzige Staat in Italien gehört zum Bild, als ihr sichtbares Zentrum, mit eigenen Gendarmen, hellebardenbewehrten Schweizergardisten, einer Münze, Banken, mit Gerichten und selbst einem Gefängnis. Die Kirche schafft sich ihre eigene Welt. Der Vatikan als zentrale Verwaltung der globalen Kirche entstand am Ende des 16. Jahrhunderts, als eine Antwort Roms auf die Reformation, die den Anspruch des Papstes bestritt. Der Vatikan sollte den Angriff des Protestantismus abwehren, der den Katholizismus schließlich von der allein selig machenden Kirche zur Konfession herabstufte.

Weil die katholische Kirche eigentlich mehr sein will als eine Kirche oder eine Religion unter vielen, hat sie sich erst im Zweiten Vatikanischen Konzil zur Vielfalt der Glaubensüberzeugungen und damit zu Religionsfreiheit und Menschenrechten bekannt. Vorher galt der Grundsatz Thomas von Aquins: »Glauben anzunehmen ist ein Akt der Freiheit; ihn zu behalten ein Akt der Notwendigkeit.« Nur die Piusbrüder sind heute noch dieser Überzeugung und verteidigen den alten Anspruch der katholischen Kirche, dass allein die von ihr verkündete Wahrheit das Recht auf öffentliche Ausbreitung hat. Vielleicht liegt darin der Grund für die Sympathien, die die Piusbrüder selbst in Teilen des Vatikans genießen.

Der zweite Mann nach dem Papst ist im Vatikan der Kardinalstaatssekretär. 1984 übertrug Johannes Paul II. dem damaligen Amtsinhaber Agostino Casaroli alle weltliche Macht. Damit wurde das Ministerpräsidentenamt des Vatikans noch gewichtiger, als es bisher schon war. Casaroli selber allerdings sah sich zugleich düpiert: Ein Dekret der Glaubenskongregation unter ihrem Präfekten Joseph Ratzinger formulierte eine scharfe Absage an den Marxismus und damit an die Befreiungstheologie. Casaroli bewertete sie freundlicher.

Der Staatssekretär ist Mitglied der wichtigsten Behörden. Er entscheidet mit über Glaubensfragen, Bischofsberufungen und Universitätspolitik. Er beruft Versammlungen der Präfekten und Präsidenten ein. Zweimal in der Woche trifft er den Papst. Er hat das letzte Wort über alles, was keine Glaubensfrage ist, sei es das Schicksal des Chefs der Vatikanbank, sei es die Berufung und Versetzung von Nuntien, also der 180 Botschafter des Vatikans. Üblicherweise besetzen politisch versierte Diplomaten das Amt. Benedikt machte eine Ausnahme und berief 2006 einen Seiteneinsteiger: den früheren Sekretär der Glaubenskongregation Tarcisio Bertone, also seinen engsten Mitarbeiter als Präfekt dieser Vatikanbehörde. Und vergrößerte dessen Macht noch: 2007 übernahm Bertone als Kardinalkämmerer auch die Führung der Apostolischen Kammer, der päpstlichen Finanzverwaltung. Jetzt führt er die Aufsicht über die Budgets des Papstes und über zwei Vatikanbanken. Schon 2006 fragten sich Kommentatoren, ob sich die Politiker des Vatikans eine solche Entmachtung gefallen lassen würden.

Denn schon durch seine Wahl zum Papst 2005 hatte Benedikt eine jahrelange Konkurrenz mit dem mächtigen Staatssekretär Angelo Sodano für sich entschieden. Joseph Ratzinger, der profunde Theologe, etablierte sich schnell als wichtigster Ratgeber Johannes Pauls II. und machte den Staatssekretären den Rang streitig. Sodano wurde von Amts wegen regelmäßig vom Papst empfangen, Ratzinger, weil der Papst ihm vertraute. Im öffentlichen Ansehen überflügelte der bayerische Asket den barocken Piemonteser. Und regierte in dessen Zuständigkeit hinein. Vor zwölf Jahren zwang Ratzinger die deutschen Bischöfe zum Ausstieg aus der Schwangerschaftskonfliktberatung. Vor elf Jahren zog er die Zuständigkeit für Missbrauch, den Sodano allzu nachsichtig behandelte, an die Glaubenskongregation. Vor zehn Jahren belehrte Ratzinger katholische Politiker, eigentlich dürften sie in Fragen des Lebens keine Kompromisse schließen. 2006, der neue Papst war ein Jahr im Amt, musste Sodano gehen.

Auch theologisch räumte Ratzinger auf. Im Jahr 2000 beendete er mit der Publikation Dominus Jesus die bisherige Ökumene mit Protestanten. Im Jahr darauf verpflichtete er die Bischofskonferenzen, ihm alle Übersetzungen von liturgischen Büchern und Texten zur Genehmigung vorzulegen. Das bedeutete in Deutschland das Aus für die Einheitsübersetzung der Bibel. Die Protestanten waren an dem Projekt beteiligt. Und sie verweigerten sich der römischen Reglementierung.

Als Papst, sagen Beobachter, steuert Benedikt auch heute noch seine alte Glaubenskongregation mit ihren 30 Mitgliedern fern. Ihr neuer Präfekt und der Nachfolger Ratzingers in diesem Amt, der Amerikaner William Levada, konnte und sollte wohl auch keine eigenen Akzente setzen. Bis heute verweigert er Interviews. Und er möchte in diesem Jahr seinen Dienst beenden, hat er dem Papst mitgeteilt.

Die abgestufte Hierarchie zweier Behörden ist unter Benedikt jedenfalls aufgelöst. Das macht Menschen mächtiger, die in keinem Organigramm auftauchen. Etwa Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein. Es heißt, der Mann kontrolliere mittlerweile die Zugänge zum Papst. Vatikanbesucher berichten, er trete mit einem Selbstbewusstsein auf, das seiner protokollarischen Stellung in keiner Weise entspreche. Eine Reihe von Briefen, die durch Vatileaks ans Licht der Öffentlichkeit gelangten, sind direkt an ihn gerichtet, nicht an Bertone, der eigentlich zuständig war.

Benedikts Agenda besteht in einer stringent theologisch bestimmten geistlichen Leitung der Kirche. Seine Ziele sind die Aufhebung von Reformen, die Stärkung des Klerus und die Aussöhnung mit den Piusbrüdern am rechten Rand der Kirche. Strukturelle Erneuerung ist nicht seine Sache. 2009 berief er seinen Vertrauten Ettore Gotti Tedeschi an die Spitze der skandalträchtigen Vatikanbank, der seit Jahrzehnten Kontakte zur Mafia nachgesagt werden. 2010 geriet Tedeschi selber unter den Verdacht der Geldwäsche. Daraufhin erließ Benedikt ein Maßnahmenpaket für saubere Finanztransaktionen. In den letzten Wochen entzog die inzwischen gebildete Aufsichtsbehörde Tedeschi das Vertrauen. Keine Entlastung bedeutet Entlassung. Es kam zu der absurden Situation, dass der Papstvertraute Bertone den Papstvertrauten Tedeschi feuerte.

Schon 2007 misslang Benedikt der zaghafte Versuch, die Zahl der damals elf Päpstlichen Räte zu verringern und vier davon zu zweien zusammenzulegen. Einen zwölften Rat, den zur Förderung der Neuevangelisierung, hat er 2010 selbst errichtet. In den Räten, die protokollarisch unter den Kongregationen stehen, werden Laien, Migranten, Krankenhausseelsorge und die Ökumene verwaltet. Doch auf dieser Ebene zeigt die Kurie auch ihre Wandlungsfähigkeit. 1928 hatte Papst Pius XI. in der Enzyklika Mortalium Animos sich selber und der übrigen Kirche jeden Kontakt zu anderen Kirchen untersagt. Eine Generation später, 1960, gründete Johannes XXIII. den heutigen Ökumene-Rat und knüpfte genau die Kontakte an, die sein Vorvorgänger als Verrat an der Wahrheit gebrandmarkt hatte.

Benedikt aber sieht auch diese Reform kritisch. Bei seinem Deutschlandbesuch im vergangenen September verweigerte er der evangelischen Kirche weitere theologische Dialoge. Ökumene, sagte er, wachse nicht durch Kompromisse und Verhandlungen. Damit gebrauchte er Wendungen aus der alten, rückwärtsgewandten Enzyklika von 1928.

Der Theologe auf dem Papstthron antwortet mit Erstarrung auf die Umbrüche seiner Zeit. Für jene Reformen, die sowohl die Kritiker als auch die Freunde der diskreten Monarchie für überfällig halten, muss die Kirche auf ihr nächstes Staatsoberhaupt warten.

 
Leserkommentare
  1. Zum Artikel von Wolfgang Thielmann passt eine Meldung [1] des Ppstillons sehr gut.
    Danach will eine derzeit entstehende Demokratiebewegung im letzten Gottesstaat Europas Fuss fassen. Allerdings gesteht der Artikel im Fazit, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Demonstranten auf verlorenem Posten stehen.Wozu auch beiträgt, dass 10% der Einwohnerschaft zur Armee gehört.

    [1] http://www.der-postillon....

  2. Selbstverständlich ist der Vatikan ein Staat. Er verfügt über ein Staatsterritorium, ein Staatsoberhaupt, eine Regierung, eine Judikative, gibt für seine Staatsbürger Pässe heraus, unterhält diplomatische Beziehungen zu fast allen anderen Staaten der Welt, besitzt das Herausgaberecht für Zahlungsmittel und Postwertzeichen, hat Rundfunk- und Fernsehanstalten, Zeitungen, ...
    Der Vatikan ist lediglich nicht in der UNO vertreten. Aber das galt bis vor einiger Zeit auch für die Schweiz und Liechtenstein - und bis 1973 für beide Teile unseres seinerzeit getrennten Vaterlands.
    Noch ein bemerkenswertes PS: Der Vatikan hat KEINE Staatsreligion!

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    Dann ist es Zufall, dass 100% der Einwohner des Vatikans Katholiken sind? Oder was wollen Sie uns damit sagen?

    • Spez
    • 25.06.2012 um 12:02 Uhr

    aber wie sie im Artikel entnehmen konnten, ist es der heilige Stuhl und somit der Papst, jedoch ohne Stimmrecht.

    Dann ist es Zufall, dass 100% der Einwohner des Vatikans Katholiken sind? Oder was wollen Sie uns damit sagen?

    • Spez
    • 25.06.2012 um 12:02 Uhr

    aber wie sie im Artikel entnehmen konnten, ist es der heilige Stuhl und somit der Papst, jedoch ohne Stimmrecht.

  3. Der Vatikan ist nun mal eine absolutistische Monarchie - wie Deutschland, Österreich, Frankreich.... bis in das 20. Jh. Mit dem Unterschied, die Kinder des Papstes keinen Anspruch auf Nachfolge haben (sollte es welche geben) - woran sich man auch in der Renaissance gehalten hatte.

    Dass den sogenannten Demokratiefetischisten die Argumente ausgehen, trotzt "Demokratie" in Deutschland oder in der EU, wird nichts helfen, den Vatikan anzuschwärzen.

    Die Staats und Regierungsform im Vatikan scheint die richtige zu sein, um den Glauben von mehr als einer Milliarde Menschen und die Politik die daraus entsteht, miteinander zu verbinden.

    Ob diese Form "Demokratiekonform" ist oder nicht, wird die Zukunft zeigen.

    3 Leserempfehlungen
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    keines dieser von Ihnen genannten Laender war eine absolute Monarchie bis in das 20. Jahrhundert.
    Frankreich war ein Republik mit Praesident, Parlament und Wahlen etc.
    Deutschland und Oesterreich waren zwar Monarchien, aber keine absoluten. Es gab Verfassungen die die Rechte des Monarchen einschraenkten (also Monarchie nicht absolut). Es gab Wahlen in Deutschland zum Reichstag und dieser Reichstag hatte auch tatsaechliche Macht (z.B. das Budgetrecht)

    "...woran sich man auch in der Renaissance gehalten hatte."

    Wenigstens das. Päpste haben Frauen und Kinder gehabt, Kriege geführt, Reichtümer angehäuft, Verwandte in kirchliche Ämter geschafft - aber wenigstens ist kein Papstsohn dem Vater auf den Thron gefolgt.

    "...den sogenannten Demokratiefetischisten..."

    Meinen Sie damit diejenigen, die für die Freiheit, Würde und Selbstbestimmung des Menschen eintreten?

    "...trotzt "Demokratie" in Deutschland oder in der EU,..."

    Und ein Papst oder anderer Monarch könnte das Ganze in den Griff bekommen? Wie gut der Vatikan mit wirtschaftlichen Dingen umgehen kann, wissen wir ja spätestens seit den Vorkommnissen um die Banca Ambrosiano...

    "...um den Glauben von mehr als einer Milliarde Menschen und die Politik die daraus entsteht, miteinander zu verbinden..."

    Keineswegs. Der Papst schließt durch sein Vorhandensein schon Milliarden von Christinnen und Christen - abgesehen von all den anderen Glaubenden - aus. Oder bezeichnen Sie nur Katholiken als Glaubende?

    Nein, durch seinen Exklusivitätsanspruch fördert der Papst das Gegen-, nicht das Miteinander in der Welt.

    Ob diese Form "Demokratiekonform" ist oder nicht, wird die Zukunft zeigen.

    Meinen Sie mit Demo

    keines dieser von Ihnen genannten Laender war eine absolute Monarchie bis in das 20. Jahrhundert.
    Frankreich war ein Republik mit Praesident, Parlament und Wahlen etc.
    Deutschland und Oesterreich waren zwar Monarchien, aber keine absoluten. Es gab Verfassungen die die Rechte des Monarchen einschraenkten (also Monarchie nicht absolut). Es gab Wahlen in Deutschland zum Reichstag und dieser Reichstag hatte auch tatsaechliche Macht (z.B. das Budgetrecht)

    "...woran sich man auch in der Renaissance gehalten hatte."

    Wenigstens das. Päpste haben Frauen und Kinder gehabt, Kriege geführt, Reichtümer angehäuft, Verwandte in kirchliche Ämter geschafft - aber wenigstens ist kein Papstsohn dem Vater auf den Thron gefolgt.

    "...den sogenannten Demokratiefetischisten..."

    Meinen Sie damit diejenigen, die für die Freiheit, Würde und Selbstbestimmung des Menschen eintreten?

    "...trotzt "Demokratie" in Deutschland oder in der EU,..."

    Und ein Papst oder anderer Monarch könnte das Ganze in den Griff bekommen? Wie gut der Vatikan mit wirtschaftlichen Dingen umgehen kann, wissen wir ja spätestens seit den Vorkommnissen um die Banca Ambrosiano...

    "...um den Glauben von mehr als einer Milliarde Menschen und die Politik die daraus entsteht, miteinander zu verbinden..."

    Keineswegs. Der Papst schließt durch sein Vorhandensein schon Milliarden von Christinnen und Christen - abgesehen von all den anderen Glaubenden - aus. Oder bezeichnen Sie nur Katholiken als Glaubende?

    Nein, durch seinen Exklusivitätsanspruch fördert der Papst das Gegen-, nicht das Miteinander in der Welt.

    Ob diese Form "Demokratiekonform" ist oder nicht, wird die Zukunft zeigen.

    Meinen Sie mit Demo

  4. Dann ist es Zufall, dass 100% der Einwohner des Vatikans Katholiken sind? Oder was wollen Sie uns damit sagen?

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    Das bedeutet, dass alle vatikanische Staatsbürger, die ihre Staatsbürgerschaft nicht auf Grund ihres Dienstes oder Aufgaben haben, auch dann ihre Staatsbürgerschaft behalten können, wenn sie Muslime, Protestanten, Orthodoxen ... werden, oder ganz einfach aus der Kirche austreten. Sie werden nicht gesteinigt, ihre Kehle wird nicht durchgeschnitten und sie werden per Gesetz nicht staatenlos.

    Dass die 832 Einwohner von Vatikan zur Zeit alle katholisch sind, könnte man nur dem Zufall verdanken. So wie man es dem Zufall verdanken muss, dass alle katholische Bischöfe in Deutschland tatsächlich katholisch sind;-))

    Das bedeutet, dass alle vatikanische Staatsbürger, die ihre Staatsbürgerschaft nicht auf Grund ihres Dienstes oder Aufgaben haben, auch dann ihre Staatsbürgerschaft behalten können, wenn sie Muslime, Protestanten, Orthodoxen ... werden, oder ganz einfach aus der Kirche austreten. Sie werden nicht gesteinigt, ihre Kehle wird nicht durchgeschnitten und sie werden per Gesetz nicht staatenlos.

    Dass die 832 Einwohner von Vatikan zur Zeit alle katholisch sind, könnte man nur dem Zufall verdanken. So wie man es dem Zufall verdanken muss, dass alle katholische Bischöfe in Deutschland tatsächlich katholisch sind;-))

  5. Selbstverständlich ist der Vatikan ein Staat und dazu noch der kleinste unserer Erde.
    Der Staat ist klein der Glaube aber groß.

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    • keibe
    • 24.06.2012 um 19:23 Uhr

    Weiß Jemand, wo man in diesem riesigen "Halbquadratkilometerstaat" das Einwohnermeldeamt findet, welche Einwanderungsbedingungen zu beachten sind und ob es Integrationskurse für Zuwanderer gibt?

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  6. Das bedeutet, dass alle vatikanische Staatsbürger, die ihre Staatsbürgerschaft nicht auf Grund ihres Dienstes oder Aufgaben haben, auch dann ihre Staatsbürgerschaft behalten können, wenn sie Muslime, Protestanten, Orthodoxen ... werden, oder ganz einfach aus der Kirche austreten. Sie werden nicht gesteinigt, ihre Kehle wird nicht durchgeschnitten und sie werden per Gesetz nicht staatenlos.

    Dass die 832 Einwohner von Vatikan zur Zeit alle katholisch sind, könnte man nur dem Zufall verdanken. So wie man es dem Zufall verdanken muss, dass alle katholische Bischöfe in Deutschland tatsächlich katholisch sind;-))

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    wie man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Staatsbürgerschaft nachlesen kann, ist die Staatsbürgerschaft des Vatikan funktionsgebunden und akkumulierbar. Sprich: wenn man -z.B.- aus der Schweizer Garde ausscheidet, verliert man die vatikanische Staatsbürgerschaft. Was Konvertierungen angeht, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Zentrale da kulanter ist als ihre Filialen vor Ort.

    wie man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanische_Staatsbürgerschaft nachlesen kann, ist die Staatsbürgerschaft des Vatikan funktionsgebunden und akkumulierbar. Sprich: wenn man -z.B.- aus der Schweizer Garde ausscheidet, verliert man die vatikanische Staatsbürgerschaft. Was Konvertierungen angeht, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Zentrale da kulanter ist als ihre Filialen vor Ort.

  7. dann gäbe es den Kirchenstaat nicht mehr. Denn die konstantinische Schenkung ist eine Fälschung und somit gibt es keinen historischen Anspruch auf einen Kirchenstaat. Der Vatikan erhält aber seine völkerrechtliche Anerkennung durch Verträge mit Einzelstaaten (Konkordate, z.B. 20.07.1933) oder den Lateranvertrag von 1929. Würden die Staaten auf solche Verträge verzichten, dann hätte die katholische Kirche ein gravierendes Probleme hinsichtlich des Staatsrechts.
    Zur theologischen Begründung des Kirchenstaates sieht es noch problematischer aus. Aus rein theologischen Gründen gibt es nur eine einzige Bibelstelle (Matthäus 18,16) die "Felsstelle". Nur hält diese einem synoptischen Vergleich kaum stand, da der Begriff Ekklesia nur an dieser Stelle in den vier Evangelien vorkommt und womöglich erst Jahrzehnte (Matthäus ist um das Jahr 75 n. Chr. geschrieben, die Stelle wurde wohl um das Jahr 100 hinzugefügt, vielleicht auch noch später) später eingefügt wurde. Aus dieser Stelle geht aber keine ausreichende theologische Legitimation für ein Papsttum hervor, sondern ist lediglich eine Übertragung der Gemeinschaft von Jesus Christus auf Petrus. In der weiteren Geschichte wurde das Papsttum zum Selbstläufer und wurde z.B. vom Kirchenvater Augustinus als höher und wichtiger betrachtet als die Bibel selbst. Die katholische Kirche lebt als ohne ausreichende theologische Legitimation, sondern erhält seine Legitimation durch die Instution selbst.

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    ...wurde die konstantinische Schenkung NACH der pippinischen Schenkung "angefertigt".
    Der Vatikan hätte damit eine völkerrechtliche Legitimation.

    Ich kann mich natürlich auch irren...:-)

    ...wurde die konstantinische Schenkung NACH der pippinischen Schenkung "angefertigt".
    Der Vatikan hätte damit eine völkerrechtliche Legitimation.

    Ich kann mich natürlich auch irren...:-)

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