WochenmarktEs ist Erbsenzeit

Der Künstler Michael Riedel erinnert sich an eines der ersten Gerichte, das in seiner Frankfurter Freitagsküche gekocht wurde: Tintenfisch mit frischen Erbsen und Tomate.

Michael Riedel ist ein Künstler, der sich mit den Themen Reproduktion und Wiederholung befasst. Das tun heute die meisten Künstler, aber bei Riedel sieht die Beschäftigung mit diesen Themen so aus, dass er vor acht Jahren mit seinem alten Freund Thomas Friemel eine Art Restaurant aufgemacht hat, die Freitagsküche in Frankfurt. Worum sonst geht es beim Kochen, wenn nicht um Reproduktion und Wiederholung? Künstler und andere Kulturschaffende kochen freitags abends für die Leute, die an langen Tischen sitzen. Es wurde manchmal einer von Riedels »Filmed Films« gezeigt – er zeichnete zwischen 1999 und 2002 in Kinos über 90 Filme auf, sozusagen als Pirat avant la lettre. Manchmal tritt auch ein rockender Balletttänzer auf.

Gerade eröffnet in der Frankfurter Schirn die erste Retrospektive, die Michael Riedel gewidmet ist. Sie heißt Kunste zur Text, ein Spiel mit dem Zeitschriftentitel Texte zur Kunst und also ein schöner Flachwitz für Kunstkenner, die sonst ja lieber wissend schmunzeln, als sich auf den Schenkel zu klopfen. Für uns erinnert Riedel sich an eines der ersten Gerichte, das in der Freitagsküche gekocht wurde, von Giovanna, Italienerin und damals Studentin an der Städelschule.

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Die Kalmare werden ausgenommen: Die Eingeweide und den Kopf zieht man an den Tentakeln aus der Tube. Bei größeren Exemplaren sollte man noch die Haut ablösen. In jedem Fall entfernt man das Kalkblatt. Es ist leicht zu finden, wenn man die Innenseite des Kalmars abtastet. Jetzt werden die Kalmare noch mal unter fließendes Wasser gehalten, trocken getupft und dann in nicht zu dünne Ringe geschnitten.

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Die Zwiebeln werden in Öl angeschwitzt. Etwas Zucker wird hinzugegeben, ebenso wie der Knoblauch, die Petersilie (ein bisschen für den Schluss aufbewahren) und schließlich die Tomaten. Das Ganze köchelt nun 10 Minuten vor sich hin. Dann kommen die Kalmare mit etwas Salz und Pfeffer hinzu. So kocht alles weitere 35 Minuten. Zum Schluss werden die von der Schote befreiten frischen Erbsen dazugegeben – sie sollten nicht verkochen. Die Kalmarringe sind gar, wenn sie sich mit einer Gabel einstechen lassen. Dann wird mit Pfeffer und Salz noch mal abgeschmeckt und Petersilie darübergegeben. Italienisches Weißbrot passt am besten dazu, gern die großen Brote aus Apulien. Baguette geht, Pasta auch. Parmesan geht nicht.

Tintenfisch mit frischen Erbsen und Tomaten

1 kg Kalmare
2 Zwiebeln (gewürfelt)
Olivenöl
etwas Zucker
1–2 Knoblauchzehen (fein geschnitten)
2–3 EL glatte Petersilie (gehackt)
500 g gehackte Tomaten oder gute Dosentomaten mit Saft
Salz
schwarzer Pfeffer
1 kg frische Erbsenschoten

 
Leserkommentare
  1. Wenn ich schon die fettige Soße sehe wird mir schlecht. Tintenfisch damit ersäuft paar Erbsen rumdrappiert und fertig...

    Naja...

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    Fettig muss die Soße nicht sein, das hängt ganz von der Menge des verwendeten Olivenöls ab, und die wird ja nicht verraten. Ebenfalls nicht verraten wird in dem Rezept, wie viele Menschen mit einem Kilo Kalamaren, einem Kilo Erbsen und 500 Gramm Tomaten gesättigt werden können. Es dürften ziemlich viele sein. Und wer Tomaten nicht mag, der kann sie ja auch weglassen.

    Fettig muss die Soße nicht sein, das hängt ganz von der Menge des verwendeten Olivenöls ab, und die wird ja nicht verraten. Ebenfalls nicht verraten wird in dem Rezept, wie viele Menschen mit einem Kilo Kalamaren, einem Kilo Erbsen und 500 Gramm Tomaten gesättigt werden können. Es dürften ziemlich viele sein. Und wer Tomaten nicht mag, der kann sie ja auch weglassen.

  2. Fettig muss die Soße nicht sein, das hängt ganz von der Menge des verwendeten Olivenöls ab, und die wird ja nicht verraten. Ebenfalls nicht verraten wird in dem Rezept, wie viele Menschen mit einem Kilo Kalamaren, einem Kilo Erbsen und 500 Gramm Tomaten gesättigt werden können. Es dürften ziemlich viele sein. Und wer Tomaten nicht mag, der kann sie ja auch weglassen.

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  • Serie Wochenmarkt
  • Quelle ZEITmagazin, 14.6.2012 Nr. 25
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  • Schlagworte Apulien | Brot | Kino | Künstler | Retrospektive
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