Maria Fekter: "Ach, die Maria!"
Mitten in der Euro-Krise verprellt Finanzministerin Maria Fekter reihum ihre europäischen Kollegen. Mittlerweile verursachen ihre Sprüche richtigen Schaden.
Sie hatte ja die besten Absichten und gelobte auch Besserung, als sie überraschend in ein neues Betätigungsfeld befördert wurde. Der raue Ton ihrer bisherigen Wirkungsstätte (»die Kieberei«, sprich: das Innenressort), bekannte sie, sei nun nicht mehr angebracht auf dem europäischen Finanzparkett, auf dem sie künftig aufzutreten gedenke. Maria Fekter, 56, das gegenwärtig markanteste Gesicht in der ÖVP-Regierungsmannschaft, darf allerdings nicht so genau beim Wort genommen werden, das wissen alle, die es bislang in der Politik mit der Kiesgruben-Unternehmerin aus Attnang-Puchheim zu tun bekamen – in Parlamentsdebatten, in Untersuchungsausschüssen, an Verhandlungstischen. Da blafft sie mit schneidender Stimme gnadenlos jeden Kontrahenten nieder. Das empörte mitunter, bereicherte aber die Innenpolitik zugleich um kabarettistische Schmuckstücke.
Seitdem sie allerdings routinemäßig im illustren Kreis der schwer bedrängten Euro-Hüter verkehrt, gilt die Oberösterreicherin als europäischer Störfall. In nur 13 Monaten verprellte sie mehr Staatsmänner als der bisherige Rekordhalter Jörg Haider zeit seines Wirkens. In Paris, Rom und Berlin ist die konservative Austerity-Prophetin ein rotes Tuch. In Brüssel werde sie laut Süddeutscher Zeitung »Hexe aus dem Süden« genannt, »la lingua lascia« heißt sie in Italien, als »Wiener Schnauze« bezeichnete sie fälschlicherweise das deutsche Magazin Der Spiegel. Genüsslich referieren europäische Zeitungen nun auch all die Schmähnamen, die Fekter im Lauf ihrer Karriere in der Heimat verpasst bekam.
»Die Frau ist eine potenzielle Massenvernichtungswaffe«, zitierte unlängst die Financial Times einen EU-Diplomaten, der lieber anonym bleiben wollte. Abseits ihrer forschen Sprüche, so der Mann aus Brüssel, verstehe die Österreicherin allerdings nicht viel von der komplexen Materie. Will heißen: Sie schießt aus allen Rohren auf die Partner in der Union, ohne zu ahnen, welchen Schaden die verbalen Kanonaden anrichten.
Sie spricht oft, wenn andere schweigen
»Ach, die Maria!«, so seufzten auch vergangene Woche die besorgten Europapolitiker in Brüssel vernehmbar. Fekter hatte im Fernsehen gerade darüber spekuliert, Italien könnte schon bald »Hilfsunterstützungen« aus einem der Euro-Rettungsfonds benötigen. Ergo: eine Katastrophe in Pleonasmus und Plural. Dass Maria Fekter häufig spricht, wenn andere schweigen, daran haben sich ihre Kollegen aus den anderen europäischen Ländern mittlerweile gewöhnt. Doch diesmal ging es nicht um irgendeine unachtsame Bemerkung. Gerade erst hatten die Spanier europäische Hilfe für ihre maroden Banken beantragt; die Situation in Griechenland ist ohnedies chronisch prekär.
Jede Spekulation über die weitere Entwicklung der italienischen Wirtschaft kann in dieser Situation wie ein Brandbeschleuniger wirken. Entsprechend fassungslos waren die Verantwortlichen in Brüssel, als sie von Fekters Einlassungen in den TV-Nachrichten hörten. Vergeblich berief in Rom Ministerpräsident Mario Monti eine Pressekonferenz in den Palazzo Chigi ein und verbat sich jedes »Gerede« aus anderen EU-Ländern. Der bedächtige Wirtschaftsprofessor unterdrückte dabei nur mühsam seine Wut, denn er wusste um die Folgen: Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen kletterten tags darauf von 5,86 auf 6,10 Prozent. Die Nachbarschaftshilfe aus Wien kam teuer.
Weiß Fekter nicht, was sie sagt? Oder schert sie sich nicht um die Folgen? Die Frage steht nun schon zum wiederholten Mal im Raum. Mal belehrt sie den soeben zum französischen Präsidenten gewählten François Hollande, sein politisches Programm sei »vorgestriger Unfug«, der »uns erst in das ganze Schlamassel gebracht« habe. Mal vergleicht sie das wachsende Ressentiment gegen die Haie aus der Finanzindustrie mit dem antisemitischen Terror der Nazis während der Schoah. Zumindest dafür entschuldigte sie sich anschließend nach freiheitlicher Manier: »Wenn ich Gefühle verletzt haben sollte...«





Egal wie groß der wirtschaftliche/finanzielle/politische Schaden auch ausfällt; man/frau macht weiter als sei nichts geschehen; die negativen Konsequenzen werden ausgeblendet und übrig bleibt ein Scherbenhaufen.
Denn egal was die politische Elite macht; es gibt keine Verantwortung, keine Einsicht, keine Änderung an der einmal angenommenen Haltung, Einstellung und Sicht der Dinge, denn nur Realitätsverleugnung, monolitisches Beharren auf irrationalen Standpunkte, Dickkoepfigkeit, Uneinsicht und als politische Agenda die alleinige Interessenvertretung von 0,001% der Bevölkerung.
Mehr Politikverdrossenheit einer Politik und Wirtschaft, als eine Dysfunktion, welche den Kontakt mit der Bevölkerung abgebrochen; um aus einer Wolke politische Entscheidung in Abgehobenheit, ohne Bodenkontakt zu treffen, aber egal wie die politische Elite handelt; es gibt bei diesen keine Einsicht, keine Reflexion, kein Schuldbewusstsein, denn nur die eitle Selbstbestätigung, immerzu am Besten von allen gehandelt zu haben und am Ende ist jene politische Elite gleich selbst der größte politische/wirtschaftliche/finanzielle Schaden für das jeweilige Land.
... sagen muß und das Volk schon lange ahnt? Ob Rettungsschirm, Eurobonds, Bankenunion - ist doch egal, wie`s heißt. Das diese Gemeinschaftswährung für einen fragmentierten Wirtschaftsraum eine einzige Katastrophe ist, das haben die mneisten Bürger doch längst begriffen. [...]
Gekürzt. Bitte äußern Sie Kritik respektvoll. Danke, die Redaktion/mk
....wie eine andere Dame in Euroland. Dabei muss man allerdings sagen, dass sie einige Dinge gesagt hat, die mehr als fragwürdig waren und kaum Kenntnisse der kommentierten Materie auszuweisen schienen. Darin ist sie der anderen Dame ähnlich.
....wie eine andere Dame in Euroland. Dabei muss man allerdings sagen, dass sie einige Dinge gesagt hat, die mehr als fragwürdig waren und kaum Kenntnisse der kommentierten Materie auszuweisen schienen. Darin ist sie der anderen Dame ähnlich.
und das traurigste daran ist, dass sie der archetyp einer österreichischen führungs"persönlichkeit" ist - mit dem kleinen unterschied, dass sie nicht weiss, wie man in der öffentlichkeit den schein wahrt.
Aha, die österreichische Finanzministerin ist mit den Euro-Rettern nicht so richtig warm geworden, weil sie den Mund nicht halten kann. Sehr interessante Nachricht!
Ob ihr Gerede den südlichen Euro-Ländern, die unter der Spekulation zu leiden haben, schadet, darüber darf jetzt spekuliert werden. Die Euro Retter glauben es und ärgern sich, möglicherweise eignet sie sich ja als Sündenbock. Haltet den Dieb!
Die Ursache der Probleme ist allerdings anders. Die Süd-Euro-Länder haben sich selbst durch ihre verfehlte Finanzpolitik für die Spekulation angreifbar gemacht. Ob durch das Geschwätz einer Politikerin der Zins von 5,8 auf 6,1 Prozent steigt, ist zweitrangig. Hätten diese Länder eine Austerity-Politik betrieben wie Deutschland, wäre der Zins bei 0 und kein Politikergeschwätz könnte daran irgendetwas ändern.
Meine österreichischen Freunde hier in Wien - übrigens zu einem Großteil Anhänger der ÖVP - sehen die Äusserungen von Frau Fekter auch sehr skeptisch. Natürlich ist eine einzelne Minsterin (insbesondere eines doch insgesamt kleinen Staates) nicht allein ausschlaggebend für den Erfolg bzw. Miserfolg des EUROs. Ich halte es aber für unverantwortlich, wenn von Regierungsseite - egal in welchem Zusammenhang - Absprachen nicht eingehalten werden.
Frau Fekter redet nicht "Tacheles" und macht das dann auch. Sie sichert sich medial im Inland ab, stellt sich als "Macherin" dar; das allerdings auf Kosten anderer europäischer Regierungen. Auf der anderen Seite trägt sie die vielkritisierte Rettungspolitik mit.
Soweit ich Kontakte habe, wird sie weder in Wirtschaftskreisen noch in Kreisen der Finanzverhaltung in Österreich für besonders schlau gehalten. In Deutschland würde man vielleicht von einer "Instinktpolitikerin" sprechen.
Meine österreichischen Freunde hier in Wien - übrigens zu einem Großteil Anhänger der ÖVP - sehen die Äusserungen von Frau Fekter auch sehr skeptisch. Natürlich ist eine einzelne Minsterin (insbesondere eines doch insgesamt kleinen Staates) nicht allein ausschlaggebend für den Erfolg bzw. Miserfolg des EUROs. Ich halte es aber für unverantwortlich, wenn von Regierungsseite - egal in welchem Zusammenhang - Absprachen nicht eingehalten werden.
Frau Fekter redet nicht "Tacheles" und macht das dann auch. Sie sichert sich medial im Inland ab, stellt sich als "Macherin" dar; das allerdings auf Kosten anderer europäischer Regierungen. Auf der anderen Seite trägt sie die vielkritisierte Rettungspolitik mit.
Soweit ich Kontakte habe, wird sie weder in Wirtschaftskreisen noch in Kreisen der Finanzverhaltung in Österreich für besonders schlau gehalten. In Deutschland würde man vielleicht von einer "Instinktpolitikerin" sprechen.
Nun, die Lady redet eben tacheles. Manchmal vielleicht etwas vorlaut und unbedacht, aber gerade deswegen schätze ich sie. Jedenfalls ist sie damit für mich viel glaubwürdiger als Leute wie Monti, Rajoy oder Schäuble - um nur ein paar zu nennen - die alles am liebsten konspirativ im kleinen Hinterzimmerchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter sich auskungeln würden. Weiter so, Maria!
Haben Sie den Artikel gelesen? Die Frau ist in der Praxis eben gerade kein Gegner der Politik von Schäuble und Co. Sie wollte sich ja anscheinend für die Aufstockungsmeldung sogar feiern lassen.
Dieser Widerspruch zu ihren Aussagen soll sie nun auch noch glaubwürdiger machen?
Haben Sie den Artikel gelesen? Die Frau ist in der Praxis eben gerade kein Gegner der Politik von Schäuble und Co. Sie wollte sich ja anscheinend für die Aufstockungsmeldung sogar feiern lassen.
Dieser Widerspruch zu ihren Aussagen soll sie nun auch noch glaubwürdiger machen?
Wenn die Österreicher so gerne immer mal wieder geistige Brandstifter wie auch Haider in ihre politische Elite wählen, dann ist das ihr demokratisches Recht.
Und Meinungsfreiheit beinhaltet nicht die Pflicht, dass das was man sagt intelligent sein muss. Sonst hätten wir nicht genug Politiker für ein ganzes Parlament.
Sie hat also Schäuble vergrollt. Nun, das ist ja auch recht einfach. Der Mann mag es ja nicht besonders, wenn man im nicht nach dem Mund redet und ihm kritische Fragen stellt.
Mag sein, dass sie ab und zu vorprescht und Dinge sagt, die andere ein paar Tage sowieso sagen müssten.
Wie ein Forist schon sagte, lieber soll als ala Schäuble alles im geheimen auskungeln.
Meine österreichischen Freunde hier in Wien - übrigens zu einem Großteil Anhänger der ÖVP - sehen die Äusserungen von Frau Fekter auch sehr skeptisch. Natürlich ist eine einzelne Minsterin (insbesondere eines doch insgesamt kleinen Staates) nicht allein ausschlaggebend für den Erfolg bzw. Miserfolg des EUROs. Ich halte es aber für unverantwortlich, wenn von Regierungsseite - egal in welchem Zusammenhang - Absprachen nicht eingehalten werden.
Frau Fekter redet nicht "Tacheles" und macht das dann auch. Sie sichert sich medial im Inland ab, stellt sich als "Macherin" dar; das allerdings auf Kosten anderer europäischer Regierungen. Auf der anderen Seite trägt sie die vielkritisierte Rettungspolitik mit.
Soweit ich Kontakte habe, wird sie weder in Wirtschaftskreisen noch in Kreisen der Finanzverhaltung in Österreich für besonders schlau gehalten. In Deutschland würde man vielleicht von einer "Instinktpolitikerin" sprechen.
dem ist nichts hinzuzufügen-außer noch ,daß sie den Eindruck erwecken will , unnachgiebig wie weiland Thatcher aufzutreten.
Und bedient dabei nur den Boulevard -wie sie es schon als Innenministerin getan hat.
dem ist nichts hinzuzufügen-außer noch ,daß sie den Eindruck erwecken will , unnachgiebig wie weiland Thatcher aufzutreten.
Und bedient dabei nur den Boulevard -wie sie es schon als Innenministerin getan hat.
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