Der besondere JahrgangWas von ihren Plänen übrig blieb
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Sandra Severin: Schneller Aufbruch ins duale Studium

Sandra Severin, damals 20

Als Sandra Severin Abi machte, gehörte sie zu den Ältesten und war froh, schon genauer zu wissen, was sie will. Gleichzeitig hatte sie Angst vor der Konkurrenz durch die Jüngeren – und dass ihre Abi-Note nicht reichen könnte: Für ein duales Studium bei Douglas brauchte sie einen Schnitt von 2,3. Als sie den mit Punktlandung schaffte, kamen ihr die Tränen. Für ihr Studium wollte sie nach Berlin ziehen, nur die Größe der Stadt schüchterte sie ein bisschen ein.

So ging es weiter:

Mir scheint die Abi-Zeit schon lange her. Dabei bin ich erst im August nach Berlin gezogen! Meine Angst, der Wechsel vom Dorf in die Großstadt könnte mir zu schaffen machen, war unbegründet: Durch einen Bekannten habe ich glücklicherweise schnell Anschluss gefunden. Meist fahre ich nur noch alle zwei Monate nach Hause. In Berlin gibt es viel zu viel zu entdecken, das möchte ich in meiner wenigen Freizeit genießen. Semesterferien habe ich nämlich keine, 36 Urlaubstage stehen mir zu.

Das System an der Hochschule für Wirtschaft und Recht ist anders als an der klassischen Uni. Wir sind ein Kurs mit 30 Leuten, der Stundenplan ist vorgegeben. Das stärkt den Zusammenhalt, und man kann leichter Fragen klären. Als ich mich für das duale Studium beworben habe, war mir klar, dass es stressiger wird als das normale Studentenleben. Trotzdem muss ich ab und zu die Zähne zusammenbeißen. Einfach mal länger schlafen und eine Vorlesung verpassen, das geht halt nicht! Anwesenheit ist Pflicht und wird kontrolliert. Schließlich koste ich mein Unternehmen Geld. Dafür bin ich aber durch die Vergütung weder groß auf meine Eltern noch auf Bafög angewiesen.

Die Praxisphasen verbringe ich in einer Douglas-Filiale. Einzelhandel ist für viele wegen der Arbeitszeiten vielleicht wenig reizvoll, wegen der Wochenendarbeit. Aber man bekommt dort neben dem betriebswirtschaftlichen Know-how eine verdammt gute Menschenkenntnis. Angst bereiten mir die Klausuren. Viele brechen nach dem zweiten Semester ab, meistens, weil sie Mathe nicht schaffen. Auch für mich ist das keine Leichtigkeit. Durch das schnelle Lerntempo bleibt nicht immer genug Zeit, alles haarklein zu verstehen.

Aus Berlin möchte ich jedenfalls so schnell nicht wieder weg. Meine beste Freundin ist gerade aus Kanada zurück und plant nun auch hierher ziehen. Keine Frage, dass wir uns dann eine gemeinsame Wohnung nehmen!

Leserkommentare
  1. > 13 Punkte in Mathe und in Bio

    > Der Einser-Schnitt gebe ihr Ruhe

    > Für ein duales Studium bei Douglas brauchte sie einen
    > Schnitt von 2,3

    Das sind wieder alles Streber-Mädchen. Die gibts an der Uni zuhauf und sind alles andere als interessant (=langweilig)!

    Interessanter wäre es, etwas über Schicksale zu hören, die mal nicht so 'genormt' sind.

    16 Leserempfehlungen
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    Genau, das war meine eigene Impression nach dem Lesen.
    Ein bisschen Heimweh kann ich ja nachvollziehen, aber die Neugier auf die Welt sollte in diesem Alter ueberwiegen. Hoert sich alles sehr nach Sicherheit an. Zu konservativ, erst recht fuer dieses junge Alter. Eben langweilig.

    Sind das die Vorgesetzten von morgen? Bitte nicht.

    Hab mich bei dem Artikel köstlich amüsiert^^ Besonders gefallen hat mir das Bild des braven Mädchens, wie sie das Tier füttert :D So eine klischehafte süße Fee aus gutem Elternhause, Peferde, Wiese 13 Punkte in Bio und Mathe . Irgedwie süß, aber die scheinen alle so perfekt zu sein und zugleich so langweilig.

    wenn jemand im leben scheitert finden sie das also gut weil is ja interessant?
    hier kann man unweigerlich auf ihr vermasseltes leben schliessen und dem kleinbueegerlichem neid der daraus entsteht, schliessen.
    vor so einem lebenslauf ziehe ich meinen hut, wer das in dieser kaputten welt hinbekommt muss charakterlich sehr stark aein, im gegensatz zu so manchem kommentartor hier

    • Elite7
    • 30.06.2012 um 15:51 Uhr

    Ein guter Freund von mir dümpelt jetzt schon seit zwei Jahren herum, weil er trotz 1,1 Abitur und vielem Fleis keinen Studienplatz in Medizin bekommt. Langsam versteh ich echt nicht mehr wo ich lebe. Muss ich denn echt für alles so ein Überfliegerabi haben? Wo dann das Private und die Familie auf der Strecke bleiben. Ob das also ernsthafte Gewinner sind, das mag ich bezweifeln. Wer in den jungen Jahren schon so ausgepowert ist, dass er erst mal ein ökologisches Jahr hinlegt.

    Genau, das war meine eigene Impression nach dem Lesen.
    Ein bisschen Heimweh kann ich ja nachvollziehen, aber die Neugier auf die Welt sollte in diesem Alter ueberwiegen. Hoert sich alles sehr nach Sicherheit an. Zu konservativ, erst recht fuer dieses junge Alter. Eben langweilig.

    Sind das die Vorgesetzten von morgen? Bitte nicht.

    Hab mich bei dem Artikel köstlich amüsiert^^ Besonders gefallen hat mir das Bild des braven Mädchens, wie sie das Tier füttert :D So eine klischehafte süße Fee aus gutem Elternhause, Peferde, Wiese 13 Punkte in Bio und Mathe . Irgedwie süß, aber die scheinen alle so perfekt zu sein und zugleich so langweilig.

    wenn jemand im leben scheitert finden sie das also gut weil is ja interessant?
    hier kann man unweigerlich auf ihr vermasseltes leben schliessen und dem kleinbueegerlichem neid der daraus entsteht, schliessen.
    vor so einem lebenslauf ziehe ich meinen hut, wer das in dieser kaputten welt hinbekommt muss charakterlich sehr stark aein, im gegensatz zu so manchem kommentartor hier

    • Elite7
    • 30.06.2012 um 15:51 Uhr

    Ein guter Freund von mir dümpelt jetzt schon seit zwei Jahren herum, weil er trotz 1,1 Abitur und vielem Fleis keinen Studienplatz in Medizin bekommt. Langsam versteh ich echt nicht mehr wo ich lebe. Muss ich denn echt für alles so ein Überfliegerabi haben? Wo dann das Private und die Familie auf der Strecke bleiben. Ob das also ernsthafte Gewinner sind, das mag ich bezweifeln. Wer in den jungen Jahren schon so ausgepowert ist, dass er erst mal ein ökologisches Jahr hinlegt.

  2. aber die Zeit nicht. Konformität ist das was heute zählt, leider

    8 Leserempfehlungen
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    Fuer wen zaehlt das?
    Fuer diejenigen selber? Leben kommt von Erleben.

    Fuer wen zaehlt das?
    Fuer diejenigen selber? Leben kommt von Erleben.

  3. Genau, das war meine eigene Impression nach dem Lesen.
    Ein bisschen Heimweh kann ich ja nachvollziehen, aber die Neugier auf die Welt sollte in diesem Alter ueberwiegen. Hoert sich alles sehr nach Sicherheit an. Zu konservativ, erst recht fuer dieses junge Alter. Eben langweilig.

    Sind das die Vorgesetzten von morgen? Bitte nicht.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der besondere Jahrgang"
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    Es spiegelt wohl nur die Biografien der Journalisten des Geschriebenen wider. Heute braucht man einen aalglatten Lebenslauf und 100% Anpassungsvermögen, um bei den großen Blättern was zu werden. Kritisches Hinterfragen, um die Ecke denken, abweichende Meinungen und Lebensläufe sind heute nicht mehr gefragt. Leider!

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Spekulationen. Danke. Die Redaktion/ag

    • Kelhim
    • 30.06.2012 um 13:50 Uhr

    ... die restlichen Kommentare klingen leider eher frustiert und trotzig.

    Guter Start - und dann stark abgebaut. Tut mir leid.

    Es spiegelt wohl nur die Biografien der Journalisten des Geschriebenen wider. Heute braucht man einen aalglatten Lebenslauf und 100% Anpassungsvermögen, um bei den großen Blättern was zu werden. Kritisches Hinterfragen, um die Ecke denken, abweichende Meinungen und Lebensläufe sind heute nicht mehr gefragt. Leider!

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Spekulationen. Danke. Die Redaktion/ag

    • Kelhim
    • 30.06.2012 um 13:50 Uhr

    ... die restlichen Kommentare klingen leider eher frustiert und trotzig.

    Guter Start - und dann stark abgebaut. Tut mir leid.

  4. 4. @ Nr.2

    Fuer wen zaehlt das?
    Fuer diejenigen selber? Leben kommt von Erleben.

    Antwort auf "um die kümmert sich "
  5. schlechtere Schueler. Nach meiner Erfahrung sind das oft die interessanteren Menschen, schon in der Jugend.

    Nicht neidisch sein. Jeder lebt sein Leben, und muss damit zufrieden sein bzw. sich dahin bewegen. Das dauert manchmal ein ganzes Leben, ob mit oder ohne Einser-Durchschnitt.

    Antwort auf "Schöne Idylle"
  6. Es spiegelt wohl nur die Biografien der Journalisten des Geschriebenen wider. Heute braucht man einen aalglatten Lebenslauf und 100% Anpassungsvermögen, um bei den großen Blättern was zu werden. Kritisches Hinterfragen, um die Ecke denken, abweichende Meinungen und Lebensläufe sind heute nicht mehr gefragt. Leider!

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@ Nr. 1"
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    Sehr richtig, und das wird u.a. sichtbar auch bei Loeschungen hier.

    Ich habe jedoch (immer noch) die Hoffnung, dass es noch (vereinzelte) Idealisten mit Rueckgrat und eigener Meinung und Charakter unter den Journalisten gibt, die nicht nach Schema F und mit angepasstem Gehirn werten und agieren.

    Und sehen Sie, wird sind schon zwei!
    Allerdings an unmaszgeblicher Stelle, aber nicht leise. Sehr gut.

    "Kritisches Hinterfragen, um die Ecke denken, abweichende Meinungen und Lebensläufe sind heute nicht mehr gefragt. Leider!"

    Mir hat einmal ein Unternehmer erklärt, er wolle mit deutschen Hochschulabsolventen nichts mehr zu tun haben. Die deutschen Universitäten hätten Ulrike Meinhof, Rudi Dutschke und Mohammed Atta hervorgebracht. Er gehört mit zu denen, die gleichzeitig den "Fachkräftemangel" bejammern und nach ausländischen Fachkräften rufen.

    Übrigens: eine Bekannte von uns ist Betriebswirtin mit Schwerpunkt "Human ressources". Sind Brüche im Lebenslauf eines Bewerbers, unterstellt sie diesem sofort, er habe im Gefängnis gesessen. Auch für sie stehen deutsche Universitätsabsolventen unter Kommunismusverdacht oder im Verdacht der Industriespionage oder subversiven Unterwanderung. Sie selbst ist sehr christlich, gibt sich sehr deutsch-patriotisch und hat in den USA studiert.

    Sehr richtig, und das wird u.a. sichtbar auch bei Loeschungen hier.

    Ich habe jedoch (immer noch) die Hoffnung, dass es noch (vereinzelte) Idealisten mit Rueckgrat und eigener Meinung und Charakter unter den Journalisten gibt, die nicht nach Schema F und mit angepasstem Gehirn werten und agieren.

    Und sehen Sie, wird sind schon zwei!
    Allerdings an unmaszgeblicher Stelle, aber nicht leise. Sehr gut.

    "Kritisches Hinterfragen, um die Ecke denken, abweichende Meinungen und Lebensläufe sind heute nicht mehr gefragt. Leider!"

    Mir hat einmal ein Unternehmer erklärt, er wolle mit deutschen Hochschulabsolventen nichts mehr zu tun haben. Die deutschen Universitäten hätten Ulrike Meinhof, Rudi Dutschke und Mohammed Atta hervorgebracht. Er gehört mit zu denen, die gleichzeitig den "Fachkräftemangel" bejammern und nach ausländischen Fachkräften rufen.

    Übrigens: eine Bekannte von uns ist Betriebswirtin mit Schwerpunkt "Human ressources". Sind Brüche im Lebenslauf eines Bewerbers, unterstellt sie diesem sofort, er habe im Gefängnis gesessen. Auch für sie stehen deutsche Universitätsabsolventen unter Kommunismusverdacht oder im Verdacht der Industriespionage oder subversiven Unterwanderung. Sie selbst ist sehr christlich, gibt sich sehr deutsch-patriotisch und hat in den USA studiert.

  7. Sehr richtig, und das wird u.a. sichtbar auch bei Loeschungen hier.

    Ich habe jedoch (immer noch) die Hoffnung, dass es noch (vereinzelte) Idealisten mit Rueckgrat und eigener Meinung und Charakter unter den Journalisten gibt, die nicht nach Schema F und mit angepasstem Gehirn werten und agieren.

    Und sehen Sie, wird sind schon zwei!
    Allerdings an unmaszgeblicher Stelle, aber nicht leise. Sehr gut.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@fortunately"

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