Führungsposition: Das Zitat… und Ihr Gewinn
André Malraux sagt: Mit der Macht kann man nicht flirten, man muss sie heiraten.
Die Chemikerin war die Bescheidenheit in Person. Nach ihrer Beförderung zur Abteilungsleiterin wurde ihr ein Einzelbüro angeboten, doch sie meinte: »Ich muss die Chefin nicht raushängen lassen, bisher hat das auch gut geklappt.« Und blieb im Großraumbüro bei ihren Mitarbeitern sitzen. Als Dienstwagen wählte sie das kleinste Modell. Bei Bahnreisen fuhr sie immer zweiter Klasse, obwohl sie erster hätte fahren dürfen. Und statt einen Parkplatz direkt vor dem Firmengebäude zu beanspruchen wie die anderen Abteilungsleiter, stellte sie ihr Auto nach wie vor auf der allgemeinen Parkfläche ab.

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".
Zwei Probleme trieben sie ein halbes Jahr später in die Beratung: »Meine Abteilungsleiter-Kollegen setzen immer wieder Meetings an, ohne mich zu informieren. Und immer mehr Mitarbeiter halten sich nicht an die Arbeitszeiten, trotz meiner Forderung.« Klarer Fall: Sie war zur Chefin ernannt worden, aber nie in der Chefrolle angekommen. Sie hatte – frei nach dem französischen Schriftsteller André Malraux – nur mit der Macht geflirtet, sie aber nicht durch eine Heirat angenommen.
Da sie nach wie vor auf ihrem alten Stuhl saß, statt im Chefbüro, nach wie vor auf dem alten Parkplatz stand, statt auf dem Chefparkplatz, und nach wie vor in der Holzklasse reiste, statt in der Chefklasse, wurde sie auch nach wie vor als einfache Mitarbeiterin wahrgenommen, von den Abteilungsleiter-Kollegen genauso wie von ihren Mitarbeitern. Und wie sah sie sich eigentlich selbst? Warum hatte sie sämtliche Chefprivilegien in den Wind geschlagen? War es ihr unangenehm, den (Ex-)Kollegen übergeordnet zu sein? Wie wollte sie nach außen eine Rolle leben, die sie offenbar nicht verinnerlicht hatte?
Vor allem zeigte die Chemikerin, dass sie die Spielregeln in ihrem Pharmakonzern nicht begriffen hatte – etwa die Tatsache, dass aus der Größe des Büros, aus den PS des Dienstwagens und aus der Nähe des Parkplatzes zum Firmengebäude auf die Wichtigkeit einer Führungskraft geschlossen wurde. Solche Spielregeln darf man töricht finden, sehr töricht sogar! Dennoch gelten sie wie die Regeln beim Schach. Die kann man zwar ignorieren – aber dann verliert man das Spiel.
Kleiner Trost: Wer sich bis ganz an die Spitze einer Firma arbeitet, kann neue, vernünftigere Regeln etablieren. Das würde ich gerade Frauen wie dieser Chemikerin zutrauen. Aber mit Bescheidenheit kommt man oben niemals an. Schade eigentlich.








" Es muss immer welche geben, die "führen" können. Aber nochmal , es sind die Strukturen, die hierarchische Ordnung, die uns alle den richtigen Parkplatz suchen lässt. "
Nicht ganz, es sind die Strukturen, die hierarchische Ordnung, die uns alle auf den für sie(!) richtigen Parkplatz zwingen will.
Gefestigte Strukturen und Hierarchien lassen keinen Platz für Freiwilligkeit, erst recht nicht für so etwas wie Emanzipation.
Ohne den Verweis auf Emanzipation hätte ich den Kommentar gerne empfohlen.
Warum erschweren gefestigte Strukturen Emanzipation angeblich stärker ("erst recht nicht") als sie Innovationen bei z.B. organisatorischen Abläufen erschweren?
Ohne den Verweis auf Emanzipation hätte ich den Kommentar gerne empfohlen.
Warum erschweren gefestigte Strukturen Emanzipation angeblich stärker ("erst recht nicht") als sie Innovationen bei z.B. organisatorischen Abläufen erschweren?
Entfernt. Die Redaktion/sh
Entfernt, da ohne sachliche Argumente. Die Redaktion/sh
sie hatt die meetings die andere ansetzten ohne ihr bescheid zu sagen als gültige akte gelten lies
wenn die mitarbeiter ihre arbeit nicht leisten müssen sie gehen
da muss man nicht den dicken max machen, es ist logische konsequentz
natürlich ist es einfacher mit symbolen zu winken als die mitarbeiter zur selbstständigen logischen handlung zu bewegen
allerdings ist es viel weniger efektiv
posen kostet arbeitzzeit
und reduziert die komunikation
was über die schlechteren strukturen die sich daraus ergeben
wiederum zeit kostet
Ich finde die Kolumnen von Herrn Wehrle eher nicht so gelungen.
Ich finde, Herr Wehrle schreibt, als ob er sich aus einem Satzbaukasten bedienen würde.
Ich finde es eher nicht so gut, wenn man Zitate benutzt, ohne den dazugehörigen Text gelesen zu haben, einfach nur, um ein Zitat zu benutzen. Das macht den Inhalt nicht besser.
Ich finde, Herr Wehrle verbreitet Plattitüden.
Ich finde, der Erkenntnisgewinn von Herrn Wehrles Kolumne ist gleich null.
[...]
Ich erlaube mir, zum Abschluss und beispielhaft für den meiner Meinung nach eher armseligen Text aus selbigem zitieren: "Dennoch gelten sie wie die Regeln beim Schach. Die kann man zwar ignorieren – aber dann verliert man das Spiel."
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Vorwürfe und kritisieren Sie stattdessen die Inhalte des Artikels. Danke. Die Redaktion/sh
Dass ich auf den mir angebotenen Dienstwagen verzichtet habe, um weiter mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren, hat weder den Respekt meiner Mitarbeiter noch die Effizienz des Teams vermindert.
Ich denke, in Herrn Wehrles Beispiel war der Verzicht auf die Statussymbole ein Symptom eines Problems mit Autorität und nicht das Problem selbst.
Es wäre keine verkehrte Welt, in einer anderen Kultur Chefs zu haben, die sich bewusst und absichtlich auf Ebene ihrer Mitarbeiter bewegen - denn das ist genauso gut möglich und man könnte dort in einer anderen Kultur empfinden.
*****
Die Chemikerin wird ähnlich gedacht haben wie Sie; hat unterstellt, das Team/Mitarbeiter würden das ebenso sehen.
Mitarbeiter und Teams haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen; verinnerlichte Stereotype von Führungsrollen und Soll-Status einer Führungskraft. Die Chemikerin konnte mit ihrer Wahl eines kollegial-kooperativen Führungsstils mit eher informellen Status; den impliziten Anspruch (Attribution) der Gruppe nach einer stärkeren Führungsrolle (samt den damit verbundenen Symbolen) nicht erfüllen.
Ein weiterer Hinweis darauf ist, dass sie entweder keine disziplinarische Weisungsbefugnis hatte oder diese nicht wahrnehmen wollte, um auf Verfehlungen ihrer Mitarbeiter entsprechend zu reagieren.
Das sie anschließend auch von ihren Leitungskollegen nicht als Führungskraft wahrgenommen und ausgegrenzt wurde, ist nur verständlich. Adressatengengerecht kommunizieren konnte sie vermutlich ebensowenig wie ihre Gruppe und das betriebliches Umfeld analysieren. Wenn; hätte sie die latente Ablehnung der Gruppe und Leitungskollegen frühzeitig erkannt. Vor allem das Warum.
in meiner jetzigen Firma wird jeweils zwei Hierarchie Stufen nach oben geduzt.
Der Respekt vor den Chefs höhrt momentan an der Grenze des "Sie" auf.
Denn leider verwechseln die Cheffs Durchsetztungsvermögen mit Beratungsresistenz:
- die Mitarbeiter nicht fragen
- die Meinung der Mitarbeiter trotzdem gesagt bekommen
- die Mitarbeiter ignorieren
- das Projekt, wegen Ignorieren der Mitarbeitermeinung, gegen die Wand fahren
- Finger in die Ohren stecken und "lalalaaa" singen damit das "haben wir doch gesagt" übertönt wird.
wash rinse repeat
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