Islamisten: Mohammeds Erben
Was ist der Salafismus – und warum wurde er zu einer gewalttätigen Ideologie?
Alle reden davon, aber kaum einer weiß, was der Begriff eigentlich bedeutet: Salafismus. Der arabische Ausdruck al-salaf al-salih bezeichnet die frommen Altvorderen. Gemeint sind damit die ersten drei Generationen der Muslime seit dem 7. Jahrhundert. Aus dieser Frühgemeinde hat sich der Islam entwickelt. Sie ist folglich eine wichtige Instanz, wenn es um die Botschaft des Propheten Mohammed geht. Der Salafismus, auf Arabisch »Salafija« , ist eine Rückbesinnung auf diese Gemeinde.
Ursachen für die Entstehung dieser Strömung des sunnitischen Islams sind eine Katastrophe, die sich im 13. Jahrhundert ereignete, und deren Folgen. Erst verloren die Muslime 1236 im Zuge der Reconquista ihr Exilreich Córdoba in Spanien, und unmittelbar danach, 1258, zerstörten die Mongolen Bagdad, die Reichshauptstadt des Kalifen. Damit waren die beiden wichtigsten islamischen Geisteszentren verloren. Und: Aufgrund der Bedrohung von außen konnten sich jene Führer durchsetzen, die eine bewahrende Orthodoxie gegenüber der konkurrierenden freiheitlicheren Rechtswissenschaft und Philosophie hochhielten. Diese bewahrende Schutzhaltung sorgte dafür, dass die muslimische Welt entscheidende Gegenwartsentwicklungen verpasste und jeder Reform auswich.
ist Islamwissenschaftler bei der Stiftung Weltethos. Kürzlich erschien sein Buch Islamische Philosophie und die Gegenwartsprobleme der Muslime.
Die Salafija wollte die Muslime ursprünglich von dieser Erstarrung befreien und den Islam erneuern – nicht, indem sie die Religion veränderte, sondern indem sie ihr treu blieb und zu den Wurzeln der Religion zurückkehrte. In eine Zeit also, bevor es die Orthodoxie gab. Daher der plakative Slogan der Salafisten: »Zurück zum Koran«. Doch durch unterschiedliche Herangehensweisen an die religiösen Texte entstanden vier unterschiedliche Spielarten der Salafija.
In der Vorstellung der literalistischen Salafija in Gestalt des Wahhabismus sind einzig der Koran und die mündlichen Überlieferungen des Propheten Mohammed (sunna) maßgeblich. Die Interpretation erfolgt »buchstabengetreu«, also ohne das Hinzuziehen der misstrauisch beäugten Vernunft – vom Gottesdienst über die Kleidung bis zum Verhältnis zu anderen Menschen werden die Handlungen der Gläubigen festgelegt, das 7. Jahrhundert wird sakralisiert. Anderes Verhalten wird als Abweichung vom rechten Weg verurteilt. So wird in Saudi-Arabien schon die Frage, ob eine Frau Auto fahren darf, als schockierende Bedrohung empfunden.
Anders die reformistische Salafija, die zur Zeit des Kolonialismus und der Beschäftigung mit der europäischen Aufklärung zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkam. Ihre Vertreter standen für einen geistigen Aufbruch innerhalb des Islams. Auch sie wollten die Orthodoxie überwinden, indem sie sich auf die Frühgemeinde bezogen, ohne aber diese Zeit zu einem goldenen Zeitalter zu verklären. Den Anfang machten der afghanische Philosoph Dschamal al-Din al-Afghani und sein ägyptischer Schüler, der Gelehrte Mohammed Abduh. Sie hofften, durch die Inhalte des Korans selbst die muslimische Gesellschaft modernisieren zu können. Anders als die Wahhabiten räumten sie der Vernunft dabei einen großen Stellenwert ein. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Offenbarung primär eine metaphysische, spirituelle und moralische Botschaft beinhalte. Da Gott nur das Nötigste und Wichtigste für die Muslime festgeschrieben habe, seien sie frei, vorteilhafte Entwicklungen voranzutreiben. Ein zeitgenössisches Islamverständnis müsse sich der Humanität und dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlen, da die Religion für den Menschen da sei. Damit waren diese Denker für Themen wie Menschenrechte, Säkularisierung, Feminismus und Demokratie aufgeschlossen. Doch bis heute beschränkt sich diese Richtung auf Einzelne. Als Massenbewegung konnten sich die Reformer niemals durchsetzen.
Als sich Anfang des 20. Jahrhunderts Ost und West allmählich als Ideologien zu verfestigen begannen, drohte dem Islam die Bedeutungslosigkeit – der Sozialismus wurde populär und der religionskritische Ton immer schärfer. In diesem Klima entwickelte sich die ideologische Salafija in Gestalt der Muslimbruderschaft. In ihrer Lesart war der Islam dem Kapitalismus und dem Kommunismus überlegen. Hinter diesem Denken steht der Anspruch, eine eigene Identität zu schaffen, die sich von der westlichen unterscheidet. Der Koran und die Biografie des Propheten Mohammed wurden zu einer politischen Gebrauchsanweisung dafür, wie Macht erlangt und das islamische System umgesetzt werden konnte. Die ideologische und die literalistische Salafija sind heute die erfolgreichsten salafistischen Modelle. Allein die Muslimbruderschaft soll heute in über 70 Ländern operieren.





Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/ds
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
und keine erzieherischen Versuche, den Islam in Deutschland
schön zureden. Hier wird endlich eine klare Sprache gesprochen, womit die deutsche Gesellschaft konfrontiert wird.
Danke
... wir sind wachsame Beobachter der Szenarien, die sich hier entwickeln.
Und auch der Medien, die hier mitspielen, von Zeit zu Zeit ...
Und auch der Unterwanderer ...
... wir sind wachsame Beobachter der Szenarien, die sich hier entwickeln.
Und auch der Medien, die hier mitspielen, von Zeit zu Zeit ...
Und auch der Unterwanderer ...
unser Innenminister eine Polizeiausbildung in Saudi Arabien finanziert.
Merke! In Deutschland Salafisten= böse= verboten
In Saudi- Arabien Salafisten= gut.
Und die Bundespolizei beteiligt sich laut einen Fernsehebericht des MDR an Folter, Verstümmelungen und Mord.
Natürlich nur auf Saudi- Arabischen Boden, den dort ist das nicht strafbar.
ist vielleicht zu weit gegriffen. Sie teilen zwar die Ansicht mit den Salafiten, das der Islam sich in einer Krise befindet, aber die Frühgemeinde genießt bei ihnen keine höhere Stellung, und dient nicht als Ideal. Sie glauben an die Ewigkeit der mohammedanischen Botschaft, die sich im Koran nach ihrer Ansicht offenbart wurde, und gerade deswegen hat keine Generation Vorrang vor einer Anderen. Erst dann kann der Rekurs auf die Vernunft und die modernisierende Auslegung gerechtfertigt.
Es ist auch fraglich, ob die Ereignisse des 13. Jh. die Salafiyya von heute zum Tage brachten. Klar werden bestimmte Autoren aus jener Zeit, wie Hanbal oder ... , gelesen, doch eine Blütezeit erlebte der sunnitische Islam mit dem Osmanischen Reich des 15-17 Jh., und da lässt sich nicht sagen, dass sie salafitisch regierten, oder weil ihr Islam der Frühgemeinde ähnelte.
Die Salafiyya ist m.E. ein Phänomen der Frühmoderne, die zu islamischen Ländern mit dem Europäischen Imperialismus kam. Salafiyya ist ein Produkt der Krise im Islam, die diese Auseinandersetzung mit dem Westen offen gelegt hat. Sowas kann man nicht im Kommentar ausführen. Aber noch eins.. ich sehe parallele zwischen dem christlichen Fundamentalismus und der Salafiyya. "Fundamentalism" im frühen 20 Jh war ein positiv geladener Begriff aus protestantischen Kreisen in den USA, die zu den Fundamenten der Religion kehren wollten, weil sie fühlten, die Religion von einem Zerfall bedroht gewesen sei. Beide sind Produkte einer Krise.
Gelesen werden Ahmad bin Hanbal und Ibn Taymiyya als Quellen aus dem 13. Jh. Das weist auf die Widersprüchlichkeiten der salafitischen Ideologie. Letztendlich dient die religiöse Literatur des 13. Jh. als Zugang zu dieser Frühgemeinde, was aus historischer Sicht zum Anachronismus führt.
Gelesen werden Ahmad bin Hanbal und Ibn Taymiyya als Quellen aus dem 13. Jh. Das weist auf die Widersprüchlichkeiten der salafitischen Ideologie. Letztendlich dient die religiöse Literatur des 13. Jh. als Zugang zu dieser Frühgemeinde, was aus historischer Sicht zum Anachronismus führt.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Gelesen werden Ahmad bin Hanbal und Ibn Taymiyya als Quellen aus dem 13. Jh. Das weist auf die Widersprüchlichkeiten der salafitischen Ideologie. Letztendlich dient die religiöse Literatur des 13. Jh. als Zugang zu dieser Frühgemeinde, was aus historischer Sicht zum Anachronismus führt.
Die Mongolen haben Bagdad seinerzeit zerstört und Schädelpyramiden an allen vier Himmelsrichtungen errichtet.
Wieso protestieren die Salafisten dann gegen Pro NRW und was zur Hölle wollen die hier?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls
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Es ist auffällig, dass eine Anlehnung an die Ur-Muslime eher skeptisch betrachtet wird und eine Anlehnung an die Ur-Christen eher als kaum erreichbar, aber vorbildlich angesehen wird.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls
Da fällt mir nur die Floskel ein, "erst nachdenken, dann reden". Wieso müssen Muslime, die der Meinung zu sein scheinen, dass man den Ur-Islam zu leben hat, das in Europa machen zu müssen. Man stelle sich vor, die Ur-Christen würden sich in deren Herkunftsländern, die sie schon seit deren Auswanderung nach Europa, das frühere römische Reicht im Westen, aufgegeben hatten, zurück gehen in den Nahen Osten, und dort das Ur-Christsein leben zu wollen, in dieser Form, mit dem Missionierungszwang wie die Salafisten es in Europa machen. gerade hier, wo es nur so wimmelt vom Haram. Was soll das alles. Das muss doch stutzig machen.
Und, vielleicht haben Sie das schon mitbekommen, in Europa z.B., dort wo jetzt die Salafisten ihre "Heilslehre" verbreiten wollen, hat man seit Jahrhunderten dafür gekämpft, von der Religion nicht mehr so bevormundet zu werden. So, wenn Sie so wollen, die Menschen haben es in manchen Gegenden des Erdreichs vorgezogen, ohne Relgion zu einem guten Lebensweg zu finden.
Warum jetzt auch noch die Ur-Christen mit ins Spiel bringen. Jemand, der meint, wie die Vorfahren vor ca. 1350 Jahren (denken wir mal nicht an die Zeitrechnung der Monde)leben zu müssen, solle doch begreiflich gemacht werden können, dass das der falsche Platz, diese Leben führen zu können, was sie ja oft genug noch nicht einemal in ihren Heimatländern führen können, weil sie dort von der muslimischen Allgemeinheit nicht akzeptiert werden.
Weg mit dem Ur-Christentum, weg mit dem Ur
RICHTIG: wenn Buddhisten oder Christen sich auf die gewaltfreie Botschaft ihrer Religionsbegründer zurückbesinnen, dann gilt das als vorbildlich, weil eben gewaltfrei.
Wenn sich dagegen Muslime wie die Salafisten auf Mohammed zurückbesinnen, dann gilt das als bedenklich, weil Mohammed ja Gewalt in Form von Hinrichtungen und Kriegen praktiziert hat.
Ist eigentliche ganz einfach, man kann sehr gut Buddhist oder Christ im Sinne der Original-Botschaften der Religionsstifter sein, ohne mit Demokratie, Menschenrechten oder Gewaltfreiheit in Konflikt zu geraten, aber man kann für die gleichen Werte einfach nicht Mohammed nachmachen, sondern muss sich einen reformierten Islam zulegen, das muss einfach mal ganz klar gesagt werden, dann weiß jeder wie es geht und fällt nicht auf die Rattenfänger herein.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls
Da fällt mir nur die Floskel ein, "erst nachdenken, dann reden". Wieso müssen Muslime, die der Meinung zu sein scheinen, dass man den Ur-Islam zu leben hat, das in Europa machen zu müssen. Man stelle sich vor, die Ur-Christen würden sich in deren Herkunftsländern, die sie schon seit deren Auswanderung nach Europa, das frühere römische Reicht im Westen, aufgegeben hatten, zurück gehen in den Nahen Osten, und dort das Ur-Christsein leben zu wollen, in dieser Form, mit dem Missionierungszwang wie die Salafisten es in Europa machen. gerade hier, wo es nur so wimmelt vom Haram. Was soll das alles. Das muss doch stutzig machen.
Und, vielleicht haben Sie das schon mitbekommen, in Europa z.B., dort wo jetzt die Salafisten ihre "Heilslehre" verbreiten wollen, hat man seit Jahrhunderten dafür gekämpft, von der Religion nicht mehr so bevormundet zu werden. So, wenn Sie so wollen, die Menschen haben es in manchen Gegenden des Erdreichs vorgezogen, ohne Relgion zu einem guten Lebensweg zu finden.
Warum jetzt auch noch die Ur-Christen mit ins Spiel bringen. Jemand, der meint, wie die Vorfahren vor ca. 1350 Jahren (denken wir mal nicht an die Zeitrechnung der Monde)leben zu müssen, solle doch begreiflich gemacht werden können, dass das der falsche Platz, diese Leben führen zu können, was sie ja oft genug noch nicht einemal in ihren Heimatländern führen können, weil sie dort von der muslimischen Allgemeinheit nicht akzeptiert werden.
Weg mit dem Ur-Christentum, weg mit dem Ur
RICHTIG: wenn Buddhisten oder Christen sich auf die gewaltfreie Botschaft ihrer Religionsbegründer zurückbesinnen, dann gilt das als vorbildlich, weil eben gewaltfrei.
Wenn sich dagegen Muslime wie die Salafisten auf Mohammed zurückbesinnen, dann gilt das als bedenklich, weil Mohammed ja Gewalt in Form von Hinrichtungen und Kriegen praktiziert hat.
Ist eigentliche ganz einfach, man kann sehr gut Buddhist oder Christ im Sinne der Original-Botschaften der Religionsstifter sein, ohne mit Demokratie, Menschenrechten oder Gewaltfreiheit in Konflikt zu geraten, aber man kann für die gleichen Werte einfach nicht Mohammed nachmachen, sondern muss sich einen reformierten Islam zulegen, das muss einfach mal ganz klar gesagt werden, dann weiß jeder wie es geht und fällt nicht auf die Rattenfänger herein.
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