Politikerinnen: Die Macht sei mit ihr
Angela Merkel ist nicht allein: Ostdeutsche Frauen jenseits der 50 übernehmen Verantwortung in der Politik. Was macht diese Generation so besonders? Drei Besuche
Irgendwann presst Brunhild Kurth die Hände auf die Tischplatte, sie drückt ihren Rücken fest durch und setzt einen Blick auf, der höchste Konzentration ausstrahlt. Sie spannt ihre Lippen an. Sie schweigt. Die Frage, die ihr sichtlich Unwohlsein bereitet, lautete: Führen Frauen anders? Sachsens Kultusministerin ringt um eine Antwort.
Nach langen Momenten der Stille sagt sie: Ja, Frauen führen anders. Was genau aber den Unterschied macht, das will Brunhild Kurth nicht sagen. Weil sie die Männer nicht abwerten wolle. Weil sie nicht als Männerhasserin dastehen will. Außerdem ist es ihr ein wenig unangenehm, über ihre Erfahrungen als arbeitende Frau in der DDR zu sprechen. Sie fürchtet Berichte, deren Subtext lautet: Brunhild Kurth lobt die DDR. Auch das ist ein Problem, wenn man mit ostdeutschen Politikerinnen über ihre Karrieren sprechen möchte.
Dabei würde man so vieles gerne erfahren: Ob es etwas zu bedeuten hat, dass sie, 58 Jahre alt, geboren in Burgstädt bei Chemnitz, jetzt Sachsens Kultusministerin ist. Dass sie, als Frau aus dem Osten, ein Ministerium führt, dem allein 27.000 Lehrer unterstehen. Tut sie dies anders, als westdeutsche Frauen, als Männer es tun würden?
Wer mächtige Ostfrauen trifft, das ist ein Eindruck des Gesprächs mit Brunhild Kurth, der trifft auf Frauen, die nur ungern sagen, wer sie sind. Warum sie mächtig geworden sind.
Brunhild Kurth vereint gleich zwei Alleinstellungsmerkmale für Führungskräfte: Sie ist eine Frau, und sie ist in der DDR sozialisiert. Wer Experten, Politiker, Bekannte fragt, ob ihnen mehr Karrieren wie diese einfallen, stößt zuerst auf Ratlosigkeit. Gesine Schwan? RBB-Intendantin Dagmar Reim? Leipzigs Uni-Rektorin Beate Schücking? Alles mächtige Frauen, stimmt, aber keine von ihnen ist in der DDR aufgewachsen. Kurth ist eine von wenigen.
Und doch schafften es ostdeutsche Frauen zwischen 50 und 65 in der Politik in letzter Zeit weit nach oben – sie, für die die Wende der Anfang einer Karriere war, die sie heraushob aus ihren Berufen als Lehrerinnen oder Wissenschaftlerinnen. Die Berühmteste ist Angela Merkel. Ihr folgten, beispielsweise: Johanna Wanka, 61, CDU, seit zwei Jahren niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur. Barbara Ludwig, 50, SPD, seit 2006 Oberbürgermeisterin von Chemnitz. Und eben Brunhild Kurth, 58, parteilos, seit März dieses Jahres sächsische Kultusministerin.
Eine Reise an ihre Arbeitsstätten, um Fragen zu stellen: Haben ostdeutsche Chefinnen etwas gemeinsam? Prägt es ihren Führungsstil, dass sie in einem Land aufgewachsen sind, in dem die Regierung für Krippenplätze sorgte und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz propagierte? In dem es keine feministische Bewegung gab, die für die materiellen Interessen der Frauen kämpfte; kämpfen musste? In Ostdeutschland gibt es, im Verhältnis zur Einwohnerzahl, mehr Frauen in relevanten Positionen als im Westen, sagt die Soziologin Hildegard Maria Nickel von der HU Berlin. Allerdings: Im Vergleich zu Westdeutschen hätten Ostdeutsche generell seltener Führungspositionen inne. »Die Tatsache, ostdeutsch zu sein, ist eine Blockade, für Männer wie für Frauen«, sagt Nickel.
Doch diese Blockade löst sich auf. Ostdeutsch und Frau, diese Kombination ist jetzt begehrt. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, ein Wittenberger von 58 Jahren, fällt immer wieder damit auf, das er die Frauen seiner Heimat lobpreist. Er rühmt sie als »unkompliziert« und »nüchterner«. Er sagt, Ostfrauen diskutierten nicht stundenlang, sie seien pragmatisch.
Wobei er diesen Vorzügen offenbar selbst noch nicht ganz traut: In Haseloffs Kabinett gibt es nur eine Ministerin, die aus der DDR stammt, Angela Kolb im Justizressort, geboren 1963 in Halle. Und wenn man die Frauen selbst fragt, ob Haseloff recht hat, ob sie wirklich pragmatischer sind und weniger gern streiten, dann widersprechen sie heftig. Johanna Wanka, die CDU-Ministerin in Hannover, die ostdeutsche Pionierin im Westen, schmunzelt. Die Aussagen Haseloffs halte sie für »zu pauschal«, denn: »Es gibt doch nicht die ostdeutsche Frau. Ich habe im Gegenteil die Schwäche, dass ich viel rede, diskutiere, gerne streite und manchmal ins Wort falle.« Manchen ihrer Westkolleginnen ähnele sie mehr als jenen im Osten: Birgitta Wolff zum Beispiel, der in Münster geborenen Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Sachsen-Anhalt. Sabine von Schorlemer, ihrer Westkollegin in Sachsen.
Die DDR-Gleichstellungspolitik, sagt Soziologin Nickel, sei vor allem eine der Angleichung der Frau an den Mann gewesen. »Insofern führen die Ostfrauen auch nicht anders als die Ostmänner«, folgert sie. Und sie sind stressresistent: Barbara Ludwig, die Chemnitzer Rathauschefin, erinnert sich, dass sie im Gegensatz zu den Westfrauen die Doppelbelastung von Anfang an gewöhnt war. Als Ludwig mit Mitte 30 von einer Kollegin gefragt wurde, wann sie gedenke, Kinder zu bekommen, war ihre Tochter schon in der Pubertät.
- Aufbau Frau
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Ostdeutsche Frauen machen auch deshalb häufig Karriere, weil West-Männer sie unterstützt haben. Vier Beispiele.
Bernhard Vogel (CDU) versuchte, eine Physikerin an die Staatsspitze zu befördern. Dagmar Schipanski wurde dann zwar nicht Bundespräsidentin, wohl aber Ministerin in Vogels Thüringer Kabinett. Erwin Sellering (SPD) beherrscht hingegen die Methode, Frauen groß, sich selbst aber nicht kleiner zu machen. 2008 holte er Manuela Schwesig auf seinen bisherigen Posten im Schweriner Sozialministerium – und wurde Regierungschef. Georg Milbradt (CDU) verhalf Helma Orosz, einer Ex-Krippenerzieherin, erst in sein sächsisches Kabinett, später ins Amt der Dresdner Oberbürgermeisterin. Und neben Udo Reiter, 20 Jahre Intendant des MDR, konnte Karola Wille Karriere machen: Einst Justiziarin, wurde sie im vorigen Jahr seine Nachfolgerin – Reiter überließ ihr das Aufräumen im damals skandalgeschüttelten Sender. DZ
Johanna Wanka erzählt, dass ihre Annahme, längst gleichberechtigt zu sein, bei BRD-Feministinnen auf Widerspruch stieß: »Am Anfang waren die Westfrauen immer ganz entsetzt, wenn ich gesagt habe, dass ich Oberassistent bin. Da haben die aufgejault: ›Das heißt: Oberassistentin!‹ Ich habe das gar nicht kapiert, das war mir wirklich unwichtig. Ich war immer der Meinung: Wenn man gut ist als Frau, dann schafft man es, man braucht keine besondere Förderung.« Brunhild Kurth erinnert sich an ähnliches Erstaunen: Nach der Wende besuchte sie, als Rektorin in Burgstädt, ihr Partnergymnasium in Baden-Württemberg. »Was? Sie leiten ein Gymnasium, mit Mitte 30 und als Frau?« Das fragte man sie da.
Die Frauen in den alten Ländern reagierten jedoch nicht nur mit Entsetzen auf die von einer feministischen Bewegung größtenteils unberührten Frauen aus dem Osten. Sie ermutigten ihre Kolleginnen auch, Macht zu ergreifen, um die sie selbst, in der alten BRD, stets hatten kämpfen müssen – und die dennoch oft außer Reichweite geblieben war. Eine von ihnen riet Barbara Ludwig: »Wenn du die Chance hast, geh dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden, und treffe sie selbst, sonst machen es andere!« Eines Tages verkündete Ludwig ihrem Kollegium: »Ich will mal Ministerin werden.« Sie schaffte es, 2004 berief Georg Milbradt sie in sein Kabinett.
Dessen Vorgänger, Kurt Biedenkopf, hatte noch von der erhöhten »Erwerbsneigung« der ostdeutschen Frau gesprochen, als wäre die selbstverständliche Teilhabe an der Lohnarbeit ein krankhafter Drang, der die Arbeitslosenquote unnötig in die Höhe treibe. In der Politik aber suchte man ostdeutsche Frauen ohne SED-Vergangenheit händeringend.
Ludwig, Kurth und Wanka eint, dass sie nach den Erfahrungen mit dem SED-Staat zunächst keiner Partei angehören wollten. Zwei von ihnen wurden dann doch Mitglied. »Aus Wut«, sagt Barbara Ludwig, die 1991 der SPD beitrat, weil sie sich ärgerte, dass die Sozialdemokraten sich nicht für das »Chemnitzer Schulmodell« interessierten, das sie als Lehrerin mitentwickelt hatte. »Aus Solidarität«, sagt Johanna Wanka, die nach der Spendenaffäre Helmut Kohls 2001 in die CDU eintrat, weil sie fand, dass sie das dem Einheitskanzler schuldig war. Brunhild Kurth, die sächsische Kultusministerin, ist noch ohne Parteibuch.
Anders als Ludwig, die die Macht ergreifen wollte, um selbst mitentscheiden zu können, sagt Kurth: »Der Begriff ›Führung‹; der Wunsch, eine bestimmte Führungsposition einzunehmen – das ist zweitrangig für mich. Wenn ich im Haus unterwegs bin, spielt es für mich keine Rolle, ob ich mit einem Referatsleiter oder einem Referenten spreche. Es kommt mir nicht auf Hierarchien und Funktionsstellen an.«
Sie hält sich für undogmatisch, und so sehen sich auch Wanka und Ludwig: Die Grenzen zwischen SPD- und CDU-Frauen verwischen, wenn Wanka vom Karriereknick werdender Mütter spricht und dabei die Versprechungen der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder entlarvt. Oder wenn SPD-Frau Ludwig den CDU-Politiker Biedenkopf beschreibt: »Er hatte eine Idee für das Land. Das ist ein Grundtyp von Politiker, den ich auch selbst verkörpern möchte.«
Weniger dogmatisch sind die Frauen auch deshalb, weil für ihren Aufstieg keine Parteikarriere nötig war: Nach drei Jahren Mitgliedschaft wurde Barbara Ludwig über die SPD-Liste in Sachsens Landtag gewählt. Wanka erzählt, wie sie, damals Hochschulrektorin in Merseburg, einfach irgendwann »gefragt« wurde, ob sie Ministerin werden wolle, 1994 zum ersten Mal, da sagte sie noch Nein, 1998 zum zweiten Mal. 2000 zum dritten Mal, da sagte sie Ja und wurde Wissenschaftsministerin – in Brandenburg. 2010 wurde Wanka erste Ostdeutsche in einem westdeutschen Länderkabinett. Dieser Wechsel nach Hannover war keiner Ostquote geschuldet, glaubt sie, sondern dem Zufall: »Ich weiß nicht, warum Christian Wulff mich gefragt hat. Er hat es nie gesagt, und ich habe nie gefragt.«
Männliche Förderer wurden für all diese Frauen wichtig. Die Beziehungen zu den immer männlichen Chefs beschreiben sie als durchaus streitbeladen. Ludwig sagt: »Ich hatte mit starken Männern auch erhebliche Konflikte, zum Beispiel mit Karl-Heinz Kunckel.« Der war in den neunziger Jahren Sachsens SPD-Chef. »Er ist dann über einen ausgetragenen Konflikt zu meinem Förderer geworden.« Und in einer schwierigen Zeit lernten sich Kunckels Nach-Nachfolger Thomas Jurk und Barbara Ludwig schätzen. »Der stand zu mir. Seitdem weiß ich, dass ich mich auf ihn verlassen kann«, sagt sie.
Im Amt musste Ludwig lernen, wie ungern Männer die Macht teilen. Einmal kritisierte ein Abgeordneter sie öffentlich. Später, in der Kantine, lobte er sie plötzlich. »Da habe ich gedacht: Scheuer ich dem jetzt eine?« Und dann war da die Ära Gerhard Schröder in der SPD; ein Höhepunkt des Machismo in der deutschen Politik. »Da wurden nach dem Trinken die Gläser gezählt«, sagt Ludwig, »und da dachte ich: Das ist so eine Kultur, die würde ich gerne mal anders haben.« Nach sieben Jahren im Parlament kürten Journalisten Ludwig zur Miss Landtag. »Das fand ich ziemlich peinlich.« Noch heute findet sie es wichtig, dass Frauen eigene Führungskurse belegen, sagt sie: um selbstbewusster zu werden. Sie selbst hat es so gemacht.
Ludwig, Kurth und Wanka: Diese Politikerinnen sind nicht vom Typus »altfeministische Kämpferinnen« wie etwa die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD). Als jene Ostfrauen in den Beruf einstiegen, gab es in ihrem Land keine feministische Bewegung, die in der Arbeitswelt für Gleichstellung hatte kämpfen müssen. Die drei sind geradezu in die Politik hineingeschwebt: Sie wurden ernannt, gefragt, ziemlich schnell gewählt. Erst jetzt, an der Macht, zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung, fechten sie ähnliche Kämpfe wie ihre Westkolleginnen: gegen den Sexismus im Politikbetrieb, gegen die Benachteiligung von Frauen in ihrem Regierungsbereich. Sie, die es in die Führungsetagen geschafft haben, empfinden heute nicht den Ost-West-, sondern den Mann-Frau-Unterschied als wichtiger in der Frage, was ihren Führungsstil ausmache. »Inzwischen bin ich der Meinung, dass es wirklich so etwas wie gläserne Decken für Frauen gibt«, sagt Johanna Wanka. Sie erinnert sich an ihre Studentinnen: »Wenn die merkten, das funktioniert nicht so gleichberechtigt, wie sie sich das immer gedacht hatten, dann war es oft schon zu spät.«
Als das Aufnahmegerät ausgestellt ist, wird Brunhild Kurths Körperhaltung entspannter. Die Ministerin lehnt ihren Rücken an die Stuhllehne, senkt ihre Hände und legt sie in den Schoß. Sie dreht den Stuhl etwas zur Seite. Zum ersten Mal lächelt sie wirklich. Frauen hätten vielleicht mehr Verständnis für familiäre Belange als Männer, überlegt Kurth. »Ich sehe keinen generellen Unterschied in Führungsstilen zwischen Ost- und Westfrauen.« Ja, so könne es gedruckt werden.





"Er rühmt sie als »unkompliziert« und »nüchterner«. Er sagt, Ostfrauen diskutierten nicht stundenlang, sie seien pragmatisch."
So habe ich die Ost Kolleginnen auch kennen gelernt. Das schloss aber Streiten nicht aus. Jedenfalls manchmal und es ging um die Sache. Da wüsncht man sich dann viel mehr Ost-Frauen in der Politik. Damit die Ideologinnen weniger werden.
Der DDR-Bürger Robert Havemann wurde zwischen 1979 - 1982 von der Stasi observiert.
Der WDR wollte vor einiger Zeit einen Bericht über die Stasi produzieren. Redakteure stießen auf ein Foto von Havemanns Haus, auf dem Foto war ANGELA MERKEL zu sehen, die sich dem Grundstück Havemann in der Zeit der Observation und der Isolation von Havemann näherte. Später wurde bekannt, das Frau Merkel die Aufgabe hatte die Observation selbst zu überwachen.
Das vom WDR gefundene Merkel-Bild durfte nicht gesendet werden, weil Angela Merkel die Ausstrahlung des Fotos im WDR Film untersagt hatte.
Solche Politiker sind verläßlich und berechenbar, weil sie nicht mit offenen Karten spielen können.
"...übernehmen Verantwortung in der Politik..." Niemand übernimmt "Verantwortung" in der Politik, keiner, niemand. Mit dieser hohlen Phrase wird immmer zu suggerieren versucht, hier wäre etwas positiven am Ablaufen, dem aber nicht so ist.
Verantwortung ohne Haftung ist lächerlich und nichts Positives. Kein Politiker haftet für Stuttgart 21, für BER, für Euro-Entscheidungen, für sonstige Katastrophenleistungen - das ist immer das Volk. Die allseits bekannte Phrase nach einer Wahl im Wahlstudio, abgesondert vom Wahlsieger, "Wir wollen Verantwortung übernehmen..." bedeutet nichts anderes, als konsequenzlos Macht auszuüben zu wollen. Man möge dies bitte auch so formulieren.
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.
Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au.
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Ganz entscheidender Punkt: In der DDR wurden die Frauen als Arbeitskräfte gebraucht, und so gefördert. Meine Mutter, Jahrgang 38, erzählte mir von Frauenförderung in ihrem Betrieb in den 60ern. Zweiter Entscheidender Punkt: Es gab Kinderkrippen- und gartenplätze für alle, dazu noch kostenlos. Dritter entscheidender Punkt: Es gab Haushaltstage und die Arbeitsplätze der Mütter waren nich tgefährdet, wenn sie beim kranken Kind zu Hause blieben oder mit ihm in der Arbeitszeit zum Arzt gingen.
Betrachten wir die Sache doch mal nüchtern:
Seit der Regentschaft vom Kohl sind wir immer mehr zur Quoten-Republik verkommen, in der peinlich darauf geachtet wird, dass die Quote stimmt. Da Frauen und Ossis einfach etwas unterrepräsentiert sind, erlaubt diese Quote auch eine doppelte Förderung. (Mal etwas böse ausgedrückt: Es ist für eine Organisation einfacher, lediglich eine Pappnase verkraften zu müssen, als zwei.)
Leider haben solche Quoten nicht nur die Eigenschaft Mittelmaß zu fördern, sie fördern auch Seilschaften.
Gerade beim Thema Osten kommen noch zwei wichtige Aspekte hinzu:
Die DDR war wirklich an einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf interessiert und hatte entsprechende Einrichtungen auch über das wirtschaftliche Maß hinaus gefördert. In (West-)Deutschland kann man zB. Betriebskindergärten mit der Lupe suchen.
Nach dem Untergang der DDR wurde der ganze Verwaltungsapparat nach und nach von SED- und Stasi-Schergen gesäubert. Da sind einige Stellen freigeworden und etliche Personen die Karriere-Leiter hochgefallen, die im Westen einige Jahre länger dafür gebraucht hätten.
Für mich ist es daher ziemlich müßig, nach dem "Besonderen" der ostdeutschen Politikerinnen zu suchen.
"Nach dem Untergang der DDR wurde der ganze Verwaltungsapparat nach und nach von SED- und Stasi-Schergen gesäubert."
Schön wäre es. Aber das halte ich für ein Gerücht.
"Nach dem Untergang der DDR wurde der ganze Verwaltungsapparat nach und nach von SED- und Stasi-Schergen gesäubert."
Schön wäre es. Aber das halte ich für ein Gerücht.
Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au.
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.
das klingt ja geradezu, als würden die westdeutschen Frauen nur nach Sonderrechten schreien und nicht wirklich arbeiten Zitat: "Sie wollen nämlich WIRKLICH arbeiten."
Ich habe genug toughe Frauen im Westen erlebt, die alles andere waren, als Heimchen am Herd.
Aber richtig ist natürlich: In der ehemaligen DDR waren die Frauen durch die Bank weg selbstständiger. Eine Errungenschaft des Sozialismus?
Das ist nicht in Ordnung. Sie sind mir in beinahe heimtückischer Weise zuvorgekommen mit Ihrem Kommentar. Sogar Ihre Punkteaufzählung hatte ich ähnlich formuliert, wenn auch in anderer Reihenfolge.
Insofern deckt sich das was Sie Berichten voll und ganz mit meinem Eindruck. Meine Empfehlung für den Kommentar.
P.S. Ich bin Westgote!
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke, die Redaktion/mk
das klingt ja geradezu, als würden die westdeutschen Frauen nur nach Sonderrechten schreien und nicht wirklich arbeiten Zitat: "Sie wollen nämlich WIRKLICH arbeiten."
Ich habe genug toughe Frauen im Westen erlebt, die alles andere waren, als Heimchen am Herd.
Aber richtig ist natürlich: In der ehemaligen DDR waren die Frauen durch die Bank weg selbstständiger. Eine Errungenschaft des Sozialismus?
Das ist nicht in Ordnung. Sie sind mir in beinahe heimtückischer Weise zuvorgekommen mit Ihrem Kommentar. Sogar Ihre Punkteaufzählung hatte ich ähnlich formuliert, wenn auch in anderer Reihenfolge.
Insofern deckt sich das was Sie Berichten voll und ganz mit meinem Eindruck. Meine Empfehlung für den Kommentar.
P.S. Ich bin Westgote!
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