Schauspieler Roger Moore: "Ich schwamm im Meer und stürzte in einen riesigen Strudel"
Schauspieler haben häufig Albträume, ich auch. Ich betrete zum Beispiel im Traum oft ein Theater. Ich spiele ein Stück, das ich nicht geprobt habe. Ich habe den Text nicht gesehen. Niemand will ihn mir geben. Ich gehe in die Garderobe. Es gibt dort keinen Platz für mich. Manchmal finde ich den Raum nicht, wo ich erwartet werde.
Oder ich irre durch ein Haus, das schon oft in meinen Träumen auftauchte. Es gibt darin einen langen Raum mit dunklen Teppichen. Eine Holztreppe führt nach oben. Ich gehe durch endlose Korridore, und ich komme nie dahin, wohin ich möchte. Irgendwann hebt sich der Vorhang, und ich stehe auf der Bühne und rufe: »Lasst mich den Text lesen!«
Ich habe keine Ahnung, was all das bedeutet. Ich habe es nie professionell analysieren lassen. Guter Gott! Ich glaube, ich würde jeden Analytiker in den Wahnsinn treiben. Träume, die man nachts hat, sind wie Aufräum- und Lagerprozesse für Informationen, die man tagsüber oder irgendwann in seinem Leben mal aufgenommen hat. Aber auch für Tagträume war ich zeitlebens immer anfällig. Das war überaus nützlich in der Schule, denn wenn ich tagträumte, sah ich aus, als hörte ich zu. Ich frage mich immer, wie Menschen große Schmerzen überstehen, Folter oder Verschüttungen bei einem Erdbeben. Ich glaube, es liegt an der Fähigkeit, die Realität komplett auszublenden und sich in eine Art Traumwelt zu begeben.
84, geboren in London, ist Schauspieler. Er wirkte in über 70 Filmen und TV-Serien mit. Berühmt wurde er in der Rolle des Geheimagenten James Bond, der in diesem Jahr sein 50. Dienstjubiläum auf der Leinwand feiert. Moore war zwölf Jahre lang und in sieben Filmen als 007 im Einsatz
Wovon könnte ich heute in meinem Alter noch träumen? Dass es eine halbe Stunde dauert, bis meine Haare trocken sind. Dieses Problem hätte ich wirklich gern wieder. Ich bin Fatalist, aber ich sehe immer die positiven Seiten. Die Bombe fällt auf jemand anderen, jemand anderes wird vom Bus überfahren. Das werde niemals ich sein. Im Grunde bin ich leichten Herzens. Außer wenn es um meine Gesundheit geht; da bin ich sehr ernst.
Es gibt diese Träume, von denen man sagt, sie kämen daher, dass man im Schlaf einen Atemzug verpasst hat, und davon wird man plötzlich wach und springt aus dem Bett. Das ist mir letztes Jahr passiert. Ich träumte, im Meer zu schwimmen. Da lag ein großer Baum mitten im Wasser, die Strömung wirbelte um ihn herum. Es bildete sich ein riesiger Strudel. Ich hörte meine Kinder vom Strand um Hilfe rufen und wollte umdrehen, dafür musste ich mich in den Strudel stürzen. Ich fiel aus dem Bett und prallte mit dem Kopf auf die Glasplatte eines Tischs. Meine Frau Kristina fand mich blutend auf dem Boden. Manchmal habe ich auch schon im Schlaf um mich geschlagen. Aber das war der brutalste Traum, den ich je hatte.
Am nächsten Tag hatte ich TV-Aufnahmen und konnte nur mit Sonnenbrille im Schatten aufgenommen werden. Meinem Manager erzählte ich, meine Frau habe mich geschlagen. Im Ernst: Kristina hat all das zerbrochene Glas weggeräumt.
Ich weiß nicht mehr, ob ich in dem Traum meine Kinder retten konnte. Aber es geht ihnen gut, sie leben noch.
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...er zu "Tagträumen" steht.
Mir haben sie über schwere Zeiten und Traumatisierungen hinweggeholfen.
Kann ich jedem empfehlen.
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