Wochenmarkt: Der Holunder blüht
Der perfekte Sommerdrink besteht aus einem Teil Holundersirup und vier Teilen Wodka. Für den Sirup pflückt der dänische Sternekoch René Redzepi auch gerne Blüten im Wald.
Draußen blüht jetzt der Holunder. Und einige von uns haben vielleicht schöne Erinnerungen, die mit diesem speziellen Duft zusammenhängen. Man kann an die Nachmittage in Omas Garten oder an die Verstecke am Rande des Schulhofs denken (der bekannte Kindervers geht so: »Ringel, Ringel, Reihe, sind der Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch, husch, husch«). Früher machten die Mütter Saft aus den dunklen Beeren, den sie zur Vorbeugung gegen Schnupfen, Rheuma und allerlei anderer Krankheiten reichten. Inzwischen begegnet der Holundersaft einem im Reformhaus als Anti-Aging-Kur wieder. Auch Holunderblütentee steht im Regal; sehr gesund. An einem lauen Sommerabend sollte man die Gedanken an Falten und Fieber allerdings auch mal beiseiteschieben. Aus Holunderblüten lässt sich nämlich auch so etwas Köstliches wie ein Sirup zubereiten.
Man sucht sich dazu einen Holunderbusch an einem möglichst verkehrsarmen Ort – und kann sich ein bisschen fühlen wie René Redzepi, der dänische Sternekoch, der sich seine Zutaten in den Wäldern um Kopenhagen gern selbst zusammensucht. Die Blüten am Holunderbusch sollten schon ganz geöffnet sein.
Man schüttelt sie gut aus, um eventuelle Bewohner loszuwerden. Auf keinen Fall sollte man die Blüten waschen, sonst geht das Aroma verloren. Man gibt die Holunderblüten zusammen mit den Zitronenscheiben, dem Zucker und dem (kalten) Wasser in einen dicht schließenden Topf. Das Ganze soll für ein bis zwei Tage an einem kühlen, dunklen Ort durchziehen.
Wenn die Flüssigkeit anfängt, nach Holunder zu duften, ist der Moment gekommen, die Blüten und die Zitronenscheiben herauszufischen. Man lässt die Flüssigkeit auf dem Herd einmal aufkochen, streut die Zitronensäure hinein und rührt, bis sich die letzten Kristalle aufgelöst haben. Dann wird der Sud durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb gegossen. Der aufgefangene Sirup sollte dann möglichst gleich in eine saubere, zuvor heiß ausgespülte Flasche gefüllt werden. So hält er sich länger, nämlich bis zu einem Jahr.
Der Sirup macht aus Mineralwasser eine interessante Schorle. Er lässt Champagner und Sekt wunderbar nach Sommer schmecken – und Wodka auch. Man sollte darauf achten, dass es ein guter Wodka ist, den man verwendet, und er sollte eisgekühlt sein. Man gibt für den Cocktail einen Teil Holunderblütensirup auf vier Teile Wodka. Schließlich kommen noch Eis und Limette hinzu.
Holunderblütensirup
15 Holunderblüten
1 in Scheiben geschnittene Bio-Zitrone
500 Gramm Zucker
1 Liter Wasser
10 Gramm Zitronensäure (aus der Apotheke)









würde ich erheblich mehr Holunderblüten nehmen, eine zweite Zitrone vielleicht, je nach Größe auch nur eine halbe - und dafür das Industrieprodukt Citronensäure (hat mit der aus der Fruchtisolierbaren Säure nur den Namen und die Formel gemeinsam, vgl. http://de.wikipedia.org/w... ) weglassen...
Schade nur: bei uns hier im Süden ist der Holder schon ziemlich durch - das Rezept ist also leider etwas spät dran. Gut aufheben - das Zeug kann was!
"Der perfekte Sommerdrink besteht aus einem Teil Holundersirup und vier Teilen Wodka."
Ih kann Ihnen hier versichern,dass es sich ohne "vier Teile Wodka" bei einem Holunderblütensirup definitiv um ein perfektes Sommergträmk handelt,vielleicht noch "perfekter"
sogar für den Sommer ohne Alkohol.
.... wo man jetzt noch Holunderblüten findet, muss aber ziemlich dunkel sein.
Mag sein, dass das im hohen Norden rund um Dänemark anders ist. Aber hier kommt der Vorschlag glatt 4 Wochen zu spät ;-)
Das Rezept kommt wirklich vier Wochen zu spät – selbst im Nordosten tragen die Holunderbüsche bereits Beerenansätze. Am besten pflückt man die Dolden kurz nach dem Aufblühen – wenn das Aroma am intensivsten und die Ansiedelung von Blattläusen am geringsten ist.
Das Schütteln der Dolden macht übrigens kaum Sinn – Blattläuse lassen sich so nicht entfernen. Da hilft nur genaues Hinschauen, ggf. Herausscheiden einzelner Partien. Und die Zitronensäure ist leider ein Muss, ohne sie wäre der Sirup nur wenige Wochen gekühlt haltbar. Füllt man ihn hingegen in dunkle Flaschen ab (bspw. Bügel-Bierflaschen) und stellt sie kühl (Keller oder Kühlschrank) kann man sie auch mehrere Jahre lagern. Falls der Sirup ein wenig ausflockt, sollte das normalerweise kein Problem sein.
...das "rumstehen lassen" kann man sich sparen, das benötigt man nur, wenn man NICHT kocht.
Holunder ist aber im Ggs. zu vielen anderen Blüten sehr geschmacksstabil und die Holunderinhaltsstoffe werden erst durch kochen ungiftig (bei den Blüten aber eher unkritisch).
Ich koche die Blüten sofort in einem Wasser-Zucker-Sud von 1 zu 1 auf. Entsafte eine Bio-Zitrone und gebe die halbe Schale auch dazu (Achtung bringt Bitteraromen die nicht jeder mag). Zitronensäure zusätzlich kann man (schmeckt ausgewogener), muss aber nicht, wenn man einigermaßen schnell und steril abfüllt, hält der Sirup auch so. Beim Türken hab ich die Säure übrigens schon im 250g Glas gesehen, sicher billiger als aus der Apotheke.
Zum trinken dann 1 Teil Sirup zu 10 Teilen Wasser (oder Alkohol ;-) Unser Kleiner trinkt das für sein Leben gern.
Was übrigens auch sehr lecker schmeckt ist Salbeiblütensirup (sollte man aber im Garten haben, der wächst selten wild), den aber nicht kochen (habs zumindest noch nicht probiert). Sogar aus Rosen kann man übrigens leckeren Sirup machen. Soll ja Leute geben, die gucken die lieber an *g*
In meinem Gartenholunder wohnen leider zu Beginn der Blüte schon ziemlich viele z.T. sehr winzige Viecher(vielkleiner als Blattläuse aber sehr zahlreich und kaum zu entfernen). Ich verlese die Blüten sehr gründlich bevor ich sie einlege ... und lasse den Sirup vor der der Abfüllung nochmal durch einen Kaffeefilter oder ein sehr feines Sieb laufen.Außerdem füge ich der Zuckerlösung noch einige sehr feine Scheiben Ingwer hinzu. Bei Freunden gab es neulich den bekannten Holunder-Prosecco als Aperitiv .... aber zusätzlich noch mit einem Blättchen frischer Minze im Glas, auch sehr lecker !
Passt zum Sommer einfach!
Auch sehr lecker, aber vielleicht etwas spät(;-)): die jungen Triebe von Tannen mit Wasser, Honig und Zitronensaft aufkochen, sieben, abkühlen lassen und mit Vodka mischen…
...blüht der Holler vielleicht auch noch Ende Juni.
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Schütteln ist Blödsinn!
Erstens haben die Viecher 6 oder mehr Beine zum festhalten, und zweitens - der Geschmack sitzt im Blütenstaub, und den sollte man tunlichst nicht abschütteln!
Daher auch nicht gerade nach einem Regenguß ernten!
Stark "belebte" Blüten bleiben am Strauch, das eine oder andere Tier ist geschmacklich absolut unkritisch...
10 Blüten je Liter gibt 'ne ziemlich dünne Brühe.
Zucker und Wasser aufkochen, abkühlen lassen, guter(!!!) Weißweinessig und Zitrone (mit Schale!) dazu, mindestens 20 Blüten je Liter Wasser, nach 5 bis 7 Tagen passieren, ich filtere noch durch einen Kaffeefilter - der hält auch kleinste Tierchen zurück.
Aufkochen zum haltbarmachen bedeutet Geschmacksverlust!
Besser permanent kühl lagern.
"Aufkochen zum haltbarmachen bedeutet Geschmacksverlust!"
Bei Holunder kann ich den eben nicht ausmachen. Der Holundergeschmack ist sehr dominant und ändert sich durch kochen nicht oder kaum. Ich behaupte sogar, dass mehr Geschmacksstoffe freigesetzt werden (Zellwände gehen kaputt).
"Besser permanent kühl lagern."
Brauchst du aber einen tiefen guten Keller oder einen großen Kühlschrank. Hab bestimmt 6 Halb-Liter-Flaschen gemacht und mein Kühlschrank ist immer schon rammelvoll :-)
"Aufkochen zum haltbarmachen bedeutet Geschmacksverlust!"
Bei Holunder kann ich den eben nicht ausmachen. Der Holundergeschmack ist sehr dominant und ändert sich durch kochen nicht oder kaum. Ich behaupte sogar, dass mehr Geschmacksstoffe freigesetzt werden (Zellwände gehen kaputt).
"Besser permanent kühl lagern."
Brauchst du aber einen tiefen guten Keller oder einen großen Kühlschrank. Hab bestimmt 6 Halb-Liter-Flaschen gemacht und mein Kühlschrank ist immer schon rammelvoll :-)
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