Welche Spezialisierungen gibt es?

Die sogenannte Allgemeinpsychiatrie umfasst alle möglichen Krankheitsbilder – von den affektiven Störungen (Depression und Manie) über schizophrene Psychosen (Wahnvorstellungen) bis zu Neurosen (Zwänge und Ängste), wobei man sich mit einzelnen intensiver auseinandersetzen kann. Darüber hinaus gibt es in der Regel Schwerpunktbildungen für Suchterkrankungen und Traumatherapie. Die Gerontopsychiatrie konzentriert sich auf Patienten, die älter als 65 Jahre sind, dabei geht es vor allem um Demenzerkrankungen. Kinder- und Jugendpsychiater wiederum müssen eine eigene Facharztausbildung absolvieren. Einzelne Häuser haben außerdem Abteilungen für Forensische Psychiatrie.

Was macht den Beruf zurzeit besonders spannend?

»Früher wurden wir von anderen Ärzten belächelt – von wegen ›Bei uns landen nur die hoffnungslosen Fälle‹«, sagt DGPPN-Präsident Falkai. »Dabei hat nur ein kleiner Prozentsatz unserer Patienten eine schlechte Prognose.« Erst durch breite gesellschaftliche Diskussionen wie nach dem Tod des Fußballtorwarts Robert Enke, der sich aufgrund von Depressionen das Leben genommen hatte, wandle sich die Stigmatisierung des Fachs allmählich: »Wir dürfen hinter dem Ofen hervorkommen.« Falkai, der an der Uni Göttingen zum Einfluss von regelmäßigem Sport auf das Gedächtnis von Schizophreniekranken geforscht hat, sieht »eine gute Zeit« für psychiatrische Studien. So werde gerade die Versorgungsforschung entdeckt, die sich die Frage stellt: »Wie können wir eine bessere Psychiatrie machen?« Spannend seien aber auch neue molekulargenetische Möglichkeiten, Tiermodelle und vor allem die bildgebenden Verfahren, »die es einem ermöglichen, dem Hirn beim Denken und Fühlen zuzusehen«, meint Falkai. »Wir bekommen ein besseres Verständnis vom gesunden Menschen und können damit auch Krankheiten besser verstehen.«