Strompreise: Das Klima hat seinen Preis
Wer macht uns wirklich arm – die Energiewende oder die Stromkonzerne?
Armut ist am besten von ganz oben zu erkennen. Jedenfalls Energiearmut. Aus dem Weltall ist sie zu besichtigen, bei Nacht. Afrika: schwarz. Weite Teile Asiens: schwarz. Ebenso Südamerika. Dagegen sind Japan, Nordamerika und Westeuropa hell erleuchtet. Strom? Licht? Ist in den Industrieländern kein Problem. Scheint jedenfalls so.
So ist es aber nicht. Energiearmut gibt es auch in den reichen Ländern der Erde. An Energie herrscht dort zwar kein Mangel. Aber arme Menschen können sie sich nicht immer leisten. Manche können ihre Stromrechnung nicht bezahlen. Andere müssen eisern sparen.
In Deutschland hat das eine Debatte darüber ausgelöst, wie gerecht – oder ungerecht – die Energiewende ist. Es heißt, die Reichen verdienen an ihr, weil sie sich auf ihre Häuser Solaranlagen schrauben und für den ins Netz eingespeisten Strom Geld bekommen, während die Armen dafür zahlen müssen.
So wie Familie Husseini (Name von der Redaktion geändert) in Berlin. In Kreuzberg, ein paar Hundert Meter vom Landwehrkanal entfernt, wohnen die Husseinis – er: Pizzabäcker, sie: Hausfrau – mit ihren drei Töchtern im Vorschulalter in einer schmucklosen Mietskaserne. Immerhin, die Wohnung hat drei Zimmer, Küche, Diele, Bad, Zentralheizung sogar. Das Sozialamt zahle die Miete, sagt Frau Husseini, nicht aber den Strom. Der Jahresverbrauch ist mit gut 3000 Kilowattstunden für eine fünfköpfige Familie eher bescheiden. Und dennoch: Monatlich 71 Euro überweisen die Husseinis an Vattenfall. 24,23 Cent für jede Kilowattstunde, darin enthalten 3,59 Cent Umlage zwecks Förderung des grünen Stroms.
Die Husseinis gehören nicht zu jenen, die angeblich schon elektrische Glühlampen durch Kerzen ersetzt haben. Beim Stromsparen helfen lassen sie sich trotzdem gern.
Deshalb sind Michael Grow und Mahammad Khalife bei den Husseinis. Die beiden waren einst selbst bedürftig, der eine Maler, der andere PC-Servicetechniker, beide wurden arbeitslos. Langzeitarbeitslos, bis sie bei der Caritas als Stromsparhelfer anfingen. Jetzt, nach einer mehrwöchigen Schulung, helfen sie Menschen, die wegen der Energiekosten in die Klemme geraten sind. Sie helfen damit auch sich selbst. Denn sie verdienen wieder Geld.
Stromspar-Check heißt die Sache mit dem doppelten Nutzen. Es gibt sie seit 2009, lange bevor die Reaktorkatastrophe von Fukushima die deutsche Energiepolitik erschütterte, lange bevor Atomausstieg und Energiewende – jedenfalls nach landläufiger Meinung – die Energiepreise steigen ließen. Das Bundesumweltministerium hat das Projekt, das vom Caritasverband und vom Verband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands durchgeführt wird, seither mit gut 13 Millionen Euro gefördert. Weniger Stromverbrauch ist schließlich auch praktizierter Klimaschutz.
In Kreuzberg bei den Husseinis machen sich die beiden Stromsparhelfer an die Arbeit. Stellen Fragen und klären auf, zum Beispiel über die angemessene Temperatur im Innern des Kühlschranks. Sie zählen die Anzahl der Glühbirnen, kontrollieren die Wattzahl, erkundigen sich nach den Benutzungsstunden. Inspizieren die Waschmaschine, die Wasserhähne, die Steckdose, an der ein Flachbildfernseher hängt. Sie fragen nach der Stromrechnung und nach dem letzten Bescheid des Sozialamts, der gerade nicht zu finden ist. Grow und Khalife sagen, es passiere häufiger, dass die Papiere nicht sofort da seien. Da könne man dann eben nichts machen.




zumindest einen Anteil der Aufschläge die Privathaushalte geniessen ebendfalls bekommen, kann nicht sein das privat fast doppelt soviel pro kwh zahlen.
Aber da muss ich Altmaier mal recht geben, Strom sollte kein Luxusgut werden; Strom lernt man erst richtig schätzen wenn er fehlt, zumindest durfte ich auch schonmal ein Quartal stromfrei geniessen, es gibt schöneres...
In der SZ wurde dargelegt, dass die EVU- und Netzbetreiber
eine mit der Privatisierung der STromherstellung und -verteilung Versorgungverpflichtung gegenüber dem Staat eingegangen sind.
Das bisherige System war/ist naturgemäss monopolistisch ausgelegt, was folglich zu ungerechtfertigten Strompreis-
erhöhungen und entsprechenden Gewinnen verführt!
Wenn Stromkonzerne 24-26% Gewinn machen in einem Sektor,
wo praktisch jeder Bürger zur Teilnahme (Strombezug) gezwungen ist (Grundvesorgungsgüter wie Wasser, Strassen, Abwasser, Gesundheit etc.) während in vergleichbaren Grossunternehmen Gewinne bei 4-8% (z.B. im Logistikbereich und man schon von 'Erfolg' spricht...) - dann ist da einfach was stinkend faul!
Es war ein fataler Fehler (für die Bürger) dass die Stromvesorgung privatisiert wurde und keine Kontrollen und Leitplanken dafür geschaffen wurden, dass diese monopolistischen Gebilde sich nicht zu einem nimmersatten Moloch auswachsen.
Dazu verfolge man aktuell die EnBW-Strory, wie da mit paar Milliarden eines Bundeslandes gezockt wurde!
Cui bono?
Der Auswuchs zeigt sich weiter darin, dass bsplsw. 2008 - im schlechtesten Wirtschaftsjahr der jüngeren Geschichte - die EVU bei 10% weniger Stromproduktion (= 10% weniger Stromverbrauch) in DE einen Rekordgewinn von 24 Milliarden €uro kassierten!
Und da waren sowieso schon alle Schlupflöcher durch Zukäufe
und Investionen etc. auch im AUSLAND (z.B. im Wettbewerb um die Beteiligung am span. Stromunternehmen ENDESA) gestopft!
Ist Mappus Schuld und ganz allgemein gesagt die Schuld von unwissenden unfähigen Politikern, die Infrastruktur ganzer Städte verkauft haben ums dann zu leasen.
Würde zu gerne wissen warum die auf so einen Schwachsinn immer wieder reinfallen...nix gelernt in der Schule ?
Kommentar 2: "Wenn Stromkonzerne 24-26% Gewinn machen ... während in vergleichbaren Grossunternehmen Gewinne bei 4-8% ... - dann ist da einfach was stinkend faul!"
Kommentar 2 mag Recht haben, dass Energieunternehmen wegen ihrer Monopolstellung überhöhte Gewinne machen. Hier aber geht er davon aus, Gerechtigkeit herrsche, wenn die *Umsatzrenditen* gleich seien (ich gehe davon aus, dass es sich darum handelt). Umsatzrenditen aber *müssen* sehr unterschiedlich sein, da der Umsatz pro Einheit eingesetzten Kapitals häufig sehr unterschiedlich ist.
Die oben genannten Zahlen haben also eine Aussagekraft von Null, Blank, Zero, Nichts. Schade, dass immer wieder mit völlig verfehlten Vergleichen Stimmung gemacht wird.
http://www.berliner-energ...
Ist Mappus Schuld und ganz allgemein gesagt die Schuld von unwissenden unfähigen Politikern, die Infrastruktur ganzer Städte verkauft haben ums dann zu leasen.
Würde zu gerne wissen warum die auf so einen Schwachsinn immer wieder reinfallen...nix gelernt in der Schule ?
Kommentar 2: "Wenn Stromkonzerne 24-26% Gewinn machen ... während in vergleichbaren Grossunternehmen Gewinne bei 4-8% ... - dann ist da einfach was stinkend faul!"
Kommentar 2 mag Recht haben, dass Energieunternehmen wegen ihrer Monopolstellung überhöhte Gewinne machen. Hier aber geht er davon aus, Gerechtigkeit herrsche, wenn die *Umsatzrenditen* gleich seien (ich gehe davon aus, dass es sich darum handelt). Umsatzrenditen aber *müssen* sehr unterschiedlich sein, da der Umsatz pro Einheit eingesetzten Kapitals häufig sehr unterschiedlich ist.
Die oben genannten Zahlen haben also eine Aussagekraft von Null, Blank, Zero, Nichts. Schade, dass immer wieder mit völlig verfehlten Vergleichen Stimmung gemacht wird.
http://www.berliner-energ...
Danke für diesen wohltuend informativen Artikel!
.....denn es wird noch sehr teuer, die Grenzen des Wachstums einzuhalten. Das wissen wir seit den 1970er offenbar. Da braucht man nur die damalige Literatur zu lesen. Nur wurde immer so getan, als würden wir die Maßnahmen alle ergreifen können ohne schwerwiegende Beschränkungen des Verhaltens. Diese Beschränkungen würden auch weitaus größer, wenn man ineffiziente Methoden des Sparens verwenden sollte. Leider sind die effizienten Methoden unpopulär.
.....denn es wird noch sehr teuer, die Grenzen des Wachstums einzuhalten. Das wissen wir seit den 1970er offenbar. Da braucht man nur die damalige Literatur zu lesen. Nur wurde immer so getan, als würden wir die Maßnahmen alle ergreifen können ohne schwerwiegende Beschränkungen des Verhaltens. Diese Beschränkungen würden auch weitaus größer, wenn man ineffiziente Methoden des Sparens verwenden sollte. Leider sind die effizienten Methoden unpopulär.
Während die Einen ihre Anwesen hell erleuchten, werden andere genötigt Sparbirnen und Kerzen zu nutzen.
Auf diesem abschüssigen Weg befinden wir uns.
Während die Einen sich im Wohlstand laben, besuchen andere täglich Deutschlands Suppenküchen.
In dieser EU hat sich ein dumpfer Geist auf den Weg gemacht.
".....müsse deshalb den Klimawandel verhindern ......"
Ich glaub, hier wurde etwas übers Ziel hinausgeschossen.
Will man demnächst auch "verhindern", daß ein Stein den Berg immer runterrollt - und niemals hoch?
Den Gedanken, daß wir Menschen einer sich ändernden Umwelt zu folgen haben, sollte man nicht zu weit verdrängen.
Ethische Leitlinien wie das christliche Völlerei-Verbot werden deshalb nicht falsch.
Aber mit naturwissenschaftlicher Exaktheit ableitbar ist das nicht.
Hatten die Grünen und Atomkraftgegner nicht immer gesagt ohne Atomstrom wird der Strom billiger. Komisch dass man von den so superschlauen Grünen zu diesem Thema ansolut nichts mehr hört.
...Behauptung auch mal einen tragfähigen Beleg?!
Ich kann mich an keine solche Äußerung irgendwelcher Grüner erinnern, aber gut es gibt ja viele von denen, hast du eine Quelle?
Langfristig wird Strom (inflationsbereinigt) wahrscheinlich tatsächlich billiger, regenerative Energie benötigt keinen ständigen Rohstoffnachschub, auch keine milliardenschweren Kraftwerke, Castoren und Endlager. Und das Beste: Gau's und Unfälle unversicherter KKWs in dicht besiedelten Regionen können auch nicht mehr passieren. Aber die Kosten um dieses Ziel zu erreichen, werden uns erstmal noch einige Jahrzehnte begleiten. Es sei denn der E-Cat funktioniert tatsächlich.
Das hat nichts mit "superschlau" zu tun, sondern damit, dass eine jahrzehntewährende naive und technikgläubige Fehlentwicklung korrigiert werden muss. Sowas kostet halt...
der herr vorholz ist mw ja so ein super-schlauer-
und nun hören sie ja hier-
die 1,7 billionen,die die irrwitzige energiewende kostet,sind nicht
der grund für steigende stromkosten-nein-
denn diese 1,7 billionen schüttet gott für die gutmenschen vom himmel
...Behauptung auch mal einen tragfähigen Beleg?!
Ich kann mich an keine solche Äußerung irgendwelcher Grüner erinnern, aber gut es gibt ja viele von denen, hast du eine Quelle?
Langfristig wird Strom (inflationsbereinigt) wahrscheinlich tatsächlich billiger, regenerative Energie benötigt keinen ständigen Rohstoffnachschub, auch keine milliardenschweren Kraftwerke, Castoren und Endlager. Und das Beste: Gau's und Unfälle unversicherter KKWs in dicht besiedelten Regionen können auch nicht mehr passieren. Aber die Kosten um dieses Ziel zu erreichen, werden uns erstmal noch einige Jahrzehnte begleiten. Es sei denn der E-Cat funktioniert tatsächlich.
Das hat nichts mit "superschlau" zu tun, sondern damit, dass eine jahrzehntewährende naive und technikgläubige Fehlentwicklung korrigiert werden muss. Sowas kostet halt...
der herr vorholz ist mw ja so ein super-schlauer-
und nun hören sie ja hier-
die 1,7 billionen,die die irrwitzige energiewende kostet,sind nicht
der grund für steigende stromkosten-nein-
denn diese 1,7 billionen schüttet gott für die gutmenschen vom himmel
Die dezentrale Energieversorgung mit dem Mix aus Solar, Wind, Biomasse usw wird auch durch RWE, EON, VATTENFALL, ENBW sowie der energieintensiven Wirtschaft nicht aufgehalten werden können. Kommunen, Unternehmen, und große Organisationen können In den nächsten Jahren auch ohne EEG mit ihren Dächern und Freiflächen sowie Fassaden und Biostoffen genügend Energie produzieren und diese selbst vermarkten. Städte und kleine Gemeinden können sich vom Netz unabhängig mit Energie versorgen.
Eine Abhängigkeit von Großkraftwerken oder Netzen für Windenergie aus Großanlagen im Norden ist nicht mehr notwendig. Die Speichertechnik wird sich so entwickeln, dass sich viele unabhänigg vom Netz selbst versorgen können. Die Energieversorgung kleiner Gemeinden wird damit zu einer Demokratiebewegung, die der Großindustrie den Stinkefinger zeigt. RWE, EON usw sollten sich lieber auf die Sicherheitsinvestitionen der Atomkrafte konzentrieren, die in Europa noch nicht abgeschaltet wurden.
...stimmt deine optimistische Einschätzung. Die Frage ist tatsächlich die nach dem politischen Willen und der ist in konservativen Bundesländern (vor allem Bayern und BaWü) bisher nicht gegeben, im Gegensatz zu engen Kontakten mit Energiekonernen...
Zitat aus dem Artikel:
"Es heißt, die Reichen verdienen an ihr, weil sie sich auf ihre Häuser Solaranlagen schrauben und für den ins Netz eingespeisten Strom Geld bekommen, während die Armen dafür zahlen müssen."
So was kann man in diesem Land immer wieder hören.
Will man sich eine Solaranlage aufs Dach setzten, bedarf es schon einer gewissen Entschlossenheit sich dieser Kritik zu stellen.
Ich denke es schreckt viele ab, wenn Typen wie Altmeier Stimmung gegen jeden machen, der seinen Solarstrom verkauft.
Das ist extrem optimistisch gedacht. Das Netz ist das große, ausgleichende Etwas, ohne das es nicht gehen wird. Wer das Netz hat, hat die Macht im E-Segment.
...stimmt deine optimistische Einschätzung. Die Frage ist tatsächlich die nach dem politischen Willen und der ist in konservativen Bundesländern (vor allem Bayern und BaWü) bisher nicht gegeben, im Gegensatz zu engen Kontakten mit Energiekonernen...
Zitat aus dem Artikel:
"Es heißt, die Reichen verdienen an ihr, weil sie sich auf ihre Häuser Solaranlagen schrauben und für den ins Netz eingespeisten Strom Geld bekommen, während die Armen dafür zahlen müssen."
So was kann man in diesem Land immer wieder hören.
Will man sich eine Solaranlage aufs Dach setzten, bedarf es schon einer gewissen Entschlossenheit sich dieser Kritik zu stellen.
Ich denke es schreckt viele ab, wenn Typen wie Altmeier Stimmung gegen jeden machen, der seinen Solarstrom verkauft.
Das ist extrem optimistisch gedacht. Das Netz ist das große, ausgleichende Etwas, ohne das es nicht gehen wird. Wer das Netz hat, hat die Macht im E-Segment.
...Behauptung auch mal einen tragfähigen Beleg?!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren