Technologie: Sekunden vor dem Beben
Kleine und billige Frühwarngeräte sollen in Zukunft bei Erdbeben Leben retten.
Erdbeben lassen sich bisher nicht vorhersagen. Geologen können zwar das Risiko für eine Region, eine Stadt und sogar eine bestimmte Straße recht genau bestimmen, doch wann es zur Erschütterung kommt, bleibt ihnen verborgen. Es kann heute passieren, in drei Monaten oder erst in Jahrzehnten. Trotzdem muss man sich von einem schweren Erdbeben nicht schicksalsergeben überraschen lassen. Schon einige Sekunden bevor die Erdstöße ihre zerstörerische Kraft entfalten, können Frühwarnsysteme Alarm auslösen. Geräte, die das ermöglichen, gibt es seit Jahrzehnten. In Japan sind Erdbeben-Frühwarnsysteme schon seit 50 Jahren im Einsatz. Beim ersten Anzeichen eines Bebens stoppen sie zum Beispiel die Shinkansen-Schnellzüge per Notbremsung. Doch die dafür eingesetzten Seismometer waren für den Hausgebrauch viel zu teuer. Ein deutscher Hersteller hat jetzt eine Erdbeben-Frühwarnanlage entwickelt, die sich fast jeder leisten kann.
Das kleine, weiße Gerät sieht aus wie ein Sicherungskasten und muss im Keller fest an Wand und Fußboden verankert werden. Mit einem schrillen Alarmton warnt es – je nach Entfernung des Epizentrums – wenige Sekunden bis zu einer Minute vor dem Beginn schwerer Erschütterungen. »In vielen besonders gefährdeten Ländern wie Indonesien oder Pakistan sind die meisten Gebäude nur ein- oder zweigeschossig«, sagt Jürgen Przybylak, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens secty electronics in Castrop-Rauxel. »Da ist man in wenigen Sekunden draußen und hat einen sicheren Standort.«
Auch in Hochhäusern kann selbst eine kurze Vorwarnzeit noch Leben retten. »Über das Gebäudemanagement stoppen wir im Ernstfall innerhalb weniger Sekunden die Fahrstühle auf der nächstgelegenen Etage und öffnen die Türen«, sagt Przybylak. Notschalter trennen automatisch Strom- und Gasleitungen von den Netzen. Die meisten Opfer und die größten materiellen Schäden gibt es bei einem Beben nämlich häufig durch Feuer, die von Kurzschlüssen in der Stromversorgung ausgelöst und oft von geborstenen Gasleitungen angefacht werden.
Die einfachste Ausführung kostet 2.000 Euro
Die Frühwarnung ist technisch möglich, weil ein Erdbeben seismische Wellen unterschiedlicher Art und Geschwindigkeit auslöst. »Die schnellste Erdbebenwelle ist glücklicherweise nicht die zerstörerische, sie kann als Warnwelle benutzt werden«, sagt der Erdbebenexperte Jochen Zschau vom Geoforschungszentrum Potsdam. »Erst danach kommen die verheerenden Sekundär- und Oberflächenwellen an.«
Zusammen mit einigen Kollegen hat Zschau die Software programmiert, die in dem kleinen Frühwarngerät steckt. Die Herausforderung war vor allem, die Zahl der Fehlalarme möglichst niedrig zu halten. »Wenn sie zu oft umsonst aufgeschreckt werden«, sagt der Seismologe, »reagieren die Leute irgendwann nicht mehr.«
In der einfachsten Ausführung mit zwei Sirenen kostet das Erdbebenwarngerät 2.000 Euro. Den vergleichsweise günstigen Preis erreicht secty electronics, indem bewährte Standardbauteile aus einer ganz anderen Branche verwendet werden. In den Warngeräten stecken Sensoren aus den Airbagsystemen der Autoindustrie. Diese Beschleunigungsmesser sind inzwischen so zuverlässig, dass sie bereits leichteste Bodenerschütterungen exakt registrieren.






aber wieso muß jedes Haushalt in den gefährdeten Regionen so ein Gerät haben ?
Reicht es denn nicht wenn z.B. in jeder Strasse so ein Gerät montiert wird ?
Finde ich auch, geniale Idee! Elegant auch deshalb, weil man sowieso schon massenproduzierte Bauteile verwenden kann. Theoretisch könnte man sicher auch ein Smartphone an die Kellerwand nageln und als Erdbebenwarngerät zweckentfremden. Die haben Bewegungssensoren, die so empfindlich sind, dass man theoretisch Tastenanschläge mitlesen kann, wenn das Smartphone neben der Tastatur liegt...
Wieviele Geräte man braucht, hängt sicher vor allem davon ab, wie man die Leute warnen will. Das Klingeln des Gerätes hört man sicher nur in dem einen Haus selbst. Aber wenn man alle Haushalte mit einer über Funk verbundenen Alarmglocke ausstattet, die auf ein Funksignal des Warngeräts losbimmelt, kann ein Kasten eine ganze Stadt versorgen. Oder das Ding verschickt Alarm-SMS an alle Handys im Einzugsgebiet.
Finde ich auch, geniale Idee! Elegant auch deshalb, weil man sowieso schon massenproduzierte Bauteile verwenden kann. Theoretisch könnte man sicher auch ein Smartphone an die Kellerwand nageln und als Erdbebenwarngerät zweckentfremden. Die haben Bewegungssensoren, die so empfindlich sind, dass man theoretisch Tastenanschläge mitlesen kann, wenn das Smartphone neben der Tastatur liegt...
Wieviele Geräte man braucht, hängt sicher vor allem davon ab, wie man die Leute warnen will. Das Klingeln des Gerätes hört man sicher nur in dem einen Haus selbst. Aber wenn man alle Haushalte mit einer über Funk verbundenen Alarmglocke ausstattet, die auf ein Funksignal des Warngeräts losbimmelt, kann ein Kasten eine ganze Stadt versorgen. Oder das Ding verschickt Alarm-SMS an alle Handys im Einzugsgebiet.
Finde ich auch, geniale Idee! Elegant auch deshalb, weil man sowieso schon massenproduzierte Bauteile verwenden kann. Theoretisch könnte man sicher auch ein Smartphone an die Kellerwand nageln und als Erdbebenwarngerät zweckentfremden. Die haben Bewegungssensoren, die so empfindlich sind, dass man theoretisch Tastenanschläge mitlesen kann, wenn das Smartphone neben der Tastatur liegt...
Wieviele Geräte man braucht, hängt sicher vor allem davon ab, wie man die Leute warnen will. Das Klingeln des Gerätes hört man sicher nur in dem einen Haus selbst. Aber wenn man alle Haushalte mit einer über Funk verbundenen Alarmglocke ausstattet, die auf ein Funksignal des Warngeräts losbimmelt, kann ein Kasten eine ganze Stadt versorgen. Oder das Ding verschickt Alarm-SMS an alle Handys im Einzugsgebiet.
Auch in Japan gibt es dieses Gerät für den Hausgebrauch schon. Es ist nämlich in jedes Handy integriert und gibt, wie wohl auch das oben beschriebene, einen ziemlich schrillen Ton ab.
Mein "persönlicher" Regkord liegt bei ca. 6-8 sek. Alarm bevor das Erbeben kam. Das reicht in vielen Situation oft schon aus um das Gas auszuschalten, sich vom Fenster zu entfernen oder einen anderen sicheren Platz zu suchen.
Trotzdem scheint das oben beschriebene Gerät noch eine größere Wundertüte zu sein. Denn einen Erdstoß eine Minute früher vorauszusagen scheint nahezu unmöglich. Deshalb bin ich auf das Gerät wahrlich gespannt.
Wunder, Wunder über Wunder...!" Peter Alexander so eine mitfühlende, abzockende Seele?
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