US-Unternehmen"Wir wollen mehr Steve Jobs"

Auch die US-Wirtschaft denkt um, sagt Harvard-Professor Rakesh Khurana. von 

DIE ZEIT: Professor Khurana, in Ihrem Bestseller Searching for a Corporate Savior beschrieben Sie 2002, dass die Konzerne sich als Chefs charismatische Leute von außerhalb holen. Haben sich die Dinge verändert?

Rakesh Khurana: Tatsächlich geben Firmen in den USA ihr Modell des charismatischen Outsiders auf. Stattdessen investieren sie mehr in die Weiterbildung und in die Führungsentwicklung. Und ihre Manager setzen neue Beispiele. Apple-Chef Tim Cook wusste nicht, wie er erklären sollte, dass er 75 Millionen Dollar in künftigen Dividenden mitnehmen würde. Also hat er das Geld ausgeschlagen.

Anzeige

ZEIT: Ist Apple ein Trendsetter?

Rakesh Khurana

lehrt  an der Harvard  Business School

Khurana: Apple, Google, andere. Moderne Unternehmen sehen ihre interne Kultur als Quelle von Wettbewerbsvorteilen. Mitarbeiter sind ihnen wichtig – früher wurden sie vor allem als Kostenfaktor gesehen. Damals sprachen wir über das Ende der Karriere: Mitarbeiter sprangen nur noch von einer Aufgabe zur nächsten. Jetzt kommt die Karriere zurück. Firmen versuchen, die Perspektive einer Laufbahn im technischen Bereich oder im Management zu eröffnen. Das Alte ist wieder neu.

ZEIT: Also müssen die Chefs heute auch ihre eigenen Nachfolger heranziehen?

Khurana: Das Thema wird jetzt ganz anders betrachtet, ja. Sie brauchen eine gute Ersatzbank und müssen Talente fördern. Dafür sehen wir heute weniger dieser Krönungen neuer CEOs. Die Chefs sollen mit den anderen arbeiten und ein echtes Top-Management-Team aufbauen.

ZEIT: Zeigt sich das auch in dem, was die Harvard Business School heute lehrt?

Khurana: Die Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) ändert sich. Unsere US-Wirtschaft muss in die industrielle Entwicklung investieren. Und wir wollen mehr unternehmerische Leute ausbilden und weniger solche, die nur auf Finanztransaktionen geeicht sind. Mehr Steve Jobs sozusagen, weniger Steven Schwarzmans (ein milliardenschwerer Private-Equity-Mann, Anm. d. Red.). Also verändern wir die Ausbildung und die ganze Erfahrung der Studenten. Am Ende sollten andere Karrieren als früher stehen.

ZEIT: Wie nachhaltig ist der neue Trend?

Khurana: Diese Veränderungen vollziehen sich in Zyklen, die 10 bis 20 Jahre dauern. Also haben wir noch einen ganz schönen Weg vor uns.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ist und bleibt Einzigartig...sowie seiner Zeit das ein Da Vinci war...

    Pitti Griffi Della Rovere - (Ein Apple Fan von Beginn an).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Was bitte war oder ist an Steve Jobs besonders? Muss mir entgangen sein...
    Hab nie ein Apple Produkt benutzt und vermisse absolut gar nix.
    Jobs war ein Blender, der in erster Linie von Anderen kopiert hat. Aber gut kopiert, dass muss man zugeben.

  2. Ideen-Klau und Sklaventreiberei? Und dann einen Menschen als Vorbild, der vllt nur 10% Genie war, als er bekommen hat.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie kaufen nicht bei Aldi, Lidl, H&M oder Kik ein..dann wäre alles ok.

    Steve Jobs war ein Marketing Genie, er war seinen Wettbewerbern immer mindesten 3 Schritte voraus, ist das was?

    Grüße
    P.G. Della Rovere

    Man muß sicherlich bei weitem nicht alles gutheißen, was Steve Jobs zu verantworten hat, und definitiv auch nicht Jünger seiner Kirche COJ (church of jobs) sein.

    Unbestreitbar ist aber selbst für die schärfsten Kritiker, daß der Mann ein exzellentes Gespür für Bedürfnisse der Kunden, neue Produkte und IT-Trends hatte, sowie ein Meister des Marketings und der Präsentation war. Das von im projezierte und als Begriff geprägte "reality distortion field" war einzigartig.

    Wieviele Jahre waren iPod, iPhone und iPad jeweils zum Zeitpunkt der Markteinführung der Konkurrenz voraus?

    Selbstverständlich tragen ein großer Stab von einigermaßen unsichtbaren Mitarbeitern und nicht zuletzt auch eine Million chinesischer Fließband-Arbeitersklaven zum Erfolg von Apple bei - aber der lenkende Kopf dieses großen Dampfers war nunmal Jobs, und es bleibt abzuwarten, ob sein Nachfolger Cook diese riesigen Fußstapfen auszufüllen vermag.

    Ein recht populäres Video bei Youtube zeigt seine Rede vor dem Stanford-Abschlußjahrgang 2005. Sehr inspirierend:
    > http://www.youtube.com/watch?v=D1R-jKKp3NA

    Schade, daß die letzten Jahre seines Tuns nur schwerlich die von ihm selbst gesetzten Maßstäbe kaum erfüllen, und er einen Vernichtungsfeldzug gegen die Konkurrenz gestartet hat, deren Gefechte auch heute täglich in den IT-News einschlagen, anstatt weiter durch Innovation und Triebkraft zu glänzen und sich so von der Konkurrenz abzusetzen.

    Aber wie heißt es doch gleich:
    De mortuis nil nisi bene ......

  3. Sie kaufen nicht bei Aldi, Lidl, H&M oder Kik ein..dann wäre alles ok.

    Steve Jobs war ein Marketing Genie, er war seinen Wettbewerbern immer mindesten 3 Schritte voraus, ist das was?

    Grüße
    P.G. Della Rovere

    Antwort auf "also mehr"
  4. Man muß sicherlich bei weitem nicht alles gutheißen, was Steve Jobs zu verantworten hat, und definitiv auch nicht Jünger seiner Kirche COJ (church of jobs) sein.

    Unbestreitbar ist aber selbst für die schärfsten Kritiker, daß der Mann ein exzellentes Gespür für Bedürfnisse der Kunden, neue Produkte und IT-Trends hatte, sowie ein Meister des Marketings und der Präsentation war. Das von im projezierte und als Begriff geprägte "reality distortion field" war einzigartig.

    Wieviele Jahre waren iPod, iPhone und iPad jeweils zum Zeitpunkt der Markteinführung der Konkurrenz voraus?

    Selbstverständlich tragen ein großer Stab von einigermaßen unsichtbaren Mitarbeitern und nicht zuletzt auch eine Million chinesischer Fließband-Arbeitersklaven zum Erfolg von Apple bei - aber der lenkende Kopf dieses großen Dampfers war nunmal Jobs, und es bleibt abzuwarten, ob sein Nachfolger Cook diese riesigen Fußstapfen auszufüllen vermag.

    Ein recht populäres Video bei Youtube zeigt seine Rede vor dem Stanford-Abschlußjahrgang 2005. Sehr inspirierend:
    > http://www.youtube.com/watch?v=D1R-jKKp3NA

    Schade, daß die letzten Jahre seines Tuns nur schwerlich die von ihm selbst gesetzten Maßstäbe kaum erfüllen, und er einen Vernichtungsfeldzug gegen die Konkurrenz gestartet hat, deren Gefechte auch heute täglich in den IT-News einschlagen, anstatt weiter durch Innovation und Triebkraft zu glänzen und sich so von der Konkurrenz abzusetzen.

    Aber wie heißt es doch gleich:
    De mortuis nil nisi bene ......

    Antwort auf "also mehr"
  5. ist ein Epochenwechsel bei den Führungspersönlichkeiten?
    Für so eine Ankündigung lese ich erstaunlich viel blabla: "Die Karriere kommt zurück", "es wird mehr in Weiterbildung investiert" und alles passiert in "Zyklen".
    Mir gelingt es nicht eine Information, oder gar die großartige Ankündigung aus der Artikelvorschau aus diesen drei Zeilen zu ziehen.

  6. 6. ?????

    Was bitte war oder ist an Steve Jobs besonders? Muss mir entgangen sein...
    Hab nie ein Apple Produkt benutzt und vermisse absolut gar nix.
    Jobs war ein Blender, der in erster Linie von Anderen kopiert hat. Aber gut kopiert, dass muss man zugeben.

    Antwort auf "Steve Jobs"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wissen Sie nicht wirklich viel...sorry..

    Leihen Sie sich mal seine Biographie aus dann erfahren Sie was er außer Apple noch alles geleistet hat, das muss ich Ihnen nicht beibringen.

    Wenn man Trabi ein Leben lang gefahren ist dann vermisst man auch kein Ferrari.

    Ich besitze ein Macbook, ein Iphone und ein Ipad 3...die möchte ich ganz und gar nicht vermissen und kein anderes Produkt kommt mir in die Tüte denn es wäre immer deutlich schlechter sowohl qualitativ als auch optisch.

    so viel zu ????

  7. wissen Sie nicht wirklich viel...sorry..

    Leihen Sie sich mal seine Biographie aus dann erfahren Sie was er außer Apple noch alles geleistet hat, das muss ich Ihnen nicht beibringen.

    Wenn man Trabi ein Leben lang gefahren ist dann vermisst man auch kein Ferrari.

    Ich besitze ein Macbook, ein Iphone und ein Ipad 3...die möchte ich ganz und gar nicht vermissen und kein anderes Produkt kommt mir in die Tüte denn es wäre immer deutlich schlechter sowohl qualitativ als auch optisch.

    so viel zu ????

    Antwort auf "?????"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aber eine markante Persönlichkeit, die für Apple enorm wichtig war - ja das war er.

    Fanboi, Fangurl, kennen Sie die Theorie der kognitiven Dissonanz? Vielleicht kennen Sie nicht den Namen, aber sie wissen genau, was ich meine.

    "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das ein Reicher in den Himmel kommt"
    [...]

    C

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

  8. Aber eine markante Persönlichkeit, die für Apple enorm wichtig war - ja das war er.

    Antwort auf "vom hören sagen"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Schlagworte Management | Unternehmen | USA
Service