Kinderbetreuung: Kein Platz für Kinder
Noch immer suchen Eltern verzweifelt nach guter Betreuung, aber es fehlt nicht nur an Geld. Eine Besichtigungsreise durch die deutschen Kitas
Lars Gerold ist kein Mensch, der leicht in die Knie geht. Beruflich ist er oft in Krisenländern unterwegs, zuletzt kümmerte er sich um den Aufbau neuer Hochschulen im Irak und in Afghanistan, früher um Gefängnisreformen und Anti-Folter-Programme. An seine Grenzen kommt er beim Versuch, eine gute und bezahlbare Kinderbetreuung für seine Töchter Carla, sechs Jahre alt, und Martha, drei Monate, zu organisieren.
Bonn-Dottendorf an einem Mittwochabend, zwei Dutzend Erwachsene haben sich in einem roten Holzhäuschen mit großem Garten versammelt. Tagsüber werden hier Kinder unter drei Jahren betreut, jetzt sitzen Eltern im Kreis auf Kinderstühlen und versuchen, einen guten Eindruck zu machen. Alle wollen für ihr Kind einen Platz im neuen Jahr, auch Lars Gerold, sie stellen sich vor und erzählen, was sie in ihrer Freizeit für die Initiative leisten könnten.
Gartenarbeit? Kein Problem! Wände streichen, am Wochenende putzen? Klar. Kindermöbel reparieren? Einige Eltern, fast ausnahmslos junge Akademiker, klingen plötzlich, als hätten sie ihre Doktortitel bei Ikea gemacht. Einem Journalisten fällt ein, er könne Sponsoren suchen. Eine Mitarbeiterin des Bundesrechnungshofs will bei der Buchhaltung helfen.
Dabei gibt es nur einen einzigen freien Platz. Aber das wissen die Eltern in diesem Moment noch nicht. Zum Schluss stellt sich eine Mutter vor, die erst wenige Tage vorher entbunden hat.
Die Frau tat ihm leid, sagt Lars Gerold. Es war einer von vielen Momenten seiner monatelangen Suche, in denen er wütend war.
750.000 neue Kitaplätze innerhalb von fünf Jahren hat die Bundesregierung in der vorigen Legislaturperiode angekündigt, ein großes Versprechen. Gegeben wurde es in einer Zeit, als ständig vom Geburtenrückgang die Rede war. Man hoffte damals, es könnte sich etwas daran ändern, wenn Eltern leichter Job und Familie unter einen Hut brächten.
Von Anfang an war das ein kühnes Vorhaben, schließlich ist die Bundesregierung für die Kinderbetreuung nicht zuständig. Der Bund hilft zwar mit Geld, aber die Kommunen müssen am Ende das Berliner Versprechen erfüllen. Viele werden das aus Geldnot nicht schaffen. Einige wollten es nie. Vielen Konservativen, vor allem in der CSU, gefiel das Projekt von Anfang an nicht. Die Partei verlangte als Gegenleistung das Betreuungsgeld.





ist nach alter Schule pleite gegangen, genau so wie alle, die kein Auskommen mit dem Einkommen haben. :))
Zur sogenannten Qualität der DDR-Krippenerziehung:
http://www.dradio.de/dlf/...
...dürfte demnach ebenso prekär sein, denn wenn man kein Auskommen mit dem Einkommen hat, gehen irgendwann die Lichter aus. In einigen europäischen Ländern ist das ja schon der Fall. In der BR Deutschland ist zwar ein Einkommen vorhanden, wird aber zweckentfremdet eingesetzt, z.B. um Banken und deren Kapitaleigner zu bedienen.
Apropos ihr "Buchtip". Belastende, vielleicht sogar traumatisierende Erfahrungen habe ich in der Kinderkrippe nicht durchlebt, ich kenne auch keine einziges Kind das traumatisiert wurde. Übrigens werden Studien ja immer von irgendwem in Auftrag gegeben und finanziert. Da der Auftraggeber allerdings auch ein entsprechendes Ergebnis verlangt, kann man kein objektiv dargestelltes Bild über die Kinderkrippen in der DDR erwarten.
...dürfte demnach ebenso prekär sein, denn wenn man kein Auskommen mit dem Einkommen hat, gehen irgendwann die Lichter aus. In einigen europäischen Ländern ist das ja schon der Fall. In der BR Deutschland ist zwar ein Einkommen vorhanden, wird aber zweckentfremdet eingesetzt, z.B. um Banken und deren Kapitaleigner zu bedienen.
Apropos ihr "Buchtip". Belastende, vielleicht sogar traumatisierende Erfahrungen habe ich in der Kinderkrippe nicht durchlebt, ich kenne auch keine einziges Kind das traumatisiert wurde. Übrigens werden Studien ja immer von irgendwem in Auftrag gegeben und finanziert. Da der Auftraggeber allerdings auch ein entsprechendes Ergebnis verlangt, kann man kein objektiv dargestelltes Bild über die Kinderkrippen in der DDR erwarten.
Ich möchte mal wissen, wo diese Zahl herkommt.
Soweit ich informiert bin, verdient ein Erzieher ca. 1600 brutto. Rechnet man also einen Erzieher pro 4 Kinder (realistischer sind ja eher 6 oder 8) a 8h Betreuungszeit, dann bleiben ja 3200 € für diese 4 Kinder übrig. Selbst die Instandsetzung des Gebäudes, der Strom, das Wasser und die Verwaltung können unmöglich 3200 € verschlingen (außer man betreibt die Kita in der Innenstadt von München). Außerdem kommt noch der Elternbeitrag von sagen wir mal 200 € dazu, die man ja dann auch noch ausgeben könnte.
Also woher um Himmels willen nehmen sie diese Zahlen?
Außerdem scheint es ja in Kanada für 900€ zu gehen bei insgesamt höheren Lebenshaltungskosten.
Also bitte geben Sie doch mal eine Quelle an. Danke.
nur die Quellen einmal lesen würden, die ich bisher angeführt habe, dann hätten sich Ihre Frageb erübrigt. Dort steht das schwarz auf weiß.
Wenn in Deutschland eine Krippenerzieherin 1600 Euro brutto verdient, dann kommen für den Arbeitgeber noch einmal etwa 80 Prozent dazu - für Arbeitgeberanteil, Versicherungen, Abgaben für z.B. Berufsgenossenschaften und Co. Das bedeutet, dass Sie bei vier Erzieherinnen Gehalteskosten von mindestens 10-12.000 Euro monatlich haben. Dann müssen Sie Gebäudemieten rechnen, Kosten für den Unterhalt, Garten, Rasen, Gelände etc. Auch hier fallen nochmal Versicherungen an, Gebäudehaftpflicht etc. D.h. Sie müssen mindestens mit 1000 Euro monatlich an Kaltmiete rechnen, eher mehr. Zuzüglich Heiz- und Nebenkosten, Gebühren für Strom, Abfall etc. Sie müssen die Sanitäreinrichtungen entsprechend den Gesetzesvorlagen haben, die Küchen unterliegen bestimmten Vorschriften etc.
Nicht gerechnet sind Fortbildungskosten, Zusatzkosten durch Ausfall bei Krankheit, Urlaub, Schwangerschaft - es müssen Vertretungen organisiert werden, wenn man den Betreuungsschlüssel halten will. Vier Erzieherinnen haben vier mal sechs Wochen Urlaub im Jahr, das sind vierundzwanzig Wochen, macht fast ein halbes Jahr. Dieser Urlaub muss bezahlt werden und zusätzlich eine Vertretung organisiert werden, die auch bezahlt werden will.
Zitat Prof Anne Lenze:
" Ein guter Krippenplatz kostet in Westdeutschland ungefähr 1.400 Euro im Monat, keinesfalls aber weniger als 1.200 Eur"
nur die Quellen einmal lesen würden, die ich bisher angeführt habe, dann hätten sich Ihre Frageb erübrigt. Dort steht das schwarz auf weiß.
Wenn in Deutschland eine Krippenerzieherin 1600 Euro brutto verdient, dann kommen für den Arbeitgeber noch einmal etwa 80 Prozent dazu - für Arbeitgeberanteil, Versicherungen, Abgaben für z.B. Berufsgenossenschaften und Co. Das bedeutet, dass Sie bei vier Erzieherinnen Gehalteskosten von mindestens 10-12.000 Euro monatlich haben. Dann müssen Sie Gebäudemieten rechnen, Kosten für den Unterhalt, Garten, Rasen, Gelände etc. Auch hier fallen nochmal Versicherungen an, Gebäudehaftpflicht etc. D.h. Sie müssen mindestens mit 1000 Euro monatlich an Kaltmiete rechnen, eher mehr. Zuzüglich Heiz- und Nebenkosten, Gebühren für Strom, Abfall etc. Sie müssen die Sanitäreinrichtungen entsprechend den Gesetzesvorlagen haben, die Küchen unterliegen bestimmten Vorschriften etc.
Nicht gerechnet sind Fortbildungskosten, Zusatzkosten durch Ausfall bei Krankheit, Urlaub, Schwangerschaft - es müssen Vertretungen organisiert werden, wenn man den Betreuungsschlüssel halten will. Vier Erzieherinnen haben vier mal sechs Wochen Urlaub im Jahr, das sind vierundzwanzig Wochen, macht fast ein halbes Jahr. Dieser Urlaub muss bezahlt werden und zusätzlich eine Vertretung organisiert werden, die auch bezahlt werden will.
Zitat Prof Anne Lenze:
" Ein guter Krippenplatz kostet in Westdeutschland ungefähr 1.400 Euro im Monat, keinesfalls aber weniger als 1.200 Eur"
"547 Euro pro Kita-Platz im Monat - so funktioniert die Finanzierung"
siehe http://www.abendblatt.de/...
...dürfte demnach ebenso prekär sein, denn wenn man kein Auskommen mit dem Einkommen hat, gehen irgendwann die Lichter aus. In einigen europäischen Ländern ist das ja schon der Fall. In der BR Deutschland ist zwar ein Einkommen vorhanden, wird aber zweckentfremdet eingesetzt, z.B. um Banken und deren Kapitaleigner zu bedienen.
Apropos ihr "Buchtip". Belastende, vielleicht sogar traumatisierende Erfahrungen habe ich in der Kinderkrippe nicht durchlebt, ich kenne auch keine einziges Kind das traumatisiert wurde. Übrigens werden Studien ja immer von irgendwem in Auftrag gegeben und finanziert. Da der Auftraggeber allerdings auch ein entsprechendes Ergebnis verlangt, kann man kein objektiv dargestelltes Bild über die Kinderkrippen in der DDR erwarten.
wären sie auch auf Sendungen über sehr umfangreiche Untersuchungen zu DDR-Zeiten gestoßen, die nach meiner Erinnerung an über 100.000 Kindern durchgeführt wurden, die dann aber zu DDR-Zeiten nicht veröffentlicht wurden, weil das Ergebnis nicht ins DDR-Bild passte, dass in Krippen verwahrte Kinder einen Vorteil gegebüber zu Hause erzogenen Kindern hätten, und das schließt natürlich auch viele tatsächlich traumatisierte Kinder mit ein. Wären das Ausnahmen gewesen, hätte es in der DDR keinen Grund gegeben, diese einfach nicht mit zu benennen und die Überlegenheit des Krippensystems mit diesen Untersuchungen zu begründen, denn Schönfärberei aus politischen Gründen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hatte, war ja zu DDR-Zeiten üblich.
wären sie auch auf Sendungen über sehr umfangreiche Untersuchungen zu DDR-Zeiten gestoßen, die nach meiner Erinnerung an über 100.000 Kindern durchgeführt wurden, die dann aber zu DDR-Zeiten nicht veröffentlicht wurden, weil das Ergebnis nicht ins DDR-Bild passte, dass in Krippen verwahrte Kinder einen Vorteil gegebüber zu Hause erzogenen Kindern hätten, und das schließt natürlich auch viele tatsächlich traumatisierte Kinder mit ein. Wären das Ausnahmen gewesen, hätte es in der DDR keinen Grund gegeben, diese einfach nicht mit zu benennen und die Überlegenheit des Krippensystems mit diesen Untersuchungen zu begründen, denn Schönfärberei aus politischen Gründen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hatte, war ja zu DDR-Zeiten üblich.
nur die Quellen einmal lesen würden, die ich bisher angeführt habe, dann hätten sich Ihre Frageb erübrigt. Dort steht das schwarz auf weiß.
Wenn in Deutschland eine Krippenerzieherin 1600 Euro brutto verdient, dann kommen für den Arbeitgeber noch einmal etwa 80 Prozent dazu - für Arbeitgeberanteil, Versicherungen, Abgaben für z.B. Berufsgenossenschaften und Co. Das bedeutet, dass Sie bei vier Erzieherinnen Gehalteskosten von mindestens 10-12.000 Euro monatlich haben. Dann müssen Sie Gebäudemieten rechnen, Kosten für den Unterhalt, Garten, Rasen, Gelände etc. Auch hier fallen nochmal Versicherungen an, Gebäudehaftpflicht etc. D.h. Sie müssen mindestens mit 1000 Euro monatlich an Kaltmiete rechnen, eher mehr. Zuzüglich Heiz- und Nebenkosten, Gebühren für Strom, Abfall etc. Sie müssen die Sanitäreinrichtungen entsprechend den Gesetzesvorlagen haben, die Küchen unterliegen bestimmten Vorschriften etc.
Nicht gerechnet sind Fortbildungskosten, Zusatzkosten durch Ausfall bei Krankheit, Urlaub, Schwangerschaft - es müssen Vertretungen organisiert werden, wenn man den Betreuungsschlüssel halten will. Vier Erzieherinnen haben vier mal sechs Wochen Urlaub im Jahr, das sind vierundzwanzig Wochen, macht fast ein halbes Jahr. Dieser Urlaub muss bezahlt werden und zusätzlich eine Vertretung organisiert werden, die auch bezahlt werden will.
Zitat Prof Anne Lenze:
" Ein guter Krippenplatz kostet in Westdeutschland ungefähr 1.400 Euro im Monat, keinesfalls aber weniger als 1.200 Eur"
wären sie auch auf Sendungen über sehr umfangreiche Untersuchungen zu DDR-Zeiten gestoßen, die nach meiner Erinnerung an über 100.000 Kindern durchgeführt wurden, die dann aber zu DDR-Zeiten nicht veröffentlicht wurden, weil das Ergebnis nicht ins DDR-Bild passte, dass in Krippen verwahrte Kinder einen Vorteil gegebüber zu Hause erzogenen Kindern hätten, und das schließt natürlich auch viele tatsächlich traumatisierte Kinder mit ein. Wären das Ausnahmen gewesen, hätte es in der DDR keinen Grund gegeben, diese einfach nicht mit zu benennen und die Überlegenheit des Krippensystems mit diesen Untersuchungen zu begründen, denn Schönfärberei aus politischen Gründen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hatte, war ja zu DDR-Zeiten üblich.
und noch weniger gehandelt wird, schließlich sind die Kinder die Zukunft eines Landes, und eine Vollverkrippung wird zu vielen sozioemotionalen Krüppeln führen, wie sie manche kommunistisch/sozialistische Diktaturen zurückgelassen haben.
und das hat sie mit der heute existierenden durchaus gemeinsam. Derzeit sind ganze 2% der Krippen gut bis sehr gut, also jede 50. Krippe, ein Drittel ist sogar mangelhaft.
Der Unterschied bestand nur in der beinahe flächendeckenden Inanspruchnahme der Krippen zu DDR-Zeiten, und davon sind wir, Gott sei Dank, noch ein Stück entfernt, aber wir nähern uns diesem Zustand, Dank Krippenplatzgarantie ohne ein der Krippenplatzsubventionierung vergleichbar hohes Betreuungsgeld, das gibt es nur für Besserverdiende im ersten Jahr unter anderem Namen.
Der Zusammenbruch des Systems wird sich nicht allein daran festmachen lassen, so wie auch die DDR nicht nur wegen der Krippen untergegangen ist, aber sie haben ein gutes Stück dazu beigetragen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren