Kunst in PermDas ist nicht russisch, weg damit!

Kunst sollte Perm zur aufregendsten Stadt Russlands machen. Nun ist die Aufregung da, anders als gedacht. von 

Das hölzerne "Permer Tor" in der Stadt Perm

Das hölzerne "Permer Tor" in der Stadt Perm  |  © Aleksey Gushchin

Aus Perm am Ural wollten die jungen Leute immer fort. Vor hundert Jahren nahm es Tschechow zum Vorbild der langweiligen Garnisonsstadt im Osten, in der sich die drei Schwestern seines Dramas verzweifelt nach Moskau sehnen. Als die Permer nach dem Ende der Sowjetunion plötzlich gehen konnten, gingen so viele, dass Perm seinen Status als östlichste Millionenstadt Europas verlor. Vor vier Jahren begann die neuerliche Wende. Seither arbeiten ein visionärer Kurator und ein ehrgeiziger Gouverneur daran, Perm zum aufregendsten Ort Russlands zu machen. Sie haben ein Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet und wollen die öde Industriestadt in einen Hort der Avantgarde verwandeln – eine Kulturrevolution von oben, die nicht jeden begeistert.

Da ist zum Beispiel Pawel Gudjanow. Er wartet an der Ecke zur Leninstraße. »Die haben sie fast vollständig okkupiert«, sagt der junge Mann, hier müsse man auf jedem Meter mit einem Ungetüm rechnen. Er meint nicht die Hochhäuser der achtziger Jahre, nicht das mächtige Hotel Ural an der viel befahrenen Straße, sondern die Skulpturen, mit der die Hauptstädter sein geliebtes Perm verschandelt haben! Das erste Ungetüm sitzt auf dem Flachdach der Kreisphilharmonie, eines quaderförmigen Konzertsaals mit großen Fenstern. Es ist eine mannshohe Figur, eine Art Streichholzmännchen, knallrot lackiert. Das Männchen hat keinen Kopf und reckt den rechten Arm in die Höhe. Es sieht für westliche Verhältnisse eher harmlos aus.

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»So etwas kann man doch nicht Kunst nennen! Nun sagen Sie doch selbst!« Gudjanow kontrolliert mit strengem Blick, ob die Scheußlichkeit auf dem Dach bei seinem ausländischen Gast angemessenes Entsetzen auslöst. Ein enthauptetes Männchen, das die Hand wie zur Abstimmung hebt, sei eine Beleidigung der Abgeordneten des Kreisparlamentes, sagt er. Und da stünden noch drei rote Männchen auf der Wiese. Zusammen hätten die hässlichen Objekte des Designers Andrej Ljublinski umgerechnet 10.000 Euro gekostet!

Pawel Gudjanow will die Leninstraße von "Ungetümen" befreien.

Pawel Gudjanow will die Leninstraße von "Ungetümen" befreien.   |  © Aleksey Gushchin

Pawel Gudjanow ist 29 Jahre alt, Informatikdozent. Vom Kurzhaarschnitt bis zu den polierten Spitzen seiner Lederschuhe wirkt er sehr akkurat. Die wilden Anschuldigungen und Verschwörungstheorien, die aus ihm herausplatzen, scheinen gar nicht recht dazuzupassen. »Diese Kunst ist unmoralisch und niederträchtig, weil sie sich nicht an traditionellen russischen Werten orientiert«, sagt er. Marat Gelman, dieser Museumsdirektor, dieser arrogante Kunstheini aus Moskau, stülpe der Stadt nicht nur seinen Geschmack über: »Er will das Bewusstsein der russischen Gesellschaft zerstören!«

An umstrittenen Kunstwerken mangelt es nicht. Vor dem Sitz des Gouverneurs steht die übergroße Silhouette eines Mannes, wie aus dem Display eines iPhones herausgeschnitten. Und auf dem Rasen vor der Kreisbibliothek liegt ein angebissener Riesenapfel mit Fruchtfleisch aus Klinkersteinen. Für Gudjanow ist das Müll. Wir laufen noch bis zum meterhohen P aus Baumstämmen auf der Kreuzung beim Bahngleis. Gudjanow nennt es den »Hocker«, weil der Buchstabe im Kyrillischen wie ein Hocker aussieht: ∏. Eine gigantische Holzverschwendung!

Gudjanow steht mit dieser Meinung nicht allein. Er kämpft in einem politischen Klub namens »Das Wesen der Zeit« für die Wiederauferstehung der Sowjetunion und den Abzug der Kunst aus Perm. »Wir bekämpfen die Kulturpolitik des Gouverneurs, der die Stadt für teures Geld mit geistloser, unrussischer Kunst überschüttet«, sagt Gudjanow. Perm, findet er, war besser so, wie es war.

Rote Männchen mit dem Schriftzug "Ruhm der Arbeit"

Rote Männchen mit dem Schriftzug "Ruhm der Arbeit"  |  © Aleksey Gushchin

Die Stadt am Ural war drei Jahrhunderte lang ein ziemlich unspektakulärer Vorposten der Zivilisation. Es gibt Kalisalz und Metalle in der Gegend, Perm wuchs in Quadraten parallel zum Strom der Kama, des größten Nebenflusses der Wolga. Zu Sowjetzeiten verschwand die Stadt von der Landkarte, um die streng geheime Raketenfabrik vor Spionen zu schützen. Heute sitzt der Ölkonzern Lukoil hier, die Region ist Nettozahler in der russischen Föderationskasse, und über die Schlaglöcher huckeln teure Geländewagen.

Stolz war die Stadt immer auf die Ballettschule, das Opernhaus und die staatliche Kunstgalerie, die seit eh und je in einer ehemaligen Kirche untergebracht ist und ihre kleine Sammlung niederländischer Meister und russischer Avantgardisten aus Platzmangel gar nicht zeigen kann. Unter zeitgenössischer Kunst verstand man in Perm die realistischen Landschaftsbilder mit Birken und Zwiebelturmkirchen, die von den Mitgliedern der örtlichen Zweigstelle der russischen Künstlervereinigung gemalt werden. Als Kunst im öffentlichen Raum galten die Denkmäler aus Granit oder Bronze, die entweder Lenin oder Puschkin ehren oder die Kriegshelden im Kampf gegen den deutschen Faschismus.

Marat Gelman gibt Millionen Rubel für Skulpturen aus.

Marat Gelman gibt Millionen Rubel für Skulpturen aus.   |  © Aleksey Gushchin

Und dann, 2008, kam Marat Gelman und hat Perm ins 21. Jahrhundert geschleudert. Man erkennt den Museumsdirektor mit dem zotteligen Bart und der Kapuzenjacke sofort als Zugereisten im Pasternak, einem feinen Café mit weißen Stoffservietten an dem Stück Leninstraße, an dem noch einige Fassaden aus Tschechows Tagen stehen. Gelman gehörte lange zur Kunstschickeria in Moskau. Anfang der Neunziger hatte er in der Hauptstadt eine der ersten privaten Kunstgalerien Russlands eröffnet. Später war er beim Staatsfernsehen und politischer Berater. Und zuletzt, mit Anfang fünfzig, wurde es ihm langweilig.

Da fragte ihn der reiche Geschäftsmann und damalige Senator in Moskau, Sergej Gordejew, ob er nicht in Perm ein Museum leiten wolle. Gelman fand die Idee verrückt, aber irgendwie gut. »Wir wollten wenigstens ausprobieren, ob das funktioniert«, erzählt er beim dritten Espresso.

Zuerst fand er die Stätte für ein Pilotprojekt, den leer stehenden Flussbahnhof am Ufer der Kama. Der Säulenbau im stalinistischen Empirestil diente zu Sowjetzeiten Fährpassagieren als Wartesaal bis zur Abfahrt. Gelman ließ weiße Wände aufstellen und trommelte vierzig der besten russischen Künstler zusammen. Russkoje Bjednoje hieß die erste Ausstellung, »Russische Armut«, in Anlehnung an die italienische Arte povera der sechziger Jahre, die mit billigen Alltagsmaterialien arbeitete.

Mit Streifen braunen Paketklebebandes zeichnete der Künstler Waleri Koschlajow einen Tempel an die Wand. Nicht weit davon standen Irina Korinas Pappkarton-Panzer und die Fantasietiere, die Alexander und Olga Florenski aus alten Blechwannen zusammenschrauben.

»Es funktionierte fantastisch«, erzählt Gelman strahlend. Nachdem 50.000 Besucher durch die Ausstellung gewandert waren, beschloss er gemeinsam mit Oleg Tschirkunow, dem Gouverneur von Perm, im Flussbahnhof das Museum zu eröffnen. Vor der Fassade steht heute ein Wegweiser, ein Werk von Juri Albert. Er zeigt die Entfernung zu 14 berühmten zeitgenössischen Kunststätten an, zur Londoner Tate Modern wie zum Guggenheim Museum in New York. Bis zum Museum Ludwig in Köln sind es 3.725 Kilometer. Das ist die Liga, in der Gelman mitspielen will. Doch möchte er nicht einfach etablierte Kunst aufkaufen, weil niemand extra nach Perm käme, um sie anzuschauen. Gelman will eine eigene Sammlung der russischen Arte povera schaffen. Die Reaktionen sind ermutigend: Seine Ausstellungen haben schon sämtliche Moskauer Kunstkritiker hergelockt, und Perm war zum ersten Mal in der New York Times.

Inzwischen hat Gelman ein weiteres Ziel. Perm soll Kulturhauptstadt Europas werden. Auch dahinter steckt der ambitionierte Gouverneur Tschirkunow, ein Liberaler, der sich standhaft weigert, in die Regierungspartei Einiges Russland einzutreten. Tschirkunow hat seine Philosophie in einer Broschüre veröffentlicht: Eine Stadt braucht einen Traum. Perm solle sich neu erfinden nach dem Vorbild der baskischen Industriestadt Bilbao, die durch das Guggenheim Museum zu einem Touristenziel geworden ist. In 20 Jahren, das wünscht sich Gelman, könnte auch Perm eine moderne europäische Stadt sein, in der viele Künstler, Designer und Schriftsteller leben.

Schon jetzt ist Perm eine außergewöhnliche Provinzstadt. Das Museum lädt Künstler, Journalisten und Politologen ein, die mit jungen Leuten über Kunst und Freiheit diskutieren. Jüngst gab es ein Speeddating im künstlerischen Umfeld. Für das große Kunst- und Theaterfestival »Weiße Nächte von Perm« jetzt im Juni hat Gelman in sieben städtischen Arbeiter- und Studentenwohnheimen provisorische Hostels eröffnen lassen. Und für das Projekt Long Stories 2012 putzen Freiwillige Wände und Bauzäune: Hunderte Maler und Graffitikünstler sollen Perm dekorieren.

Kunst im öffentlichen Raum findet Gelman essenziell, auf dass die ganze Stadt erwache. »Der Apfel vor der Bibliothek ist großartig, nicht wahr?«, fragt er freudig. Die Klinkersteine im Inneren stammten aus alten Industriegebäuden. Damit habe die ukrainische Künstlerin Shanna Kadyrowa die Geschichte der Stadt aufgreifen wollen. Die grüne Apfelhaut aus Keramik stehe für die Gegenwart.

Was in Perm geschieht, ist in Russland einmalig. So viel öffentliches Geld sei noch nie für zeitgenössische Kunst ausgegeben worden, sagt der Museumsdirektor Gelman. Man habe ein Jahresbudget von umgerechnet 360.000 Euro für die Ausstellungen und weitere 513.000 Euro für die Kunst im öffentlichen Raum. Die Sanierung des alten Flussbahnhofes, in dem das Museum recht provisorisch untergebracht ist, soll zusätzlich bis zu 17 Millionen Euro kosten.

Gelman findet jeden Rubel gerechtfertigt, schließlich sei es der Kunst zu verdanken, dass viele junge Leute heute in Perm blieben. »Als wir vor vier Jahren kamen, wollten 60 Prozent der jungen Leute zwischen 18 und 30 so schnell wie möglich verschwinden. Vor einem Jahr waren es nur noch 11 Prozent«, sagt Gelman. Die meisten, die wegwollten, suchten »ein interessanteres Leben«. Und das, meint Gelman, hätten sie jetzt.

Der Kunstgegner Pawel Gudjanow und seine Aktivisten haben ihrerseits Passanten befragt und wollen herausgefunden haben, dass 65 Prozent der Permer Gelman und seine Werke am liebsten fortjagen würden. Auch wenn die Zahl wohl übertrieben ist, Feinde hat Gelman reichlich: Der Künstlerverband ist beleidigt, weil die Permer Kunstmaler selbst schon ewig um einen schönen, neuen Ausstellungsraum für ihre Birkenbilder bitten und nun alles Geld in Gelmans Avantgarde fließt. Die Kommunisten stört der elitäre Charakter der Kulturpolitik. Einig sind sich alle darin, dass man so viel Geld nicht für alberne Männchen ausgeben dürfe, während in der Region die Bibliotheken schlössen und in den Schulen die Farbe von den Wänden falle.

Im vergangenen Sommer haben die Gelman-Gegner demonstriert. Rund 200 Menschen versammelten sich vor dem Theater. Es war die größte Demonstration in der Stadt seit einem Jahrzehnt, sagt Kunstfeind Gudjanow. »Wir sind Perm und nicht P«, hatten sie auf ein Transparent geschrieben. Damit spielten sie auf das rote P an, dass der Moskauer Designer Alexander Lebedew als neues Logo der Stadt entworfen hat. Im Übrigen rollte die Kampagne gegen die Kulturrevolution vor allem in der kommunistischen Tageszeitung Stern und in eigens gegründeten Gruppen im Internet. Es gab sogar einen Wettbewerb für Anti-Gelman-Gedichte. Der Museumsdirektor war so angetan davon, dass er am Ende selber einen Band mit der Spottpoesie herausgegeben hat.

Der Moskauer Schriftsteller Alexander Prochanow steuert in seiner eigenen, ultrarechten Tageszeitung Morgen bizarre Prosa bei: »Seit dem Augenblick, in dem Gelmans ›Kleine rote Männchen‹ in Perm auftauchten, gibt es mehr Geisteskrankheiten und Fehlgeburten; Häftlinge sind aus den Gefängnissen geflohen; Selbstmorde haben sich vervielfacht; die Zahl unmotivierter Verbrechen ist sprunghaft angestiegen; Fälle von Brandstiftung und Vergewaltigung tauchten auf; von Angst ergriffene Menschen wurden gesehen, wie sie sich von Brücken in die Kama warfen; Kannibalismus wurde registriert.«

Mit der Brandstiftung hat Prochanow recht. Unbekannte versuchten zweimal, die Rotonda niederzubrennen, einen eleganten Rundbau, den der Architekt Alexander Brodsky aus ehemaligen Holztüren und Fenstern des Flussbahnhofs gezimmert hat. Das Kunstwerk stand neben dem Museum, Vandalen schütteten Benzin hinein. Es fing kein Feuer wegen der Brandschutzlackierung, also rissen sie Türen heraus und schlugen Fenster ein. Gelman platzte der Kragen. »Die Rotonda ist zum Symbol der Ignoranz geworden. Architekten und Kritiker sehen in ihr ein Meisterwerk, aber die Gegner des Museums sehen darin nur Toilettentüren«, schrieb er wütend in seinem Blog. Die Rotonda musste aufwendig renoviert werden, bevor sie im Herbst 2010 in den Pariser Tuilerien zwischen Louvre und Seine gezeigt werden konnte.

Nachmittags trifft man die Aufgeschlosseneren im Museum. Es gibt eine Ausstellung der Gruppe Recycling, junge Künstler aus der russischen Provinz, die aus alten Getränkedosen und Mobiltelefonen schwarze Wandpaneele machen. Ein junges Paar steht staunend vor einer Collage aus alten Dosen, welche die Vertreibung aus dem Paradies darstellt, und streitet sich leidenschaftlich, ob das nun Kunst sei. Er findet alles blöd, sie ist begeistert. Wiederkommen wollen sie auf jeden Fall. Sich zum Rendezvous im Museum zu treffen gilt jetzt als chic in der Stadt.

Gelmans Tun strahlt übers Museum hinaus. An der Gorkistraße hat die Kneipe Two Look eröffnet. Zwei junge Designer haben einen Gebrauchtkleiderladen mit einem Café kombiniert. Die alten Küchenbänke und morschen Stühle erinnern an die Arte povera. Drin sitzt Dascha Bikmansurowa, 23, die mit grauem Kapuzenshirt und dicker Grafikdesignerbrille genauso zugereist aussieht wie Gelman, dabei stammt sie aus Perm.

Als Gelman kam, war sie 20, studierte an der Hochschule Kommunalverwaltung und wollte später im Rathaus arbeiten. Der Job im Museum durchkreuzte ihre Pläne. »Es war eine junge Mannschaft«, erzählt sie und bestellt beim Kellner eine handgedrehte Zigarette. »Wir haben gespürt, dass wir da etwas ganz Neues beginnen, das die Stadt für immer verändern wird.« Russland, meint sie, hänge in so vielem hinterher. »Die Kunst ist unsere Chance.« Sie hat sie ergriffen und organisiert als freiberufliche Kuratorin kleine Ausstellungen.

Perm sei nur der Anfang, glaubt Dascha Bikmansurowa. Gelman knüpft ein Netzwerk von zehn Städten, die Perms Beispiel folgen wollen. Ufa, Kirow, Samara und Twer zählen dazu. Allerdings regt sich auch dort schon Widerstand.

Der ambitionierte Gouverneur von Perm, Oleg Tschirkunow, ist nach Putins Rückkehr ins Präsidentenamt vorzeitig zurückgetreten. Warum, das weiß man nicht genau. Jetzt hat Wiktor Bassargin, der ehemalige Minister für Regionalentwicklung, die Amtsgeschäfte aufgenommen. In der Kunstszene wird geunkt, dass Gelman nun bald kein Geld mehr bekomme. Der Museumsdirektor gibt sich unbeirrt. In Perm habe sich das Denken so verändert, das sei nicht mehr umzukehren.

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Leserkommentare
    • kitoi
    • 08. Juli 2012 22:17 Uhr

    Wünschen wir Russland Efolg auf dem Weg der Transformation.

    Kleine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen:
    Vor noch nicht all zu langer Zeit wurde Putin Wahlfälschung und Unterdrückung der Opposition vorgeworfen, sein Ende herbeigeredet, vom "Marsch der Millionen" vabuliert und und und. Nach dem das Russlandbashing nun vorbei ist, kann man hier wieder sehr gute Artikel lesen und man schreibt auch noch: "der ambitionierte Gouverneur Tschirkunow, ein Liberaler, der sich standhaft weigert, in die Regierungspartei Einiges Russland einzutreten ... Im vergangenen Sommer haben die Gelman-Gegner demonstriert. Rund 200 Menschen versammelten sich vor dem Theater. Es war die größte Demonstration in der Stadt seit einem Jahrzehnt"

    Gut so und immer schön korrekt bleiben, auch wenn die eigenen politischen Ansichten mal anders liegen - das ist Demokratie!

    5 Leserempfehlungen
  1. Einige Bilder der erwähnten Werke wären noch schön - ich habe in diesem Pro-Contra Artikel einige Bilder gefunden: http://www.berfrois.com/2...

    2 Leserempfehlungen
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    Die Werke suggerieren oder verbildlichen den Zerfall, nicht Schöpfung oder Entstehung von etwas Neuem-Schönen. Die Kraft des Schöpfers/der Schöpferin werden in Russland erkannt und verherrlicht. Dass sog. moderne Kunst den Raum einnimmt, den künstlerische Schöpfung (die nicht blos den Zerfall von etwas widergibt, oder etwas nachahmt) einnehmen könnte, zeigt eigentlich nur, dass die Gesellschaft nicht gerade auf einem aufsteigenden Ast ist. Anstatt sich über die Symptome aufzuregen, könnte man die Jugend in ihrer schöpferischen Kraft fördern.

  2. Die Werke suggerieren oder verbildlichen den Zerfall, nicht Schöpfung oder Entstehung von etwas Neuem-Schönen. Die Kraft des Schöpfers/der Schöpferin werden in Russland erkannt und verherrlicht. Dass sog. moderne Kunst den Raum einnimmt, den künstlerische Schöpfung (die nicht blos den Zerfall von etwas widergibt, oder etwas nachahmt) einnehmen könnte, zeigt eigentlich nur, dass die Gesellschaft nicht gerade auf einem aufsteigenden Ast ist. Anstatt sich über die Symptome aufzuregen, könnte man die Jugend in ihrer schöpferischen Kraft fördern.

    Antwort auf "Mehr Bilder"
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    Also ich finde gerade den Bau mit alten Materialien, die sonst als Müll wahrgenommen würden, einen sehr positiven Schöpfungsakt. Nehmen wir die Rotonde aus Klotüren: Da nimmt man Bauschutt und schafft plötzlich etwas ansehnliches daraus. Oder die alten Wannen, aus denen Figuren gebaut wurden.

    Das ist doch eigentlich ein super "Leitmotif" für die "positiven Schöpfer": Die Umkehr des desolaten Äußeren in etwas Neues, schönes. Das ist doch das Gegenteil von Zerfall!

  3. Also ich finde gerade den Bau mit alten Materialien, die sonst als Müll wahrgenommen würden, einen sehr positiven Schöpfungsakt. Nehmen wir die Rotonde aus Klotüren: Da nimmt man Bauschutt und schafft plötzlich etwas ansehnliches daraus. Oder die alten Wannen, aus denen Figuren gebaut wurden.

    Das ist doch eigentlich ein super "Leitmotif" für die "positiven Schöpfer": Die Umkehr des desolaten Äußeren in etwas Neues, schönes. Das ist doch das Gegenteil von Zerfall!

    Eine Leserempfehlung
    • Maebh
    • 09. Juli 2012 12:41 Uhr

    Leider muss man in Russland feststellen, dass in den letzten Jahren ein sturer, nationalistisch-christlicher und rückwärtsgerichteter Zeitgeist mehr und mehr zunimmt, vor allem wenn man mal das komsopolitische St Petersburg oder Moskau verlässt.
    Schade! Oft werfen sich dann Leute in die Brust und beschwören das Russischsein und haben dabei kaum einen russischen Autor gelesen oder irgendeine Ahnung von russischer Kunst.
    Ich bin sicher, dass sich diese Tendenz in den nächsten Jahren sehr erhöhen wird, da auch die Politik ein Interesse daran hat, dass die Menschen in Russland ihre Unwissenheit und Rückwärtsgewandtheit beibehalten. So kann man von den tatsächlichen Problemen im Land ablenken. Kritische Kunst stört da nur - besser, sie lassen sich brav ihre Ikonen beim Popen segnen.

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    • kitoi
    • 09. Juli 2012 21:18 Uhr

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    • TDU
    • 09. Juli 2012 15:57 Uhr

    Bei uns sind die kulturellen Veränderungen eben auf fruchtbaren Boden gefallen, könnte man arroganterweise meinen.

    Und dennoch, dass die 68iger "Zumutungen" wie Documenta und Happening und Fluxus an Konservative, Religiöse und Heimattümler nihct nur friedlich hingenommen wurden, sodnern auch auf fruchtbaren Boden fielen, hat der Westen auch den USA zu verdanken, und es ist ausserdem ein Riesenglück.

    • kitoi
    • 09. Juli 2012 21:18 Uhr

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    • Maebh
    • 11. Juli 2012 13:25 Uhr

    Im Artikel steht ja, dass Perm in der Hinsicht eine Ausnahme ist und dass anscheinend eine große Zahl der Einwohner die modernen, kritischen Kulturen ablehnt, ferner, dass es unklar bleibt ob die Kunst in Perm sich weiterentwickeln wird.
    Was soll ich da nicht gelesen/vielmehr nicht verstanden haben???

    • Maebh
    • 11. Juli 2012 13:25 Uhr

    Im Artikel steht ja, dass Perm in der Hinsicht eine Ausnahme ist und dass anscheinend eine große Zahl der Einwohner die modernen, kritischen Kulturen ablehnt, ferner, dass es unklar bleibt ob die Kunst in Perm sich weiterentwickeln wird.
    Was soll ich da nicht gelesen/vielmehr nicht verstanden haben???

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