MagneteKrank machende Anziehung

Starke Magnete können für kleine Kinder lebensgefährlich sein.

In den Augen von Kinderärzten sind Kleinkinder ein wenig wie Staubsauger. Nichts ist vor ihrem oralen Erkundungstrieb sicher. Ein-Cent-Stücke, Murmeln oder Spielzeugfiguren, alles muss hinein in den Mund. Manche Kleinteile kullern in die Bronchien, die meisten verschwinden im Magen. Aus den Luftwegen müssen Ärzte die Teile mühsam extrahieren, aus dem Verdauungstrakt gelangen sie auf natürlichem Wege wieder an die Oberfläche – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Magnete. Die haben die unangenehme Eigenschaft, sich aneinanderzuheften. Jetzt weisen Wissenschaftler vom Queen’s Medical Centre aus aktuellem Anlass auf die Magnetfalle hin. Ein 18 Monate alter Säugling hatte zehn Magnetkugeln geschluckt, die, sich gegenseitig anziehend, seine Darmschlingen in unnatürlicher Position fixierten. Ein Achtjähriger aß zwei zentimeterlange Magnetstreifen und erlitt ähnliche Komplikationen. Wenn Kinder nach dem Verschlucken von Kleinteilen also dauerhaft über Bauchschmerzen klagen, sollten Eltern und Ärzte an Magnete denken.

Wie viel Unheil diese anrichten können, zeigt auch ein iPad-Unfall in den USA. Der Tablet-Computer hat an der Seite starke Magnete, an denen sich eine Verschlussklappe anheften lässt. Eine Mutter hatte das Gerät versehentlich sehr nah an den Kopf ihres vier Monate alten Kindes gehalten – mit schwer wiegenden Folgen. Dem unter einem Wasserkopf leidenden Baby hatten Ärzte Überdruckventile eingebaut, die mithilfe von Magnetfeldern justiert werden. Plötzlich versagten diese lebensrettenden Ventile. Erst nach langer Detektivarbeit und einigen Experimenten war die Ursache der Störung gefunden: Die Magnete des iPad2 hatten die Einstellung der Ventile verändert.

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