Brettspiel: Schach
Der nicht nur in Spanien populäre Schriftsteller Arturo Pérez-Reverte liebt das Schachspiel, welches für ihn auch Sinnbild von Leben und Tod ist und dementsprechend häufig in seinen Romanen auftaucht, am stärksten in Das Geheimnis der schwarzen Dame (im Original La tabla de Flandes ). Geradezu mit Lust fährt er zu Schachturnieren: »Andere gehen in die Kirche, ich zum Schach. Auf Zehenspitzen, mit Demut und Ehrfurcht. Wie andere bei der Messe.« Das erinnert mich an den amerikanischen Staatsmann und Erfinder Benjamin Franklin, der während seiner Pariser Jahre mit Vorliebe den Schachmeistern im Café de la Régence zuschaute und meinte: »Das ist meine Oper.«
Doch bei Pérez-Reverte, der zwischen »Büchern und Schachspielern aufwuchs«, wenn sein Vater sich mit Freunden bei Zigarrenrauch über das Brett beugte, und sich selbst als mittelmäßigen Schachspieler sieht, reicht die Faszination noch tiefer: »Das Schachspiel gab mir Trost, Gelassenheit und auf die unergründlichen und erschütternden Geheimnisse des Lebens Antworten, mit denen ich jetzt alt werde, mich durchs Leben taste und Romane schreibe.«
Beim Grand-Slam-Finale in Bilbao war er Augenzeuge, wie der geniale Ukrainer Wassili Iwantschuk unter der unerbittlichen Präzision des 21-jährigen Norwegers Magnus Carlsen zusammenbrach und der Armenier Levon Aronjan den indischen Weltmeister Viswanathan Anand vom Brett fegte. Mit welchem Schlag stellte Aronjan als Weißer Anand vor die Wahl: Matt oder Damenverlust?
Wie konnte Weiß gewinnen? Nach 1.Df8+! Kh7 (1...Tg8 2.Dxh6 matt) 2.Se8! gab Schwarz wegen der Doppeldrohung 3.Dxg7 matt und 3.Sf6 matt auf. Das Gegenschach 2...De5+ wäre mit 3.f4! und Angriff auf die Dame beantwortet worden. Viel schlechter wäre 1.Dxh6+ Kg8 gewesen





