Südkorea: Den Chinesen weit voraus
Keine andere Industrienation ist so schnell reich geworden wie Südkorea. Jetzt will das Land sozial und kreativ werden.
© Woohae Cho/Reuters

Bauarbeiter in Seoul demonstrierten Ende Juni 2012 mit einem Streik für faire Löhne und mehr Rechte.
Wer wissen will, warum die Republik Korea in kaum zwei Generationen von einer sehr armen zu einer fast schon reichen Nation geworden ist, der muss Ulsan studieren, ein ehemaliges Fischerdorf im Süden des Landes, in dem heute mehr als eine Million Menschen leben. Er muss dort Hyundai Motor besuchen, das im Stadtteil Buk-Gu die größte Automobilfabrik der Welt betreibt, sie ist mit 13 Quadratkilometern fast doppelt so groß wie das VW-Werk in Wolfsburg. 1,5 Millionen Fahrzeuge verlassen hier jährlich die Fertigungshallen, und diese Autos werden von Ulsan aus in 187 Länder exportiert.
In Ulsan liegt auch das Gelände von Hyundai Heavy Industries, es beherbergt die größte Werft der Welt. In zehn Trockendocks werden Öl- oder Gastanker und gigantische Containerfrachter zusammengeschweißt, an jedem zweiten Arbeitstag wird eines der Schiffe fertig. »Wenn es uns gut geht, geht es auch dem Land gut«, prangt das Firmenmotto in riesigen Lettern an einer Halle gegenüber dem Eingangstor.
Neben dem weltgrößten Kfz-Werk und der weltgrößten Werft steht in Ulsan auch die größte Raffinerie der Erde. Mit Autos, Öl und Schiffen ist die Industriemetropole zur reichsten Stadt Koreas geworden – und zum Symbol für den Aufstieg der gesamten Nation. Vor 50 Jahren war Korea so arm wie die ärmsten Staaten Afrikas. Heute kann sich sein Wohlstand mit dem Italiens oder Neuseelands messen.
Damit ist das Land schneller reich geworden als Japan und hat rascher den Status der Unterentwicklung hinter sich gelassen als China. Mehr noch: Die Republik verbindet Wachstum mit Freiheit und Demokratie. Ihr Aufstieg begann unter einem Militärdiktator, aber seit vor 25 Jahren eine breite Volksbewegung das autoritäre Regime hinwegfegte, regieren in der Hauptstadt Seoul ein Parlament und ein frei gewählter Präsident.
Sie haben Korea zur Nummer 13 unter allen Volkswirtschaften der Erde gemacht. Aus dem früheren Empfänger- wurde ein Geberland von Entwicklungshilfe, das Tausende Freiwillige in die armen Staaten Asiens und Afrikas sendet. Vietnam, Indonesien oder Usbekistan schicken Beamte, die den koreanischen Entwicklungsweg studieren sollen. Gerade im unterentwickelten Teil der Welt gilt die Republik mittlerweile als dynamische Alternative zum seit Jahrzehnten stagnierenden Japan, zum absteigenden Westen – und auch zum autoritären Staatskapitalismus Chinas: »Als Modell«, wie es Lee Kark Bum, ein Wirtschaftsforscher und früherer Präsidentenberater sehr selbstbewusst formuliert.
Wer die Koreaner kennt, weiß, dass Land und Leute mitunter zur Hybris neigen. Aber vielleicht stimmt es ja: dass Korea im aufziehenden pazifischen Jahrhundert zum Vorbild werden kann.
Jang Sung Hyon ist skeptisch. Der 74-Jährige, im dunkelblauen Tuch perfekt gekleidet, im Umgang von aristokratisch anmutender Höflichkeit, hat dem Besucher schon vor einem Vierteljahrhundert Korea und die Koreaner erklärt; als gefragter Berater von Auslandsunternehmen hat er es seither zu einigem Wohlstand gebracht. In einem Restaurant in Seouls Zentrum erzählt Jang jetzt von einer Kindheit und Jugend, während der die spärliche Trockenmilch aus amerikanischen Carepaketen kam. Und von seiner Reise nach Nepal, wo er zusammen mit Freunden ein Krankenhaus aufbaut. Seine eigene Entwicklung und die seines Landes habe er nie für möglich gehalten, sagt Jang, »da war Korea schon vorbildhaft. Aber der Aufstieg hatte auch einen hohen Preis.«
Aus Ulsan war der Besucher mit dem 300 Kilometer schnellen KTX-Hochgeschwindigkeitszug gekommen, noch so ein Symbol des irrsinnigen koreanischen Fortschritts. An manchen Stellen berührt die durchs Land geschlagene KTX-Trasse die alte Autobahn zwischen Seoul und der südlichen Hafenstadt Pusan, und die wiederum erinnert an jenen Mann, den der Unternehmensberater Jang als Vater des koreanischen Wirtschaftswunders bezeichnet. Aber auch als den Mann, der ebenso für den Preis verantwortlich gewesen sei, den das Land für seine Entwicklung zahlen musste. Mitte der sechziger Jahre hatte sich General Park Chung Hee, den Notizblock auf den Knien, mit dem Hubschrauber über die möglichen Abschnitte der Straßenverbindung fliegen lassen, dann entschieden und den Bau befohlen. 1970 war die Autobahn fertig.




Ein preis muss immer gezahlt werden. Zur Zeit des Aufstiegs Koraeas haben in China in seiner "Splendid Isolation" Millionen von Mnechen während es langen Marsches und der Kulturevolution ihr Leben verloren. Wurde nur nicht drüber gesprochen.
Es wäre Korea zu wünschen, vom "Niedergang" des Westens zu lernen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk
.....unbestrittenen Fleiss der Koreaner sei die Hilfe Japans und vor allem die der USA zu erwaehnen. Die USA wollten Korea auf gar keinen Fall den Kommunisten ueberlassen und haben nach dem Krieg, der zur Teilung des Landes fuehrte, damit begonnen, den Suedkoreaner massiv zu unterstuetzen. Eine Art Marschallplan also. Die USA haben dafuer gesorgt, dass frisches Geld immer wieder Richtung Sueden fliesst und hoben alle Handelsbarrieren auf. Von nun an war der riesige amerikanische Markt fuer Suedkoreanische Erzeugnisse ganz offen. Auch amerikanische Universitaeten und Forschungsinstitute haben den Suedkoreanern ihre Pforten breit geoeffnet, damit letztere auch Wissen, das ja zum erreichen von Wohlstand unablaessig ist, sich aneignen koennen. Abschliessend sei zu erwaehnen, dass der permanente militaerische Praesens der USA im suedlichen Teil der koreanischen Halbinsel den Suedkoreaner eine ganze Menge an Geld gespart hat. Geld was sie letzlich auch zur Subventionerung ihrer Industrien verwenden.
Ich weiss nicht woher Sie Ihre Kenntnisse haben, aber dass vor 2011 koreanische Produkte zollfrei in die USA eingefuehrt werden durften ist leider Unfug. Seit 2011 gibt es ein free trade agreement ebenso wie mit der EU. Auch ansonsten scheinen Sie mehr von Ihren Vorstellungen als von der Realitaet gelenkt zu werden, was fuer Exportprodukte werden von der koreanischen Regierung subventioniert? Soweit mir bekannt, zahlt die Regierung fuer die Anwesenheit der US Soldaten. Empfinden Sie die Anwesenheit der US Amerikaner in DE auch als Subvention der US Regierung fuer DE?
Woher Sie diese Erkenntnis haben ist mir ebenso unklar. Japan meldet regelmaessig Gebietsansprueche (Dokdo islands) gegenueber Korea an und weigert sich bis heute,die zwangsprostituierten Koreanerinnen, die den japanischen Militaerangehoerigen waehrend der koreanischen Besetzung praktisch als Sklavinnen dienen mussten, zu entschaedigen. Japans Ansehen in Korea ist eher schlecht als gut zu bezeichenen.
Ich weiss nicht woher Sie Ihre Kenntnisse haben, aber dass vor 2011 koreanische Produkte zollfrei in die USA eingefuehrt werden durften ist leider Unfug. Seit 2011 gibt es ein free trade agreement ebenso wie mit der EU. Auch ansonsten scheinen Sie mehr von Ihren Vorstellungen als von der Realitaet gelenkt zu werden, was fuer Exportprodukte werden von der koreanischen Regierung subventioniert? Soweit mir bekannt, zahlt die Regierung fuer die Anwesenheit der US Soldaten. Empfinden Sie die Anwesenheit der US Amerikaner in DE auch als Subvention der US Regierung fuer DE?
Woher Sie diese Erkenntnis haben ist mir ebenso unklar. Japan meldet regelmaessig Gebietsansprueche (Dokdo islands) gegenueber Korea an und weigert sich bis heute,die zwangsprostituierten Koreanerinnen, die den japanischen Militaerangehoerigen waehrend der koreanischen Besetzung praktisch als Sklavinnen dienen mussten, zu entschaedigen. Japans Ansehen in Korea ist eher schlecht als gut zu bezeichenen.
Die Parallele ist zu offensichtlich, als dass sie jemandem entgehen könnte: Südkorea ist das Westdeutschland vor der Wende, und Nordkorea die DDR. Auch den Südkoreanern ist dies keineswegs entgangen, und sie haben deshalb die deutsche Wende und alle ihre Nachwirkungen gründlich studiert. Dabei sind sie zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass ihre Volkswirtschaft eine derartige Wende nicht ertragen kann.
...allerdings ging es ja nach der sogenannten Widervereinigung Anfangs wirtschaftlich steil bergauf. Zumeist westdeutsche Bauunternehmen durften sich über zehntausende Aufträge freuen, die ihnen auch noch mit Subventionen schmackhaft gemacht wurden.Der ostdeutsche Konsumwahn kannte keine Grenzen,Möbelmärkte und Elektrofachgeschäfte waren oft wie leer gefegt, Gebrauchtwagenhändler ließen sich selbst in den kleinsten Orten nieder.Selbstverständlich freuten sich auch die Banken über die Konsumgeilheit der Landsleute.
Millionen Ostdeutsche zogen gen Westdeutschland, wo sie ihre Arbeitskraft für ein paar DM weniger als der westdeutsche Kollege verkauften,immerhin besser als von Arbeitslosengeld zu leben, denn die erworbene Freiheit musste ja schließlich auch mittels Ratenkredit refinanziert werden. Die westdeutsche Privatwirtschaft profitierten ungemein vom Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Vermutlich würde es in einem widervereinigten Korea ähnlich aussehen.
....in der Tat eine koreanische Wiedervereinigung nicht stemmen. Die deutsche Wiedervereinigung ist ja nicht zuletzt wegen der kaum vorstellbaren volkswirtschaftlichen Leistung Bonns zu bewundern. Fuer solche Leistung muss Deutschland einen Nobelpreis erhalten.
Falls es aber zur koreanischen Wiedervereinigung kommen sollte, dann werden die USA den Suedkoreanern wieder helfen. Doch werden die Chancen hierfuer immer kleiner, weil China wirtschaftlich und militaerisch immer staerker wird und somit Nordkorea stark in ihren Bann zieht. China uebrigens, die eine lange Grenze zu Nordkorea hat, betreibt mit ihr trotz internationalen Sanktionen einen regen Handel.
...allerdings ging es ja nach der sogenannten Widervereinigung Anfangs wirtschaftlich steil bergauf. Zumeist westdeutsche Bauunternehmen durften sich über zehntausende Aufträge freuen, die ihnen auch noch mit Subventionen schmackhaft gemacht wurden.Der ostdeutsche Konsumwahn kannte keine Grenzen,Möbelmärkte und Elektrofachgeschäfte waren oft wie leer gefegt, Gebrauchtwagenhändler ließen sich selbst in den kleinsten Orten nieder.Selbstverständlich freuten sich auch die Banken über die Konsumgeilheit der Landsleute.
Millionen Ostdeutsche zogen gen Westdeutschland, wo sie ihre Arbeitskraft für ein paar DM weniger als der westdeutsche Kollege verkauften,immerhin besser als von Arbeitslosengeld zu leben, denn die erworbene Freiheit musste ja schließlich auch mittels Ratenkredit refinanziert werden. Die westdeutsche Privatwirtschaft profitierten ungemein vom Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Vermutlich würde es in einem widervereinigten Korea ähnlich aussehen.
....in der Tat eine koreanische Wiedervereinigung nicht stemmen. Die deutsche Wiedervereinigung ist ja nicht zuletzt wegen der kaum vorstellbaren volkswirtschaftlichen Leistung Bonns zu bewundern. Fuer solche Leistung muss Deutschland einen Nobelpreis erhalten.
Falls es aber zur koreanischen Wiedervereinigung kommen sollte, dann werden die USA den Suedkoreanern wieder helfen. Doch werden die Chancen hierfuer immer kleiner, weil China wirtschaftlich und militaerisch immer staerker wird und somit Nordkorea stark in ihren Bann zieht. China uebrigens, die eine lange Grenze zu Nordkorea hat, betreibt mit ihr trotz internationalen Sanktionen einen regen Handel.
Der industrielle Sektor gedeiht, die Städte strahlen eine beeindruckende Dynamik aus. Doch für die meisten Bauern sieht die Zukunft nach dem TPP Beitritt des Landes düster aus.
...allerdings ging es ja nach der sogenannten Widervereinigung Anfangs wirtschaftlich steil bergauf. Zumeist westdeutsche Bauunternehmen durften sich über zehntausende Aufträge freuen, die ihnen auch noch mit Subventionen schmackhaft gemacht wurden.Der ostdeutsche Konsumwahn kannte keine Grenzen,Möbelmärkte und Elektrofachgeschäfte waren oft wie leer gefegt, Gebrauchtwagenhändler ließen sich selbst in den kleinsten Orten nieder.Selbstverständlich freuten sich auch die Banken über die Konsumgeilheit der Landsleute.
Millionen Ostdeutsche zogen gen Westdeutschland, wo sie ihre Arbeitskraft für ein paar DM weniger als der westdeutsche Kollege verkauften,immerhin besser als von Arbeitslosengeld zu leben, denn die erworbene Freiheit musste ja schließlich auch mittels Ratenkredit refinanziert werden. Die westdeutsche Privatwirtschaft profitierten ungemein vom Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Vermutlich würde es in einem widervereinigten Korea ähnlich aussehen.
....in der Tat eine koreanische Wiedervereinigung nicht stemmen. Die deutsche Wiedervereinigung ist ja nicht zuletzt wegen der kaum vorstellbaren volkswirtschaftlichen Leistung Bonns zu bewundern. Fuer solche Leistung muss Deutschland einen Nobelpreis erhalten.
Falls es aber zur koreanischen Wiedervereinigung kommen sollte, dann werden die USA den Suedkoreanern wieder helfen. Doch werden die Chancen hierfuer immer kleiner, weil China wirtschaftlich und militaerisch immer staerker wird und somit Nordkorea stark in ihren Bann zieht. China uebrigens, die eine lange Grenze zu Nordkorea hat, betreibt mit ihr trotz internationalen Sanktionen einen regen Handel.
den beteiligten eu ländern. aus diesem topf profitierte west-deutschland am meisten
den beteiligten eu ländern. aus diesem topf profitierte west-deutschland am meisten
kreativ will man werden nach dem wirtschaftlichen Supererfolg.
Zu dieser Kreativität kommt jetzt auch noch die Wissenschaft.
In Form von Walfang will man der Welt sicher die vortrefflichen Eigenschaften der südkoreanischen Walforschung der Welt präsentieren.
Nichts als Lug und Trug. Man will schlicht demonstrieren wie weit man sich aus dem Fenster legen kann ohne abzustürzen.
Mein Mittel gegen diese Art von "Wissenschaft" besteht in einem totalen Boykott aller Erzeugnisse, die dieses Land exportiert.
Aber was da verbrochen wird ordnet sich nahtlos ein in die Verbrechen gegen diesen Planeten, die von den allermeisten Staaten stillschweigend geduldet werden.
Kleines Beispiel: 1998, bei einem Aufenthalt in Kanada berichteten mir Kleinfischer an der Pazifikküste, dass sie nur noch kleine Mengen an Lachs fischen dürften, obwohl dieser Fischfang mit einem nicht nenneswerten Eingriff in die Bestände verbunden war.
Der Grund war schlicht, dass man der industriellen Fischerei Fangrechte verkaufte, die man den Kleinfischern vorher wegnahm.
Genau so sieht das aus.
UNd was ich ganz stark vermisse ist ein wirklicher Aufschrei der Öffentlichkeit.
Wie aber den zustande bringen wenn einem die publizistischen Mittel dazu fehlen, weil sie sich schon in anderen Händen befinden.
Aber die Rechnung kommt!
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