ZEITmagazin: Herr Vadukul, wann waren Sie das letzte Mal in Berlin ?

Max Vadukul: Das war tatsächlich 1985, als ich für die Männer Vogue meine erste Modestrecke fotografierte.

ZEITmagazin: Woran erinnern Sie sich?

Vadukul: Ich weiß noch, dass wir am Checkpoint Charlie fotografiert haben. Die Soldaten starrten uns an, als würden sie uns gleich erschießen, weil unsere Models wild herumsprangen. Und dann habe ich in einem Schaufenster eine Kamera gesehen, eine Rolleiflex. Eine der letzten, die damals produziert worden waren. Ich wollte sie unbedingt haben und hatte im Geschäft 200 Pfund angezahlt, damit sie sie für mich reservieren, bis ich wiederkäme.

ZEITmagazin: Aber Sie kamen nie zurück?

Vadukul: Nein.

ZEITmagazin: Wie hat sich Berlin im Vergleich zu damals verändert?

Vadukul: Schwer zu sagen. Damals habe ich die Stadt nur durch mein Objektiv gesehen, ich war zu fokussiert, um wirklich etwas um mich herum wahrzunehmen.

ZEITmagazin: Wie fanden Sie die achtziger Jahre?

Vadukul: Wenn man sie erlebt hat, kamen sie einem ganz normal vor, aber rückblickend muss ich sagen: großartige Zeit.

Beda Achermann: Wir hatten einfach vor nichts Angst. Wir haben die Dinge einfach so gemacht, wie sie uns in den Kopf kamen. Arbeit und Lebensfreude waren eins. Wir waren wie im Taumel, besessen.

ZEITmagazin: Herr Achermann, Sie waren damals Kreativchef des Modemagazins »Männer Vogue « in München und haben Max Vadukul entdeckt. Wie kam es dazu?

Achermann: Ich habe mich damals für alle jungen Fotografen interessiert. Und von Max hatte ich den Katalog gesehen, den er für Yohji Yamamoto fotografiert hatte.