SiedlungspolitikMein ungerechtes Land
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"Wenn wir niemandem etwas Böses tun, wird auch uns niemand Böses tun, oder?"

Vor ein paar Tagen, nur eine Woche nach der Demonstration für soziale Gerechtigkeit, bei der nahezu 90 Demonstranten festgenommen und Dutzende heftig geschlagen wurden, marschierten zehntausend Israelis wieder dieselbe Straße in Tel Aviv entlang. Einige hatten noch immer Prellungen und Wunden von der letzten Demonstration, aber sie hatten alle eines verstanden: Wenn das Recht, auf die Straßen zu gehen, wenn das Recht zu demonstrieren bedroht wird, dann wird die Teilnahme zur Pflicht.

Als ich in der Zeitung las, dass die Polizei sich mit Elektroschockpistolen ausrüsten will, erklärte ich meinem kleinen Sohn, dass er dieses Jahr nicht mit uns marschieren wird. Letztes Jahr war er mit dabei, aber dieses Jahr wird er nicht fröhlich mit uns in einer familienähnlichen Demonstration für soziale Gerechtigkeit marschieren, denn dieses Mal könnte es gefährlich werden.

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»Aber warum darf ich nicht mit?«, fragte er. »Wenn wir niemandem etwas Böses tun, wird auch uns niemand Böses tun, oder?« Ich wusste nicht, was ich ihm antworten sollte. Wie erklärt man einem Sechsjährigen, dass das Leben manchmal ungerecht ist? Und dass das Leben einem noch ungerechter vorkommt, wenn man die weniger gleiche Seite unterstützt.

Aus dem Englischen von Kübra Gümüsay

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

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    .....mit dem Thema soziale Gerechtigkeit in Israel zu tun?
    Schon seltsam.

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    .....mit dem Thema soziale Gerechtigkeit in Israel zu tun?
    Schon seltsam.

  2. 2. [...]

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  3. 3. [...]

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    Gibt keinen, war ein versehen. ist schon gemeldet...

    Gibt keinen, war ein versehen. ist schon gemeldet...

    • Chali
    • 14.07.2012 um 17:39 Uhr

    wir haben es also beide nicht leicht in unseren jeweiligen Vaterländern ...

    10 Leserempfehlungen
  4. Gibt keinen, war ein versehen. ist schon gemeldet...

    Antwort auf "[...]"
  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rein pauschalisierende Kritik. Danke, die Redaktion/jz

    2 Leserempfehlungen
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    die meinen, man dürfe am "heiligen Land" nichts kritisieren? Zweifeln Sie die Inhalte dieses Artikels an?

    die meinen, man dürfe am "heiligen Land" nichts kritisieren? Zweifeln Sie die Inhalte dieses Artikels an?

  6. die meinen, man dürfe am "heiligen Land" nichts kritisieren? Zweifeln Sie die Inhalte dieses Artikels an?

    15 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  7. mal einen Artikel über Israel aus der Innenperspektive zu sehen; würde ich mir durchaus öfter wünschen (gleiches auch ebenso auf der anderen "Seite").

    25 Leserempfehlungen
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    Nicht nur in Israel geht es in einem zunehmenden Maße um irgendwelce Verheissungen, die irgendein "Gott" vor Jahrtausenden angeblich gemacht hat. Die politische Rechte wähnt sich in einer permanenten Endzeitstimmung, die "Erlösung" steht, glaubt man ihren Ausführungen, unmittelbar bevor.

    Was wir nicht nur im Nahen Osten, sondern auch überall auf der Welt erleben, ist eine Abkehr von den Grundsätzen der Rechtstaatlichkeit, der Demokratie und der Menschenrechte. Man "argumentiert" mit angeblich bestehenden ökonomischen Zwängen an irgendwelchen "Märkten", die sich angeblich selbst regulieren - also durch irgendeine "göttliche Fügung" reguliert werden. Dahinter steht ein knallhartes Kalkül: wer schön an irgendeinen Gott glaubt und "betet" und dessen "Gebote" einhält, dem wird nach seinem Tode das Paradies versprochen. Dafür lässt er aber die anderen, die an den "Märkten" zocken, schön in Ruhe.

    Es hat schon seine Gründe, warum die Regierung Nethanjahu ein erklärter Gegner der Demokratisierung des Nahen Ostens ist: man fürchtet den Verlust des äußeren Feindes und die damit verbundene eigene Legitimation. Dabei hat der arabische Frühling bereits längst auf Israel übergegriffen.

    Und ist es nicht interessant - gegenüber dem Aufbegehren der jungen Menschen in Israel reagiert man ähnlich, wie so manche der arabischen Potentaten: mit Repression und Gewalt. Schließlich geht's ja um irgendeinen Gott.

    Nicht nur in Israel geht es in einem zunehmenden Maße um irgendwelce Verheissungen, die irgendein "Gott" vor Jahrtausenden angeblich gemacht hat. Die politische Rechte wähnt sich in einer permanenten Endzeitstimmung, die "Erlösung" steht, glaubt man ihren Ausführungen, unmittelbar bevor.

    Was wir nicht nur im Nahen Osten, sondern auch überall auf der Welt erleben, ist eine Abkehr von den Grundsätzen der Rechtstaatlichkeit, der Demokratie und der Menschenrechte. Man "argumentiert" mit angeblich bestehenden ökonomischen Zwängen an irgendwelchen "Märkten", die sich angeblich selbst regulieren - also durch irgendeine "göttliche Fügung" reguliert werden. Dahinter steht ein knallhartes Kalkül: wer schön an irgendeinen Gott glaubt und "betet" und dessen "Gebote" einhält, dem wird nach seinem Tode das Paradies versprochen. Dafür lässt er aber die anderen, die an den "Märkten" zocken, schön in Ruhe.

    Es hat schon seine Gründe, warum die Regierung Nethanjahu ein erklärter Gegner der Demokratisierung des Nahen Ostens ist: man fürchtet den Verlust des äußeren Feindes und die damit verbundene eigene Legitimation. Dabei hat der arabische Frühling bereits längst auf Israel übergegriffen.

    Und ist es nicht interessant - gegenüber dem Aufbegehren der jungen Menschen in Israel reagiert man ähnlich, wie so manche der arabischen Potentaten: mit Repression und Gewalt. Schließlich geht's ja um irgendeinen Gott.

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