Helmut Schmidt: "Weltmacht wird Europa nicht"
Wir wollen unsere nationalen Identitäten bewahren, doch an der europäischen Integration führt kein Weg vorbei.
Als alter Mann denkt man zwangsläufig in sehr langen Zeiträumen. Das gilt zunächst für die Vergangenheit. Ich erinnere an den Marshallplan, ich will ebenso an den Schuman-Plan 1952, an den Elysée-Vertrag 1963 erinnern, an Solidarność und Charta 77 in den siebziger und achtziger Jahren, an das Jahr 1989/90 und an die Wiederherstellung Europas und Deutschlands. Ich denke auch an Maastricht 1991/92 – damals waren wir nur 12, heute sind wir 27 Mitgliedsstaaten der EU. Und ich denke an die schweren Fehler und Unterlassungen, die damals geschehen sind.
Inzwischen haben im Jahre 2008 die G-20-Staaten zwar eine Reihe von Banken gerettet. Aber eine tiefe ökonomische Rezession und hohe Angst und Verzweiflung und sogar Rebellion auslösende Arbeitslosigkeit haben sie weder in den USA noch im Mittelmeerraum, noch in vielen Staaten Europas verhindern können. Nach einem halben Jahrhundert seit Beginn der europäischen Integration finden wir uns in einer tief greifenden Krise fast aller europäischen Institutionen.
Mit der einzigen bisherigen Ausnahme der Europäischen Zentralbank haben die vertragsgemäßen Institutionen die öffentliche Meinung der europäischen Nachbarn ohne klare Führung gelassen. Auf die Bankenkrise, auf die Schuldenkrise, auf die katastrophal divergierende Auseinanderentwicklung der nationalen Leistungsbilanzen haben die europäischen Organe immer wieder zu spät reagiert. Sie haben auch immer wieder allzu zaghaft reagiert. Wenn heute zwei der großen nationalen Volkswirtschaften unter einer 30- oder sogar 50-prozentigen Jugendarbeitslosigkeit leiden, dann sind Entschlusskraft und Opferbereitschaft dringend geboten. Man muss sein Herz über die Hürde werfen!
Vom Vorrang deutschen Interesses nicht die Rede
Das gilt ganz gewiss auch für uns Deutsche. Es gilt auch für das deutsche Verfassungsgericht. Ich muss hier an den Wortlaut des Artikel 23 Absatz 1 des Grundgesetzes erinnern. Dort ist uns die »Mitwirkung bei der Entwicklung der Europäischen Union« vorgeschrieben, ebenso ist uns dort der »Grundsatz der Subsidiarität« vorgeschrieben, dazu der Schutz der Grundrechte und das Verfahren bei der Übertragung von Hoheitsrechten.
Subsidiarität bedeutet: Das, was die kleine Einheit nicht regeln oder bewältigen kann, das muss die größere Einheit übernehmen. Vom Vorrang eines deutschen Interesses ist dort keine Rede.
Bei alledem dürfen wir das gemeinsame langfristige strategische Interesse der Europäer nicht aus dem Blick verlieren. Denn in den letzten Jahrzehnten ist die Welt im Begriff, sich für uns Europäer gewaltig zu verändern.
Zunächst kam die Globalisierung der Finanzmärkte. Es folgte sodann die globale Digitalisierung. Beide Entwicklungen schreiten fort. Nur sehr zögerlich hat bisher die öffentliche Meinung in den europäischen Nationen die gewaltigen kulturellen Konsequenzen dieser Entwicklungen verstanden. Noch zögerlicher begreift sie die gemeinsame Verantwortung für den Verbrauch der natürlichen Ressourcen – von der bedrohlichen Gefahr atomarer Waffen ganz zu schweigen.





ich verstehe Helmut Schmidt sehr gut. Man müsste zu einem "europäischen Bewusstsein" durchstoßen, in dem man sich zuerst als Europäer und nicht als Angehöriger eines Nationalstaates fühlt. Darin liegt der Schlüssel zur Einigung unseres Kontinents und zum Miteinander aller europäischen Bürger.
Aber bei der derzeitigen Lage der EU, dem eklatanten Demokratiedefizit und der Kamarilla-politik kann ich das bislang nur als Traum oder frommen Wunsch sehen.
Europa bleibt weiterhin Vision (im guten Sinne). Eine Einigung ausschließlich unter äußerem Druck wird niemals Bestand haben, so gern manche Politiker das derzeit hätten. Es braucht dieses Zusammengehörigkeitsgefühl von innen. Und davon sind wir trotz solcher wohl gemeinten Apelle von Herrn Schmidt meiner Ansicht nach noch weit entfernt. Bisher können sich ja nichtmal die Belgier zusammenraufen und die sind schon seit 1830 geeint.
und Forennörgler gegen dieses Zusammengehörigkeitsgefühl. Europa wurde schlicht madig geredet, obwohl es der derzeit beste globale Entwurf ist (auch MIT Euro).
Und wieso muss sich "deutsch fühlen" und Europäer-sein ausschließen!? Ich kann mich doch auch als Sachse und Deutscher fühlen bspw... DAS nennt man Integration, also Zusammenschluss unter Wahrung der eigenen Identität. Integration wird oft als völliges Anpassen missverstanden (auch bei dem Thema Migration).
"MACHT" (vom eigentlichen Wort her) ist an sich immer was schlechtes! So etwas kann demnach gar nicht Europas Anspruch in der Welt sein. Man könnte zB. von Führung/Vorbild oder was auch immer sprechen.
...der politische Wert verschiedener Europäer in der EU Verfassung so unterschiedlich festgelegt ist? Würde man aber eine Verfassung wollen, in der Deutschland in Steuer- und Subventionsfragen sich uberstimmen lassen muss von einer Koalition, die Überschusslander "regulieren" will? Hatten wir Mehrheitsregeln in Militärfragen, wären vermutlich deutsche Truppen in den Irak.
Düse Themen beginnt man nun zu diskutieren. Schmidts Artikel ist ein Schritt. Wie verwirrt die Diskussion aber noch ist, zeigte sich als vorhin in in Presse Club eine Journalisten sagte, das Verfassungsgericht könne nur für ESM usw. entscheiden, weil eine andere Entscheidung schlimme Folgen hätte. Gefragt, wie lange die Richter sich Zeit nehmen sollten, antwortete sie, das Gericht müsse sorgfältig prüfen und das könne länger dauern. Niemand fragte, was sie da abwägen sollen, wenn es nur eine Antwort gibt.
und Forennörgler gegen dieses Zusammengehörigkeitsgefühl. Europa wurde schlicht madig geredet, obwohl es der derzeit beste globale Entwurf ist (auch MIT Euro).
Und wieso muss sich "deutsch fühlen" und Europäer-sein ausschließen!? Ich kann mich doch auch als Sachse und Deutscher fühlen bspw... DAS nennt man Integration, also Zusammenschluss unter Wahrung der eigenen Identität. Integration wird oft als völliges Anpassen missverstanden (auch bei dem Thema Migration).
"MACHT" (vom eigentlichen Wort her) ist an sich immer was schlechtes! So etwas kann demnach gar nicht Europas Anspruch in der Welt sein. Man könnte zB. von Führung/Vorbild oder was auch immer sprechen.
...der politische Wert verschiedener Europäer in der EU Verfassung so unterschiedlich festgelegt ist? Würde man aber eine Verfassung wollen, in der Deutschland in Steuer- und Subventionsfragen sich uberstimmen lassen muss von einer Koalition, die Überschusslander "regulieren" will? Hatten wir Mehrheitsregeln in Militärfragen, wären vermutlich deutsche Truppen in den Irak.
Düse Themen beginnt man nun zu diskutieren. Schmidts Artikel ist ein Schritt. Wie verwirrt die Diskussion aber noch ist, zeigte sich als vorhin in in Presse Club eine Journalisten sagte, das Verfassungsgericht könne nur für ESM usw. entscheiden, weil eine andere Entscheidung schlimme Folgen hätte. Gefragt, wie lange die Richter sich Zeit nehmen sollten, antwortete sie, das Gericht müsse sorgfältig prüfen und das könne länger dauern. Niemand fragte, was sie da abwägen sollen, wenn es nur eine Antwort gibt.
Was soll denn dieser Wachstums-Weltkrieg eigentlich genau bringen? USA/Europa/China, dann Amerika-Union, Afrika-EU und Russland-China. Und dann gibt es Krieg.
[...]
@Deutsches Volk: Die meisten von Euch haben zwei Hände und ein Stück Gehirn. Was habt Ihr zu verlieren? Euer iPhone werdet Ihr so oder so verlieren, Eure Renten sind Weg, Kinder habt Ihr schon nicht mehr wegen dem Stress und jeden Tag werdet Ihr aufgefordert Krieg zu unterstützen.
Hallo? Baut doch einfach wieder Möbel aus Eichenholz, Häuser aus Steinen und warum nicht auch wieder auf Pferden reiten, wenn man dafür nur 4 Stunden am Tag arbeiten muss? Ist das Leben oder Apple und Lady Gaga wirklich nicht lebenswert?
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls
Diese naturalistische Idealvorstellung von einer Welt wo man auf Pferden die ganze Zeit durch die Kante reitet, nur 4 Stunden arbeitet (schon hier setzt echt jeder Realismus aus, echt komisch), und "wieder ganz natürlich lebt", ist Hirnriss.
Sie würden sich schön umsehen, wenn Sie mal 'ne Infektion bekommen, oder ein Jahr für Ihr eigenes Pferd arbeiten müssen.
Diese naturalistische Idealvorstellung von einer Welt wo man auf Pferden die ganze Zeit durch die Kante reitet, nur 4 Stunden arbeitet (schon hier setzt echt jeder Realismus aus, echt komisch), und "wieder ganz natürlich lebt", ist Hirnriss.
Sie würden sich schön umsehen, wenn Sie mal 'ne Infektion bekommen, oder ein Jahr für Ihr eigenes Pferd arbeiten müssen.
...und zwar in Kultur und Wissenschaft.
Wir sind gleichzeitig die älteste und am weiten entwickelte Kulturgruppe auf diesem Planeten.
Wir habe der Welt unseren Stempel aufgedrückt, leider sehr oft mit Gewalt aber auch mit Wissen.
Und wir Europäer sind die Gewalt müde.
Man stelle sich vor: All das Geld und all die Energie die unsere Vorfahren in Gewalt gesteckt haben verwenden wir und zukünftige Generationen für Kultur und Wissenschaft.
Was für Wunder wir der Welt geben könnten...
Agnostiker, aber ich bete, dass Ihr Traum von Europa wahr wird.
"Was für Wunder wir der Welt geben könnten..."
Kultur und Wissenschaft statt Gewalt.
Da kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen. Es wird leider ein Traum bleiben.
allerdings waren die "Bürger" noch nie sonderlich kriegslustig, sie wurden vielmehr dazu gezwungen. Die einfachen Leute scheuen den Konflikt und ziehen Sicherheit vor. Die immer künstlich knapp gehaltende und mit der Zeit ausufernde Armut hat die Menschen zu Expansiosbestrebungen gezwungen. Eine Wohlstandsnation wird niemals freiwillig Krieg führen, deshalb Bedarf es erheblicher Armut, sei es künstlicher oder tatsächlicher Natur, um eine Gesellschaft für einen Krieg zu instrumentalisieren. Eine Familie, die für sich selbst sorgen kann, würde für einen Staat nur unfreiwillig ihre Kinder für einen Krieg zur Verfügung stellen, deswegen müssen zwingende Umstände aufgebaut werden. Ich sehe die Entwicklung Europas seit den letzten 10 Jahren mehr als nur bedenklich, da die Armut immer größer werdende Ausmaße annimmt. Und entgegen der landläufigen Meinung, dies sei auf "über die Verhältnisse leben" zurückzuführen, wird dieser Umstand forciert durch die für die meisten künstlich knapp gehaltende Geldverhältnisse, alles durch den Zins ermöglicht. Für mich steht außer Frage, das versucht wird, Europa bzw. Eurasien durch den Finanzimperialismus zu übernehmen, da unsere "Eliten" zu der allgemeinen Überzeugung angelangt sind, das nur eine Bildungselite und vereinheitlichte, kulturfreie Welt, eine dauerhaft friedfertige Welt gewährleisten können wird. Die Gefahr liegt im Superstaat selber, da es zwangsweise zu Korrumpierungen kommen muss, die die untere Schicht ausbaden wird müssen.
Davon sind wir weit entfernt - zumindest mit unsrem Schulsystem. Und die Zeichen stehen nicht auf Besserung, wenn Baden-Württemberg nun wirklich über 11.000 Lehrerstellen streicht. Also eher Weltmacht für Konsum, Transferleistungen und schlechtes Privat-TV? Schade!
"Wir sind gleichzeitig die älteste und am weiten entwickelte Kulturgruppe auf diesem Planeten."
Glauben Sie das wirklich? Ich nicht!
"Wir sind gleichzeitig die älteste und am weiten entwickelte Kulturgruppe auf diesem Planeten"
Genau das ist das Kolonialzeitdenken, in dem wir versucht haben den Ländern, die diese Aussage wirklich beanspruchen könnten militärisch unsere Weltsicht aufzudrücken. Wenn diese bezeichnung so in der Geschichte jemals zutraf, so ging sie von den Nubiern oder Ägyptern direkt nach China, und vllt. vor 30 Jahren teilweise mit nach Indien - in Europa hat diese Aussage aber sicher noch nie zugetroffen!
Agnostiker, aber ich bete, dass Ihr Traum von Europa wahr wird.
"Was für Wunder wir der Welt geben könnten..."
Kultur und Wissenschaft statt Gewalt.
Da kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen. Es wird leider ein Traum bleiben.
allerdings waren die "Bürger" noch nie sonderlich kriegslustig, sie wurden vielmehr dazu gezwungen. Die einfachen Leute scheuen den Konflikt und ziehen Sicherheit vor. Die immer künstlich knapp gehaltende und mit der Zeit ausufernde Armut hat die Menschen zu Expansiosbestrebungen gezwungen. Eine Wohlstandsnation wird niemals freiwillig Krieg führen, deshalb Bedarf es erheblicher Armut, sei es künstlicher oder tatsächlicher Natur, um eine Gesellschaft für einen Krieg zu instrumentalisieren. Eine Familie, die für sich selbst sorgen kann, würde für einen Staat nur unfreiwillig ihre Kinder für einen Krieg zur Verfügung stellen, deswegen müssen zwingende Umstände aufgebaut werden. Ich sehe die Entwicklung Europas seit den letzten 10 Jahren mehr als nur bedenklich, da die Armut immer größer werdende Ausmaße annimmt. Und entgegen der landläufigen Meinung, dies sei auf "über die Verhältnisse leben" zurückzuführen, wird dieser Umstand forciert durch die für die meisten künstlich knapp gehaltende Geldverhältnisse, alles durch den Zins ermöglicht. Für mich steht außer Frage, das versucht wird, Europa bzw. Eurasien durch den Finanzimperialismus zu übernehmen, da unsere "Eliten" zu der allgemeinen Überzeugung angelangt sind, das nur eine Bildungselite und vereinheitlichte, kulturfreie Welt, eine dauerhaft friedfertige Welt gewährleisten können wird. Die Gefahr liegt im Superstaat selber, da es zwangsweise zu Korrumpierungen kommen muss, die die untere Schicht ausbaden wird müssen.
Davon sind wir weit entfernt - zumindest mit unsrem Schulsystem. Und die Zeichen stehen nicht auf Besserung, wenn Baden-Württemberg nun wirklich über 11.000 Lehrerstellen streicht. Also eher Weltmacht für Konsum, Transferleistungen und schlechtes Privat-TV? Schade!
"Wir sind gleichzeitig die älteste und am weiten entwickelte Kulturgruppe auf diesem Planeten."
Glauben Sie das wirklich? Ich nicht!
"Wir sind gleichzeitig die älteste und am weiten entwickelte Kulturgruppe auf diesem Planeten"
Genau das ist das Kolonialzeitdenken, in dem wir versucht haben den Ländern, die diese Aussage wirklich beanspruchen könnten militärisch unsere Weltsicht aufzudrücken. Wenn diese bezeichnung so in der Geschichte jemals zutraf, so ging sie von den Nubiern oder Ägyptern direkt nach China, und vllt. vor 30 Jahren teilweise mit nach Indien - in Europa hat diese Aussage aber sicher noch nie zugetroffen!
Agnostiker, aber ich bete, dass Ihr Traum von Europa wahr wird.
...welches existentielle globale Problem eine wie auch immer politisch geeinte EU lösen würde. Es ist nicht einmal selbstverständlich, dass das politische Gewicht der EU großer wäre als das heutige der Summe ihrer Mitglieder. 27 Mitglieder können in internationalen Verhandlungen oder der UNO Hauptversammlung differenzierter argumentieren, motivieren und koalieren als eine stimme das könnte. Heute haben die Europäer zwei Vetos und meist drei oder vier Stimmen im SR.
Die Energie, Zeit und das politische Kapital, das man dem Projekt geopfert hat und weiterhin opfert verbraucht Europas Kraft. Diese steht für wichtige globale Einigungen nicht zur Verfügung. Wir machen da keine Fortschritte und die zeit läuft uns davon. Also ich bin mir gar nicht sicher, dass das Projekt in die richtige Richtung zeigt.
...welches existentielle globale Problem eine wie auch immer politisch geeinte EU lösen würde. Es ist nicht einmal selbstverständlich, dass das politische Gewicht der EU großer wäre als das heutige der Summe ihrer Mitglieder. 27 Mitglieder können in internationalen Verhandlungen oder der UNO Hauptversammlung differenzierter argumentieren, motivieren und koalieren als eine stimme das könnte. Heute haben die Europäer zwei Vetos und meist drei oder vier Stimmen im SR.
Die Energie, Zeit und das politische Kapital, das man dem Projekt geopfert hat und weiterhin opfert verbraucht Europas Kraft. Diese steht für wichtige globale Einigungen nicht zur Verfügung. Wir machen da keine Fortschritte und die zeit läuft uns davon. Also ich bin mir gar nicht sicher, dass das Projekt in die richtige Richtung zeigt.
Verlieren wir unseren kulturellen Hintergrund, verlieren wir damit unsere Identität. Und ohne die ist kein Volk, kein Staat überlebensfähig.
Schmidt darf, als nicht mehr in der Tagespolitik tätiger, eben weiter sehen und denken als unsere agierenden Politiker. Denen würde man vermutlich, bei gleich geäußerten Ansichten, utopische Visionen vorhalten.
....verlieren wir damit unsere Identität."
Meinen Sie? Welchen "kulturellen Hintergrund" meinen Sie? Können Sie diesen konkretisieren? Einige jener Grundlagen, die die Europäischen Gesellschaften, sagen wir, 1950 definierten, haben wir abgelegt; sehen sie nunmehr eigentlich als schwere Fehler und sogar zum Teil als GG widrig. Also mir ist wirklich unklar, was man konkret meint mit solchen Sätzen: "Verlieren wir unseren kulturellen Hintergrund, verlieren wir damit unsere Identität."
Warum dürfen unsere Politiker nicht solche Gedanken und Voraussichten äußern? Ich wäre sehr froh, wenn unsere heutigen Politiker solche Gedanken äußern und sagen würden, wie sie gedenken diese umzusetzen. Nein, entweder sind sie dazu nicht in der Lage, was ich mir nicht vorstellen kann, oder es hält sie eine Kraft zurück, die größer ist als jede Vernunft und das ist heuzutage leider das weltweite Finanzwesen. Ihm wird heute alles untergeortnet, nur merkt man nicht dabei, daß der Mensch, das Volk, die Gesellschaft, der Zusammenhalt, die Kultur dabei völlig auf der Strecke bleiben. Wenn dies so bleibt, wage ich nicht auszudenken was in künftigen Generationen geschieht. Gutes ahne ich da nicht!!! Zum Schluß: Es ist mehr als bedenklich, daß ein 93-jähriger, er ist und war ein sehr guter Politiker, dies heutzutage, in unserer Situation, so sagen muß!!!
liegt der Denkfehler vieler Foristen und der Politik. Wir brauchen nichts dringender als gesellschaftliche Visionen, Utopien in der aktiven Gestaltung unserer derzeitigen Probleme. Ohne diese werden wir weiterhin nur "alternativloses weiterso" serviert bekommen.
Europa als transzendierte Einheit, das die nationale und kulturelle Vielfalt sowie teilautonome Verwaltung seiner Regionen anerkennt, das waere eine moegliche Vision. Allerdings loest die allein nicht die wirtschaftlichen Probleme (Geldsystem, Ressourcenverbrauch, Energieverbrauch, soziale Schere ...). Die Vision muss also noch groesser sein.
Dafuer muessen sich aber auch die Individuen selbst die Frage stellen, ob sie bereit sind auf die vielen schaedlichen Beduerfnis-/Ersatzbefriedigungen zu verzichten, die uns das bisherige und nun ueberschuldete Wirtschaften beschert hat. An dieser Stelle braucht jeder auch fuer sich eine Vision - und zuvor eine gehoerige Portion Selbstkritik, eine Eigenschaft, die in Foren wie diesen hauefig fehlt, wenn anderen Staaten Misswirtschaft und verfehlte Politik vorgeworfen wird.
Vorwaerts gehen bedeutet vielleicht nicht immer nur materiellen Zugewinn zu generieren oder vorhandenes zu sichern. Die groesstmoegliche Vision ist doch letztlich der Weltfriede ohne Hunger und Armut, die endgueltige Ausloeschung von Leid.
....verlieren wir damit unsere Identität."
Meinen Sie? Welchen "kulturellen Hintergrund" meinen Sie? Können Sie diesen konkretisieren? Einige jener Grundlagen, die die Europäischen Gesellschaften, sagen wir, 1950 definierten, haben wir abgelegt; sehen sie nunmehr eigentlich als schwere Fehler und sogar zum Teil als GG widrig. Also mir ist wirklich unklar, was man konkret meint mit solchen Sätzen: "Verlieren wir unseren kulturellen Hintergrund, verlieren wir damit unsere Identität."
Warum dürfen unsere Politiker nicht solche Gedanken und Voraussichten äußern? Ich wäre sehr froh, wenn unsere heutigen Politiker solche Gedanken äußern und sagen würden, wie sie gedenken diese umzusetzen. Nein, entweder sind sie dazu nicht in der Lage, was ich mir nicht vorstellen kann, oder es hält sie eine Kraft zurück, die größer ist als jede Vernunft und das ist heuzutage leider das weltweite Finanzwesen. Ihm wird heute alles untergeortnet, nur merkt man nicht dabei, daß der Mensch, das Volk, die Gesellschaft, der Zusammenhalt, die Kultur dabei völlig auf der Strecke bleiben. Wenn dies so bleibt, wage ich nicht auszudenken was in künftigen Generationen geschieht. Gutes ahne ich da nicht!!! Zum Schluß: Es ist mehr als bedenklich, daß ein 93-jähriger, er ist und war ein sehr guter Politiker, dies heutzutage, in unserer Situation, so sagen muß!!!
liegt der Denkfehler vieler Foristen und der Politik. Wir brauchen nichts dringender als gesellschaftliche Visionen, Utopien in der aktiven Gestaltung unserer derzeitigen Probleme. Ohne diese werden wir weiterhin nur "alternativloses weiterso" serviert bekommen.
Europa als transzendierte Einheit, das die nationale und kulturelle Vielfalt sowie teilautonome Verwaltung seiner Regionen anerkennt, das waere eine moegliche Vision. Allerdings loest die allein nicht die wirtschaftlichen Probleme (Geldsystem, Ressourcenverbrauch, Energieverbrauch, soziale Schere ...). Die Vision muss also noch groesser sein.
Dafuer muessen sich aber auch die Individuen selbst die Frage stellen, ob sie bereit sind auf die vielen schaedlichen Beduerfnis-/Ersatzbefriedigungen zu verzichten, die uns das bisherige und nun ueberschuldete Wirtschaften beschert hat. An dieser Stelle braucht jeder auch fuer sich eine Vision - und zuvor eine gehoerige Portion Selbstkritik, eine Eigenschaft, die in Foren wie diesen hauefig fehlt, wenn anderen Staaten Misswirtschaft und verfehlte Politik vorgeworfen wird.
Vorwaerts gehen bedeutet vielleicht nicht immer nur materiellen Zugewinn zu generieren oder vorhandenes zu sichern. Die groesstmoegliche Vision ist doch letztlich der Weltfriede ohne Hunger und Armut, die endgueltige Ausloeschung von Leid.
"Wir werden dabei trotz Hitler, trotz Kolonialismus und Imperialismus, trotz Stalin, trotz Nero die Werte der alten Griechen und des Hellenismus festhalten, festhalten an Cicero und Marc Aurel, festhalten an den europäischen Grundwerten und Grundschriften, festhalten am Erbe Dante Alighieris und William Shakespeares. Wir wollen weder Rousseau noch Montesquieu aufgeben, weder Erasmus noch David Hume, noch Immanuel Kant. Wir wollen Abraham Lincoln die Treue halten und ebenso der Nähe zu Nordamerika."
Recht hat er, aber das wird schwer wegen der Strukturen in Osteuropa und der in Deustchland zunehmenden Nostalgiker und der Befürworter des Staat über alles zur "gerechten" Verteilung der Gelder.
"Wir wollen unsere nationalen Identitäten bewahren – aber wir werden sie überwölben müssen durch das gemeinsame Zusammengehörigkeitsbewusstsein der Europäer. Wir werden allerdings lernen müssen, den Aufstieg Chinas, Indiens oder Brasiliens in Gelassenheit zu ertragen – und ebenso den Aufstieg Indonesiens und ebenso anderer muslimischer Staaten."
Und auch das wird schwer wegen der Bürokratie des Gleichmachens, die die Ängstlichen nutzt und die Überwölbung zu einer Frage des Geldes verkommen lässt.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rassistische Aussagen. Danke, die Redaktion/la
und Forennörgler gegen dieses Zusammengehörigkeitsgefühl. Europa wurde schlicht madig geredet, obwohl es der derzeit beste globale Entwurf ist (auch MIT Euro).
Und wieso muss sich "deutsch fühlen" und Europäer-sein ausschließen!? Ich kann mich doch auch als Sachse und Deutscher fühlen bspw... DAS nennt man Integration, also Zusammenschluss unter Wahrung der eigenen Identität. Integration wird oft als völliges Anpassen missverstanden (auch bei dem Thema Migration).
Dieses völlige Anpassen mit Elendskomponente ist es aber, was das Geld der Fördertöpfe sprudeln lässt. Denn nur so kann der gedankliche Überbau zur Begründbarkeit wirklch dominierender monetärer Zuwendungen aufgebaut werden.
Was beim Altkanzler in Leben, Arbeit und politischem Handeln sichtbar war ist heute zur Schacherei undnciht überzeugendem Gerede verkommen. Klar Europa aber "Kern", Pigs, Mittelmeer, Ungarn, Rumanien nationalborniert, die Hauptsache das Geld stimmt.
Und innenpoltisch hatte er nur einen fernsehfreien Tag angeregt.
Heute sind wir begleitet vom Misstrauen, als sich fühlender Deutscher oder Sachse wolle man entweder Geld oder die andere ausgrenzende Weltherrschaft. Dann nützen dann auch die Berufung auf die von Herrn Schmidt aufgeführten Herrschaften und Ideen nichts, die dem eigenen doch noch einen gewissen Wert zugestanden haben.
Dieses völlige Anpassen mit Elendskomponente ist es aber, was das Geld der Fördertöpfe sprudeln lässt. Denn nur so kann der gedankliche Überbau zur Begründbarkeit wirklch dominierender monetärer Zuwendungen aufgebaut werden.
Was beim Altkanzler in Leben, Arbeit und politischem Handeln sichtbar war ist heute zur Schacherei undnciht überzeugendem Gerede verkommen. Klar Europa aber "Kern", Pigs, Mittelmeer, Ungarn, Rumanien nationalborniert, die Hauptsache das Geld stimmt.
Und innenpoltisch hatte er nur einen fernsehfreien Tag angeregt.
Heute sind wir begleitet vom Misstrauen, als sich fühlender Deutscher oder Sachse wolle man entweder Geld oder die andere ausgrenzende Weltherrschaft. Dann nützen dann auch die Berufung auf die von Herrn Schmidt aufgeführten Herrschaften und Ideen nichts, die dem eigenen doch noch einen gewissen Wert zugestanden haben.
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