Beschneidung : Die Operation war einwandfrei

Wie Sprachbarrieren und Missverständnisse in einem Krankenhaus zum umstrittenen Beschneidungsurteil von Köln führten.

Eine Liege, überzogen mit blauem Kunstleder, ein kleines Fenster an der Stirnseite, Vitrinen und Apparaturen: Das Behandlungszimmer in der Hausarztpraxis von Omar Kezze in der Kölner Innenstadt sieht aus wie Tausende andere Behandlungszimmer in der Republik. Eine arabische Kalligrafie an der Wand setzt einen Akzent, aber auch das ist ja nicht wirklich ungewöhnlich. Hier, an dieser Liege stehend, nahm Omar Kezze am 4. November 2010 eine Beschneidung bei einem vierjährigen muslimischen Jungen vor, nicht aus medizinischen, sondern aus religiösen Gründen. Ein Routineeingriff, wie er ihn schon unzählige Male vorgenommen hatte. Und genau hier nahm ein juristisches Verfahren seinen Anfang, das anderthalb Jahre später einen Schock für gleich zwei Religionsgemeinschaften nach sich ziehen würde. Am 7. Mai 2012 erklärte das Landgericht Köln Kezzes Routineeingriff an jenem Novembertag zu einer Körperverletzung – und stellte damit die uralte Praxis der Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen unter den Verdacht einer Straftat.

Seitdem diskutiert die Republik über das Urteil mit dem Aktenzeichen 151 Ns 169/11: Was wiegt schwerer, das Grundrecht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit oder die Freiheit der Religionsausübung der Eltern und ihr Sorgerecht? Was ist schlimmer: beschnitten zu werden – oder unter lauter beschnittenen Verwandten der einzige Unbeschnittene zu sein? Die Kölner Entscheidung ist eine Einzelfallentscheidung, nicht bindend für andere Gerichte. Aber sie hat eine Schockwelle unter Muslimen wie Juden in Deutschland ausgelöst. Sie empfinden den Richterspruch als Diskriminierung ihrer Religion. Ärzte klagen nun über mangelnde Rechtssicherheit. Schon wird vor heimlichen Beschneidungen gewarnt. Am (heutigen) Mittwoch wollen die Abgeordneten sich im Bundestag für eine Straffreiheit der Beschneidung einsetzen.

Die Folgen dieses Urteils stehen in einem bizarren Kontrast zu seiner Vorgeschichte. Dem Verfahren ging nicht etwa eine politische und juristische Debatte über Kinderschutz und Religionsfreiheit voraus, sondern eine Verkettung von Missverständnissen.

Omar Kezze ist ein freundlicher Mann mit Lachfalten und kurzen, grauen Stoppeln auf dem Kopf. »Ich habe viele Beschneidungen durchgeführt«, sagt der 62-Jährige, der aus dem syrischen Aleppo stammt und seinen Facharzt für Chirurgie in Deutschland gemacht hat. Etwa 250 Euro kostet der Eingriff bei ihm normalerweise, in muslimischen Internetforen wird er empfohlen.

Auch der Mutter des Vierjährigen, den er im November 2010 beschnitt, war Kezze empfohlen worden – von einer in Köln lebenden Bekannten. Die aus dem Irak stammende Familie lebt eigentlich in Ostdeutschland, für die Operation reisten Mutter und Sohn eigens an und kamen bei ihrer Kölner Freundin unter.

Die circa halbstündige Operation fand an einem Donnerstag statt, ambulant, ohne Probleme. Am selben Abend machte Kezze noch einen Hausbesuch, um die Wunde zu versorgen. Für den Samstag, also zwei Tage später, vereinbarte er einen weiteren Nachsorgetermin: um zehn Uhr in der Praxis.

Zwei Stunden vor diesem Termin setzte jedoch ein Drama ein, das viel mit der Mutter, aber wenig mit dem Jungen zu tun hat. Am Morgen um acht Uhr lief die Frau in einem Zustand, der in den Akten als »völlig verwirrt« beschrieben wird, auf die Straße und rief auf Arabisch anscheinend den Satz: »Mein Sohn blutet!« Es war wohl ein arabischer Nachbar, der sie hörte und die Polizei rief. Auch ein Rettungswagen kam. Die Gastgeberin der Familie rief Kezze an, damit er vermittle, aber dazu kam es nicht mehr, alles ging sehr schnell, Mutter und Sohn wurden in die Notaufnahme der Uni-Klinik gebracht.

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Kommentare

315 Kommentare Seite 1 von 24
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Und was fällt unter das "Seelenheil?"

Und was unter "Seelenheil" zu verstehen ist, liegt allein in der Entscheidung der Eltern? Wenn einige afrikanische Eltern es für das Seelenheil ihrer Töchter essentiell halten, dass diese beschnitten wird - wäre dies auch eine allein im Ermessen der Eltern liegende Wertentscheidung?
Wenn nein, wieso nicht? Gelten die Wertentscheidungen afrikanischer Stammesreligionen weniger als die von Weltreligionen?

Seelenheil als juristische Rechtfertigung?

[...] Wir sollten froh und stolz darauf sein, dass diese finsteren Zeiten in Deutschland längst vorbei sind, anstatt sie vor lauter geschichtlichen Gewissensbissen wieder neu einzuführen. Jede noch so gut gemeinte "Toleranz" wird zum schreienden Unrecht, wenn man sie unter Nichtbeachtung der Menschenrechte Dritter ins Extrem treibt.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/ls

Und ob er das hat!

Folgte man Ihrer Behauptung , der Gesetzgeber habe nicht zu verfügen, ob körperliche Unversehrtheit mehr wiege als das Seelenheil, könnte man locker auch die Scharia in ihren hässlichsten Bestandteilen als Ersatz für derzeit geltendes Recht durchboxen.

-Nee, keinen Bock drauf - und kein Problem damit, dass der Gesetzgeber (ja, zumindest die rechtssprechende Gewalt) um das empirisch greifbare, irdische Seelenheil von Kindern besorgt zu sein scheint!

Kennzeichnend, dass Sie die Frage nicht beantworten können!

"Welche Behinderung attestieren Sie denn einem Menschen dem z.B. ein Finger- oder Fussglied fehlt, der unter einer Sehschwäche leidet, der von Aknenarben übersäht ist ....."

Die Behinderungen sind offensichtlich - im Greifen, Gehen Sehen.

Welche Behinderungen haben Ihnen Beschnittene mitgeteilt?

Oder sehen Sie mit Ihrer Vorhaut?
Dann sollten Sie sich bei Ch. Drösser unter "Stimmts?" melden

Kommt Ihnen das nicht selbst lächerlich vor?

Oder sehen Sie mit Ihrer Vorhaut?
Witz komm raus - primitiv und spätpupertär
Die Behinderungen sind offensichtlich - im Greifen, Gehen Sehen.
Sind das die einzigsten Sinne die Sie kennen?

Die männlich. Penisvorhaut hat z.B. bei Kleinkindern eine wichtige Schutz- und Hygienefunktion, die wird im vorliegenden Fall bewusst weggeschnippelt.

Einem Argument, man bräuchte sie nicht bzw. sie ist nicht nötig für die Sexualität würde ich auch entgenhalten: Genauso wie die männlichen Brustwarzen ...

mal aus ganz persönlicher Perspektive...

... als Frau. Zwei meiner ehemaligen Beziehungen waren beschnitten. Einer davon wegen Vorhautverengung, einer aus jüdischer Tradition.

Ich finde das weder schön anzusehen noch der Erotik und dem Sex zuträglich.

Ich bin sehr froh, dass mein jetziger Lebenspartner nicht beschnitten wurde.

Eltern, welche den Mut haben, trotz religiösem Drucks aus Familie, Gemeinde und Umfeld sich einer Verstümmelung des Genital ihres Kindes zu widersetzen, sollten unterstützt und geschützt werden.

Und wenn es nur ein Gesetz des Verbotes ist, hinter welchem sie diesen Schutz finden können.

Und zu dem Argument, dass es dann in dreckigen Hinterzimmern gemacht würde:
Eltern, welche gegen jede Vernunft aus religiösem Fundamentalismus, die Verstümmelung ihres Kindes wollen, müssen dafür dann auch die Verantwortung tragen.

Der Staat und Ärzte, welche der Unversehrtheit und Gesundheit der Menschen verpflichtet sind, sollten sich nicht zu Komplizen machen.

Sie müssen es ja wissen

Zur Funktion der Vorhaut:

"Während des ganzen Lebens hält die Vorhaut die Eichel zart und feucht und schützt sie vor Verletzungen, Reibung und Austrocknung. Reibung (auch durch Kleidung) führt zu Verringerung der Reizbarkeit." [auch die Glans eines Beschnittenen ist demnach weniger sensibel]

Zur besonderen Sensibilität derselben:
"Die Vorhaut enthält zahlreiche Meissnersche Tastkörperchen, die durch Dehnung stimuliert werden."[Meissnersche Tastkörperchen finden Sie ansonsten auch noch in den Fingerspitzen.]

Wo haben sie Ihren Doktor gemacht oder wer berät Sie ...

... in solchen Fragen?

Das ist falsch und bezeugt geringe Sachkenntnis.

Alle mir bekannten Medizinier, u.a 3 Urologen, sagen mir immer etwas anderes, z.B. sowas hier:
Die Beschneidung des Penis' setzt durch die Entfernung der schützenden Vorhaut die Eichel einer ständigen Reibung aus, was letztlich die Sensitivität herabsetzt und zu einer Reihe von Problemen führen kann. Der zentrale Punkt ist aber, daß die Vorhaut einen Arm des Dorsalnervs und zwischen 10.000 und 20.000 spezielle erogene Nervenendigungen enthält und für viele Männer notwendig für befriedigendes, sexuelles Erleben ist.

Sie weichen aus, LT! Die Behauptung war

"Also haben Sie sich in einem bestimmten die Vorhaut entfernen lassen, dagegen hat doch keiner was."

Beschnittene hätten Nachteile.
Dies wurde widerlegt - mal abgesehen von den Vorteilen, die Beschnittene - und deren Partnerinnen - genießen.

Ihre Antwort bezieht sich auf einen anderen Zusammenhang und ist daher nicht stringent.
Versuchen sie Ihre Argumentation zu ordnen.

Widerlegt?

Es ist eine Tatsache, dass Beschnittene bestimmte Nachteile haben, wie etwa verringerte Sensibilität und dem Fehlen eines - auch wenn Sie das nicht wahr haben wollen - sehr sensiblen Stücks der Anatomie. Dass eine erzwungene Beschneidung im Kindesalter zu Traumata führen kann ist auch unbestritten.

Es ist ein großer Unterschied, ob man sich als Erwachsener bewusst zu einer OP entschließt, oder ob man dazu als Minderjähriger gezwungen wird.

Eine Einzelaussage eines Betroffenen ist alles andere als eine Widerlegung. Sie sagt lediglich aus, das der Betroffene mit seiner Entscheidung zufrieden ist und keine Probleme empfindet.

Anatomieunterricht

Sie versuchen die Vorhaut als erogene Zone darzustellen, etwa der Glans vergleichbar.

Tatsächlich enthält die männliche Vorhaut beim Menschen ungleich mehr Nervenrezeptoren (ca. 70m) und ist damit wesentlich empfindlicher als jeder andere Teil des Penis, inkl. Eichel.

Beim Rhesusaffen ist es genau umgekehrt, hier liegt die größte und dichteste Konzentration an Nervenrezeptoren in der Eichel.

Bitte hierzu Cold CJ, McGrath KA. Anatomy and histology of the penile and clitoral prepuce in primates: an evolutionary perspective of the specializes sensory tissue of the external genitalia konsultieren.

Sie vermischen unterschiedliche Kategorien

"[auch die Glans eines Beschnittenen ist demnach weniger sensibel]"

Nicht was ihre Erogenität betrifft. Sie setzen in naiver Weise jedegliche Sensitivität mit Erogenität gleich.
das ist unsachgemäß, da es sich hierbei um unterschiedliche Wahrnehmungskategorien handelt.

"[Meissnersche Tastkörperchen finden Sie ansonsten auch noch in den Fingerspitzen.]"

Die Fingerspitzen sind ausgewiesenermaßen keine spezifsch erogenen Zonen. Insofern widerlegen Sie sich hier selber.

Sagen Sie den Ihnen "bekannten Urologen"

dass Sie keine Ahnung haben, weil sie Erogenität mit haptischer Sensitivität verwechseln.

Ansonsten sind Sie ohnehin widerlegt:

"Eine im Rahmen eines HIV-Präventionsprogramms über zwei Jahre laufende Studie aus Uganda ergab keine negativen Auswirkungen der Zirkumzision auf die sexuelle Befriedigung oder die „klinisch bedeutsame Funktion“ der Männer."
http://de.wikipedia.org/w...

Das sagt jemand, der ....

... aber lassen wir das. Zum letzten mal ein Antwort.

* Ich habe dem Foristen zugesprochen, dass es ab einem bestimmten Alter selbstverantwortlich durchgeführt werden soll, mehr nicht.
* Ich bin gegen die Beschneidung von Säuglingen, sofern es dafür keine medizinische Indikation gibt. Gründe wurden mehrfach genannt, auch von mit, und z.T auf Aussagen von Ärtzen aller Coleur verlinkt.
* Ich habe nirgendwo behauptet, dass Beschnittene Nachteile hätten, auch wenn ich selbst es an mir nicht so befriedigend empfinde. Die paar Frauen, die sich öffentlich erkennbar dazu geäußert haben (in allen Threats zum Thema), sagten allerdings etwas anders aus.
* Vorteile, die eine Partnerin genießt, spielen a) bei einem Säugling keine Rolle und b) verlangt die sexuelle Befriedigung mehr als ein machohafter Dauerf...

Aaaaahhhhhhhhhhhhhhh

Ich habe nicht behauptet, dass die Fingerspitzen spezifische erogene Zonen seien, wobei ein Großteil des Genusses beim Geschlechtsverkehr durchaus mit sensiblen Fingerspitzen zu tun hat (außer man gehört zur "Rein-Raus-Sonst-Nix"-Fraktion ;-))

Ich wollte damit nur sagen, dass die Vorhaut, entgegen Ihrer nachweislichen Falschbehauptung, sehr sensibel ist, da Fingerspitzen etwas sehr sensibles sind, das auch ein Beschnittener aus eigener Erfahrung kennt, nahm ich dieses Beispiel. Ansonsten verweise ich auf Kommentar 145 Anatomieunterricht ...

Gerne doch

Eine im Rahmen eines HIV-Präventionsprogramms über zwei Jahre laufende Studie aus Uganda ergab keine negativen Auswirkungen der Zirkumzision auf die sexuelle Befriedigung oder die „klinisch bedeutsame Funktion“ der Männer."

Wenn darf ich als Absender angeben, der T... aus dem Zeit -Forum?

t...... kann ich auch: Jau, Studie aus Uganda. Die verbrennen auch Hexen und maskrieren Homoseuelle.

Wie wäre es mit dem

"Wenn darf ich als Absender angeben, der T... aus dem Zeit -Forum?"

T...... der Zitate ohne Quellenangabe postet und seine Aussagen noch nicht zu Ende denken kann?

"kann ich auch: Jau, Studie aus Uganda. Die verbrennen auch Hexen und maskrieren Homoseuelle."

Sie sollten sich pauschalisierender Diffamierungen enthalten - auch wenn das eine Ihrer Lieblingsbeschäftigungen zu sein scheint, die Sie offensichtlich mit Argumentation verwechseln.

Seelenheil?

Würden Sie mir bitte einen Nachweis erbringen, dass es so etwas wie 'Seelenheil' gibt!

Können Sie es, können wir es vielleicht zu einer allgemein verbindlichen Kategorie machen, können Sie es nicht, dann handelt es sich um eine sehr private Vorstellung in Ihrem Kopf. Und da ich andere Vorstellungen habe, müssen wir solche Dinge bei der Organisation unseres Gemeinwesens unberücksichtigt lassen.

Sicherlich möchten Sie doch auch nicht, dass die röm.-kath. Kirche in ihre mittelalterlichen Vorstellungen zurückfällt und mit Ungläubigen tut, was sie lange zur Rettung ihrer Seelen getan hat. Die hatten eben auch ihre Vorstellung vom Seelenheil!

Glücklicherweise können wir weiter kommen ohne solche Kategorien und habe vor dieser Debatte auch geglaubt, wir seien bereits weiter ... in Europa!?!

"Klinisch bedeutsame Funktion"

Der Nachteil, um den es hier jedenfalls geht, ist die Körperverletzung an einem Säugling/Kind. Ob Sie als Erwachsener sich gerne an Studien aus Uganda orientieren wollen, ist mir persönlich schnurz, da können Sie sich beschneiden lassen, wie Sie wollen.

Und da es ja um AIDS -Prävention in Uganda ging, haben wir hier andere Möglichkeiten, uns zu schützen, ganz abgesehen davon, dass ein Säugling keinen Geschlechtsverkehr hat.

Traumata und erzwungen

Jetzt hören Sie aber mal auf. Das Durchtrennen der Nabelschnur, ein biologisch NOTWENDIGER Vorgang, mit dem Abschneiden der Vorhaut zu vergleichen ist schlicht absurd. Natürlich ist es Zwang, wenn Eltern ihren Säugling beschneiden lassen. Nach Ihrer Logik kann man mit Kindern alles machen, was man will - das ist glücklicherweise in Deutschland nicht so.

Und natürlich kann eine zwangsweise an einem Menschen vorgenommene Gewalttat Traumata hervorrufen - reden Sie mal mit Psychologen über dieses Thema.

Ihre sehr egozentrische Herangehensweise

an die Thematik blendet völlig aus, dass es seit Jahren
bereits Untersuchungen zu dem Thema "Traumatisierung nach Säuglingsbeschneidung" gibt.

So schön es ist, dass Sie selbst mit einer Beschneidung
happy sind.....das bedeutet wohl kaum, dass Sie Ihre
"happiness" so ohne weiteres kleinen Kindern aufzwingen
sollten.

Jeder mag für sich im entsprechenden Alter individuell
abwägen und entscheiden.

Doch eigentlich ganz einfach.

Und was die Traumatisierungen bei Zwangsbeschneidungen
angeht, hier noch einmal diverse links, die Ihrer
Aufmerksamkeit irgendwie entgangen zu sein scheinen.

http://www.uni-duesseldor...

http://www.cirp.org/libra...

http://www.focus.de/gesun...

Neurologie

Sie setzen in naiver Weise jedegliche Sensitivität mit Erogenität gleich. das ist unsachgemäß, da es sich hierbei um unterschiedliche Wahrnehmungskategorien handelt.

Daran ist überhaupt nichts unsachgemäß, denn das Grundprinzip des Tastsinns ist am ganzen Körper das gleiche: Spezialisierte Rezeptoren empfangen sensorische Informationen, wandeln sie in bio-elektrische Reize um und senden die Information über verscheidene Nervenbahnen an das Gehirn. Wie die Information vom Gehirn verarbeitet wird, hängt immer auch davon ab, woher das Signal kommt.

Insofern werden die von Meissner Tastkörperchen ausgesandten Signale unterschiedlich empfangen und verarbeitet, je nachdem ob sie von den Fingerspitzen oder vom Penis (Vorhaut) gesendet werden.

Wo kein Rezeptor, da kein Signal. Es geht bei der sexuellen Erregung zu einem sehr beträchtlichen Teil um "Mechanik".

Die Vorhaut enthält eine sehr hohe und eine sehr dichte Konzentration an Mechanorezeptoren (Meißner-Tastkörperchen, Vater-Pacini-Tastkörperchen, Merkel-Zellen), mehr sogar als die Fingerspitzen, die für eine "hoch auflösende" Oberflächensensibilität sorgen.

Soviele hochauflösende Mechanorezeptoren hat die Eichel nicht, sie enthält mehr Nozizeptoren.

P.S.: Was glauben Sie, wie erotisch Sex mit dem Partner ist, wenn die Tastkörperchen in Ihren Fingerspitzen fehlen und Ihrem Gehirn keine Reize über den Partner signalisieren?

Neurologie 2

Wenn wir schonmal bei der Haptik sind, dazu gehören:

- Propriozeption (Lagesinn, Kraftsinn, Bewegungssinn, also Eigenwahrnehmung des Körpers)
- Oberflächensensibilität, also Tastsinn (Mechano-, Thermo-, und Nozizeption)

Ohne Haptik an den Genitalien kommt der sexuelle Reaktionszyklus schwer zustande.

Deshalb hat ein gewisser Brindley für Querschnittsgelähmte den sog. Brindley-Stimulator entwickelt, der unter die Haut implantiert, mit dem abgeschnittenen Teil des Rückenmarks verbunden und unter anderem zur sexuellen Stimulierung genutzt wird.

BEschämend

ist es, wenn aus religösen Gründen an den Genitalien von Säuglingen und Kindern herumgeschnitten wird.

P.S.: Bei Mädchen könnte man die "milde Sunna" zulassen. Die wird auch von Bündnissen gegen Genitalbeschneidung als harmlos angesehen.

Freiheit der Religion ist Freiheit des Menschen

Sie wissen scheinbar nichts über den religiösen Hintergrund der männlichen Beschneidung als Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. Die Verstümmelung von Frauen hat einen kulturgeschichtlichen, nur pseudoreligiösen Hintergrund und ist auch medizinisch in keinster Weise mit der männlichen Beschneidung zu Vergleichen.

Ich denke diese Debatte ist ein weiteres Beispiel für die grassierende Religionsfeindlichkeit und den versteckten intelligenten Rassismus unserer Gesellschaft, die den Rahmen einer angemessenen Debatte längst verlassen hat und durch sehr viel Unwissen auf seiten der "Aufklärer" unterfüttert ist.

Pseudoreligiös?

Wieso pseudoreligiös? Es gibt an die 5000 verschiedenen Götter, da kann ich glauben, an was ich will und wenn man meine Religion, sei's an Thor, Odin und Wotan ist oder Ra, Anubis und Osiris, als "pseudoreligiös" bezeichnet, ist das genau diese Religionsfeindlichkeit, die du ansprichst.
Des Weiteren, was ist das bitte für einen Gott, der den Menschen als sein "Ebenbild" erschafft aber dann verlangt, dass man die Vorhaut abschneidet?

5000 ?

Damit untertreiben sie aber gnädig
http://www.goetter-der-we...

So gesehen hat MSS recht: Jede religiöse Gruppierung ist auch eine atheistische Gruppierung, der Unterschied liegt nur in der Anzahl der Götter an die man nicht glaubt.

Zum Thema: Ob Missverständnis oder nicht, es ist und wird auch weiterhin ein wichtiges Thema bleiben. Wie weit wird der Gesetzgeber mit Sonderregelungen für einzelne Religionsgruppen gehen?

Im Islam fehlt offenbar die religiöse Begründung

Wenn ich die Debatte Revue passieren lasse, so ist immer wieder ein Unterschied aufgefallen.

Im Judentum gibt es wohl eine religiöse Vorgabe in einer ihrer Schriften für eine Beschneidung.

Für den Islam scheint es so eine eindeutige Vorgabe aber nicht zu geben, nur eine hergeleitete Interpretation.
Damit wird aber die Begründung "religiös notwendig" fragwürdig.

Dieses wird eine juristisch haltbare gesetzliche Ausnahmeregelung noch weiter erschweren.
Ich beneide die Personen, die diese Aufgabe lösen sollen nicht.
Die ganzen Vorgaben dazu (Mädchenbeschneidung verbieten, Religionsgruppe beachten, Kinderschutzkonvention, Art 2 GG, ...), sind so komplex, dass ich die Aufgabe als unlösbar ansehe.
Eine pure "Lex Beschneidung für Knaben" wird aber kaum vor einem BVerfG oder EMGR Bestand haben können.

Rassismus? (1)

Religion ist keine "Rasse", wohl wahr. Aber natürlich hat es in den vielen hitzigen Diskussionen hier durchaus auch rassistische Kommentare gegeben. Nicht sehr viele, zum Glück.

Viel häufiger scheint mir eine gewisse Verachtung für Religionen insgesamt im Spiel zu sein.

Dabei ist es doch so: Bei der Beschneidung kollidieren unstreitig (mindestens) zwei Grundrechte, nämlich die Unversehrtheit und die Religionsfreiheit. Dass letztere im Grundgesetz steht, ist zunächst einmal einfach Fakt und ist hinzunehmen. Letzten Endes kann man es auch ändern, aber ich möchte doch sehr hoffen, dass es darum nicht gehen soll.

Im Wesen der Religionsfreiheit liegt es aber, dass sie auch und gerade für Religionen gilt, die ein Betrachter wunderlich, lächerlich, überflüssig, widerlich oder sonstwie finden mag. Insofern erübrigen sich in dieser Frage sämtliche Betrachtugen und Tiraden über die Frage, ob Islam und/oder Judentum wohl gut oder schlecht sind.

Auch die Frage, ob Eltern über die Religion ihrer Kinder zu bestimmen haben, erscheint mir allenfalls sekundär berührt. Es ist in unserem Staat nun einmal so, dass die Eltern die Erziehung auch in weltanschaulichen Fragen in sehr, sehr weiten Grenzen alleine bestimmen können. Es gab gibt Staaten, wo dies anders ist, Beispiele verkneife ich mir, aber das wollen wir doch wohl alle nicht.

Rassismus (2)

Der Knackpunkt der Diskussion ist für mich einzig und allein: Ist die Vorhautbeschneidung beim Jungen ein ausreichend harmloser Eingriff, dass er ins Ermessen der Eltern gestellt werden kann, ja oder nein? Hier helfen keine blumigen blutrünstigen (oder auch verharmlosenden) Beschreibungen, sondern nur eine kühle Analyse.

Dabei ist zu bewerten:
1) Ist das Risiko, dass etas schiefgeht so gross, dass man das nicht mehr ins Ermessen der Eltern stellen kann?
2) Ist das Resultat, wenn alles glattgeht, so nachteilig, dass Eltern das nicht mehr bestimmen dürfen?

Was ist mit der Religionsfreiheit des Kindes?

Zur Religionsfreiheit gehört, entscheiden zu können, ob man einer Religionsgemeinschaft beitreten möchte. Die Firmung der katholischen Kirche ist da auch nicht viel besser. Ich weiß nicht, ob man in so jungen Jahren wirklich frei entscheiden kann.

Die Firmung unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt von der Beschneidung: Es findet kein irreversibler Eingriff in den Körper des Kindes statt.

Die Beschneidung steht also mit zwei Grundrechten in Konflikt:

1. Die Religionsfreiheit - der Mensch sollte alt genug sein, frei entscheiden zu können, ob er einer Religionsgemeinschaft angehören will.

2. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG). Auch hier sollte der Mensch alt genug sein, frei entscheiden zu können, ob er diesen Eingriff zulassen möchte.

Bei allem Respekt für die freie Ausübung der Religion, wir leben in einem Staat, in dem eigentlich Religion und Staat getrennt sind. In unserem Grundgesetz steht als unantastbares Grundrecht die Würde des Menschen. Hieran muss sich der Staat ausrichten. Das Grundrecht der freien Religionsausübung kann nicht dazu führen, dass die Grundrechte eines Menschen durch Dritte verletzt werden, nur weil diese sich durch uralte Gebote dazu verpflichtet fühlen.

Wer in diesen alten Geboten liest, findet noch viele andere archaische Dinge, auf deren Einhaltung heute kein nicht radikal religiös denkender Mensch kommen würde.

doch, ich kenne den religiösen Hintergrund

Ich kenne aber auch den kulturgeschichtlichen Hintergrund. Beides, die Beschneidung von Jungs und die von Mädchen, sind älter als Christentum, Islam oder Judentum.

Beide Bräuche sind übernommen worden - das ist z.B. auch bei vielen Feiertagen der Fall (der 24.12. ist eben nicht das historische Geburtsdatum von Jesus, sondern ursprünglich ein Sonnenwendfest vorchristlicher Zeit). Lass den Leuten die alten Festtage und Bräuche und du kannst dich mit deiner neuen Religion leichter durchsetzen - so ist das immer und überall gelaufen. So wie Sie argumentieren, müsste man es Juden in Deutschland erlauben, ihre minderjährigen Kinder zu beschneiden, Moslems aber verbieten.

Interessant finde ich, dass Sie als offenbar Gläubiger, andere Vorstellungen als pseudoreligiös brandmarken. DAS ist chauvinistisch und arrogant. Ich bin grundsätzlich dafür, Beschneidung - egal ob mild oder extrem - an Jungen und Mädchen zu verbieten. Um Konflikte zu vermeiden, kann man Lösungen finden, die z.B. betonen, dass es sich um Körperverletzung handelt, diese aber straffrei lässt. Eine Kassenleistung sollte die religiöse Verstümmelung aber niemals sein.

Ach ja, Phimose vor Erreichen der Pubertät durch Beschneidung zu behandeln ist auch großer Quatsch, weil bis dahin bei vielen Jungs die Vorhaut noch mit der Eichel verklebt ist, was im Übrigen hygienische Probleme komplett ausschließt (außer Sie reißen die Vorhaut sinnlos ab, dann gibt es in der Tat ein Problem).

Auch hier ein Danke

Ach ja, Phimose vor Erreichen der Pubertät durch Beschneidung zu behandeln ist auch großer Quatsch, weil bis dahin bei vielen Jungs die Vorhaut noch mit der Eichel verklebt ist, was im Übrigen hygienische Probleme komplett ausschließt (außer Sie reißen die Vorhaut sinnlos ab, dann gibt es in der Tat ein Problem).

Die Verklebung löst sich etwa mit 2-3 Jahren, in einer Zeit also, wo das Kleinkind bereits mindest hygienische Standard, den Toilettengang, anwendet. Medizinier sprechen darum auch davon, dass der Vorhaut und die Verklebung dem Baby bei der Hygiene, d.h. die empfindliche Eichel vor dem Abfallprodukt Urin schützt.

Phimose ist übrgigens heute bei Kleinkindern mit einfachen Dehnungs-"spielen" und leichter Salbe zu 80% auflösbar. Nur leider passt das ja nicht in die rel. Sittenvorstellung. Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt auf einmal einem Jungen sogar erlaubt werden sollte (nicht wie bisher: Finger weg, das ist bah) ganz ofiziell, schamfrei und gesundheitsfördernd sein Geschlechtsorgan anzufassen ....

Beschneidung rein symbolisch

Wenn die Beschneidung wirklich so essentiell für die Religionen ist, dann sollte man sie einfach rein symbolisch durchführen.
Bei der Taufe wird ja auch kein Kind mehr komplett unter Wasser gedrückt.

Und wenn nun die Hygieneargumente oder (eher falsche) Vorteile beim Geschlechtsverkehr beim jungen Mann Anklang finden, dann darf er sich mit 18 immer noch unters Messer legen.

Grundrechte

Die Grundrechte des GG kollidieren nicht miteinander - sie sind in der Reihenfolge ihrer Gewichtung geordnet. D.h. ein Grundrecht mit niedriger Paragraphennummer ist immer höher wertig als eines mit höherer Paragraphennummer.
§2: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
§4: Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

§2 bricht §4, keine Kollision.

"Reihenfolge ihrer Gewichtung"

Die Grundrechte des GG kollidieren nicht miteinander - sie sind in der Reihenfolge ihrer Gewichtung geordnet.

Interessante Ansicht haben sie da. Wenn Religiöse das nächste Mal gegen unliebige Berichterstattung klagen, hätte sie bestimmt gerne Sie als Richter. Schließlich steht Art. 4 über Art. 5. Also bricht Art. 4 Religionsfreiheit Art. 5 Meinungsfreiheit. Grundrechtabwägungen gibt es bei ihnen nicht, also reicht schon die kleinste Störung von Art. 4 um Art. 5 beliebig einzuschränken.
Vielleicht denken Sie nochmal darüber nach ob das mit der Reihenfolge nach Gewichtung und ein Artikel bricht den anderen stimmen kann.

etwas klarer formuliert:

Rechte aus dem GG kann man nur für SICH SELBST ableiten.

Art 2 GG in Anwendung auf das Kind überwiegt
Art 4 GG in Anwendung auf die Eltern,
da die Eltern beanspruchen, dass das Kind zum Objekt für IHRE Religionsausübung wird, und sein Recht und Schutz durch Art 2 GG dafür aufgibt.
Dieser Anspruch kann jedoch von den Eltern durch keines ihrer Rechte erhoben werden.

Zurückweisung!

Den Vorwurf des Rassismus möchte ich mit aller Entschiedenheit für mich zurückweisen. Bei einem solch einschneidenden Ritual würde ich mich auch dagegen aussprechen, wenn es aus dem christlichen oder humanistischen Umfeld stammte.

Religionsfeindlichkeit? Auch das nicht! Es mag jeder auf seine Weise leben, sofern er die Rechte anderer nicht verletzt! Dass ich aber nicht umhin kann, mein naturwissenschaftliches Welt - das Grundlage für mein philosophisches Weltbild ist - ernst zu nehmen und Kulte sehr kritisch betrachte, kann ich Ihnen bestätigen. Ich sehe allerdings nicht, auf welche Grundlagen sich ein demokratisches Gemeinwesen stützen könnte, wenn man die Wissenschaften - insbesondere das naturwissenschaftliche Weltbild unseres heutigen Kenntnisstandes - nicht umfassend ernst nimmt.

Mancher bezeichnet die Unausweichlichkeit naturwissenschaftlicher, mathematischer, logischer Erkenntnisse als arrogantes Diktat, aber sie sind zwingend, will man das folgerichtige Denken nicht abschaffen!

Es sehe nicht, wie die Beschneidung mit der Garantie der Unverletzlichkeit der Person in Einklang zu bringen wäre und andererseits befürchte ich, dass ein Sondergesetz dem Missbrauch Tor und Tür öffnet!

Archaische Riten im 21. Jahrhundert statt echtem Glauben

Sie schreiben: "Ich denke diese Debatte ist ein weiteres Beispiel für die grassierende Religionsfeindlichkeit und den versteckten intelligenten Rassismus unserer Gesellschaft, die den Rahmen einer angemessenen Debatte längst verlassen hat und durch sehr viel Unwissen auf seiten der "Aufklärer" unterfüttert ist"

Ich lese "Religionsfeindlichkeit" und "Rassismus", ich sehe dass sie die Aufklärer in Anführungszeichen setzen - Sie verwechseln dabei (in Unwissenheit?) Religion mit Riten. Kann es sein, dass sie den Unterschied nicht verstanden haben?

Auch schreiben sie: "...als Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk..." und unterschlagen dabei mal einfach so ein wichtiges Wort: "ewig"! Es geht um den ewigen(!) Bund, dem irreversiblen Bund, es geht um einen Bund, den der Betroffene nicht mehr rückgängig machen kann, nicht soll! Ergo geht es um Macht. Und es geht um die Macht, sich am Allerheiligsten eines kleinen Jungen vergreifen zu können, zu dürfen. Ungestraft. Es geht um die Demütigung eines Kindes. Es geht um Gewalt. Das sind uralte Methoden mit der Priester ihre Macht verteidigt haben.

Ich denke, sowohl archaische Uralt-Riten als auch deren Verfechter sollten so langsam 'mal im 21. Jahrhundert ankommen. Ich denke, es wird zeit, diese Methoden zu durchschauen und abzuschaffen.

Das nennt man nämlich zivilisatorischen Fortschritt.

[...]

Gekürzt. Bitte diskutieren Sie respektvoll. Danke, die Redaktion/mk

Das kann sein oder auch nicht, Herr oder Frau Wackermann

Es ist sicher richtig, das alle Religionen auch anders sein könnten als sie sind, besser oder schlechter oder sonst anders. Die Religionsfreiheit beinhaltet aber, dass die Religionsgemeinschaften selber entscheiden, was für sie das richtige ist.

Somit führt uns kein Weg an der Entscheidung vorbei, ob die (männliche Säuglings-)Beschneidung nun harmlos ist (dann muss man das dürfen, ganz egal ob Sie das sonderbar finden). Oder eben nicht, dann ist die Sache schon fragwürdiger (muss aber auch irgendwie vernünftig geregelt werden).

und? was folgt daraus?

Weil z.B. Frankreich veraltete Gesetze hat (bei uns gab es das vor Kurzem auch noch) oder weil es in Afrika keine Kondome gibt, soll man eine erwiesener Maßen nicht taugliche Methode anwenden, um das Risiko von Infektionen zu reduzieren? Zumal es um das Risiko von Männern geht, sich bei Frauen anzustecken, welches ohnedies deutlich geringer ist als umgekehrt:

"Bei Frauen ist die Gefahr einer Infektion etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Sie haben mehr Schleimhaut-Fläche, in der oft kleinste Risse vorhanden sind, durch die das Virus eindringt. Außerdem bleibt das Ejakulat im Körper, die Schleimhaut hat Zeit, es aufzunehmen. Trotzdem sind in Deutschland 82 Prozent der HIV-Infizierten Männer, weil das Virus vor allem durch homosexuellen Verkehr übertragen wird." (Professor Andreas Plettenberg (52), Leiter des Infektiologie-Institutes „Ifi“ an der Asklepios Klinik Hamburg-St.Georg)

Bitte den von mir verlinkten Film ansehen, da wird dies Untersuchung aus Uganda sehr gut erläutert.

Sie haben natürlich Recht,

Navid Kermani nannte jüngst die neuerdings beobachtbare Vergötzung dessen, was selbsternannte Tugendwächter für vernünftig erachten, "Vulgärrationalismus". Der Hergang dessen, wie es zu diesem Gerichtsverfahren kam, lässt zumindest nach dem ZEIT-Artikel erkennen, warum komplexere Güterabwägungen, wie man sie von akademisch ausgebildeten Juristen eigentlich erwarten kann, im konkreten Fall unterblieben sind. Dies bezüglich hat der Artikel zur Aufklärung beigetragen.

Sie haben

vollkommen Rechts. Nicht das Urteil, sondern die unqualifizierte Dbatte um diesen lösbaren Konflikt ist ein weiterer Versuch das jüdische und muslimische Leben in Deutschland zu erschweren, denn sonst würden die Herrschaften sich ebenso über jede in den wohnräumen gerauchte Zigarette, die nachweislich für das Kind schädlich ist (schwere Körperverletzung) und über jede Anthehelixplastik bei einem Kind unter 12 aufregen.

@5 Einem erdachten Wesen in den Mund gelegt

"Sie wissen scheinbar nichts über den religiösen Hintergrund der männlichen Beschneidung als Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk." ( BuonamicoBuffalmacco)

Da es diesen Gott wie die unzähligen anderen in der Menschheitsgeschichte erdachten Gottheiten nicht gibt, kann man nichts über eine solche Verbindung zwischen den Menschen und einem höheren Wesen wissen.

In einer alten Schrift kann man lediglich nachlesen, dass Menschen offensichtlich einem solchen erdachten Wesen die Forderung nach der Vorhaut der Jungen aus sozialpsychologischen Gründen in den Mund gelegt haben.

ich kann Sie beruhigen

Zigarettenrauch in Wohnräumen ist für mich ein eklatanter Grund zur Aufregung, besonders dann, wenn Kinder davon betroffen sind. Und mit dieser Einstellung bin ich mit Sicherheit nicht allein.

Immer wieder toll zu sehen, wie Sie und andere selbstverständlich davon ausgehen, dass man in Anwesenheit von Kindern rauchen dürfe, dass man selbstredend kleinen Mädchen die Ohren durchbohren dürfe und dergleichen mehr - klar, wer das alles für ganz normal und unhinterfragbar hält, hat auch mit der Beschneidung kein Problem.

Im Übrigen zeigen diese Beispiele hervorragend, dass es eben NICHT um Religion geht sondern darum, dass Eltern wie Sie für sich in Anspruch nehmen, einfach tun und lassen zu können was sie wollen, egal, ob das den Kindern schadet.

Was das Anlegen abstehehender Ohren angeht kann man sich durchaus streiten, ob das unter 12 gemacht werden sollte, jede nicth unbedingt nötige OP ist per se diskussionswürdig bzw. zu hinterfragen.

Ich nicht

Ich finde, Sie sind etwas zu konsequent - oder verlangen es zumindest von anderen ;-)

Jeder hat in den unterschiedlichsten Fragen eigene Grenzen. Interessant ist doch, dass der Vergleich mit dem Ohrlochstechen von Seiten der Pro-Fraktion kam, mit der ganz selbstverständlichen Annahme, dass diese Praxis natürlich fraglos in Ordnung sei. Sie ist es nicht.

Aber darüber hinaus, ich bleibe dabei, ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich etwas abschneide oder ein Loch hinein mache - auch das Ausmaß der Schmerzen ist absolut nicht vergleichbar.

Wertung

"Aber darüber hinaus, ich bleibe dabei, ist es ein gewaltiger Unterschied, ob ich etwas abschneide oder ein Loch hinein mache - auch das Ausmaß der Schmerzen ist absolut nicht vergleichbar."

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Wobei Sie da auch nicht die seelischen Schmerzen berückshcitgen, die auch anders sein können als die rein körperlichen Schmerzen. Ob jemand leidet oder Schäden entwickelt, hängt auch von den Umständen ab, z.B. ob die Eltern ansonsten liebevoll mit dem Kind umgehen.

Unabhängig von PRO und CONTRA, würde ich da nicht sagen, dass Abschneiden schlimmer ist als ein Loch.

Kann natürlich auch damit zusammenhängen, weil ich so erzogen wurde, dass ein Loch schlimm ist.

Wenn ich Asyl-Urteile lese, wo Frauen gesagt wird, dass wenn sie Folter im Heimatland erwarten wegen fehlendes Jungfrauhäutchen, sie dies ja per kosmetische OP wieder herstellen lassen könnten, dann weiß ich nicht, ob körperliche Unversehrtheit wirklich ernst genommen wird.

ich musste wirklich lange überlegen, ob ich darauf antworte

Wie Sie sehen tue ich es. Es ist in höchstem Maße lächerlich, wie Sie und einige andere immer wieder auf die Schiene abdriften "es geschieht so viel Böses auf der Welt, bevor das nicht alles behoben ist, braucht sich auch bei der Beschneidung nichts ändern". Sorry, was soll das? Gerade das Rauchen ist sogar ein extrem blödes Beispiel, weil da in den vergangenen Jahren sehr viel passiert ist und noch immer passiert.

Insgesamt geht es hier aber nicht um "alle Übel der Welt" sondern um die Beschneidung Minderjähriger. Sie machen die doch nicht dadurch besser, dass es noch andere Formen von Gewaltakten gegen Kinder gibt. Das ist in etwa so schlüssig als wenn ich Ihnen sage, Sie sollen bitte Ihren Hund nicht quälen und Sie sagten, so lange Robbenbabys erschlagen werden solle ich mich aus der Hundequälerei bitte raushalten.

Unterschied Beschneidung / Ohrloch schießen

Zum einen besteht natürlich anatomisch ein riesiger Unterschied zwischen dem Ohrläppchen und der Vorhaut. Die Vorhaut ist dicht mit hochsensiblen Rezeptoren ausgestattet, das Ohrläppchen besteht aus Fett- und Bindegewebe und enthält wenige Schmerzrezeptoren.

Während bei der Beschneidung in einer 15-minütigen Operation mit verschiedenen Instrumenten die Vorhaut von der Eichel abgerissen, eingeschnitten, auseinandergerissen und abgeschnitten wird, werden Ohrlöcher im Sekundenbruchteil mit einer Pistole geschossen oder mit einer Nadel gestochen.

Mit der Vorhaut wird ca. die Hälfte der Penishaut entfernt, das Ohrläppchen erhält ein kleines Einstichloch.

Für die Vorhaut gibt es keinen Ersatz, das frisch gestochene Ohrloch wächst innerhalb von 1-2 Wochen komplett zu und ist dann nicht mehr zu sehen.

Dies alles berücksichtigend, kann man ein Kind vom Einschulalter ab entscheiden lassen, daß es Ohrringe möchte (bei Säuglingen lehnen die meisten Studios das Ohrlochstechen sowieso gleich ab).

P.S.: Wer wissen möchte, wie es um den Schmerz bestellt ist, der kneife sich mal richtig schön fest ins Ohrläppchen und dann mit der gleichen Intensität in die Vorhaut/Eichel/Klitoris. ;)

Hoppla

Und messen das alles nur nach dem körperlichen Schmerz?

Ich bilde mir ein, daß meine Beschreibung mehr enthält.

Das Problem ist, daß man hier einen chirurgischen Eingriff mit keinem chirurgischen Eingriff vergleicht. Das hinkt wie das berühmte Haggis-Tierchen am schottischen Hügel entlang.

Natürlich ist auch Ohrlochstechen eine Körperverletzung, die der Einwilligung bedarf. Aber in Anbetracht der objektiven Sachlage, kann ein Kind schon ab Grundschulalter die Tragweite seiner Entscheidung begreifen und die Eltern rechtsgültig einwilligen. Das Kind erleidet zwar auch einen Schmerz, aber wer den Schmerz des Ohrlochstechens ernsthaft mit den Qualen einer 15-minütigen Beschneidung vergleichen will, handelt doch ein klein wenig gröblich.

Ein Vergleich Beschneidung / Tonsillektomie / Blinddarm-OP ist da schon angebrachter.

Vergleiche

Ja, aber Sie würden da hoffentlich nicht sagen, dass Stechen in den Finger OK wäre, da nicht so schlimm, während Fingerkuppen abschneiden nicht Ok wäre, da schlimm.

Wer gegen Fingerkuppen abschneiden ist, müsste auch gegen Finger stechen sein.

Insbesondere wenn man sagt, dass es unsäglich ist, dass Fingerkuppenabschneide-Befürworter sagen, dass dies nicht so schlimm ist im Vergleich zu Arm abschneiden.

Es ist aber genauso

lächerlich, wenn es nach sechzig Jahren den Menschen hierzulande einfällt, dass Kinder wegen Beschneidung gequält werden, als ob diese Praxis was neues und "barbarisches" in Deutschland wäre. Und ich möchte den Beispiel mit dem Rauchen etwas verbessern: Es ist als ob Sie mich darauf hinweisen, ich würde meinen Hund quälen und Sie selbst aber Ihre Katze quälen. Wer das Rauchen in Wohnräumen, Ohrstechen, Anthehelixoperationen in Deutschland duldet, sollte auch keine Probleme haben auch einen Kompromiss für eine religiöse Beschneidung der Knaben zu finden.

Verkettung von

Mißverständnissen ? Früher oder später wurde mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung bzgl. der Beschneidung unter den Beschneidern gerechnet ? Der Eingriff dauert nur ? eine halbe Stunde ? Das zeigt ja wohl das schlechte Gewissen , bzw. die jahrzehntelange Rechtsgrauzone. Da muss man der Staatsanwältin aber hohes Lob aussprechen , dass sie konsequent geblieben ist und dass es dadurch endlich zu einem vom GG eindeutigen Formulierung zum Schutz der Unversehrtheit kleiner Kinder ( Knaben ) kommt. Dieser Schutz wird strafbewehrt vom Bundesvervassungsgericht gestellt werden müssen und mal wieder zeigen , wie opport. unsere Politiker mit Ausnahme der Linken sind. Eine traurige Gesschichte unseres Rechtstaates. Und es betrifft mitnichten nicht die Einschränkung einer sog. religionsfreiheit. Es betrifft die Freiheit zu schützender kleinen Bürger!

Was für ein Glück

Die Fachgesellschaften empfehlen die Beschneidung schon Jahre lang nicht mehr. Viele Ärzte machten darauf aufmerksam, dass dort etwas übrig geblieben ist, dass sich durch neuere Kenntnisse nicht rechtfertigen lässt.

Die Politik ignorierte den aktuellen Wissensstand, weil sie sich nicht traute. Gäbe es das Kölner Gericht nicht, wäre diese Diskussion weiter nicht geführt worden.

Es gibt medizinischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Die Begründung man habe etwas schon tausende von Jahren gemacht ist gerade keine Begründung, sondern eben gerade ein Zeichen dafür, dass man etwas neu überdenken soll.

Sie schreiben etwas sehr wichtige:

Die Politik ignorierte ....
Dieses Ignorieren ist mMn in den letzten Jahren noch schlimmer geworden. Es ist nicht nur eine Debatte um Zugeständnisse an eine rel. Minderheit, eine rel. Gruppierung im allgemeinen, es ist auch eine Debatte über die Fähigkeit/Unfähigkeit unserer PolitikerInnen.

Die Seehofersche-CSU will mal schnell in kleiner Parlamentsgruppe ein Betreuungsgeld durchdrücken, Unsere Kanzlerin wurde erneut vom Verfassungsgericht darauf hingewiesen, dass sie Entscheidungen nicht am Parlament vorbei beschließen lassen kann. Die Verquikungen der Politiker mit der Wirtschaft waren noch nie so deutlich wie heute: Schröder, Clemens, Riester, Rürup, Mappus .... und der nächste Schritt steht uns bevor: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will auch die Pflege an die freie Wirtschaft übergeben. Erst kommt der Pflege-Bahr, dann der Ausstieg der FDP aus der Regierung und dann ...., ja in welchen Wirtschaftskonzern wird dann Herr Bahr wechseln?

Missverständnisse oder doch Vorurteil

Ja, nur, wenn die Staatsanwaltschaft wegen gefährliche Körperverletzung anklagt, wo es in der Wirklichkeit nur einfacher Körperverletzung war, dann hinterlässt das auch schon einen bitteren Beigeschmack. Wenn die eine ist Offizialdelikt (kann ohne Strafantrag des Betroffenen verfolgt werden) während die andere ein Antragsdelikt ist (der Betroffene muss Antrag stellen, es sei denn es besteht öffentliches Interesse).

Mir scheint auch, dass da die Ärzte im Krankenhaus eher einen Schnellschluss zog (Arabischer Arzt? Beschneidung? Muss ja inkompetent sein).

Es ist nicht alles gut gelaufen.

Zum Arztsein

gehören naturgemäß auch ethische und berufsethische Orientierunghilfen. Z.B. Der Eid des Hippokrates.
Wenn ich Arzt bin und ich bin es , muss ich jeden Tag aufs Neue mein operatives und nichtopreratives Handeln hinterfragen. Unabhängig von Religionen und Weltanschauungen versuche ich das bestmögliche für die Gesundheit bzw.deren Wiederherstellung meiner Patienten zu tun. Handlungen an Kindern , die nicht ihrer Gesundheit dienen , lehne ich ab.

Wie ich dazu stehe ??

diese Menschen befinden sich in einer Notlage , die sich auch wissenschaftlich begründen lässt. Diese Patienten/innen sind keine Kinder ! Also : Bei Menschen mit geschlechtlichen Identitätsproblemen wird man auf psychologische Hilfestellungen zurückgreifen , evtl. kommen medikamentöse Therapien infrage , als Ultima Ratio könnte nach Ausschöpfung aller anderer Hilfestellungen auch eine Operation infrage kommen. Durchgeführt von absoluten Spezialisten und nach meist jahrelangen Eingehen auf diese Patienten, die einwilligungsfähig sind , denen man alle bekannten Auswirkungen , auch die negativen , erklären kann und die sich dann selbst entscheiden können. So . Und was hat das jetzt mit Beschneidungen von minderjährigen Kimdern zu tun ?
Ich verstehe Ihre Frage nicht , habe versucht Ihnen trotzdem ausführlich zu antworten. Im Übrigen : in den göttlichen 10 Geboten steht unter anderem:Du sollst nicht töten ! Was tun die Menschen : sie führen Kriege ! Und andere Grausamkeiten : Was sagen die gläubigen Menschen dazu: ????? bzw. deren Papst , Rabbiner , und Immame ?

Das ist eine Fehlentscheidung

Die mit beiden Geschlechtsteilen geboren werden und in der Kindheit operativ entweder zu einem Mädchen oder einem Jungen gemacht werden. U.a. auf Wunsch der Eltern, und weil Ärzte sagen, dass es besser fürs Kind wäre, sich für das eine oder das andere Geschlecht zu entscheiden.

Das ist nach wissenschaftlichen, medizinischen und psychologischen Maßstäben eine viel zu frühe Entscheidung, die enorme Risiken birgt.

Die körperliche und psychologische Entwicklung, die letztlich die Richtung der geschlechtlichen Identität/Sexualität weist, erfolgt allerfrühestens mit der Pubertät. Dazu gehört auch die gelebte Sexualität mit sich selbst oder/und einem Partner.

Schwierig kann beides sein, aber es ist im Kindesinteresse das kleinere Übel, alle Geschlechtsorgane und somit dem Kind die Entscheidungsfähigkeit zu erhalten, bis es alt genug ist zu verfügen, ob es ein Geschlecht wählen möchte und, wenn ja, welches. Eine verfrühte falsche Entscheidung nimmt dem späteren Erwachsenen die Möglichkeit einer erfüllten Sexualität.

Es gibt ja auch Erwachsene, die glücklich damit sind, intakte Hermaphroditen zu sein und deren Sexualität genau damit erfüllt ist.

Das Kind, Herr Musharbash, kommt

in Ihrem Artikel gar nicht vor! Aus dem Leiden des Kindes ging wohl hervor, daß Zweifel an der ärztlichen Kunst aufkamen.
Im Übrigen raten Sie wohl, so lese ich das, im Falle besser nicht den Notarzt zu rufen, sonst könnten ja Mißverständnisse auftreten!
Dem Arzt Omar Kezze (Chirurg, kein Urologe!!!, operiert außerhalb seines Fachgebietes, wahrscheinlich ohne Anästhesist) fällt nix anderes ein als von Diskriminierung zu sprechen, anstatt Arzt zu sein und sein Handeln zu reflektieren. Immerhin trat die Komplikation nach seinem Eingriff auf!

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