AfghanistanAuf Leben und Tod

Halima und Rafi, zwei junge Leute aus Herat, gehören unterschiedlichen afghanischen Stämmen an. Sie lieben einander und versuchen, gemeinsam zu fliehen. Das kostet sie fast ihr Leben. Eine Liebesgeschichte aus einem zerrissenen Land

Denk nicht mal dran!«, warnte der ältere Bruder, als Rafi ihm seinen Plan verriet. Der Onkel erklärte: »Du bist ein Träumer!«, wobei er Rafi nur mit halbem Ohr zuhörte. Verrücktheiten eines Kindes, dachte er bei sich. Die Mutter dagegen schaute ihrem Sohn lange in die Augen. Der 17-jährige Rafi ist ihr Kleinster. »Mein Junge«, sagte sie ernst, »du wirst uns alle ins Unglück stürzen.«

Der Tag, an dem die Welt in Jabreel, einem Vorort von Herat, Afghanistan, aus ihrer Ordnung bricht, ist der 6. Juli 2011, ein Mittwoch. An diesem Tag entschließen sich Rafi Mohammed und seine heimliche Freundin Halima Mohammedi, ihren Liebesplan allen Warnungen zum Trotz durchzuziehen. Dieser Plan ist denkbar schlicht. Halima, deren Familie die Liebe des Mädchens zu Rafi nicht billigt, verlässt am Nachmittag das Haus ihrer Schwester, in der Hand das Handy, das sie ihr gestohlen hat. Sie tritt auf die Straße und wartet auf den jungen Mann, der zur vereinbarten Uhrzeit mit einem Wagen kommen und sie mit ihrer Einwilligung entführen soll. Doch Rafi ist nicht pünktlich, er ist im Verkehrschaos stecken geblieben, also ruft sie ihn an und fragt, wo er denn bleibe. Das Zeitfenster zur Flucht ist klein, jeden Moment kann Halimas Abwesenheit bemerkt werden. Deshalb spricht Halima ganz aufgeregt und mit viel zu lauter Stimme. Auf diese Weise erfahren die Umstehenden von Halimas Plan – und solche Pläne sind in Afghanistan gefährlich.

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Es sind vor allem junge, auf Kundschaft wartende Rikschafahrer, die nun hören, dass sich ein Mädchen aus Jabreel ohne Erlaubnis der Eltern mit einem Jungen davonmachen will – noch dazu mit einem Jungen, der nicht einmal aus dem Viertel kommt.

Als Rafi endlich vorfährt und Halima einsteigt, blockieren plötzlich ein halbes Dutzend Rikschas den Weg. Hunderte aufgebrachter Menschen umringen den Wagen. Hände greifen ins Innere des Toyota, zerren an Rafi, kratzen ihm blutende Wunden. Rafi wehrt sich, doch immer mehr Hände drängen durch die Wagentür nach, reißen ihn schließlich heraus, in den Staub der Straße. Bevor seine Ohren sich mit warmem Blut füllen, hört Rafi noch die Rufe. »Hängt sie auf! Tötet sie!«

Fäuste schlagen auf ihn ein, Füße treten ihn, in den Bauch, die Rippen, auf den Kopf. Rafis Nase bricht, die Augen schwellen zu, er windet sich schreiend. Die Masse der Schläger füllt die Straßenkreuzung. »Sie hätten die beiden umgebracht«, erinnert sich später der Polizeikommandeur gegenüber der ZEIT. Seine Männer sind es, die das Paar schließlich dem Mob entreißen.

Hastig werden Rafi und Halima auf die Wache in Sicherheit gebracht. Doch die wütende Menge drängt nach. Eine Wand aus Körpern drückt gegen das Metalltor der Polizeistation. Alles gerät außer Kontrolle. In den Straßen von Jabreel wird jetzt geschossen. Unter die Demonstranten mischen sich auch Soldaten der afghanischen Streitkräfte auf Heimaturlaub, sie schleudern Handgranaten auf die Wache. Längst kämpfen die acht Polizisten, die sich im Gebäude verschanzen, nicht mehr nur um das Leben des unglücklichen Paares, sondern um das eigene. Als alles vorbei ist und Halima und Rafi knapp mit dem Leben davongekommen sind, haben Polizisten versehentlich einen 19-jährigen Schüler erschossen, Dutzende Menschen verhaftet, zahllose verletzt. Und aus Jabreel steigen Rauchsäulen auf.

»Was wird nur aus uns werden?«, hatte Halima am Vorabend ihren Rafi am Telefon gefragt, und er hatte ihr versprochen: »Es wird alles gut. Irgendwann werden sie uns verzeihen.« Zwei Jahre lang hatten Rafi und Halima an ihren Fluchtplänen gefeilt, sie in nächtelangen Telefonaten besprochen, darüber gelacht, geweint, verschiedene Varianten im Geiste durchlebt und wieder verworfen. Beide sind 17 Jahre alt, er ein Tadschike und damit Sunnit, sie eine Hazara und daher Schiitin – Angehörige zweier Stämme, die seit Jahrzehnten verfeindet sind. Aber sie haben in sich etwas entdeckt, das die meisten ihrer Verwandten, ja die meisten Afghanen nie kannten und das viele fürchten wie einen bösen Fluch: die Liebe.

Der Richter verurteilt sie zu einem Jahr Gefängnis – nur weil sie sich trafen

Nie zuvor war Afghanistan in so großer Umwälzung. Überall im Alltag lösen sich die alten Werte auf. Die Mobiltelefone machen jeden für jeden erreichbar, über alle Lehmmauern hinweg. Die Leute sehen Filme aus Indien, ungeheuerliche Bilder, auf denen Menschen einander küssen und zärtlich berühren. Männer und unverschleierte Frauen begegnen sich zu Zehntausenden in Universitäten und in Fabriken, die an den Stadträndern hochgezogen werden. Menschen, die nach den Konventionen einander nie hätten begegnen dürfen, lernen sich jetzt kennen – und lieben. Und ein Teil der Jugend definiert sein Lebensglück neu: den Ehepartner selber wählen, den Beruf oder auch nur die Art, die Haare zu frisieren.

Andere Jugendliche klammern sich verzweifelt an das Althergebrachte. Sie kämpfen gegen den Bruch mit den Traditionen, sie tun es mit Worten, mit Stöcken, mit Messern, mit Gewehren. »Wir erleben gerade ein schockierendes Anwachsen der Gewalt«, klagt Suraya Subhrang, die Sprecherin der Menschenrechtsorganisation Afghan Independent Human Rights Commission. Es herrscht Krieg in Afghanistan – aber nicht nur der gegen die Taliban, von dem die ganze Welt weiß. Ein zweiter, stiller Krieg tobt in den Familien. Die Fronten dieses Krieges verlaufen nicht an Hügelketten oder Flüssen entlang, sondern durch die Wohnzimmer, durch die Schlafzimmer, durch die Kinderzimmer afghanischer Familien, und sie werden selten öffentlich. Dieser neue Krieg wird mit dem Abzug der Nato nicht enden. Dieser Krieg hat gerade erst begonnen.

»Du hast nicht auf mich gehört«, sagt Rafis älterer Bruder. Die beiden sitzen mit gesenkten Schultern auf dem betonierten Gefängnishof in Herat. Rafi meidet den Blick des Älteren. Er sieht über die Mauerkrone, wo am Himmel Nato-Flugzeuge Kondensstreifen ziehen. »Mutter weint jede Nacht. Sie faucht deine kleinen Schwestern wegen jeder Kleinigkeit an.« Der Plan, mit dem Rafi und Halima sich die Freiheit erzwingen wollten, hat sie hinter die Mauern der »Besserungsanstalt für Jugendliche« gebracht. Es ist jetzt Ende Oktober. Vier Monate sind vergangen, seit das Paar in Jabreel vom Mob gestoppt wurde. Dieselben Polizisten, die sie gerettet haben, führten sie später in Handschellen und Fußketten hierher. »Ihr habt das Gesetz gebrochen«, sagten sie ihnen. Die Anklage lautete auf »versuchten vorehelichen Geschlechtsverkehr«, nach Paragraf 29 Strafgesetzbuch. Seither leben Rafi und Halima im selben Gebäude, aber streng getrennt in unterschiedlichen Trakten. Seit ihrer Festnahme haben sie sich nicht gesehen.

Am Vortag hat das Berufungsgericht in Herat die Haftstrafe für beide von einem halben Jahr auf ein ganzes erhöht. Das Vergehen des Paares sei besonders schwer, da es sich bereits zwei Jahre lang heimlich getroffen habe. »Glaubst du, sie weiß schon davon?«, fragt Rafi seinen Bruder. »Ich hab Angst, wie sie reagieren wird.«

»Es wäre doch das Beste, ich wäre tot«, flüstert Halima im Mädchentrakt, fünfzig Meter von Rafi entfernt. Sie schaut auf die Spitzen ihrer Finger, die Hände liegen im Schoß. Heute Morgen hat sie vom Urteil erfahren. »Sie sagen, wir sind Verbrecher. Aber das sind wir nicht.« Im Zellengang hinter ihr hallt das Brüllen der anderen Mädchen. 34 weitere junge weibliche Gefangene sind mit ihr hier eingesperrt. Ständig gibt es Streit und Zank. Zusammengepfercht auf engstem Raum, ziehen sie einander kreischend an den Haaren, schlagen sich ins Gesicht, rangeln mit der Gefängniswärterin. »Huren!«, rufen die Wärterinnen. Die meisten Insassinnen haben das gleiche Verbrechen begangen wie Halima. Sie haben sich in den Falschen verliebt.

Da ist die 15-Jährige, die einen 50-Jährigen heiraten musste und sich dann in einen gleichaltrigen Jungen verguckte. Eine andere wurde von ihrem Vater dabei erwischt, wie sie Textnachrichten mit einem jungen Mann austauschte. Das genügte den Richtern, um sie für ein Jahr einzusperren. Die Jungs sind oft ebenfalls hier in der Besserungsanstalt – unter dem Druck der Familien haben sie sich alle von ihren Freundinnen losgesagt. Alle – bis auf Rafi. Rafi sagt immer noch: »Ich liebe sie, aber sie liebt mich zehnmal mehr.« Dieser Glaube hält Halima am Leben.

Rafi und Halima sahen sich das erste Mal vor zwei Jahren in jener Eiscremefabrik, in der sie beide arbeiteten. »Seine Augen«, sagt sie. »Ihr Witz«, sagt er. Halima kommt aus einer armen Familie, ihre Mutter starb, da war sie sieben. Das Unglück verbindet sie mit Rafi. Dessen Vater ist ermordet worden, da war er noch nicht zehn. Halimas Vater heiratete wieder, doch die neue Frau verstand sich nicht mit Halima. Die beiden stritten immerzu. Die Fabrikarbeit befreite Halima regelrecht, gab ihr Luft zum Atmen. Der Fabrikant schätzt die Frauen, die er beschäftigt, und auch die Kinder. Bei diesen niedrigen Löhnen findet er nicht mehr genügend Männer für die Arbeit. Herat ist Afghanistans Industriestadt. Die Fertigungshallen wachsen weit in die Wüste am Stadtrand hinein. Motorräder und Traktoren werden hier montiert, Säfte abgefüllt und »SuperCola«. »Ich habe die Arbeit gemocht«, erinnert sich Halima. Und irgendwann, nach vielen tiefen Blicken, hat sie den entscheidenden Schritt getan. Sie steckte Rafi in einem unbeobachteten Moment einen Zettel mit ihrer Handynummer zu.

Leserkommentare
    • Sven88
    • 20.07.2012 um 19:08 Uhr

    Irgendwie ist sowas aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Es gibt nichts romantischeres, als wenn sich 2 Leute wirklich lieben.
    Traurig, dass das, was wir hier als Selbstverständlichkeit ansehen, woanders nicht gegeben ist.
    [...]

    Gekürzt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
    • pakZ
    • 20.07.2012 um 19:39 Uhr
    2. .....

    Ein eindrucksvoller Artikel, der einen Einblick in eine Gesellschaft offenbart, die für meisten Deutschen unvorstellbar und unerklärlich ist und wohl auch bleiben wird.

    6 Leserempfehlungen
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    wo so was auch in Mitteleuropa ueblich war.

    wo so was auch in Mitteleuropa ueblich war.

    • Fokobu
    • 20.07.2012 um 20:10 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Die Redaktion/ls

  1. Willkommen im Mittelalter...

    9 Leserempfehlungen
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    Als ich diesen Artikel gelesen habe, der über die Zustände der Heimat meiner Eltern berichtet, war ich fast den Tränen nahe.

    Die Geschichte von Rafi und Halima ist keine Neuigkeit. Eine schiitische Hazara und ein sunnitischer Taschike - fast undenkbar. Solche Ehen sind in Afghanistan keine Seltenheit, die Akzeptanz in der Gesellschaft ist von vielen Faktoren abhängig. Noch extremer wäre es, wenn der junge Mann ein Pashtune wäre. Dann hätte es sicherlich kein "Happy End" gegeben.

    So sehr mich auch die Zustände in Afghanistan bedrücken, in dieser Form bestehen sie erst seit etwa 30 Jahren. Vor über 30 Jahren wäre so eine Ehe eher auf dem Land problematisch gewesen. In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es eine Schlagzeile gewesen.

    Mit dem Bürgerkrieg und den grauenhaften ethnischen Säuberungen an den Hazara und anderen Völkern, die sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abgespielt haben, kamen die meisten Probleme an. Nach dem ausverkauf islamischer Werte im Widerstand gegen die "gottlosen Kommunisten", haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann.

    Opfer der Geschichte sind im Anschluss zwei junge Menschen wie Rafi und Halima.

    Ich empfehle hierzu von Khaled Hosseini "Tausend Strahlende Sonnen".

    Als ich diesen Artikel gelesen habe, der über die Zustände der Heimat meiner Eltern berichtet, war ich fast den Tränen nahe.

    Die Geschichte von Rafi und Halima ist keine Neuigkeit. Eine schiitische Hazara und ein sunnitischer Taschike - fast undenkbar. Solche Ehen sind in Afghanistan keine Seltenheit, die Akzeptanz in der Gesellschaft ist von vielen Faktoren abhängig. Noch extremer wäre es, wenn der junge Mann ein Pashtune wäre. Dann hätte es sicherlich kein "Happy End" gegeben.

    So sehr mich auch die Zustände in Afghanistan bedrücken, in dieser Form bestehen sie erst seit etwa 30 Jahren. Vor über 30 Jahren wäre so eine Ehe eher auf dem Land problematisch gewesen. In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es eine Schlagzeile gewesen.

    Mit dem Bürgerkrieg und den grauenhaften ethnischen Säuberungen an den Hazara und anderen Völkern, die sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abgespielt haben, kamen die meisten Probleme an. Nach dem ausverkauf islamischer Werte im Widerstand gegen die "gottlosen Kommunisten", haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann.

    Opfer der Geschichte sind im Anschluss zwei junge Menschen wie Rafi und Halima.

    Ich empfehle hierzu von Khaled Hosseini "Tausend Strahlende Sonnen".

  2. Die Tadschiken und die Hazara sind keine Stämme, sondern ETHNIEN. Die Tadschiken haben keine Stämme, die Hazara teilweise und die Paschtunen, die die Mehrheit Afghanistans ausmachen, sind jene Ethnie, die die größte Stammesgesellschaft der Welt hat.

    6 Leserempfehlungen
  3. Als ich diesen Artikel gelesen habe, der über die Zustände der Heimat meiner Eltern berichtet, war ich fast den Tränen nahe.

    Die Geschichte von Rafi und Halima ist keine Neuigkeit. Eine schiitische Hazara und ein sunnitischer Taschike - fast undenkbar. Solche Ehen sind in Afghanistan keine Seltenheit, die Akzeptanz in der Gesellschaft ist von vielen Faktoren abhängig. Noch extremer wäre es, wenn der junge Mann ein Pashtune wäre. Dann hätte es sicherlich kein "Happy End" gegeben.

    So sehr mich auch die Zustände in Afghanistan bedrücken, in dieser Form bestehen sie erst seit etwa 30 Jahren. Vor über 30 Jahren wäre so eine Ehe eher auf dem Land problematisch gewesen. In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es eine Schlagzeile gewesen.

    Mit dem Bürgerkrieg und den grauenhaften ethnischen Säuberungen an den Hazara und anderen Völkern, die sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abgespielt haben, kamen die meisten Probleme an. Nach dem ausverkauf islamischer Werte im Widerstand gegen die "gottlosen Kommunisten", haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann.

    Opfer der Geschichte sind im Anschluss zwei junge Menschen wie Rafi und Halima.

    Ich empfehle hierzu von Khaled Hosseini "Tausend Strahlende Sonnen".

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Kopfschütteln"
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    "In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es [k]eine Schlagzeile gewesen." keine Schlagzeile!

    " ... haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann." (von Ihnen bitte Streichen)

    Danke

    "In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es [k]eine Schlagzeile gewesen." keine Schlagzeile!

    " ... haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann." (von Ihnen bitte Streichen)

    Danke

  4. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

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    "...für so was riskieren unsere Soldaten da unten den Hals ?
    Selbst im Mittelalter waren unsere Leute nicht so verblendet!"

    Es sind Menschen. Ich weiß zumindest von den deutschen Soldaten, dass diese sich für die Menschen dort einsetzen.

    Nichtsdestotrotz – auch wenn die afghanische Bevölkerung schon immer die Deutschen mochte – hat keiner sie gerufen. Es war eher der Ruf der Bodenschätze …

    sind.

    Wenn sich überhaupt militärischer Einsatz lohnt, dann dafür, daß Menschen nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Ethnie oder anderer Merkmale entrechtet und mit dem Tode bedroht werden.

    Widerspruchslos zuzulassen, daß dieses Unrecht geschieht, nur weil es weit weg geschieht, iat inhuman.

    Europäer, die in Freiheit, Demokratie und Wohlstand aufgewachsen sind, dürfen sich nicht auf ihrer zivilisatorischen Insel verbarrikadieren und so tun, als ginge sie dies alles nichts an.
    Denn dann wäre ihre (i.e. unsere) Zivilisiertheit in der Tat nur eine dünne Firnis.

    k.

    "...für so was riskieren unsere Soldaten da unten den Hals ?
    Selbst im Mittelalter waren unsere Leute nicht so verblendet!"

    Es sind Menschen. Ich weiß zumindest von den deutschen Soldaten, dass diese sich für die Menschen dort einsetzen.

    Nichtsdestotrotz – auch wenn die afghanische Bevölkerung schon immer die Deutschen mochte – hat keiner sie gerufen. Es war eher der Ruf der Bodenschätze …

    sind.

    Wenn sich überhaupt militärischer Einsatz lohnt, dann dafür, daß Menschen nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Ethnie oder anderer Merkmale entrechtet und mit dem Tode bedroht werden.

    Widerspruchslos zuzulassen, daß dieses Unrecht geschieht, nur weil es weit weg geschieht, iat inhuman.

    Europäer, die in Freiheit, Demokratie und Wohlstand aufgewachsen sind, dürfen sich nicht auf ihrer zivilisatorischen Insel verbarrikadieren und so tun, als ginge sie dies alles nichts an.
    Denn dann wäre ihre (i.e. unsere) Zivilisiertheit in der Tat nur eine dünne Firnis.

    k.

  5. "In Herat, einer Kulturhochburg, weltoffen, der Touristenhochburg der Region, wäre es [k]eine Schlagzeile gewesen." keine Schlagzeile!

    " ... haben Szenarien ihren Ursprung gefunden, die sich keiner von ihnen vorstellen kann." (von Ihnen bitte Streichen)

    Danke

    Antwort auf "Danke, Welt!"

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