App-Lektoren

Literatur auf dem Smartphone wird immer beliebter. Vor allem Kinder finden es prima, wenn sie die Helden ihrer Bücher auf dem Handy-Display oder auf dem iPad erleben können. Für die Entwicklung passender Geschichten sind App-Lektoren zuständig. In Verlagen koordinieren sie die Umsetzung von Büchern in digitale Formate, oder sie entwickeln neue Plots, die App-tauglich sind.

Der App-Boom ist so neu, dass es noch keine akademische Zusatzausbildung für Geisteswissenschaftler gibt. »Gesucht werden Leute, die anders denken als im klassischen Verlagswesen«, sagt Rita Bollig, Leiterin der Abteilung Bastei Entertainment im Kölner Verlag Bastei Lübbe. Gute Chancen hätten Bewerber, die schon mal ein Drehbuch geschrieben oder ein Webdesign entwickelt haben. Das Medienspektrum eines App-Lektors ist breit: Text, Bild, Film, Grafik, Musik. An der Entwicklung neuer Apps sind neben Lektoren und Autoren oft auch Webdesigner und Filmproduzenten beteiligt. »Wichtiger als die Adaption von vorhandenen Büchern wird die Entwicklung von neuen Plots sein, die für die digitale Verwertung konzipiert werden«, sagt Rita Bollig. Das Monatsgehalt angestellter Lektoren mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung liegt zwischen 2.700 und 3.400 Euro.

Provenienzforscher

Wem gehört die Kunst? Diese Frage beschäftigt Provenienzforscher. Meist geht es um sogenannte Beute- oder Raubkunst, die in der NS-Zeit den Besitzer wechselte – durch Enteignung von jüdischen Familien oder als Kriegsbeute. Seit 1998 sind deutsche Museen verpflichtet, die Herkunft ihrer Bestände zu prüfen und für Kunstwerke, die in der NS-Zeit beschlagnahmt wurden, gerechte Lösungen zu finden.

Der klassische Weg in eine Museumslaufbahn ist ein Studium der Kunstgeschichte mit Promotion. An der FU Berlin wird für Bachelorstudenten seit dem Sommersemester 2011 ein Modul zur Provenienzforschung angeboten. Die Forscher arbeiten in Museen und Archiven. Sie prüfen Unterlagen von Auktionshäusern und Kunsthändlern, liefern Hintergrundmaterial für aktuelle internationale Streitfragen, etwa die deutsch-russischen Verhandlungen zur Beutekunst. Das Gehalt von wissenschaftlichen Mitarbeitern an Museen richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Provenienzforscher haben im ersten Berufsjahr ein Monatseinkommen von 3.109 Euro. Feste Stellen sind selten, nur große Museen beschäftigen eigene Forscher. Kleine Häuser und private Sammler beauftragen externe Wissenschaftler.