KulturberufeMit Kunst lässt sich doch Geld verdienen!

Bücher-Apps redigieren, Kunsteigentümer aufspüren, Firmengeschichte recherchieren oder Imagefilme produzieren: Im Kulturbereich entstehen neue Jobs. Wir stellen vier vor. von Oliver Burgard

App-Lektoren

Literatur auf dem Smartphone wird immer beliebter. Vor allem Kinder finden es prima, wenn sie die Helden ihrer Bücher auf dem Handy-Display oder auf dem iPad erleben können. Für die Entwicklung passender Geschichten sind App-Lektoren zuständig. In Verlagen koordinieren sie die Umsetzung von Büchern in digitale Formate, oder sie entwickeln neue Plots, die App-tauglich sind.

Der App-Boom ist so neu, dass es noch keine akademische Zusatzausbildung für Geisteswissenschaftler gibt. »Gesucht werden Leute, die anders denken als im klassischen Verlagswesen«, sagt Rita Bollig, Leiterin der Abteilung Bastei Entertainment im Kölner Verlag Bastei Lübbe. Gute Chancen hätten Bewerber, die schon mal ein Drehbuch geschrieben oder ein Webdesign entwickelt haben. Das Medienspektrum eines App-Lektors ist breit: Text, Bild, Film, Grafik, Musik. An der Entwicklung neuer Apps sind neben Lektoren und Autoren oft auch Webdesigner und Filmproduzenten beteiligt. »Wichtiger als die Adaption von vorhandenen Büchern wird die Entwicklung von neuen Plots sein, die für die digitale Verwertung konzipiert werden«, sagt Rita Bollig. Das Monatsgehalt angestellter Lektoren mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung liegt zwischen 2.700 und 3.400 Euro.

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Provenienzforscher

Wem gehört die Kunst? Diese Frage beschäftigt Provenienzforscher. Meist geht es um sogenannte Beute- oder Raubkunst, die in der NS-Zeit den Besitzer wechselte – durch Enteignung von jüdischen Familien oder als Kriegsbeute. Seit 1998 sind deutsche Museen verpflichtet, die Herkunft ihrer Bestände zu prüfen und für Kunstwerke, die in der NS-Zeit beschlagnahmt wurden, gerechte Lösungen zu finden.

Der klassische Weg in eine Museumslaufbahn ist ein Studium der Kunstgeschichte mit Promotion. An der FU Berlin wird für Bachelorstudenten seit dem Sommersemester 2011 ein Modul zur Provenienzforschung angeboten. Die Forscher arbeiten in Museen und Archiven. Sie prüfen Unterlagen von Auktionshäusern und Kunsthändlern, liefern Hintergrundmaterial für aktuelle internationale Streitfragen, etwa die deutsch-russischen Verhandlungen zur Beutekunst. Das Gehalt von wissenschaftlichen Mitarbeitern an Museen richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Provenienzforscher haben im ersten Berufsjahr ein Monatseinkommen von 3.109 Euro. Feste Stellen sind selten, nur große Museen beschäftigen eigene Forscher. Kleine Häuser und private Sammler beauftragen externe Wissenschaftler.

Leserkommentare
  1. Bitte Quelleangabe/Link zur Gehaltsumfrage Motiondesign des Fachblogs 'Design Magazin'. (Falls das existiert bzw. wirklich so heisst?)

  2. … zum Glück ist es Lektorat und Marketing, Design oder Recherche. Puh!

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • eeee
    • 02. Oktober 2012 2:31 Uhr

    so wie sonst auch überall. Je oberflächlicher, desto mehr.

    • Mari o
    • 02. Oktober 2012 0:18 Uhr

    "Jeder Mensch sollte Künstler sein. Alles kann zur schönen Kunst werden." - Novalis, Glauben und Liebe
    jeder Mensch ist ein Künstler.Alles ist Kunst.J.B.
    Schönheit war gestern
    Die Fotos von Andreas Gurski sind schön und immer Millionen wert.
    alles sehr fragwürdig

  3. guten morgen liebe zeit!

    anscheinend haben sie es nicht mitbekommen aber mit kunst konnte man immer schon gut geld verdienen...

    nur eben in den wenigsten fällen diejenigen die die eigentliche kunst machen!

    ist ja nicht so dass man mal eben ein bild malt oder ein stück komponiert und den rest des tages zur vermarktung frei hat.
    das sind zwei verschiedene fulltine-jobs!

    Eine Leserempfehlung
    • eeee
    • 02. Oktober 2012 2:31 Uhr

    so wie sonst auch überall. Je oberflächlicher, desto mehr.

  4. Kunst als "Kunst" ist, was noch keiner dargestellt hat, was ich darstellen will, das Undarstellbare.
    Hier ist Kunst wohl eher als "Handwerk" gemeint, d.h. Arbeiten im Auftrag, was wiederum andere Fähigkeiten und Kreativität erfordert.

  5. Ist denn damit zu rechnen, dass die von Leser Matesteinforth eingeforderte Quellenangabe noch von der Redaktion nachgereicht bzw. der Artikel dementsprechend angepasst wird? Ich kenne kein „Fachblog“ namens „Design Magazin“. Mich würde ebenfalls interessieren, woher Herr Burgard die Angaben bezüglich des Gehalts von Designern hat.

    Darüber hinaus ist die Artikelüberschrift ziemlich unglücklich, geht es auf Seite 2 des Artikels doch ausschließlich um Design und nicht um Kunst. Dass zentrale Unterschiede zwischen Designern und Künstlern bestehen, erste arbeiten ausschließlich im Auftrag, um nur einen zu nennen, hätte eigentlich auch dem Autor dieses Artikels auffallen können, wäre er weniger oberflächlich an das Thema herangegangen.

    • omnibus
    • 20. November 2012 8:17 Uhr

    es sei denn, man fasst den Begriff "Kunst" sehr weit - was an sich keine schlechte Idee wäre. Bisher gehören weder die Produktion von Apps noch Motion Design zur Kunstausbildung. Meist sind es Kommunikationsdesigner, die so was machen.

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