Energiepolitik: "Erdgas wird billiger"
Rainer Seele, Chef der Energiefirma Wintershall, über sichere Versorgung, Energiewende und seine Freude am schlechten Wetter.
DIE ZEIT: Der Sommer dieses Jahr ist Mist, Sie aber sehen sehr zufrieden aus. Wie kommt’s?
Rainer Seele: Meinetwegen könnte es das ganze Jahr über Winter sein. Dann wird geheizt, wir können mehr Gas fördern und verkaufen. Nein, im Ernst: Wir sind 2012 richtig gut gestartet, haben im ersten Quartal beim Ergebnis zugelegt. Zwei Faktoren sind dafür vor allem verantwortlich: Unsere Ölproduktion in Libyen ist schneller als erwartet wieder angelaufen, und das kalte Wetter hat uns geholfen.
ZEIT: Und langfristig? Deutschland will auf Dauer mit deutlich weniger fossiler Energie auskommen, also mit weniger Erdgas, Öl und Kohle. Ihre Produkte werden also immer weniger nachgefragt.
Seele: Zu Hause vielleicht. Nicht international. Erdgas wird weltweit immer stärker nachgefragt. Und auch beim Erdöl erwarten die Experten eine Zunahme des Verbrauchs.
ZEIT: Was heißt das für den Klimaschutz?
Seele: Auch weltweit wird der Anteil der Erneuerbaren steigen. Obendrein wird Erdgas zunehmend Kohle ersetzen. Allein das leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
ZEIT: Der aber nicht reicht, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.
Seele: Einverstanden. Aber sind nur wir daran Schuld? Die Förderung von Öl und Gas wird von der Nachfrage nach Öl und Gas bestimmt! Wir liefern nur den Nachschub. Wir müssen beim Verbrauch ran, brauchen mehr Energieeffizienz. Fest steht: Die Antwort auf die Frage, wie eine saubere, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung aussieht, steht noch aus.
ZEIT: Werden wir 2050 in Deutschland noch Gas zur Stromerzeugung nutzen?
Seele: Ja. Damit steuern wir dann unsere sichere Versorgung.
ZEIT: Warum baut dann hierzulande gegenwärtig kaum ein Investor ein neues Gaskraftwerk?
Seele: Das ist das Ergebnis unserer Planwirtschaft, bei der es den gesetzlichen Vorrang für die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren gibt. Wenn ein Gaskraftwerk deshalb dann vier Fünftel des Jahres stillsteht, rentiert es sich nicht.
ZEIT: Was muss getan werden?
Seele: Der Betreiber eines Gaskraftwerks müsste dafür bezahlt werden, dass er die Stromerzeugungskapazität für Notfälle vorhält und damit für Versorgungssicherheit sorgt.




nicht nur eneuerbare Energie, wir brauchen auch erneuerbare Politik.
Wo anders nennt man das "Demokratie" und meint damit manchmal sogar, was das Wort bedeutet.
Soweit ich sehen kann, taucht nicht einmal das Wort Atomkraft auf. Das Aus dieser Kraft ist also angekommen.
An sich kann man jede Menge Energie sparen, wenn man die Schwerindustrie abschafft. Wir produzieren ja vieles nur noch des Überflusses halber, und nicht, weil es gebraucht wird. So, in diesem Sinne einer neuen Bescheidenheit, die nicht Verzicht bedeuten muss, löst sich das Problem schneller.
Es ist nicht die Rede davon, dass jemand auf eine Stereoanlage verzichten muss. Es geht eher darum, dass es nicht hundert Hersteller vernünftiger Geräte geben muss, und es muss auch nicht einer sein, aber eine Menge weniger. Wenn alle an einem Strang ziehen, werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch Energie gespart.
Und man könnte sich noch Glühlampen (keine Sparlampen) ökologisch leisten, wenn man vieles besser gemacht hätte und auf übertriebenen Wachstum verzichtet hätte. Das beträfe freilich auch ein Grundverständnis der Arbeitsgesellschaft, die wäre in dieser Form dann nicht mehr mögich. Nötig ist diese sowieso nicht. Nicht jeder will arbeiten, und nicht jeder müsste.
Jawohl, so isses!
Ich denke da an Oscar L., der wohnt in einer bescheidenen Villa im Saarland. Die Sarah W. Kann da bestimmt mehr von der neuen Bescheidenheit erzählen. Oder an Kurt B. Der mal eben eine Rennstrecke in die Insolvenz entlassen hat, das Geld stammt angeblich aus dem Länderlastenausgleich. Wenn doch alle so sparsam wären das wäre toll!
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls
Jawohl, so isses!
Ich denke da an Oscar L., der wohnt in einer bescheidenen Villa im Saarland. Die Sarah W. Kann da bestimmt mehr von der neuen Bescheidenheit erzählen. Oder an Kurt B. Der mal eben eine Rennstrecke in die Insolvenz entlassen hat, das Geld stammt angeblich aus dem Länderlastenausgleich. Wenn doch alle so sparsam wären das wäre toll!
Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls
Jawohl, so isses!
Ich denke da an Oscar L., der wohnt in einer bescheidenen Villa im Saarland. Die Sarah W. Kann da bestimmt mehr von der neuen Bescheidenheit erzählen. Oder an Kurt B. Der mal eben eine Rennstrecke in die Insolvenz entlassen hat, das Geld stammt angeblich aus dem Länderlastenausgleich. Wenn doch alle so sparsam wären das wäre toll!
bei Geldverschwendung sind, wie wär's dann mit Karl T. v.u.z.G, Christian W. und Stefan M.? Nicht zu vergessen Friedrich M. oder Günther Ö. Oder...
bei Geldverschwendung sind, wie wär's dann mit Karl T. v.u.z.G, Christian W. und Stefan M.? Nicht zu vergessen Friedrich M. oder Günther Ö. Oder...
wenn diese "Regierung" so bleibt, wagt man sich gar nicht vorzustellen.
PS: "Der Betreiber eines Gaskraftwerks müsste dafür bezahlt werden, dass er die Stromerzeugungskapazität für Notfälle vorhält" Mein Gelächter hat mir die Trommelfelle zerrissen.
Nur Gaskraftwerke können durch schnelles Anfahren der Leistung, die extremen Fluktuationen der Erneuerbaren ausgleichen. Insbesondere, wenn wir auf eine weitere zunahme der Erneuerbaren zusteuern wird dieses dringend erforderlich sein.
Nun ist es natürlich für die Versorger nur dann sinnvoll Gaskraftwerke zu haben, wenn Sie in einer Hand mit dem Gesamtkonzept erneuerbarer Energien gerechnet wurden.
Hier ist die Aussage des Interviewten verständlich
Nur Gaskraftwerke können durch schnelles Anfahren der Leistung, die extremen Fluktuationen der Erneuerbaren ausgleichen. Insbesondere, wenn wir auf eine weitere zunahme der Erneuerbaren zusteuern wird dieses dringend erforderlich sein.
Nun ist es natürlich für die Versorger nur dann sinnvoll Gaskraftwerke zu haben, wenn Sie in einer Hand mit dem Gesamtkonzept erneuerbarer Energien gerechnet wurden.
Hier ist die Aussage des Interviewten verständlich
bei Geldverschwendung sind, wie wär's dann mit Karl T. v.u.z.G, Christian W. und Stefan M.? Nicht zu vergessen Friedrich M. oder Günther Ö. Oder...
das EEG der rotgrünen Regierung nicht sofort ersatzlos zu streichen. Jetzt potentiert sich der Schwachsinn ins Unendliche und immer mehr Förderungen werden nötig mit Hinweis auf eine tolle Energiezukunft. Das war im Sozialismus genauso.Irgendwann gab es dann den Kommunismus, wo jeder machen konnte, was er wollte. Das Ende ist bekannt.
AKW, bis der Arzt kommt? Da wird einer nicht reichen.
AKW, bis der Arzt kommt? Da wird einer nicht reichen.
"Wir liefern nur den Nachschub" - das klingt ein wenig wie die argumente der waffenlobby
"Eine Rendite von vier Prozent reicht nicht" - der sparer darf sich mit einem halben zufrieden geben. vielleicht sollte der gesamte energiemarkt wieder verstaatlicht werden. angesichts derzeit sehr günstiger kredite könnte sich deutschland dann auch bei einer rendite, die für firmen uninteressant ist, ein wirklich optimales system aufbauen.
"Der Betreiber eines Gaskraftwerks müsste dafür bezahlt werden, dass er die Stromerzeugungskapazität für Notfälle vorhält" - dafür sind speicher langfrsitig deutlich interessanter und das ist auch der weg wie sie finanziert werden können
Sowohl konventionelle als auch erneuerbare Energien haben oft den Nachteil, daß sie nicht bedarfsgerecht Strom produzieren können - Kohle- und Atomkraftwerke produzieren stur gleichmäßig Strom, während Wind- und Solarenergie von Tageszeit und Wetter abhängen. Daher hat man für die kurzen Zeiten der Spitzenlast ein Dilemma - entweder baut man noch mehr Kraftwerke oder PV- und Windanlagen, so daß man für diese Zeiten auch abgedeckt ist, und hat dann für die restliche Zeit erhebliche Überkapazität, oder man sucht sich irgendeine Art der Energieerzeugung, die nur zu diesen Zeiten angezapft werden kann.
Gasturbinen sind ideal für so etwas, weil sie innerhalb von wenigen Minuten hoch- und wieder herunter gefahren werden können. Erdgas damit als "Brückentechnologie" zu bezeichnen, ist im Gegensatz zu Kohlekraftwerken nicht der blanke Hohn.
Und langfristig können diese Gasturbinen auch ohne Erdgas betrieben werden - man kann z.B. Methan mit Methanisierung erzeugen, indem man überschüssigen Strom nachts erst in Wasserstoff und dann Methan umwandelt (und dabei kann man auch gleich das deutsche Gasnetzwerk als Speicher verwenden...). Oder man verwendet Methan aus Biomasse (wobei man aber endlich die Vergütungen ändern sollte - zur Zeit bekommen die Betreiber rund um die Uhr genauso viel Geld, was natürlich ziemlich sinnlos ist - sie müssten so bezahlt werden, damit sie ihren Strom nur zur Zeiten der Spitzenlast einspeisen!).
Mit anderen Worten: Bitte mehr Gasturbinen in Deutschland!
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