Revolution: Kampf ums letzte Wort
Die Ashar in Kairo ist eine der ältesten Universitäten der Welt. Für den sunnitischen Islam ist sie die wichtigste Autorität. Nach der Revolution beanspruchen die Muslimbrüder mehr Einfluss.
Sie ist eine Bombe, sagt ein Student. Sie ist eine Bastion gegen Extremismus und Fanatismus, sagt ihr Oberhaupt. Sie steht für Moral, sagen viele, die an ihr lehren. Sie ist Handlanger des alten Systems, sagen die, die sie erobern wollen.
Selten wird eine Universität mit solchen Worten beschrieben.
Die Rede ist von Al-Ashar, »der Blühenden«. Sie ist nicht nur eine der ältesten und größten Universitäten der Welt, sondern auch die wichtigste theologische Autorität im sunnitischen Islam – und seit Jahrhunderten Hort der Orthodoxie. Wie hier der Islam interpretiert wird, ist Maßstab für Millionen Muslime. Mag die Ashar auch nicht mit dem Vatikan gleichzusetzen sein, ihr Oberhaupt nicht mit dem Papst – der Islam kennt keine Kirche –, ist ihr Einfluss doch ähnlich groß. Die 400.000 Studenten der Blühenden, fast die Hälfte davon Frauen, kommen nicht nur aus Ägypten, sondern aus der gesamten islamischen Welt, aus Marokko und Indonesien, aus Nigeria und Bosnien. In Kairo wollen sie den »richtigen« Islam lernen.
Um diesen Pfeiler des Islams hat seit der Revolution in Ägypten ein Ringen eingesetzt. Salafisten und Muslimbrüder wollen mehr Einfluss auf die Ashar, ihre Leute an die Spitze hieven und so ihrer Lesart des Islams größtmögliches Gewicht geben. Die Ashar von staatlichem Einfluss zu befreien ist wichtiger für uns als die Präsidentschaftswahl, sagt der Sprecher der Salafistenpartei. Angriffsziel ist das Oberhaupt, der Großscheich der Ashar, Ahmed al-Tajeb. Er wurde auf Lebenszeit eingesetzt von Mubarak und war Mitglied seiner Regierungspartei. Ein Makel, den man sich im postrevolutionären Ägypten kaum leisten kann.
Germanistikstudent Ahmed wählt Mursi, den Muslimbruder
Halb zwölf in Kairos Altstadt, kurz vor dem Freitagsgebet. Vor der Ashar-Moschee zwingen 37 Grad die Menschen zu zeitlupenhaften Bewegungen. Es sind die Tage vor der Wahl des Präsidenten, das Land ist in einem nervösen Wartezustand. Noch ist nicht abzusehen, dass eine Woche später das Parlament aufgelöst werden und der Militärrat seine Macht in dem Maß vergrößern wird, in dem er die des künftigen Präsidenten beschneidet. Viele, die zum Gebet strömen, glauben, dass der Muslimbruder Mursi der neue Präsident sein wird. Sie werden recht behalten.
Jenseits der Straße liegt verwaist der Khan al-Khalili, Basar und Touristenfalle. Hinter der Ashar-Moschee finden sich in schattigen Gassen kleine Stände mit Obst und Gemüse, Metzger hängen große Rinderstücke an Haken. In der dämmerigen Moschee füllen sich die Reihen. Männer allen Alters treten in den Raum, manche im Hemd, manche in der traditionellen Dschalabija, einem knöchellangen Umhang, manche im Fußballtrikot – Özil und Ronaldo sind mehrmals vertreten. Einige haben ihre Söhne mitgebracht. Sie setzen sich auf den Teppich, zwischen schlanken Marmorsäulen, das Gesicht in Richtung Mekka. Es sind mehrere Tausend.
Ahmed sitzt nahe der Wand, neben ihm ein kleines Holzregal mit Büchern, die den Islam in vielen Sprachen preisen. Ahmed trägt Jeans und ein weißes Poloshirt, er ist 22 Jahre alt, am Tag zuvor hatte er seine letzten Prüfungen in Islamwissenschaft – und in Germanistik. Auch das gibt es an der Ashar. Der Student ist stolz auf seine Uni. Für einen Ashariten spiele Moral eine große Rolle, sagt er. Das Bestreben, die islamischen Werte zu leben. Man müsse sich daran halten, was nach dem Islam verboten und erlaubt sei. Aber er hat auch einiges an ihr auszusetzen. »Die Ashar ist am Gängelband der Regierung«, sagt er. Eine Schande sei das. Mubarak habe sie gefesselt, weil er ihren Einfluss fürchtete. Weil die Ashariten die Moscheen des Landes dominierten, weil sie es seien, die mit den einfachen Leuten sprechen. »Er wusste, dass sie eine Bombe sein kann, eine Bombe gegen ihn.« Deshalb habe Mubarak als Großscheichs immer nur Gefolgsleute eingesetzt. »Lauter Blockflöten«, sagt da der Germanistikstudent abschätzig.







Man würde in Deutschland die Wichtigkeit einer Universität von ihrem Einfluss auf die christliche Glaubenslehre abhängig machen (wohlgemerkt: Universität und nicht theologische Fakultät) - wie lange würde diese "Universität" ihren Titel behalten?
In welchen Fächern kann die Al-Ashar, »die Blühenden«, ihren weltweiten Ruf oder zumindest ihren Ruf in der islamischen Welt noch rechtfertigen? Philosophie, Nuklearmedizin, Physik, Geographie ..... ?
In Geographie wahrscheinlich nicht ;-))
Wenn Sie den Text gelesen haben, werden Sie vielleicht entdeckt haben, dass die naturwissenschaftlichen Fächer erst im 20ten Jahrhundert eingeführt wurden. Davor gab es diese Universität schon viele Jahrhunderte.
Und der Islam ist halt im arabischen Raum und darüber hinaus die wohl wichtigste "Wissenschaft".
Das sollten Sie schon verstehen, bevor Sie seltsame Vergleiche ziehen, die kaum anwendbar sind und die tatsächliche kulturelle und gesellschaftliche Lage ausblendet bzw mit unserer vergleicht, was eben nur begrenzt möglich ist.
Wenn Sie den Text gelesen haben, werden Sie vielleicht entdeckt haben, dass die naturwissenschaftlichen Fächer erst im 20ten Jahrhundert eingeführt wurden. Davor gab es diese Universität schon viele Jahrhunderte.
Und der Islam ist halt im arabischen Raum und darüber hinaus die wohl wichtigste "Wissenschaft".
Das sollten Sie schon verstehen, bevor Sie seltsame Vergleiche ziehen, die kaum anwendbar sind und die tatsächliche kulturelle und gesellschaftliche Lage ausblendet bzw mit unserer vergleicht, was eben nur begrenzt möglich ist.
Wieso schreiben Sie 'Ashar' mit s? Es wird im Arabischen sowohl mit einem z-Äquivalent geschrieben als auch so ausgesprochen, sprich Azhar. Und normalerweise auch in Fachliteratur so verwendet.
endlich mal die Frauen in die Hinterzimmer zu lassen!
Wenn Sie den Text gelesen haben, werden Sie vielleicht entdeckt haben, dass die naturwissenschaftlichen Fächer erst im 20ten Jahrhundert eingeführt wurden. Davor gab es diese Universität schon viele Jahrhunderte.
Und der Islam ist halt im arabischen Raum und darüber hinaus die wohl wichtigste "Wissenschaft".
Das sollten Sie schon verstehen, bevor Sie seltsame Vergleiche ziehen, die kaum anwendbar sind und die tatsächliche kulturelle und gesellschaftliche Lage ausblendet bzw mit unserer vergleicht, was eben nur begrenzt möglich ist.
Wenn man die Begrifflichkeit "Wissenschaft" verwendet, dann muß man halt auch westliche Maßstäbe anwenden, weil diese den Begriff geprägt haben. Dies gilt ebenso für den Begriff Universität. Mit Schule und Gelehrten fährt man im Bezug auf die Azhar besser.
Deren Gutachten/Äußerungen zu Themen rund um den Islam genießen in der islamischen Welt ein sehr hohes Ansehen. Mit ihrer eher säkulären Grundtendenz stellt sie einen wichtigen Eckpfeiler im Islam dar. Dies macht auch gleichzeitig den Charme für viele Eltern aus, ihre Kinder gerade dort hin und nicht an eine westliche Universität oder eine "Hasspredigerschmiede" zu schicken. Ein bisschen Ausbildung und der "rechte Weg".
Wenn man die Begrifflichkeit "Wissenschaft" verwendet, dann muß man halt auch westliche Maßstäbe anwenden, weil diese den Begriff geprägt haben. Dies gilt ebenso für den Begriff Universität. Mit Schule und Gelehrten fährt man im Bezug auf die Azhar besser.
Deren Gutachten/Äußerungen zu Themen rund um den Islam genießen in der islamischen Welt ein sehr hohes Ansehen. Mit ihrer eher säkulären Grundtendenz stellt sie einen wichtigen Eckpfeiler im Islam dar. Dies macht auch gleichzeitig den Charme für viele Eltern aus, ihre Kinder gerade dort hin und nicht an eine westliche Universität oder eine "Hasspredigerschmiede" zu schicken. Ein bisschen Ausbildung und der "rechte Weg".
Nur 2 Einrichtungen entsprechen internationalen Standards. Als da wären:
AUC (American University in Cairo) ca 6000 Stud.
GUC (German University in Cairo) ca 4000 Stud.
Beides sind private Ableger größerer Unis des Westens. (Stanford und Stuttgart). Insgesamt gibt es also in ganz Ägypten nur 10.000 echte studierende.
Die anderen Einichtungen die sich selbst Universität nennen sind keine Unis, sie tauchen in der internationalen Forschung nicht auf, in der akademischen Diskussion auch nicht. Sie produzieren auch keinerlei wissenschaftl. verwertbare oder zitierfähige Ergebnisse.
Das liegt daran das es sich dabei um Madrassen handelt.
Also um Koranschulen. ("islamische Universität von ...")
an einer reinen Koranschule würde man wohl kaum Germanistik studieren....
bitte mal gescheit informieren, bevor man irgendeinen Schmarn schreibt!
Das gilt besonders für die Lehre der arabischen Sprache als auch für die Interpretation islamischen Rechts.
Die Rechtsgutachten der al-Azhar werden international beachtet.
Insofern produziert sie sehr wohl Forschungsergebnisse als auch wesentliche Beiträge zur akademischen Diskussion.
Wissenschaftliche Bedeutung gibt es ja nicht nur in MINT-Fächern.
Abgesehen davon hat die al-Azhar durchaus technische, pädagogische und medizinische Fakultäten.
Es gibt keinen Anlass, diese Universität geringzuschätzen.
Stattdessen aber vielleicht einmal unsere technokratische Brille ablegen und den Dialog versuchen, wie der Uni-Präsident al-Tayeb es allenthalben anbietet:
http://www.lichter-des-is...
k.
an einer reinen Koranschule würde man wohl kaum Germanistik studieren....
bitte mal gescheit informieren, bevor man irgendeinen Schmarn schreibt!
Das gilt besonders für die Lehre der arabischen Sprache als auch für die Interpretation islamischen Rechts.
Die Rechtsgutachten der al-Azhar werden international beachtet.
Insofern produziert sie sehr wohl Forschungsergebnisse als auch wesentliche Beiträge zur akademischen Diskussion.
Wissenschaftliche Bedeutung gibt es ja nicht nur in MINT-Fächern.
Abgesehen davon hat die al-Azhar durchaus technische, pädagogische und medizinische Fakultäten.
Es gibt keinen Anlass, diese Universität geringzuschätzen.
Stattdessen aber vielleicht einmal unsere technokratische Brille ablegen und den Dialog versuchen, wie der Uni-Präsident al-Tayeb es allenthalben anbietet:
http://www.lichter-des-is...
k.
an einer reinen Koranschule würde man wohl kaum Germanistik studieren....
bitte mal gescheit informieren, bevor man irgendeinen Schmarn schreibt!
Wenn man die Begrifflichkeit "Wissenschaft" verwendet, dann muß man halt auch westliche Maßstäbe anwenden, weil diese den Begriff geprägt haben. Dies gilt ebenso für den Begriff Universität. Mit Schule und Gelehrten fährt man im Bezug auf die Azhar besser.
Deren Gutachten/Äußerungen zu Themen rund um den Islam genießen in der islamischen Welt ein sehr hohes Ansehen. Mit ihrer eher säkulären Grundtendenz stellt sie einen wichtigen Eckpfeiler im Islam dar. Dies macht auch gleichzeitig den Charme für viele Eltern aus, ihre Kinder gerade dort hin und nicht an eine westliche Universität oder eine "Hasspredigerschmiede" zu schicken. Ein bisschen Ausbildung und der "rechte Weg".
Das gilt besonders für die Lehre der arabischen Sprache als auch für die Interpretation islamischen Rechts.
Die Rechtsgutachten der al-Azhar werden international beachtet.
Insofern produziert sie sehr wohl Forschungsergebnisse als auch wesentliche Beiträge zur akademischen Diskussion.
Wissenschaftliche Bedeutung gibt es ja nicht nur in MINT-Fächern.
Abgesehen davon hat die al-Azhar durchaus technische, pädagogische und medizinische Fakultäten.
Es gibt keinen Anlass, diese Universität geringzuschätzen.
Stattdessen aber vielleicht einmal unsere technokratische Brille ablegen und den Dialog versuchen, wie der Uni-Präsident al-Tayeb es allenthalben anbietet:
http://www.lichter-des-is...
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