TierbestatterMorlas letzte Reise

Die Liebe zu Hund und Katze beschert Tierbestattern gute Geschäfte. Manche bieten eine Weltraumbestattung für 5.000 Euro.

Sechs Stunden ist Sven Andersen mit seiner toten Hündin durch die Nacht gefahren. Vier Jahre ist das her, doch er weiß es noch genau. Gegen Mitternacht stieg er in seinen BMW-Kombi in Ludwigsburg nördlich von Stuttgart. Im Kofferraum lag seine Hündin Morla in einem Sarg. Sein Ziel war ein Tierfriedhof nördlich von Hamburg. 700 Kilometer von Ludwigsburg entfernt. Dort sollte Morla begraben werden.

Der Tierfriedhof Nord in Glashütte bei Norderstedt, den Sven Andersen in jener Nacht ansteuerte, ist einer der ältesten Tierfriedhöfe in Deutschland. Zwei bis drei Fußballfelder groß mit 700 Einzelgräbern und einer Wiese für anonyme Bestattungen. Doch Norderstedt ist längst keine Rarität mehr, es gibt mittlerweile bundesweit rund 120 solcher Ruhestätten für Haustiere, 160 Tierbestatter und 18 spezielle Tierkrematorien sind im Geschäft.

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Im Jahr 2000 gab es gerade einmal zwei spezielle Verbrennungsöfen. Und der Markt für die letzte Ruhe der Tiere wächst weiter. Jährlich sind es nach Angaben des Tierbestatter-Bundesverbands etwa fünf Prozent.

Wenn ein Tier in Deutschland stirbt, ist es, rechtlich gesehen, Abfall und muss entsorgt werden. Vor allem Nutztiere kommen in Tierkörperbeseitigungsanstalten und werden dort mit Schlachtabfällen weiterverarbeitet, etwa zu Tiermehl oder später zu Seife. Alternativ dürfen Tiere auf Tierfriedhöfen bestattet oder in Krematorien eingeäschert werden. Da das jedoch deutlich teurer ist, landeten in der Vergangenheit die meisten toten Haustiere in der Kadavertonne.

Mittlerweile entscheiden sich jedoch mehr Menschen dafür, ihre Tiere vor einem solchen Ende zu bewahren. Die Gründe sind vielfältig: Oft sind Hunde oder Katzen ein Teil der Familie. Bei Alleinstehenden sind sie Familienersatz. Zudem habe sich in den vergangenen Jahren das Bewusstsein der Menschen verändert, sagt Martin Liedloff, Mitarbeiter des Tierfriedhofs Nord. Dazu hätten etwa Skandale in der Massentierhaltung beigetragen.

Auch für Sven Andersen war klar, dass seine Tiere nicht in einer normalen Beseitigungsanstalt enden sollten. Morla war bereits sein fünfter Hund, den er auf dem Tierfriedhof Nord bestatten ließ. Seinen ersten Hund Charly begrub er dort, weil er damals noch in der Nähe von Hamburg lebte.

Die Angebote der Branche reichen von anonymen Einäscherungen für 100 Euro bis zu Weltraumbestattungen für 5.000 Euro. Im Schnitt werden nach Angaben des Bundesverbands der Tierbestatter 400 bis 450 Euro ausgegeben. Hinzu kommen oft noch Tierarztkosten, etwa für die Einschläferung.

Leserkommentare
  1. ...ich habe einen Kater.
    Davor hatte ich eine Katze für 16 Jahre und davor eine Katze für 14 Jahre und ich gebe sofort und ohne Schande zu, ich habe geheult(!) und ich habe getrauert als die Katzen gestorben sind.
    Aber eine Einäscherung, ein Grab?
    Die Tiere sind tot und ich garantiere jedem, dass es ihnen wurscht ist.
    Trauern ist zwar verständlich, jeder der für Jahre ein Haustier hatte weis das man Tiere vermissen kann, aber was bringt es hunderte EURO dafür auszugeben, ja zu verschwenden.
    Das hilft einem genausowenig wie eine teure Beerdigung für einen geliebten Menschen.
    Die paar hundert EURO bringen wesentlich mehr als Spende für ein Tierheim.

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    ich habe bisher 3 Katzen einschläfern lassen, als es nicht mehr ging und ich habe meine eigene kleine private Abschiedszeremonie für mich alleine abgehalten, aber das hier Beschriebene finde ich jetzt auch vollkommen überzogen. Wäre die letzte Katze nicht im tiefsten Winter bei wochenlangem Schnee und Eis gestorben, hatte ich sie im Garten begraben, aber so...
    Und nun habe ich eine selten zauberhafte Katze aus dem Tierheim und das wichtigste ist mir, dass sie ein schönes Katzenleben hat.
    Die Fürchterlichkeiten der Massentierhaltung sollten dazu führen, dass die Leute auf deren Produkte verzichten und nicht, dass sie ihre toten Tiere mit solchem Brimborium beerdigen.
    Ich finde den Umgang vieler Menschen in unseren Gesellschaften mit Haustieren so sentimental wie der Umgang mit so genannten Nutztieren brutal ist. Die Sentimentalität gegenüber der einen Sorte Tiere schließt die Brutalität gegenüber den anderen durch die Duldung und das, heute muss man es so nennen, bewusste Ignorieren dieser Tatsache überhaupt nicht aus! Die meisten Katzen- und Hundebesitzer verhätscheln ihre Tiere und essen gleichzeitig ohne nachzudenken das Fleisch ebenso interessanter, liebenswerter und schlauer Tierkinder. Denn anderes sind die meisten Schlachttiere nicht!

    ich habe bisher 3 Katzen einschläfern lassen, als es nicht mehr ging und ich habe meine eigene kleine private Abschiedszeremonie für mich alleine abgehalten, aber das hier Beschriebene finde ich jetzt auch vollkommen überzogen. Wäre die letzte Katze nicht im tiefsten Winter bei wochenlangem Schnee und Eis gestorben, hatte ich sie im Garten begraben, aber so...
    Und nun habe ich eine selten zauberhafte Katze aus dem Tierheim und das wichtigste ist mir, dass sie ein schönes Katzenleben hat.
    Die Fürchterlichkeiten der Massentierhaltung sollten dazu führen, dass die Leute auf deren Produkte verzichten und nicht, dass sie ihre toten Tiere mit solchem Brimborium beerdigen.
    Ich finde den Umgang vieler Menschen in unseren Gesellschaften mit Haustieren so sentimental wie der Umgang mit so genannten Nutztieren brutal ist. Die Sentimentalität gegenüber der einen Sorte Tiere schließt die Brutalität gegenüber den anderen durch die Duldung und das, heute muss man es so nennen, bewusste Ignorieren dieser Tatsache überhaupt nicht aus! Die meisten Katzen- und Hundebesitzer verhätscheln ihre Tiere und essen gleichzeitig ohne nachzudenken das Fleisch ebenso interessanter, liebenswerter und schlauer Tierkinder. Denn anderes sind die meisten Schlachttiere nicht!

  2. ich habe bisher 3 Katzen einschläfern lassen, als es nicht mehr ging und ich habe meine eigene kleine private Abschiedszeremonie für mich alleine abgehalten, aber das hier Beschriebene finde ich jetzt auch vollkommen überzogen. Wäre die letzte Katze nicht im tiefsten Winter bei wochenlangem Schnee und Eis gestorben, hatte ich sie im Garten begraben, aber so...
    Und nun habe ich eine selten zauberhafte Katze aus dem Tierheim und das wichtigste ist mir, dass sie ein schönes Katzenleben hat.
    Die Fürchterlichkeiten der Massentierhaltung sollten dazu führen, dass die Leute auf deren Produkte verzichten und nicht, dass sie ihre toten Tiere mit solchem Brimborium beerdigen.
    Ich finde den Umgang vieler Menschen in unseren Gesellschaften mit Haustieren so sentimental wie der Umgang mit so genannten Nutztieren brutal ist. Die Sentimentalität gegenüber der einen Sorte Tiere schließt die Brutalität gegenüber den anderen durch die Duldung und das, heute muss man es so nennen, bewusste Ignorieren dieser Tatsache überhaupt nicht aus! Die meisten Katzen- und Hundebesitzer verhätscheln ihre Tiere und essen gleichzeitig ohne nachzudenken das Fleisch ebenso interessanter, liebenswerter und schlauer Tierkinder. Denn anderes sind die meisten Schlachttiere nicht!

  3. ... das es den Tieren tatsächlich "wurscht" ist - aber mir ist es das nicht. Mein Hund ist mein Ein und Alles, mein bester Freund, meine Familie, das Wesen, mit dem ich mein Leben teile. Ich habe die Abgründe vieler Menschen kennengelernt und mehr als einmal festgestellt, dass Tiere die besseren Menschen sind - und mein Hund sowieso. Niemand steht mir so nah wie er, und selbstverständlich würde ich niemals auf die Idee kommen, ihn in eine Kadavertonne zu werfen, wenn sein Leben einmal zu Ende sein sollte - was hoffentlich noch sehr, sehr lange auf sich warten lassen wird.
    Allerdings würde ich auch keine 700 km weit fahren, um ihn zu beerdigen; das macht keinen Sinn - ich möchte ihn dann weiterhin in meiner Nähe haben. Er wird einmal ein schönes Grab in unserem Garten bekommen, wenn es so weit ist - ob im Sarg oder in der Urne ist zweitrangig und hängt von den Umständen ab. Auf jeden Fall werde ich ihn täglich besuchen und auch Blumen auf sein Grab pflanzen. Ich liebe diesen kleinen Kerl nämlich von ganzem Herzen!

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