Mann-Pferd-Lauf

In einer Nacht des Jahres 1980 verstrickten sich im walisischen Städtchen Llanwrtyd Wells der Kneipenwirt Gordon Green und einer seiner Gäste, ein Jäger, in eine bierselige Debatte: Wer läuft schneller, Mensch oder Pferd? Der Jäger setzte, natürlich, auf das Pferd; Green aber behauptete, der Mensch sei überlegen – die Strecke müsse nur lang genug sein. Als der Rausch verflogen war, machte Green Ernst und veranstaltete ein Wettrennen, Huf gegen Schuh. Das Ergebnis überrascht niemanden, der nüchtern ist: Das Pferd gewann. Doch Gordon Green gab nicht auf – bis heute organisiert er jedes Jahr ein Rennen. Die Strecke, mit 35 Kilometern nicht ganz so lang wie der klassische Marathon, führt über Asphalt und Feldwege, Moore und Sümpfe, über steile Hügel und durch kniehohe Flüsse; die Läufer kommen aus ganz Europa und sogar Kenia. Im Jahr 2004 passierte es: Der britische Marathonläufer Luw Hobb kam nach 2:05:19 Stunden als Erster ins Ziel – zwei Minuten vor dem ersten Pferd. Das Preisgeld betrug 25.000 Pfund. Und die begeisterten Zuschauer in Llanwrtyd Wells hatten sofort eine Idee, wie das Geld zu investieren sei. Sieger Hobb erzählte der BBC: »Alle haben gejubelt, mir die Hand geschüttelt und gesagt, ich soll ihnen vom Preisgeld einen Drink ausgeben!«

Ausschlussgrund für Olympia: In der Regel gewinnen bei diesem Sport drei Pferde – die passen unmöglich aufs Siegertreppchen.

Dreiradrennen

Jeder, der in San Francisco am Ostersonntag aufs Dreirad steigt, muss zuvor unterschreiben, dass er es auf eigene Gefahr tut. Für Verletzungen, Sachschäden und sonstiges Unheil kann später niemand haftbar gemacht werden. Ein bisschen viel Juristerei für ein Dreiradrennen? Keineswegs! Die Strecke des Bring Your Own Big Wheel (BYOBW) führt die steilste und kurvigste Straße San Franciscos hinab: die Vermont Street im Viertel Potrero Hill. Einige Big Wheels, bunte Chopper-Dreiräder mit übergroßen Vorderreifen, beschleunigen dabei auf bis zu 40 Stundenkilometer. Die Veranstalter empfehlen daher Helme, Lederhandschuhe, Ellbogen- und Knieschoner; viele Teilnehmer bevorzugen aber Ganzkörperkostüme und brettern als Hase, Astronaut oder Michael Jackson verkleidet an der johlenden Menge vorbei. Und das nicht nur auf Dreirädern: Immer wieder sieht man Starter auf Einrädern, Mülltonnen oder – gerade am Ende des Feldes – auf Spielzeugbaggern.

Ausschlussgrund für Olympia: Schon im Vorfeld verstoßen viele Teilnehmer gegen die Regeln des Fairplay: Erwachsene Männer nehmen ihren wehrlosen Kindern regelmäßig die Dreiräder weg.

Arschbomben

Wer kennt sie nicht, die Freibadproleten: In bunten Bermudashorts erklimmen sie den Sprungturm, federn endlos lange auf dem Dreimeterbrett, schreien beim Absprung »Yabadabadoo!« und klatschen nach einer wilden Kombination aus Schrauben und Saltos auf den Hintern, dass es nur so knallt und spritzt. Die Rentner sind empört, die Mädels aber hoffentlich schwer beeindruckt. Früher hieß so etwas Arschbombe – heute haben sich die Freibadproleten weiterentwickelt. Sie nennen ihren Sport inzwischen »Splashdiving«, organisieren Wettspringen im In- und Ausland und veranstalten sogar »Weltmeisterschaften«. Ihre Sprünge heißen breite Katze, offenes Brett, Stuhl oder Kartoffel. Höchstnoten gibt es unter anderem, so die offizielle Splashdiving-Website, »wenn der Athlet die Wasseroberfläche mit der maximalen Hautoberfläche seines Körpers berührt«.

Ausschlussgrund für Olympia: Die Spiele müssten jedes Mal aus Sicherheitsgründen abgesagt werden – wegen Bombendrohungen zahlreicher Athleten.