Syrien Meine Geisterstadt
Damaskus zwischen Kampf und grausiger Leere
© Reuters

In den Straßen von Damaskus
Nun hat der Krieg Damaskus erreicht. Oder sollte ich sagen, die Revolution? Aber wir schlafen ein und wachen auf zum Donner der Explosionen, die fast die ganze Stadt erschüttern, wir hören die Hubschrauber, die Militärflugzeuge, das Rattern der Maschinengewehre. Das ist der Klang des Krieges.
Der Gedanke, Damaskus könnte nun ein neues Baba Amr werden, dieser Stadtteil von Homs, der in weiten Teilen in Trümmer gelegt wurde, schneidet mir ins Herz. Ich weiß, in den nächsten Wochen wird kaum ein Tag vergehen, an dem ich nicht die Namen von 200 Toten notieren werde. Oft werden es sogar mehr sein.
Wir hatten in den vergangenen Wochen oft Gerüchte gehört, dass die Freie Syrische Armee bald nach Damaskus käme. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. In kürzester Zeit hat sich die Hauptstadt in eine Geisterstadt verwandelt.
Hier im Zentrum der Macht haben viele Menschen lange so getan, als sei alles wie immer im Land. Jetzt sieht man kaum jemanden auf den Straßen, der Müll türmt sich, da die städtische Müllabfuhr die Arbeit eingestellt hat, die meisten Geschäfte sind geschlossen. Wer keine Vorräte gehamstert hat, gerät schnell in Not. Um bei einer der staatlichen Bäckereien Brot zu bekommen, muss man zwei bis drei Stunden anstehen, die privaten Backstuben sind geschlossen – ich weiß nicht, ob aus Angst oder weil sie kein Mehl haben. Um einen geöffneten Supermarkt zu finden, muss man lange durchs Stadtzentrum laufen. Gas zum Kochen gibt es kaum noch.
Hätte alles schneller gehen können?
Dies ist vermutlich der Anfang vom Ende der Ära Assad. Aber um welchen Preis wird er aufgeben? Das untergehende Regime schlägt wie ein Monster um sich, als wolle es im Niedergang noch möglichst viel zerstören und töten.
Razan Zeitouneh (34) ist Aktivistin und Anwältin. Seit Beginn der Revolution im März lebt sie versteckt in Damaskus. Kürzlich wurde sie mit dem Sacharov-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.
Hätten die Bewohner von Damaskus, hätte die Wirtschaftselite der Hauptstadt von Anfang an die Revolution stärker unterstützt, wäre vielleicht alles schneller gegangen. Hätten die Händler der Hauptstadt ihre Geschäfte geschlossen, um die Revolution zu unterstützen (und nicht, wie jetzt, aus Angst vor den Bomben), sähe vieles anders aus, wäre uns womöglich viel des Grauens der letzten Monate erspart geblieben.
Und selbst jetzt kann man nicht sagen, dass Damaskus kämpft. Es sind Syrer aus dem ganzen Land, die in die Hauptstadt strömen, Bataillone aus Homs, aus Daraa, aus den Vororten eilen herbei weil Damaskus sie im Stich gelassen hat.
Ich zähle die Toten, notiere ihre Namen und die Umstände ihres Todes, damit es eines Tages Gerechtigkeit geben kann. Ich bin die Dokumentarin des Todes, ich sehe Dutzende von Videos jeden Tag, um die Details festzuhalten. Ein Körper nach dem anderen zieht vor meinem Auge vorbei, manche Gesichter zeigen Schock und Entsetzen – bist du das, Tod? –, während andere so friedlich aussehen, als schliefen sie nur.
- Datum 26.07.2012 - 18:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.7.2012 Nr. 31
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In den letzten Jahren beobachten wir in der Tat ein immer schwächer werdendes ehemaliges Imperium, das an allen Fronten an Einfluss, Macht und Kontrolle verliert. Sein Hunger nach immer schnelleren Schein-Erfolgen wird immer größer, während alle Rechnungen in der Heimat nicht mehr aufgehen. Der Einsatz von Skrupellosigkeit und Brutalität dieser Schein-Erfolge wird imer weiter erhöht. Die Schulden steigen ins unermessliche, die Arbeitslosigkeit steigt rasant und Bürgerrechte werden zugunsten eines Überwachungsstaates über Bord geworfen. An mehreren Fronten in selbbstverschuldete Konflikte verwickelt, die es jedes Jahr mehrere hundert Milliarden Dollar kosten, schon lange verloren sind und nicht mehr gewonnen werden können. Seine verbündeten springen mit aller Medienmacht zur hilfe und beschönigen jederlei Gräuel und unterstützen ein System welches seine Tage hinter sich hat und nur noch mit Selbsttäuschung und Propaganda am Leben erhalten wird.
Ein Land, das einfach den Statusverlust seinen Bürgern nicht erklären kann, das Versagen der Eliten, die Korruption im eigenen Land, wie weit wird dieses Land es noch treiben? Wieviel weiter wird es Millionen von Menschen mit in den Abgrund ziehen bevor der Prozess der Selbsterkenntnis einsetzt?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und verfassen sachliche Kommentare. Die Redaktion/ls
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starken Frau; möge sie behütet bleiben.
[...] Es fehlen im Artikel sämtliche Quellen. Zudem schlecht geschrieben. Wieso sollten denn die Menschen nach Damaskus flüchten, wo das "Regime" die Oberhand hat wenn nicht aus Furcht vor den Terroristen. Keine Lust auf Freischärrler. Damaskus liegt unweit der libanesischen Grenze. Da hätte man ja auch hin flüchten können...
Ich habe mein Abo nach diesem "Artikel" gekündigt. Online reicht allemal.
Schöner Artikel:
"Eine wesentlich wichtigere Rolle spielen andere islamistische Gruppierungen innerhalb der FSA. Die Armee aus Deserteuren und Freiwilligen ist ein Sammelbecken für viele radikale sunnitische Gruppen ganz unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung. Allen gemein ist, das sie Anhänger einer antiquierten und puristischen Auslegung des Islam sind. Auf ihr Konto geht die Vertreibung Tausender Christen aus syrischen Städten sowie Gewalt und Repressalien gegen nicht sunnitische Muslime.
(...)
Liwa al-Islam soll auch für Übergriffe gegen die christliche Bevölkerung in Damaskus verantwortlich sein. Fides, die Nachrichtenagentur des Vatikans, berichtete, die Attentäter von Damaskus hätten auf der Flucht Christen aus ihren Autos gezerrt und auf offener Straße erschossen."
http://www.welt.de/politi...
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
...ganz schön viele Terroristen sein, wenn die so ein Durcheinander anrichten. Steckt wohl doch mehr dahinter?
wer immer noch die völlig an den haaren herbeigezogene, widersprüchliche dumme geschichte von "terroristen, die mit unterstützung des westens in das land einsickern und die von 100% der bevölkerung unterstütze regierung angreifen" glaubt der gibt ganz offen zu dass er nicht in der lage ist, sich zumindest halbwegs objektiv zu informieren. denn die geschichte von "ausändischen söldnern" ist von der syrischen regierungspropaganda erfunden, und dass diese geschichte unwahr ist ist schon lange bewiesen.
aber da sie auch auf die site der syrischen regime-propaganda verweisen ist schon geklärt was ihr ziel ist.
...ganz schön viele Terroristen sein, wenn die so ein Durcheinander anrichten. Steckt wohl doch mehr dahinter?
wer immer noch die völlig an den haaren herbeigezogene, widersprüchliche dumme geschichte von "terroristen, die mit unterstützung des westens in das land einsickern und die von 100% der bevölkerung unterstütze regierung angreifen" glaubt der gibt ganz offen zu dass er nicht in der lage ist, sich zumindest halbwegs objektiv zu informieren. denn die geschichte von "ausändischen söldnern" ist von der syrischen regierungspropaganda erfunden, und dass diese geschichte unwahr ist ist schon lange bewiesen.
aber da sie auch auf die site der syrischen regime-propaganda verweisen ist schon geklärt was ihr ziel ist.
Dagegen können auch fragwürdige Endzeitlyriken nichts tun.
Davon bekommt man höchstens Flöhe im Kopf, aber keinen objektiven Eindruck.
Eine Rundfahrt in Damaskus am 17.07.2012
http://www.documents.sy/v...
"Es sind Syrer aus dem ganzen Land, die in die Hauptstadt strömen, Bataillone aus Homs, aus Daraa, aus den Vororten eilen herbei weil Damaskus sie im Stich gelassen hat."
Wenn ich so was lese. Die ganze Welt weiss mittlerweile, dass permanent Söldner aus anderen arabischen Staaten ins Land einsickern und dort ihren Terror verbreiten.
"Der deutsche Geheimdienst schätzt, dass „etwa 90“ Terrorangriffe „den Organisationen zugeordnet werden können, die Al Qaida oder Jihadisten-Gruppen nahestehen, und die zwischen Ende Dezember und Anfang Juli in Syrien durchgeführt wurden."
Im Gegensatz zu einem früheren Bericht in der FAZ, der behauptete, dass die Opfer hauptsächlich Shiiten und Alawiten gewesen seien, sagte Jibril zu Hackensberger, dass alle Opfer Sunniten gewesen seien „wie alle hier“. Nach seinem Bericht wurden sie getötet, weil sie sich weigerten, die Rebellion zu unterstützen. Jibril fügte hinzu, dass „eine Menge Leute in Hula wüssten, was wirklich geschehen ist“, aber würden es aus Angst um ihr Leben nicht sagen.-
Dass die deutsche Regierung 'nationale Interessen' zitiert, um ihre Informationen über die Umstände des Hula-Massakers nicht zu veröffentlichen..."
http://www.atimes.com/ati...
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls
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