InnovationNicht neu, aber besser

Nachahmen führt oft zu bahnbrechenden Ergebnissen, während sich Innovationen für Unternehmen oftmals nicht auszahlen.

Innovation ist ein Wort, das Apple-Chef Tim Cook sehr oft verwendet. Er hat es von seinem Vorgänger, dem legendären Steve Jobs, übernommen. Es ist eine Art Mantra des Erfolgsunternehmens, das sich vielen Menschen eingeprägt hat: Kunden und Beobachtern gilt Apple heute gleichermaßen als eine Vorreiterfirma. In den Ranglisten der weltweit innovativsten Unternehmen belegt der kalifornische Konzern regelmäßig einen der ersten Plätze.

Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus. So war zum Beispiel der iPod keineswegs das erste Gerät, das digitale Dateien abspielen konnte. Und das iPhone war auch nicht das erste Mobiltelefon, das einen Touchscreen, einen Musikspieler und Internetzugang integrierte.

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Nicht einmal das Design der Apple-Geräte ist völlig neu. Es ist vielmehr stark vom Aussehen der Braun-Geräte in den fünfziger Jahren inspiriert, wie Apples Gestalter auch offen einräumen.

Apple hat also einerseits andere Firmen nachgeahmt – und andererseits hat es die von ihnen erdachten Produkte erst wirklich erfolgreich gemacht.

Isaac Wanasika von der University of Northern Colorado und Suzanne L. Conner von der New Mexico State University halten das für eine überlegene Strategie.

Die beiden Forscher haben herausgefunden, dass das Nachahmen oft zu bahnbrechenden Ergebnissen führt, während echte Innovationen einem Unternehmen nicht notwendigerweise Wettbewerbsvorteile bringen.

Was die Forscher da behaupten, ist das Gegenteil dessen, was die klassische Theorie besagt und was von Unternehmensberatern und Politikern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gepredigt wurde. Ohne Innovation kein Erfolg, tönte es da, nur mit Neuerungen könne ein Unternehmen langfristig bestehen bleiben.

Wanasika und Conner rechnen dagegen vor: Ein eingeführtes Produkt nachzuahmen, das kostet ein Unternehmen gut ein Drittel weniger, als es zuerst auf den Markt zu bringen; man spart nicht nur den Forschungsaufwand, man braucht auch deutlich weniger Zeit.

Zudem entfällt das mit Innovationen stets verbundene Risiko, dass es das neu entwickelte Produkt am Ende doch nicht bis zur Marktreife schafft.

Der Nachahmer kann zunächst in Ruhe beobachten, wie Konsumenten auf ein neues Produkt reagieren – und daraus Schlüsse ziehen. Er kann das Produkt, den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher entsprechend, anpassen und seine Version zu einem Zeitpunkt in die Läden bringen, zu dem das Kaufinteresse schon gewachsen ist.

Leserkommentare
    • Chali
    • 05.08.2012 um 15:38 Uhr

    Und dann noch hier!

    " ... das Gegenteil dessen, was die klassische Theorie besagt und was von Unternehmensberatern und Politikern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gepredigt wurde"
    "Gepredigt" wird ein Glaubens-Grundsatz. Ein Dogma. Und bekanntlich ist der Glaube stärker als das Wissen!

    "Ohne Innovation kein Erfolg, tönte es da, nur mit Neuerungen könne ein Unternehmen langfristig bestehen bleiben"
    Und dann noch "tönt"? Was für ein Wort! Ein bisschen mehr Ehrfurcht vor der Grrundlagen unseres relevanten Systems täte gut!

    Eine Leserempfehlung
  1. > Apple hat weder den MP3-Player erfunden noch das Smartphone und auch nicht den Tablet-Computer. Aber Steve Jobs hat diese Geräte zu Statussymbolen und Kultobjekten gemacht. Und er hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Art, wie Menschen kommunizieren, veränderte. Darin liegt Apples Innovation. <

    Das ist wohl alles richtig, aber der Fokus des Artikels liegt (wie so oft) auf den äußerlich sichtbaren, physikalischen Objekten, obwohl der iTunes Store und (wirtschaftlich noch wichtiger) das spezielle Verhältnis zu den Mobilfunk-Netzbetreibern wahrscheinlich noch mehr zum Erfolg von Apple beigetragen haben. Aber das sind Innovationen, die bei weitem nicht so attraktiv sind, wie ein schickes Handy-Gehäuse.

    5 Leserempfehlungen
    • RGFG
    • 05.08.2012 um 16:00 Uhr

    Der allererste Grund für den Erfolg der Geräte liegt darin, dass Apple sie als erstes wirklich brauchbar im Sinne des Kundennutzens gemacht hat.

    Beim iPod eben nicht bloß die technischen Features, sondern das Gesamtpaket für 'portable Musik' inclusive Kauf und Verwaltung via iTunes. Beim iPhone eben wieder das Gesamtpaket mit einer wirklich revolutionären Bedienung (...es hat schon einen Grund, warum auf die vermeintlichen 'Vorgänger' lediglich in Form von Bildern verwiesen wird, und man keine Videos zu sehen bekommt, wie sich die Dinger wirklich verhalten haben). Und beim iPad das Gleiche - eben kein Desktopbetriebssystem mit Stiftbedienung, sondern eine genial simplifizierte Bedienbarkeit).

    Die Dinger sind nicht Kult geworden, weil sie als Kult gebaut worden wären. Sondern - gerade beim iPad - weil sie "einfach funktionieren" auch für Leute, die mit Computern nichts am Hut haben (...was Leuten, die sich gerne über "DAUs" mokieren und technische Featurelisten anbeten scheinbar ziemlich sauer aufstößt)

    5 Leserempfehlungen
  2. Auf den Punkt, dass Apple nicht nur Nachahmer ist, sondern dessen Produkte (iPod, iPhone, iPad) in den letzten 10 Jahren auch ohne Scham massiv nachgeahmt wurden (und zwar durch die Bank von so ziemlich allen Herstellern), hätte ruhig noch näher eingegangen werden können.

    Freundliche Grüße vom Apple-losen
    TL

    Eine Leserempfehlung
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    • Thems
    • 05.08.2012 um 17:21 Uhr

    Sie möchten also statt eines informativen Artikels lieber ein Pamphlet über Apple? Gehen Sie ins Heise- oder wahlweise ins Golem-Forum.

    RGFG hat es auf den Punkt gebracht. Natürlich hat der Hype nach dem Erfolg des iPods auch seinen Teil dazu beigetragen, dass das iPhone so ein Erfolg wurde. Aber das Konzept war, besonders nach der Öffnung für den Appstore einfach ein gänzlich anderes als bei der Konkurrenz. Genau wie beim iPad.

    Man kann sich jetzt natürlich streiten, wann wer was erfunden hat. Fakt bleibt aber, dass die Konzepte von Smartphones und Tablets sich nach dem iPhone- bzw. dem iPad-Verkaufsstart wesentlich geändert haben und versucht haben, dass iPhone inkl. iOS zu imitieren.

    • Thems
    • 05.08.2012 um 17:21 Uhr

    Sie möchten also statt eines informativen Artikels lieber ein Pamphlet über Apple? Gehen Sie ins Heise- oder wahlweise ins Golem-Forum.

    RGFG hat es auf den Punkt gebracht. Natürlich hat der Hype nach dem Erfolg des iPods auch seinen Teil dazu beigetragen, dass das iPhone so ein Erfolg wurde. Aber das Konzept war, besonders nach der Öffnung für den Appstore einfach ein gänzlich anderes als bei der Konkurrenz. Genau wie beim iPad.

    Man kann sich jetzt natürlich streiten, wann wer was erfunden hat. Fakt bleibt aber, dass die Konzepte von Smartphones und Tablets sich nach dem iPhone- bzw. dem iPad-Verkaufsstart wesentlich geändert haben und versucht haben, dass iPhone inkl. iOS zu imitieren.

  3. Problematik rund um das Urheberrecht an sich auf den Punkt.

    Sie liegt darin, dass es insgesamt sehr wenige "Erfinder" im engeren Sinn gibt. In den allermeisten Fällen handelt es sich um eine reine Neuordnung von Komponenten - ganz egal, ob es sich um Musik, visuelle Kunst oder um technische Innovationen handelt.

    Schafft man jetzt ein gar zu schwaches Urheberrecht, verdient ein Schöpfer nichts, da andere sofort das gleiche mit mehr Geld und Manpower fabrizieren. Schafft man hingegen ein aufwändiges Urheberrecht, traut sich niemand mehr, etwas innovatives zu gestalten, um nicht irgendwelchen rechtlichen Fallstricken inklusive horrender Schadensersatzforderungen seiner "Vorgänger" aufzusitzen.

    2 Leserempfehlungen
    • sengi
    • 05.08.2012 um 17:20 Uhr

    was ich allerdings etwas peinlich bei apple finde ist das sie immer so tun als wären sie besonders originell und z.b. MS würde nur von ihnen klauen (http://www.geardiary.com/...) denn das ist leider totaler blödsinn und eine frechheit erster güte, denn wenn man sich das neue os x anschaut fragt man sich was mittlerweile NICHT von microsofts betriebssystem übernommen wurde (natürlich hübscher umgesetzt).

    da ist MS eigentlich viel innovativer mit seinem neuen OS design und traut sich meiner meinung nach viel mehr.

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    • footek
    • 06.08.2012 um 9:07 Uhr

    Ihr Kommentar ist echte Satire! Glückwunsch zu dem Kommentar, sie sollten in Zukunft Ihre Beiträge aber als Ironie markieren. Aber dass OSX von Windows abkupfert ist echt gut. Selten so gelacht.

    1. In Bezug auf Apple mögen Sie recht haben, ....
    1a in Bezug auf Win 8 für Desktop vielleicht sogar vollständig, aber...
    2. MS war keinesfalls Erfinder verschiedener heute gängiger Details im Bebtriebssystem DOS / später Windows, auch wenn sie sicher einen Anteil hatten.

    2a die erste DOS-Version wurde für kleines Geld gekauft, ein wenig angepasst und dann vermarktet, Eigenanteil: sehr gering
    2b man bediente sich sehr stark im Linux/Unix Umfeld, sowohl hinsichtlich verschiedener Techniken wie auch im Hinblick auf Oberflächen (Desktop / Browser). Meines Wissens nach bediente man sich darüber hinaus auch bei Apple selbst und bei OS2, wobei mir hier jeweils nicht ganz klar ist, ob die entsprechenden Methoden tatsächlich auch bei Apple und OS2 originär entwickelt wurden.
    2c Die Umsetzung einer Smartphone-like-Oberfläche für Desktop ist prinzipiell gewagt, m.E. nach auch orginär, jedoch wie schon geschrieben zunächst für Smartphones entwickelt worden (mir unbekannt von wem), und darüber hinaus für meine Begriffe auch nicht sehr schön.

    Es fällt - zusammengefasst - also SEHR schwer, genau zu bestimmen, wo nur leichte graphische und nutzungstechnische Veränderungen vorliegen (one-click/double-click, Kantenverrundungen, Strukturänderungen in Menüs etc) oder wo tatsächlich etwas grundsätzlich Neues geschaffen wurde. Leider gilt dies auch in erheblichen Umfang im technischen Sinne.

    • footek
    • 06.08.2012 um 9:07 Uhr

    Ihr Kommentar ist echte Satire! Glückwunsch zu dem Kommentar, sie sollten in Zukunft Ihre Beiträge aber als Ironie markieren. Aber dass OSX von Windows abkupfert ist echt gut. Selten so gelacht.

    1. In Bezug auf Apple mögen Sie recht haben, ....
    1a in Bezug auf Win 8 für Desktop vielleicht sogar vollständig, aber...
    2. MS war keinesfalls Erfinder verschiedener heute gängiger Details im Bebtriebssystem DOS / später Windows, auch wenn sie sicher einen Anteil hatten.

    2a die erste DOS-Version wurde für kleines Geld gekauft, ein wenig angepasst und dann vermarktet, Eigenanteil: sehr gering
    2b man bediente sich sehr stark im Linux/Unix Umfeld, sowohl hinsichtlich verschiedener Techniken wie auch im Hinblick auf Oberflächen (Desktop / Browser). Meines Wissens nach bediente man sich darüber hinaus auch bei Apple selbst und bei OS2, wobei mir hier jeweils nicht ganz klar ist, ob die entsprechenden Methoden tatsächlich auch bei Apple und OS2 originär entwickelt wurden.
    2c Die Umsetzung einer Smartphone-like-Oberfläche für Desktop ist prinzipiell gewagt, m.E. nach auch orginär, jedoch wie schon geschrieben zunächst für Smartphones entwickelt worden (mir unbekannt von wem), und darüber hinaus für meine Begriffe auch nicht sehr schön.

    Es fällt - zusammengefasst - also SEHR schwer, genau zu bestimmen, wo nur leichte graphische und nutzungstechnische Veränderungen vorliegen (one-click/double-click, Kantenverrundungen, Strukturänderungen in Menüs etc) oder wo tatsächlich etwas grundsätzlich Neues geschaffen wurde. Leider gilt dies auch in erheblichen Umfang im technischen Sinne.

    • Thems
    • 05.08.2012 um 17:21 Uhr

    Sie möchten also statt eines informativen Artikels lieber ein Pamphlet über Apple? Gehen Sie ins Heise- oder wahlweise ins Golem-Forum.

    RGFG hat es auf den Punkt gebracht. Natürlich hat der Hype nach dem Erfolg des iPods auch seinen Teil dazu beigetragen, dass das iPhone so ein Erfolg wurde. Aber das Konzept war, besonders nach der Öffnung für den Appstore einfach ein gänzlich anderes als bei der Konkurrenz. Genau wie beim iPad.

    Man kann sich jetzt natürlich streiten, wann wer was erfunden hat. Fakt bleibt aber, dass die Konzepte von Smartphones und Tablets sich nach dem iPhone- bzw. dem iPad-Verkaufsstart wesentlich geändert haben und versucht haben, dass iPhone inkl. iOS zu imitieren.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Liebe Redaktion"
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    Sie haben vermutlich auf den falschen Post geantwortet. Lesen Sie bitte noch einmal genauer. Inhaltlich stimme ich dem von Ihnen erwähnten RGFG nämlich zu.

    Sie haben vermutlich auf den falschen Post geantwortet. Lesen Sie bitte noch einmal genauer. Inhaltlich stimme ich dem von Ihnen erwähnten RGFG nämlich zu.

    • Zack34
    • 05.08.2012 um 17:49 Uhr
    Eine Leserempfehlung

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