Der World Wide Fund for Nature (WWF) hat dem spanischen König den Ehrenvorsitz entzogen, nachdem es sich auch unter den Tierschützern herumgesprochen hatte, was vor Wochen die spanische Öffentlichkeit in törichte Aufregung versetzte: dass Juan Carlos an einer Elefantenjagd in Botswana teilgenommen hat .

Nun kann man natürlich mit Grund fragen, ob ein passionierter Jäger, erst recht Großwildjäger wie Juan Carlos, jemals der richtige Ehrenpräsident für den WWF gewesen sei. Andererseits darf man sich das Amt aber auch nicht allzu gewichtig vorstellen. Prinz Philipp, der es ebenfalls innehatte, konnte sich vor Jahren auch auf Nachfrage nur mühsam dazu bekennen. Wahrscheinlich bezweifelte er – oder wollte gerne bezweifeln –, sich auf solchen Unfug überhaupt eingelassen zu haben.

Zu einem Prinzgemahl ebenso wie zu Königen und ganz allgemein zu Menschen königlichen Geblüts gehört seit Jahrtausenden die Jagdleidenschaft. Als König Juan Carlos, von einer missgünstigen Öffentlichkeit gehetzt, seinerzeit glaubte, sich für die Elefantenjagd bei seinem Volk entschuldigen zu müssen, hat er dem Thron keinen Dienst erwiesen. Und Ähnliches gilt auch für die Neigung zu Seitensprüngen, die dem König in letzter Zeit ebenfalls zur Last gelegt worden waren. Da sei so eine deutsche Prinzessin gewesen ... und davor ein anderes Mädel, und wieder früher ... – du lieber Himmel! Könige waren auch in dieser Hinsicht immer Jäger. Sie hatten alle Maitressen, zu einem guten Herrscher gehörte geradezu eine Favoritin.

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Soll der Monarch etwa eine Ehe nach bürgerlichem Zuschnitt, nach bürgerlichen Tugendvorstellungen, am Ende unter dem Intimitätsterror der Kleinfamilie führen?

Die Spanier – und nicht nur sie – müssen sich jetzt einmal entscheiden, was ihnen das dekorative Relikt einer Monarchie wert ist. Denn das Dekorative ist nun mal das Altmodische, und dem Altmodischen kann man schlecht vorwerfen, dass es unzeitgemäße Aspekte hat – wie zum Beispiel eine gewisse Unabhängigkeit von den Moralvorstellungen der Massengesellschaft. Denn augenscheinlich liegt das Problem der repräsentativen Monarchie nicht in dem Widerspruch zur Demokratie (der König ist ja nur protokollarisches Staatsoberhaupt), sondern in dem Widerspruch zur Gesellschaft, die nicht mehr akzeptieren will, dass sich ein König anders verhält als der Klempner von nebenan.