Religion"Ihr glaubt echt an die Bibel?"

Zwei Berliner Schriftsteller gehen nach Südafrika. Sie wissen nicht genau, wonach sie suchen. Und dann finden sie Gott. Elke Naters und Sven Lager erzählen, wie sie zu Christen wurden. Eine moderne Erweckungsgeschichte. von Elke Naters und Sven Lager

Neulich beteten wir für einen sterbenskranken Bauarbeiter, der kurz darauf aus dem Krankenhausbett aufstand, seinen Tropf in die Hand nahm, auf den Flur hinauslief und rief: »Ich bin geheilt! Ich bin geheilt!«

Zur gleichen Zeit erhielten wir einen erbosten Brief von einer deutschen Familie, die eine Townshiptour gemacht hatte. Ob wir jemals ein Township betreten hätten, wie sonst könnten wir als Schriftsteller das Elend dort bunt und lebensfroh beschreiben. Ihre Empörung machte uns bewusst, was uns so selbstverständlich geworden war, dass wir es nicht mehr bemerkten: eine geradezu aggressive positive Lebenseinstellung.

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Wir leben mit unseren Kindern seit sieben Jahren in Südafrika. Es war unsere Entscheidung, das Licht im Dunkel der Welt zu sehen, die uns zum Glauben gebracht hat. Dieser Glaube hat mit der transformierenden Kraft der Liebe zu tun.

Vor acht Jahren wohnten wir noch in Berlin-Mitte. Wir standen an einem Punkt unseres Lebens, an dem sich ein Überdruss breitmachte, der schwer zu fassen war. Deutsche Winterdepression? Berliner Künstlermelancholie? Midlife-Crisis?

Wir fragten uns, ob das alles war, was das Leben zu bieten hatte: Bücher schreiben, Kinder kriegen, trinken gehen. Ein paar rauschhafte Nächte, gute Filme und anregende Gespräche. So zog das Leben vorbei – die meiste Zeit recht angenehm, ohne besonderen Schmerz, aber auch ohne besondere Tiefe.

Es musste mehr als all das geben. Wir lebten zwar in unvergleichlichem kulturellen Reichtum, doch Kunst, Musik, Literatur boten keine Antworten mehr. Wir waren durstig und hungrig, aber egal was wir in uns hineinfüllten, wir wurden nicht satt.

Die Autoren

Elke Naters, geboren 1963, wurde bekannt durch ihre Popromane »Königinnen« und »Mau Mau«. Ihr Ehemann Sven Lager, geboren 1965, schrieb unter anderem eine »Gebrauchsanweisung für Südafrika« und den Roman »Phosphor«. Als Autorenduo veröffentlichten Naters und Lager zuletzt »Was wir von der Liebe verstehen«

Da es nicht weiter in die Tiefe ging, suchten wir die Lösung in der Breite. Wir wollten mehr Sonne, herzlichere Menschen, noch mehr kulturelle Vielfalt und ein noch anregenderes Leben. Wir dachten ans Mittelmeer, an Vancouver, an Kalifornien. Aber zu unserer Überraschung landeten wir in Südafrika. Unsere Vorurteile fanden wir sofort bestätigt, als wir auf der Autobahn an den Bretterbuden der Townships vorbeifuhren, die sich endlos hinzogen. Aber es war auch verdammt schön, dieses Land. Die Weite, die Berge gleich neben dem Meer. Der eisblaue, eiskalte Atlantik. So viel unbewohnte, unbebaute Natur griff uns Stadtmenschen ans Herz.

In einer warmen Januarnacht saßen wir auf einer Bank im Garten unter der Bougainvillea, der Mond ging auf, stand für einen Moment auf dem Bergrücken, als wollte er hinunterrollen und im Meer versinken. Ein Frieden kam über uns. Und wir wussten, hier wollten wir leben.

Wir gingen Langusten angeln, im wilden Atlantik surfen, bestiegen den Tafelberg und lernten Menschen kennen, die die natürliche Großzügigkeit ihres Landes widerspiegelten. Auch ihre Lebensgeschichten waren ein paar Nummern größer als unsere.

Der Süßigkeitenverkäufer in der Grundschule unserer Kinder zum Beispiel war erst Lehrer, dann Söldner im Kongo gewesen, danach Maisfarmer, und hatte später seine Korbfabrik in einem tropischen Wirbelsturm verloren. Jetzt verkauft er Naturheilkräuter und afrikanischen Schmuck und züchtet Papageien. Wilson Salukazana war Hotelboy und Bankangestellter während der Apartheid, ist Kindergartengründer, Walschreier, Mentor vieler Vaterloser im Township, König des Hlubi-Clans, Fundraiser und mit seinen 70 Jahren auch noch Tourguide. Vor allem aber Christ.

Es dauerte auch nicht lange, und wir begriffen, wie sehr die Menschen hier vom christlichen Glauben geprägt waren. Nelson Mandelas Absage an die Gewalt und seine Predigten für Vergebung hatten die junge Demokratie vor dem Bürgerkrieg bewahrt. Ohne Desmond Tutu und die Wahrheitskommission hätte es nie den Frieden gegeben, den die Opfer brauchten, um das Trauma der Apartheid zu überwinden und weiterzuleben. Vergebung war und ist im südafrikanischen Alltag wichtig. Anders als in unserer Heimat. Schwer vorstellbar, dass in Deutschland ein Altnazi einem ehemaligen KZ-Häftling die Füße wäscht, wie der ehemalige Sicherheitsminister Südafrikas, Adrian Vlok, dem Kirchenmann Chikane, dessen Vergiftung er während der Apartheid angeordnet hatte. Oder die Mutter der jungen Amerikanerin Amy Biel, die in einer Township gesteinigt wurde: Sie vergab den Mördern nicht nur, sondern verhalf ihnen zu einem besseren Leben.

Leserkommentare
  1. 1. Mhh...

    "Die Jesusgeschichte, dass Gott am Kreuz für unsere Sünden gestorben und seine Wiederauferstehung Triumph über den Tod ist, das leuchtet jedem Afrikaner ein – während die Westeuropäer das Übernatürliche nur noch symbolisch verstehen. Also gar nicht."

    Das ist eine gewagte Unterstellung - und für viele Afrikaner eine reine Beleidigung.

    "Enleuchtend" sind dabei höchstens die sich verwirrend wiedersprechenden, patch-work artigen Windungen Christlicher Märchen.

    Neben der stark wachenden Zahl aufgeklärter Afrikaner, übersehen sie das Moslems das Christliche Kreuztheater um Jesus keineswegs als "einleuchtend" empfinden.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Sie scheinen ja gerne zu reisen, ich empfehle ihnen dringend weitere Reisen. Horizonte muss man bekanntlich erweitern, richtig?

    38 Leserempfehlungen
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    ist das schon
    das mit dem symbolisch, also nicht-verstehen
    und den afrikanern
    und dem vereinnahmen dieser als gleich verstehende
    schwer zu sagen wer da stärker herrabgesetzt wird in dieser fröhlichen undiferenziertheit
    und ob es kulturalismus, rassismus, oder einfach nur überschiessender romantizismus ist

  2. 2. [...]

    Entfernt. Ihre Kritik ist willkommen, bitte äußern Sie diese sachlich und konstruktiv. Vielen Dank. Die Redaktion/kvk

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    • gkh
    • 12. August 2012 20:20 Uhr

    Woran machen Sie das fest, ob Sie oder die Autoren der Autosuggestion und selektiven Wahrnehmung erlegen sind?

    ...unglaublich, Äußerungen wie diese:
    "Von Mensch zu Mensch – aber mithilfe einer Kraft, die göttlich ist."

    Ich hoffe die Zukunft der Religion liegt eher hier:
    http://www.saekulare-huma...

    Der Mensch braucht keinen Gott um Gutes zu tun, was für ein seltsames Weltbild.

    • Anarion
    • 12. August 2012 21:55 Uhr

    Ich bin sehr überrascht, aber froh dass solch ein Artikel hier bei der ZEIT erscheint. Umso schockierter war ich, als ich die Kommentare darunter gelesen habe, besonders auch den Ihren. Der Wachturm ist von den Zeugen Jehovas, was Ihnen ja wohl bekannt sein dürfte. Die wollen Mitglieder für ihre Sekte. In dem Text geht es nicht um eine Glaubensgemeinschaft, sondern um Jesus und die Werte die er vermittelt.

    Nur weil es zu einem Wunder keine wissenschaftliche Studie gibt, heißt es nicht, dass dieses nicht auch wirklich geschehen ist. Den Autoren dann Autosuggestion und selektive Wahrnehmung vorzuwerfen finde ich, ehrlich gesagt, unheimlich arrogant.
    Meine Güte, in welcher verkopften Welt leben sie denn? Es gibt mehr als nur Wissenschaft, anscheinend laufen sie blind durch die Welt.
    Die Berichte von buddhistischen Abenteuern oder bekehrten Moslems sind natürlich völlig normal, aber wenn dann mal radikal über Leute geschrieben wird, die ihren christlichen Glauben leben, geht das Gepoltere los. Wie die beiden in ihrem Text schreiben.

    Ich wünsche Ihnen, dass sie fähig werden über Ihren Telerrand hinauszublicken.

    P.S.: auch ich bin ein eher kritischer Mensch, aber habe schon viele Dinge erlebt, die mich eines Besseren belehrt haben.
    freundliche Grüße

    (das ZEITmagazin?) ist ja schon länger sehr Religiös angehaucht.

    oder war es zumindest vor ca. 6 Jahren als ich noch die Totebaumversion gelesen hab.

    aber Religion veraendert Menschen. Weltweit gesehen (ueber alle Religionen hinweg) oft zum Positiven. Dass da viel Aberglaube in den Glauben gemischt ist, mag ja sein. Auch dass vieles was als Wunder verkauft wird, Scharlatanerie sein mag, zugegeben. Auch, dass eine klinisch-wissenschaftliche Studie viele (die meisten, alle ?) Wunder als nicht glaubhaft nachweisen koennte, auch das mag sein.
    Aber, wie viele Atheisten das tun, Glauben als nicht existent oder irrelvant abzutun, ist ziemlich naiv. Religion bestimmt sehr viel was in der Welt vor sich geht. Eine kritische aber wohlwollende Auseinandersetzung mit den Weltreligionen ist unumgaenglich, wenn man die Probleme der Welt loesen will.

    ist nichtsweiter als eine verbindene Grundlagen einer Gesselschaft, die gleichzeitig Regeln für das Zusammenleben definiert. Sie kann sicherlich vielen Menschen halt geben.

    Aber sie ist über 2000 Jahre alt, und ihre Basisannahmen sind so gut wie alle widerlegt, sodass sie bei genauerem Betrachten in sich zusammenfallen muss. Das neue, dass uns gegeben wird ist pure Rationalität und Logik auf Grundsätzen, die entweder die Wissenschaft, oder der Verstand hergibt - einfache Prämissen wie jeder Mensch sei gleich, woraus folgt jeder hat die gleichen Rechte, woraus wiederum folgt diese Rechte dürfen nur soweit gehen wie sie nicht die Rechte eines anderen gleichen beschneiden.

    Für viele Menschen (auch mich) ist diese moderne Form attraktiver und va. sinnvoller. Und so mancher, dessen Verstand zu klein ist um die Wissenschaft zu begreifen, der klammert sich eben lieber an das unlogische was der Pfarrer erzählt, als das noch unlogischere erscheinende was die Wissenschaft verkündet.

    Pragmatisch gesehen ist es vllt. auch sinnvoller an Dinge wie ein Leben nach dem Tod zu glauben, als Black-out und Ende...

    Dennoch denke ich eine Zeitung wie diese sollte nicht so häufig für eine überholte Gesellschaftsform werben, die der Menschheit so viel Tod und Zerstörung gebracht hat...

    Wenn dieser sehr schön geschriebene Artikel von einer Konversion zum Buddhismus gehandelt hätte, wäre er natürlich voll und ganz salonfähig gewesen. So aber ist es peiblich, unzeitgemäß und "die Zeit" natürlich ein Missionsblättchen.
    Das Christentum ist ja hierzulande leider nicht viel mehr als ein christliches Erbe.
    Schämen sich die Deutschen auch für Ihre Geschichte, wenn sie positiv ist?

    • Otto2
    • 13. August 2012 13:19 Uhr

    und glauben kann man alles. Das merkt man auch an der Vielzahl von Religionen. Sind es 1000 - oder mehr? Hat einer gezählt? Religionen (die oft einander Feind waren/sind) - denen begegnet man natürlich auch in der ZEIT. Oder hat jemand in der Printausgabe, bei Zeit online oder im Impressum gelesen, dass die ZEIT den Anspruch erhebt, eine der Wissenschaft verpflichtete Zeitung zu sein?
    Was man allerdings mit Sorge feststellen muss ist die Tatsache, dass mit Hilfe des Bundes und der Länder die Kirchen und der christliche Glaube auf vielfältige Weise und mit hohem finanziellen Einsatz aus Steuermitteln systematisch gefördert wird. Unser Staat ist aber zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet! Genau das scheint aber vielen unserer Super-Demokraten und Super-Advokaten in den Parlamenten bisher nicht aufgefallen zu sein.

    • Lupina
    • 13. August 2012 16:33 Uhr

    "Unter Südafrikanern lernten wir einen Gott kennen, der in den Menschen lebt und nicht in einem Kirchengebäude."

    Selbstverständlich lebt Gott in den Menschen, und zwar in deren Köpfen. Dort liebt er, zürnt er, straft er, macht wunderliche Dinge, über die wir ja einiges im Artikel erfahren. Sollte es einmal den Menschen nicht mehr geben – er wäre nicht die erste ausgestorbene Spezies auf diesem Planeten – dann dürfte es allerdings schlecht bestellt sein um diesen Gott. Aber nachtrauern wird der Planet weder Gott noch seinem Schöpfer. Er wird aufatmen.

    Auf Wunsch des Kommentators gelöscht. Die Redaktion/kvk

    Bei Kritik und Anmerkungen wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/mo.

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/mk

    11 Leserempfehlungen
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    ...dazu:
    http://www.taz.de/!70228/

    Wobei man sagen muss, dass Südafrika, zumindest von der Gesetzgebung her, wohl recht fortschrittlich ist, verglichen mit dem extrem reaktionären restlichen Afrika...

    "In amerika sind die menschen auch sehf freundlich und hilfsbereit. Man darf halt nur keinen zentimeter vom akzeptierten weltnild abweichen."

    Dieses Verhalten ist uns doch überhaupt nicht fremd sondern entspricht genau unserer Mentalität - siehe den Fall Drygalla.

  4. ob christentum budhismus militär oder andere gemeinschaftsbildungen ist einerlei.
    manche müssen halt weit laufen um zu finden was überall ist
    hoffen wir für die autoren das es nicht nur exotismus und eine flucht vor sich selbst ist

    8 Leserempfehlungen
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    • Mike M.
    • 13. August 2012 21:20 Uhr

    ...ist eine unschöne Formulierung, die es bei Evangelikalen immer wieder zu hören gibt. immerhin waren die Autoren doch auch vorher Kirchenmitglied und konformiert. Die Formulierung suggeriert, dass normale Kirchenmitglieder, evangelisch oder katholisch, bei denen der Glauben im Leben nur eine Nebenrolle spielt, keine chten Christen seien.

  5. ist das schon
    das mit dem symbolisch, also nicht-verstehen
    und den afrikanern
    und dem vereinnahmen dieser als gleich verstehende
    schwer zu sagen wer da stärker herrabgesetzt wird in dieser fröhlichen undiferenziertheit
    und ob es kulturalismus, rassismus, oder einfach nur überschiessender romantizismus ist

    16 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mhh..."
    • malicia
    • 12. August 2012 20:13 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

    53 Leserempfehlungen
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    die sonne scheint ihnen eigentlich gut getan zu haben
    man fragt sich eher wie traurig ihre existenz davor war das sie nicht nur so erstaut sind
    sondern auch gleich wieder jemanden herrabsetzen müssen

    • gkh
    • 12. August 2012 20:24 Uhr

    Oder meinen Sie, dass die Liebe sie zu der Bemerkung "Wirklich, wenn man die afrikanische Sonne nicht verträgt, sollte man vielleicht zuhause bleiben." getrieben hat?

    ...lass dich nicht einschüchtern. Dass Christen gerne gerade Atheisten als egomanisch und materialistisch bezeichnen (sich ansonsten idR aber eher wenig von ihrer Umgebung abheben), habe ich oft genug erlebt. Ein Besuch bei meinen Eltern ruft es immer wieder in Erinnerung.

    Atheisten sind Menschen zweiter Klasse, noch niedriger eingestuft als andere Religiöse. So funktionieren Religionen halt, sie grenzen aktiv ab und schaffen so eine heimelige Gemeinschaftsathmosphäre für alle die dazu gehören.

    Witzigerweise wusste selbst Jesus das, in Matthäus 10, 34-39
    sagt er:
    "Viele glauben, dass ich als Friedensbringer gekommen bin. Das ist falsch, ich bringe nicht Frieden sondern Krieg. Ich werde die Kinder gegen ihre Eltern aufwiegeln und die Familien spalten, so dass die eigenen Hausgenossen zu Feinden werden. Wer seine Eltern oder seine Kinder mehr liebt als mich, kann nicht zu mir gehören. Wer nicht bereit ist, meinetwegen zu leiden, kann mir nicht folgen. Er muss bereit sein, für mich sein Leben aufzugeben, denn er wird durch mich ein neues Leben finden."

    Er kannte den Mechanismus, im Ggs zu vielen die ihm folgen und nichtmal dieses Zitat kennen...

    • Anarion
    • 12. August 2012 22:13 Uhr

    Wieso werden sie denn gleich so poralisierend?? Haben die Autoren irgendwo geschrieben, dass es dieses bei den Nichtchristen alles nicht gibt? Nein! Jedenfalls ist es mir nicht aufgefallen.

    Was in dem Text steht, ist eine persönliche Lebensgeschichte, wieso können sie das nicht einfach so stehen lassen? Wenn den beiden Menschen die Liebe usw. bei den Christen eben besonders aufgefallen ist, dann ist es so, Punkt!

    Ich bin selber Christ und mir fällt immer wieder auf, dass die Gemeinschaft unter Christen anders ist, als wenn ich nur mit Nichtchristen unterwegs bin. Liebevoller, man achtet mehr aufeinander.
    Mir geht es genauso wie den beiden Autoren, ich kann mir eine Ehe, die Beziehung zu meinen Kindern ohne die Liebe und Vergebung Jesu auch nicht vorstellen.

    Auch als die Autoren geschrieben haben, dass nichts sie so sehr erfüllt wie der Gaube an Jesus, konnte ich vollends zustimmen. Wir Menschen versuchen die Leere in uns mit allen möglichen Sachen zu füllen, aber das kann nur Jesus. Diese Erfahrung habe ich gemacht und so geht es allen Christen, die einen lebendigen Glauben haben.

    Wenn Ihr Magen so empfindlich ist, warum lesen Sie den Artikel dann?
    Ich empfehle Ihnen die Wirtschaftsnachrichten, da wird einem wirklich schlecht.

    1)Ich finde, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft die R-Frage nachrangig sein sollte. Ich habe Freunde, die in die Kirche gehen, und solche, die dies nicht tun.

    2) Religion sind für sich genommen weder gut noch schlecht, sondern auslegbar, wenn wir als Religion das "gelebte Leben" bezeichnen. Es gibt Menschen, die gute Dinge tun, und sagen, dass zb. Gott ihnen Kraft dafür gibt. Für mich als Agnostiker ist das Auto-Suggestion, Self-Fulfilling Prophecy, aber...das sind nur Wörter. Wenn das Ergebnis eine gute Tat ist, dann lassen wir den Christen doch ihre Version des Glaubens. Ich habe ohnehin das Gefühl, dass alle etwas anderes glauben und keiner aber so richtig weiß, was er glaubt...und warum...Wenn Gottes Wege unergründlich sind

    3)Christen, Priester und dergleichen legen die Bibel aus - sie sind moralisch Instanzen, mischen sich in moralische Fragen ein und benutzen als Grundlage die Bibel. Die Art und Weise der Auslegung, die Qualität der Rhetorik haben entsprechend mindestens genau soviel Relevanz wie das Buch selbst. Was bedeuten christliche Regeln im Einzelnen? Was muss man beachten? Was ist ok., was nicht? Wie tut man Buße? In dieser Hinsicht repräsentieren Priester eine andere Art Rechtssystem, sie sind Anwälte und Richter zugleich (zuviel Macht) und hantieren mit Gesetzen, die nicht abänderbar sind(despotisch). Und genau das macht Religion gefährlich - auslegerische Beliebigkeit bei Referenz auf nicht demokratisch legitimierte Legitimität

    • malicia
    • 13. August 2012 12:47 Uhr

    ...war da die Beleidigung?

    Oder ist einfach eine andere Meinung beleidigend, die deutliche Zustimmung bei den Lesern findet?

    Nun..das kennt man ja schon von der Zeit-Redaktion...

    • malicia
    • 13. August 2012 13:20 Uhr

    erinnert mich dieser Artikel auch an Claudia Roths naive Begeisterung für die Türkei: "Ich liebe die Probleme in der Türkei"

    http://www.youtube.com/wa...

    Ich war selbst schon in Südafrika und habe dort das Elend in den Townships gesehen.

    Dort ist Überleben ohne extreme Solidarität untereinander gar nicht möglich und ja..vermutlich braucht man dort die Religion als "Opium fürs Volk", weil sonst nur noch soziale Unruhen herrschen würden.

    Aber was die Menschen dort eigentlich brauchen, ist eine echte, faire Lebenschance durch ausreichendes Einkommen und Bildung.

    Vielleicht ist mir deshalb auch dieser Artikel - tatsächlich - so auf den Magen geschlagen, mein Eindruck war, dieser Bericht ist letztlich den Armen in Südafrika gegenüber nichts als Hohn.

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

  6. die sonne scheint ihnen eigentlich gut getan zu haben
    man fragt sich eher wie traurig ihre existenz davor war das sie nicht nur so erstaut sind
    sondern auch gleich wieder jemanden herrabsetzen müssen

    4 Leserempfehlungen
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    • hubermi
    • 13. August 2012 11:58 Uhr

    Gibt es Ihren Kommentar auch nochmal in Deutsch?

    • gkh
    • 12. August 2012 20:20 Uhr

    Woran machen Sie das fest, ob Sie oder die Autoren der Autosuggestion und selektiven Wahrnehmung erlegen sind?

    4 Leserempfehlungen
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    3 Gruppen kranker Menschen:

    (a) wurde für gebetet aber ihnen nichts davon gesagt
    (b) wurde nicht für gebetet
    (c) wurde für gebetet und es wurde ihnen gesagt

    Gruppe (c) ging es nach einer Weile am schlechtesten:
    Die haben sich Sorgen genmacht weil sie dachten es geht ihnen SO schlecht, dass nur noch Beten hilft.

    es gab keinen Unterschied zwischen (a) und (b)

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  • Schlagworte Glaube | Religion | Südafrika
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