Amokläufer: Prominent durch Mord
In allen Medien wurde der Amokläufer von Aurora behandelt wie ein Star. Auch seine blutrünstigen Vorgänger haben den Aufstieg ins Rampenlicht geschafft. Ist spektakuläre Gewalt der kürzeste Weg zum Ruhm geworden?
Nach dem Massaker im Kino von Aurora überraschten Präsident Obama und der Gouverneur von Oklahoma damit, dass sie den Namen des mutmaßlichen Mörders nicht nennen wollten. Sie wollten, wie man so sagt, mit gutem Beispiel vorangehen und verhindern, dass James Holmes eine Beachtung einheimst, die von der Katastrophe der Opfer ablenkt und den Täter zum Medienstar macht. Aus dem selben Grund blieben auch die Fernsehkameras bei der Anklageerhebung am vergangenen Montag vor der Tür. Doch mit solcher Vorsicht einem Namen gegenüber bedenkt der Mensch seit je nicht allein das Abscheuliche, er lässt sie auch gegenüber göttlicher wie teuflischer Macht walten. Könnte es sein, dass Obamas Sprachregelung wider Willen nur eine weitere Variante der Reverenz ist, die den Amok laufenden Monstern unter uns erwiesen wurde?
Wie man sie auch beurteilt, in jedem Fall bricht eine elementare Gewalt sich in ihrem Tun Bahn. Sie ruft in Erinnerung, wie dünn die zivilisatorische Schicht ist, die vor einem halben Jahrtausend eingezogen wurde, als man die Leute dazu überredete, Dolch und Degen beim Essen auch einmal aus der Hand zu legen. Amerika hat sich von dieser Abrüstung des Individuums nie wirklich überzeugen lassen. Dort möchte man noch heute nur ungern zugunsten des staatlichen Gewaltmonopols auf Waffen verzichten. So erklärt sich auch die Faszination, die im Land der Colts und Western explosive Bluttaten genießen: Die Liste der Serienmörder ist lang, die im Gefängnis von Fanpost überschüttet wurden.
Auch amerikanische Schriftsteller wussten sich den finsteren Ruhm von Killern zunutze zu machen. Truman Capotes Tatsachenroman In Cold Blood (1966) handelt von der Ermordung einer Farmerfamilie durch die Exsträflinge Perry Edward Smith und Richard Eugene Hickock. Der Vorabdruck im New Yorker machte Furore, das Buch wurde zweimal verfilmt. Capote psychologisierte die Tat und arbeitete seine Gefängnisbesuche bis zur Hinrichtung ins Manuskript ein. Norman Mailer erhielt für The Executioner’s Song, sein Sachbuch über den Doppelmörder Gary Gilmore, 1980 gar den Pulitzerpreis.
Gilmores traurige Berühmtheit beruht nicht zuletzt darauf, dass er auf eine schnelle Ausführung seiner Exekution drängte und die Kampagne liberaler Anwälte hintertrieb, die über ihn verhängte Todesstrafe in lebenslängliche Verwahrung umzuwandeln. Er habe seine Hinrichtung wie ein Filmstar eine Premiere beworben, merkte 2004 der englische Kultursoziologe Chris Rojek in seinem Buch Celebrity an, das spektakuläre Morde unter dem Aspekt des Renommeegewinns betrachtet.
Norman Mailer jedenfalls machte sich das heiße Thema weidlich zunutze und ging auch auf eine Korrespondenz mit dem Killer Jack Henry Abbott ein, die er später in der New York Review of Books publizierte. Dass Mord noch immer Mythen schafft, belegen die Spuren, die der Serienmörder der fünfziger Jahre, Charles Starkweather, im kollektiven Gedächtnis hinterließ. Auf Schuldunfähigkeit zu plädieren, lehnte er mit der Begründung ab, dass sich an einen verrückten Killer niemand erinnern würde. Seine Rechnung ging auf. Seither lichtert Starkweather in der Popmusik herum, unter anderem als Muse für Bruce Springsteens Song Nebraska. Von Hollywood wurde Starkweathers immerhin ein halbes Jahrhundert alte Story vor acht Jahren verfilmt, doch ihre Spuren hatte sie zuvor schon in den Drehbüchern von Badlands und Natural Born Killers hinterlassen.
Mordlegenden sind ein Kassenschlager, und Mörder legen es nicht selten auf eine folkloristische Robin-Hood-Karriere an. Der Oklahoma-City-Bomber Timothy McVeigh schaffte es mit einem Verständnis heischenden Interview 1995 auf die Titelseite von Newsweek. Der Unabomber Theodore Kaczynski setzte die New York Times im selben Jahr mit Morddrohungen unter Druck und erreichte, dass ein von ihm verfasstes Manifest auf acht Sonderseiten gedruckt wurde. Kein Wunder, dass Anders Breivik sich an diesem Blutapostel orientierte. Auch Dave Cullens Bestseller zum Columbine-High-School-Massaker zweier bis dato unauffälliger Schüler ist hier zu nennen. In der New York Times bat Cullen erst kürzlich darum, die Täter nicht vorschnell zu verurteilen. Habe Dylan Klebold, einer der Protagonisten seines Buches, doch letztlich nur sich selbst für seine eigene Unbedeutsamkeit gehasst und sein Tagebuch bis zur Tat mit flehenden großen Herzen angefüllt.





Ruhm? Viel eher Infamie!
Ruhm in diesem Zusammenhang zu nennen ist ziemlich zynisch!
Durch Filme Computerspiele und glorreiche Kriege und hier in Deutschland auch einen Bundespräsidenten der zum Krieg in aller Welt aufruft wird die Gesellschaft langsam brutalisiert. So wird der Nährboden für westlichen extremismus geschaffen und die Gewaltbereitschaft eines jeden hergestellt Regierungen zu wählen die ein Aggressive militärische Aussenpolitik verfolgen. Das hat System und ist neoliberale Vermarktung von Rohstoffkriegen auf Anfrage von Großkonzernen.
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag
... Gauck und höhere Kriegsbereitschaft: http://www.spiegel.de/pol...
... Computerspiele/glorreiche Kriege: Unfug.
... neoliberale Vermakrtung von Rohstoffkriegen: Irak (Öl), Syrien, Libyen (Öl), Afhganistan (Opium, 'deutsche Wirtschaftsinteressen verteidigen')
... Gauck und höhere Kriegsbereitschaft: http://www.spiegel.de/pol...
... Computerspiele/glorreiche Kriege: Unfug.
... neoliberale Vermakrtung von Rohstoffkriegen: Irak (Öl), Syrien, Libyen (Öl), Afhganistan (Opium, 'deutsche Wirtschaftsinteressen verteidigen')
... Gauck und höhere Kriegsbereitschaft: http://www.spiegel.de/pol...
... Computerspiele/glorreiche Kriege: Unfug.
... neoliberale Vermakrtung von Rohstoffkriegen: Irak (Öl), Syrien, Libyen (Öl), Afhganistan (Opium, 'deutsche Wirtschaftsinteressen verteidigen')
Freimauerer! Der Papst! Die Amis! Die Moslems! Einfach ALLE!
UND: 23!!!!!!!
:-D
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UND: 23!!!!!!!
:-D
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is the answer to the Ultimate Question of Life, the Universe, and Everything :)
Capotes "In cold blood" hat wenig mit Voyeurismus zu tun. Im Mittelpunkt steht die Psychologie der Täter und der Weg zum mehrfachen Mord. Das Buch dürfte meines Erachtens nicht so plakativ im Artikel erwähnt werden.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/ag
is the answer to the Ultimate Question of Life, the Universe, and Everything :)
Capotes "In cold blood" hat wenig mit Voyeurismus zu tun. Im Mittelpunkt steht die Psychologie der Täter und der Weg zum mehrfachen Mord. Das Buch dürfte meines Erachtens nicht so plakativ im Artikel erwähnt werden.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/ag
"Sie hat ihren traumatischen Ursprung in der Enthauptung Ludwigs XIV. und der..."
Liebe Frau Harms, Sie meinen wahrscheinlich Ludwig den XVI., der seinen Kopf einbüßte.
Die Medien müssen sich auch eine Teilschuld an den Amokläufen eingestehen und endlich mit der Berichterstattung darüber aufhören. Die Täter suchen meist nach Bestätigung, die sie vorher nie erfahren haben. Was bekommen sie nach einem Amoklauf: breite Presseartikel, überall Bilder von ihnen, jeder kennt ihren Namen.
Wenn sie einfach in Vergessenheit geraten würden, man sie noch nichtmal kennen würde. Könnte man den Opfern mehr respekt zollen und diesen Weg des Erlangens von Ruhm wäre versperrt!
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Capotes "In cold blood" hat wenig mit Voyeurismus zu tun. Im Mittelpunkt steht die Psychologie der Täter und der Weg zum mehrfachen Mord. Das Buch dürfte meines Erachtens nicht so plakativ im Artikel erwähnt werden.
das kann man auch anders sehen. schließlich sind es genau diese realen details der äußeren und inneren abläufe der bluttat, auf die es das voyeuristische bewusstsein abgesehen hat - und die capote ihm im gewande 'journalistischer nüchternheit' liefert.
tom wolfe hat capote's kalkulierende aufbereitung realer grausamkeiten als 'pornviolence' kritisiert. nicht zu unrecht, meine ich.
http://en.wikipedia.org/w...
das kann man auch anders sehen. schließlich sind es genau diese realen details der äußeren und inneren abläufe der bluttat, auf die es das voyeuristische bewusstsein abgesehen hat - und die capote ihm im gewande 'journalistischer nüchternheit' liefert.
tom wolfe hat capote's kalkulierende aufbereitung realer grausamkeiten als 'pornviolence' kritisiert. nicht zu unrecht, meine ich.
http://en.wikipedia.org/w...
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