Aurora-Attentat: Die Namen der zwölf Opfer
Diese Menschen starben, als sie im Kino von Aurora den Batman-Film sahen. Wir widmen ihnen unser Doppelcover
Veronica Moser-Sullivan, 6
Alexander J. »A. J.« Boik, 18
Micayla »Cayla« Medek, 23
Jessica Ghawi, 24
Alexander »Alex« Teves, 24
Jonathan T. »Jon« Blunk, 26
Alex M. Sullivan, 27
Matthew »Matt« McQuinn, 27
John Larimer, 27
Staff Sergeant Jesse Childress, 29
Rebecca Ann Wingo, 32
Gordon W. Cowden, 51
In The Dark Knight, dem zweiten Teil der Batman-Trilogie, sagt eine Figur den Satz: »Manche Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen.« Keine Erklärung, keine Analyse, nur eine Feststellung, und wenn man etwas aus diesem Satz lernen will, dann vielleicht, dass man sich besser um diese Welt kümmern muss.
Am vorvergangenen Freitagmorgen werden in einem Kinosaal zwölf Menschen erschossen, 58 verletzt. Sie wollen sich den dritten und letzten Teil der Batman-Trilogie anschauen, The Dark Knight Rises, das Ende dieser großen Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse. Der mutmaßliche Täter soll vor der Leinwand von Saal neun des Kinos Century 16 in Aurora mit einem Sturmgewehr, einer Jagdflinte und zwei Handfeuerwaffen auf die Besucher geschossen haben. Auf dem Kinoparkplatz wurde er festgenommen, er hat sich nicht gewehrt.
Amerikanische Politiker haben es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, die Opfer und nicht den Täter in den Vordergrund zu stellen, sie sollen in Erinnerung bleiben. John Hickenlooper, der Gouverneur von Colorado, sagte: »Ich weigere mich, seinen Namen zu sagen.« Auch Barack Obama nennt ihn nur »der Straftäter«. Er soll es nicht in das Bewusstsein der Nation schaffen, er soll keine Bühne bekommen wie der norwegische Massenmörder Anders Breivik.
Trotzdem wissen wir, dass er James Holmes heißt, studiert und 24 Jahre alt ist. Wir kennen seine orange gefärbten Haare, den apathischen Blick. Wir haben gelesen, dass er alles lange geplant haben soll. Aber wir wissen nicht, warum er es tat, dabei muss es doch ein Motiv geben, eine Erklärung, und weil der Wunsch nach einer Antwort so groß ist, scheint es Holmes zu gelingen, die Opfer zu verdrängen. Dabei haben ähnliche Taten, wie 1999 der Amoklauf an der Columbine High School in Littleton, gezeigt, dass es manchmal keine Antworten gibt. Was es gibt, ist Anteilnahme, Erinnern, Trauern. Deshalb widmen wir in dieser Ausgabe unser Doppelcover den Opfern.






... – nein: keinen Scherz, aber Reklame. Was wohl nicht weniger fragwürdig ist.
Unter den theatralisch nutzlosen Flügeln von Batman verewigt zu werden?
Eine kuriose grafische Leistung! Wo bleibt das Jahrtausende alte Requiescat-in-pace-Gefühl? Sie "ruhen" nur ... bis zum nächsten Film.
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