Mancher Verbraucher wundert sich vielleicht, dass selbst im heißesten Sommer die Eier in unseren Supermärkten ungekühlt angeboten werden. Können da keine Bakterien eindringen? Und braucht man die Eier zu Hause dann auch nicht in den Kühlschrank zu packen?

Die Praxis des Lebensmittelhandels ist nicht unumstritten; der mittlerweile längst pensionierte Eierexperte Johannes Petersen von der Universität Bonn sagte uns schon vor Jahren: »Das ist töricht!« Es stimmt aber, dass die Eier nach dem Legen über eine natürliche Schutzschicht, die Cuticula, verfügen.

Da sie in Deutschland nicht gewaschen, sondern nur abgebürstet werden, dürfen sie nach dem Legen 18 Tage lang ungekühlt aufbewahrt werden. Danach gilt der Schutz nicht mehr als effektiv, und die Eier müssen in den Kühlschrank. Weil der Verbraucher nicht immer aufs Datum schaut, ist es eine gute Regel, die Eier gleich nach dem Einkauf im Kühlschrank zu verstauen.

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Sobald sie einmal darin waren, darf man die Kühlkette nicht mehr unterbrechen – dann kann sich Kondenswasser auf der Eierschale bilden, das durch die Schale ins Innere dringt und dabei Keime mit sich nimmt.

In anderen Ländern, etwa in den USA und Kanada, ist es Vorschrift, die Eier auch im Laden gekühlt aufzubewahren. Dort werden allerdings die Eier aus Angst vor Salmonelleninfektionen direkt nach dem Legen gewaschen. Weil dabei jedoch die natürliche Schutzschicht kaputtgeht, wäre das Ei bei ungekühlter Lagerung Keimen aller Art ausgesetzt.

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