Internetunternehmen: Vier Sheriffs zensieren die Welt
Wie Apple, Facebook, Amazon und Google dem Internet ihre Gesetze aufzwingen.
Die Antworten sind beängstigend: Alles sei bloß »ein Test«. Oder: »Statistik. That’s all.« So fertigen sonst Herrscher ihre aufgeregten Untertanen ab: Macht euch keine Sorgen. Ihr braucht nichts zu wissen. Wer fragt, der stört.
Genau dann aber muss man sich Sorgen machen. Große Sorgen.
Ein Test. Statistik. Das waren Reaktionen eines Mitarbeiters von Facebook gegenüber kritischen Mitgliedern des Sozialen Netzwerks. »Blockwart 2.0« und »stasimäßig, das Ganze« hatten sie geschimpft, weil Facebook sie über ihre Bekannten ausfragte. Den Computersystemen von Facebook waren zuvor nämlich etliche Nutzer aufgefallen, die anscheinend Pseudonyme statt ihrer richtigen Namen verwendeten. Nun entspricht es aber nicht der Geschäftsphilosophie des Hauses, dass seine Mitglieder Geheimnisse haben. Also ließ Facebook vor wenigen Wochen seine Software den Bekanntenkreis der Verdächtigen ausfindig machen und dort nachfragen: »Ist dies der wahre Name deines Freundes?«
Ein Test? Was für ein Test? Ob Menschen bereitwillig ihre Freunde verraten, wenn eine Software sie dazu auffordert?
Facebooks Schnüffelei ist nur ein Fall von vielen, in denen führende Konzerne den Internetnutzern mit fragwürdigen Methoden ihre Regeln aufzwingen. Etwa zeitgleich verweigerte Apple die Freigabe für ein satirisches Spiel, das Frederic Jacobs aus San Francisco für das iPhone programmiert hat. Es heißt Angry Syrians und kritisiert in bunter Comic-Optik das brutale Regime von Präsident Baschar al-Assad. Warum es bei Apple nicht erscheinen durfte? Weil es angeblich »diffamierend oder beleidigend« gewesen sei, berichtet der Programmierer.
Apple unterdrückt eine politische Meinungsäußerung. Wie oft wohl noch?
Oder Amazon: nahm Anfang Juni das Schwarzbuch WWF vorübergehend aus dem Programm. Der Autor Wilfried Huismann warf darin der Umweltorganisation große Nähe zur Industrie vor, ein juristischer Streit zeichnete sich ab. Amazon verbannte das Buch, noch bevor die Richter die Vorwürfe beurteilten. Aber bedeutet das angesichts der Marktmacht von Amazon nicht, dass faktisch ein einzelner Konzern im Wesentlichen entscheidet, was gelesen wird?
Oder Google: filtert die Ergebnisse seiner Suchmaschine weltweit mal nach politischen Vorgaben, mal nach unterstellten persönlichen Interessen der Nutzer. Jedenfalls nicht immer so neutral, wie es das schlichte Weiß der Internetseite suggeriert.
Was passiert hier?
Das Internet war mal ein Ort der Freiheit. Wo man unbekannte Welten entdecken und sich dabei auch schon mal verlaufen konnte. Ein Ort, anarchisch zwar und wild. Aber frei.
Heute gibt es Apple, Facebook, Google und Amazon. Vier amerikanische Konzerne beherrschen das Internet und zählen zusammen einen signifikanten Anteil der Weltbevölkerung zu ihren Kunden. Sie vereinen rund 80 Prozent des grenzüberschreitenden Datenverkehrs auf sich. 40 Prozent der Zeit, die Menschen online verbringen, vereinen die Seiten der großen vier auf sich. Facebook hat zehnmal mehr Nutzer als Deutschland Einwohner. Google beantwortet eine Milliarde Suchanfragen pro Tag.
Die vier Konzerne definieren das Netz, überziehen es mit Weltanschauungen, Moralvorstellungen, Ideen von Gut und Böse. Sie haben eine digitale Welt geschaffen, die mehr an ein autoritäres Disneyland erinnert als an einen wilden Dschungel. Teils aus eigenem Antrieb, teils von Regierungen dazu gezwungen, schaffen sie Fakten und setzen Regeln, die für alle gelten sollen. So werden sie immer wieder zu potenten Zensurmaschinen, zu Gedankenwächtern der Gegenwart. Zu Instrumenten der Lenkung.
Und die Gelenkten?
Während sich die Mitglieder der 68er-Generation noch empörten und aufstanden gegen die Macht von Konzernen und Staaten, verpufft der Widerstand der Netzgemeinde wie der gegen Facebooks Namens-Schnüffelei nach wenigen Tagen. So stark ein Shitstorm, ein kollektiver Wutausbruch also, auch sein kann – so schnell ist er oft wieder vorbei. Der großen Mehrheit der digital natives und digital immigrants geht schnell die Puste aus, oder sie bleibt gleich ruhig. »Die Leute wollen das nächste Ding«, sagte Apple-Chef Tim Cook vor ein paar Tagen lapidar. Steckt darin mehr als nur eine Aussage über Absatzchancen? Wollen die Leute wirklich nur das nächste Ding? Mehr nicht?







Am heutigen Montag (6.8.) diskutieren die Autoren dieses Artikels hier im Kommentarbereich mit unseren Lesern. Zwischen elf und zwölf Uhr vormittags antworten sie auf Fragen zum Artikel und Kritik an ihren Thesen.
verteidigen möchte - aber ein kritischer Blick in den Spiegel schadet auch nichts...
Auch im ZEIT-KOmmentarbereich wird teilweise sehr heftig in die "freie Meinungsäusserung" eingegriffen.
Und beileibe nicht alle "moderierten" Kommentare sind beleidigend oder diffamierend!
Zweifeln Sie mal die Objektivität der Redakteure an...
Schreiben Sie mal kritisches über Israel...
Erwähnen Sie mal die Bilderberger und wer da alles schon war¹...
Wie bereits in einem älteren Artikel wurde die Praxis der Firma Apple irreführend dargestellt. Das Produkt "iTunes Match" bietet an, die Musikstücke der User mittels eines einfachen (sogar überlistbaren) Algorithmus gegenüber der globalen Datenbank des iTunes Music Stores abzugleichen. Hierbei wird aus den ersten siebzehn Sekunden ein Hash erstellt. Stimmen Hash, Titel, Interpret und Länge des Stücks mit einem Stück des iTunes Music Stores überein, erlaubt das System den Download dieses Stücks in hoher Qualität auf sämtliche mit dem User verknüpften Geräte. Unter anderem hat er die Möglichkeit, das Stück auf seinem Rechner (z.B. aus Speicherplatzgründen) zu löschen und zu beliebiger Zeit neu herunterzuladen. Hier liegt die Krux: Hat der iTunes Music Store nur die zensierte Variante im Angebot, kann diese eventuell nicht von der unzensierten unterschieden werden. Allerdings liegt es in der Schuld des Benutzers, die Match-Funktion des Produkts zu akzeptieren oder zu hinterfragen.
Eine Abhilfe stellt das manuelle Hinzufügen einiger Sekunden Stille am Ende des Stücks dar. Die veränderte Länge zerstört das Matching und zwingt iTunes das Original-Stück des Benutzers in die Datenbank hochzuladen (Siehe entsprechende Artikel auf heise.de).
Schade, dass solche marktschreierischen Anklagen sofort verbreitet werden. Allein die Aussage "kann es sein, dass sie durch Versionen des selben Liedes ersetzt werden." (Zitat) ohne weiteren Nachweis suggeriert eine Willkür, die nicht existiert.
verteidigen möchte - aber ein kritischer Blick in den Spiegel schadet auch nichts...
Auch im ZEIT-KOmmentarbereich wird teilweise sehr heftig in die "freie Meinungsäusserung" eingegriffen.
Und beileibe nicht alle "moderierten" Kommentare sind beleidigend oder diffamierend!
Zweifeln Sie mal die Objektivität der Redakteure an...
Schreiben Sie mal kritisches über Israel...
Erwähnen Sie mal die Bilderberger und wer da alles schon war¹...
Wie bereits in einem älteren Artikel wurde die Praxis der Firma Apple irreführend dargestellt. Das Produkt "iTunes Match" bietet an, die Musikstücke der User mittels eines einfachen (sogar überlistbaren) Algorithmus gegenüber der globalen Datenbank des iTunes Music Stores abzugleichen. Hierbei wird aus den ersten siebzehn Sekunden ein Hash erstellt. Stimmen Hash, Titel, Interpret und Länge des Stücks mit einem Stück des iTunes Music Stores überein, erlaubt das System den Download dieses Stücks in hoher Qualität auf sämtliche mit dem User verknüpften Geräte. Unter anderem hat er die Möglichkeit, das Stück auf seinem Rechner (z.B. aus Speicherplatzgründen) zu löschen und zu beliebiger Zeit neu herunterzuladen. Hier liegt die Krux: Hat der iTunes Music Store nur die zensierte Variante im Angebot, kann diese eventuell nicht von der unzensierten unterschieden werden. Allerdings liegt es in der Schuld des Benutzers, die Match-Funktion des Produkts zu akzeptieren oder zu hinterfragen.
Eine Abhilfe stellt das manuelle Hinzufügen einiger Sekunden Stille am Ende des Stücks dar. Die veränderte Länge zerstört das Matching und zwingt iTunes das Original-Stück des Benutzers in die Datenbank hochzuladen (Siehe entsprechende Artikel auf heise.de).
Schade, dass solche marktschreierischen Anklagen sofort verbreitet werden. Allein die Aussage "kann es sein, dass sie durch Versionen des selben Liedes ersetzt werden." (Zitat) ohne weiteren Nachweis suggeriert eine Willkür, die nicht existiert.
Das Schwarzbuch bekam man auch bei verschiedenen Buchhandlungen nicht.
In der ZEIT steht auch nicht alles, was mich oder die Öffentlichkeit interessiert - ist das auch Zensur?
Ich empfehle Google zur Suche nach "Suchmaschinen", es gibt nämlich auch Alternativen.
Oder ist es Neid/Angst, dass es vier "Sheriffs" sind und nicht vier "Blockwarte"?
Oder könnte es sein, dass man als Verlag Angst hat, demnächst nicht mehr auf Google gelistet zu werden, ihr wisst schon, Leistungs"Schutz""Recht" und so?
Oder ist es einfach nur hingeschriebenes Gebrabbel?
Apple interessiert mich seit meinem Apple II-Nachbau nicht mehr.
Das Fratzenbuch ist mir egal.
Zu Google gibt es Alternativen.
Zu Amazon auch - man kann auch in einer Buchhandlung (mit Einschränkungen, s.o.) einkaufen.
Also mir wird hier nichts "diktiert"
ich habe Spam Mails in meinem Emailfach, wobei ich sehr sorgfältig bin, wo ich meine Adresse hinterlasse.
Nun haben meine Email Adressen natürlich auch Freunde und Internetbekante, und die gehen leider nicht so sorgfältig mit den Daten um.
Komisch. Aber ich glaube, das liegt auch an Facebook.
Das ist schon heute STASI.
Kennt einer meiner Freunde meine Email, und ist bei Facebook, und aus welchen Technikgeschrubel auch immer: meine Emailadresse kann somit in die falschen Hände geraten, wenn der Freund meine Emailadresse irgendwo gespeichert hat. Man kann ja manches kreuzverweisen, oder wie man das nennt. Man kommt gar nicht mehr hinterher, was da stattfindet bei den organisierten Datensammlern.
PFUI sage ich da nur. Meinen Verdacht habe ich jedenfalls, warum ich seit zwei Jahren jede Menge Spam Mails bekomme.
PFUI FASCEBOOK UND ALLE ANDEREN,.
Wenn es geht boykottiere ich auch Google und surfe bei yahoo.
ich möchte nicht , dass irgendwer Spams erhält, nur weil er mich kennt, nicht?
Ihren Kommentar finde ich wirklich mehr als fragwürdig. Sie schreiben in einem Satz, Sie vermuten (!) Facebook ist an Ihren Spam-Mails schuld und im nächsten Satz heißt es "Pfui Facebook". Das ist, wie eine Bestrafung vor der Verurteilung, ja, sogar vor der Beweisführung. An anderer Stelle nennt man so etwas "nicht verfassungskonform".
Nebenbei unterstellen Sie, ohne jegliche Beweise zu haben, die reine Tatsache, dass Freunde von Ihnen bei Facebook angemeldet sind und Ihre E-Mail an einem anderen Ort gespeichert haben, reicht für Facebook aus, an diese zu kommen und sie weiterzuverbreiten?! Na ja...
Google vs. Yahoo...Sie meinen das rettet Sie? Das ist doch schon reichlich naiv.
Zum Artikel: Ob eine politische Meinungsäußerung via Comic-iPhone-App so angemessen ist? Ich vermag das nicht zu beurteilen.
Allgemein gilt: Diese Form der Datenerfassung ist mit Sicherheit nicht lustig, dennoch bin ich mein eigener Herr und wenn ich dies nicht möchte, dann nutze ich diese Medien nicht. Was ich wesentlich schlimmer finde, sind die Sachen bei denen vollkommen verdeckt Daten ermittelt werden, bspw. bei den Kartenzahlungen im Supermarkt, bei denen man mit der Unterschrift auf dem Bon bestätigt, dass die Daten weiterverwendet werden dürfen. Letztlich sind unser aller Daten vermutlich schon 1 Mio mal um die Welt gegangen und wir haben personailisierte Werbung dadurch erhalten, doch was ich kaufe bestimme immer noch ICH und das ausschließlich...
Ihren Kommentar finde ich wirklich mehr als fragwürdig. Sie schreiben in einem Satz, Sie vermuten (!) Facebook ist an Ihren Spam-Mails schuld und im nächsten Satz heißt es "Pfui Facebook". Das ist, wie eine Bestrafung vor der Verurteilung, ja, sogar vor der Beweisführung. An anderer Stelle nennt man so etwas "nicht verfassungskonform".
Nebenbei unterstellen Sie, ohne jegliche Beweise zu haben, die reine Tatsache, dass Freunde von Ihnen bei Facebook angemeldet sind und Ihre E-Mail an einem anderen Ort gespeichert haben, reicht für Facebook aus, an diese zu kommen und sie weiterzuverbreiten?! Na ja...
Google vs. Yahoo...Sie meinen das rettet Sie? Das ist doch schon reichlich naiv.
Zum Artikel: Ob eine politische Meinungsäußerung via Comic-iPhone-App so angemessen ist? Ich vermag das nicht zu beurteilen.
Allgemein gilt: Diese Form der Datenerfassung ist mit Sicherheit nicht lustig, dennoch bin ich mein eigener Herr und wenn ich dies nicht möchte, dann nutze ich diese Medien nicht. Was ich wesentlich schlimmer finde, sind die Sachen bei denen vollkommen verdeckt Daten ermittelt werden, bspw. bei den Kartenzahlungen im Supermarkt, bei denen man mit der Unterschrift auf dem Bon bestätigt, dass die Daten weiterverwendet werden dürfen. Letztlich sind unser aller Daten vermutlich schon 1 Mio mal um die Welt gegangen und wir haben personailisierte Werbung dadurch erhalten, doch was ich kaufe bestimme immer noch ICH und das ausschließlich...
Ich finde es ein bißchen fragwürdig, wie Sie diese Unternehmen doch recht pauschal über einen Kamm scheren.
Apple und Facebook zensieren, überwachen und bauen ihren "fenced garden" zwanglos, einfach weil es ihr Geschäftsmodell ist.
Google hat sich trotz seines "don't be evil" Mantras auch schon so manchen Bock geleistet, doch hat die Befolgung staatlich angeordneter Zensurmaßnahmen eine deutlich andere Qualität, als solche Maßnahmen aus eigenem Antrieb umzusetzen - finden Sie nicht auch?
"Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung."
Das ist wahr. Allerdings ist es nicht die Aufgabe, eines Unternehmens, Politik zu machen. Ein Unternehmen, als zunächsteinmal völlig körperlose Entität, ist dem Profit verpflichtet - sonst nichts.
Wirtschaftsethiker werden mir da jetzt widersprechen, doch ist dieses Fach ein Widerspruch in sich (Wirtschaft>Profit
""Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung."
Das ist wahr. Allerdings ist es nicht die Aufgabe, eines Unternehmens, Politik zu machen. Ein Unternehmen, als zunächsteinmal völlig körperlose Entität, ist dem Profit verpflichtet - sonst nichts.
Wirtschaftsethiker werden mir da jetzt widersprechen, doch ist dieses Fach ein Widerspruch in sich (Wirtschaft>Profit"
Das ist eben das was falsch läuft (und zwar nicht nur im Internet) das man gerade bei Grossunternehmen ihren Einfluss auf die Politik, die Gesellschaft usw. ignoriert und zulässt das sie sich nur dem Profit verpflichten.
Unternehmen machen auch Politik um den Profit zu erhöhen.
Auch Facebook, Google und Co. müssen ebenso wie andere Unternehmen endlich dazu angehalten werden klar darzulegen was mit den Daten der Nutzer geschieht wohin die gehen wer alles Zugriff hat und die Möglichkeit zu bieten das zu unterbinden....
Unternehmen muss man wenn sies schon von alleine nicht tun eben zur Ethik zwingen.
Eine bestimmte Interpunktion sorgt anscheinend dafür, daß Kommentare an dieser Stelle abgebrochen werden. Hier der Rest meines Kommentars
#4.
...
Wirtschaft-Profit-Ethik) und so hat sich in der Vergangenheit so ziemlich alles aus dieser Ecke als kraft- und saftloses Feigenblatt neo-liberaler Think-Tanks erwiesen.
Politik machen sollten nicht die Unternehmen (nicht demokratisch legitimierte Machtkonzentrationen), sondern die Personen. Aber solange Deutschland die UN-Konvention gegen Korruption nicht ratifiziert, und hierzulande auch "Parteispenden" von Unternehmen statt ausschließlich von natürlichen Personen zugelassen sind, sollten wir doch besser erstmal vor der eigenen Tür kehren, statt uns um US-amerikanische Internet-Unternehmen den Kopf zu zerbrechen?
... und diese müssten auch von Gewinnorientierten Unternehmen beachtet werden. Und weshalb Sie da ausgerechnet Apple und FaceBook so verharmlosend darstellen kann wohl nur daran liegen, dass sie Mitglied dieser Communities sind.
Meines Erachtens ist es Gefährlich ein Unternehmen als körperlose Entität von der Verantwortung gegenüber der Menschheit zu entheben. Schließlich wird ein Unternehmen nicht von einer unergründbaren Kraft geleitet sondern auch von einem oder mehreren Menschen, und eben dieser/diese steht/stehen in der Verantwortung. Natürlich sind sie dem Profit verpflichtet aber diesen sollen sie bitteschön mit rechten und auch mit moralisch vertretbaren Mitteln ereichen.
""Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung."
Das ist wahr. Allerdings ist es nicht die Aufgabe, eines Unternehmens, Politik zu machen. Ein Unternehmen, als zunächsteinmal völlig körperlose Entität, ist dem Profit verpflichtet - sonst nichts.
Wirtschaftsethiker werden mir da jetzt widersprechen, doch ist dieses Fach ein Widerspruch in sich (Wirtschaft>Profit"
Das ist eben das was falsch läuft (und zwar nicht nur im Internet) das man gerade bei Grossunternehmen ihren Einfluss auf die Politik, die Gesellschaft usw. ignoriert und zulässt das sie sich nur dem Profit verpflichten.
Unternehmen machen auch Politik um den Profit zu erhöhen.
Auch Facebook, Google und Co. müssen ebenso wie andere Unternehmen endlich dazu angehalten werden klar darzulegen was mit den Daten der Nutzer geschieht wohin die gehen wer alles Zugriff hat und die Möglichkeit zu bieten das zu unterbinden....
Unternehmen muss man wenn sies schon von alleine nicht tun eben zur Ethik zwingen.
Eine bestimmte Interpunktion sorgt anscheinend dafür, daß Kommentare an dieser Stelle abgebrochen werden. Hier der Rest meines Kommentars
#4.
...
Wirtschaft-Profit-Ethik) und so hat sich in der Vergangenheit so ziemlich alles aus dieser Ecke als kraft- und saftloses Feigenblatt neo-liberaler Think-Tanks erwiesen.
Politik machen sollten nicht die Unternehmen (nicht demokratisch legitimierte Machtkonzentrationen), sondern die Personen. Aber solange Deutschland die UN-Konvention gegen Korruption nicht ratifiziert, und hierzulande auch "Parteispenden" von Unternehmen statt ausschließlich von natürlichen Personen zugelassen sind, sollten wir doch besser erstmal vor der eigenen Tür kehren, statt uns um US-amerikanische Internet-Unternehmen den Kopf zu zerbrechen?
... und diese müssten auch von Gewinnorientierten Unternehmen beachtet werden. Und weshalb Sie da ausgerechnet Apple und FaceBook so verharmlosend darstellen kann wohl nur daran liegen, dass sie Mitglied dieser Communities sind.
Meines Erachtens ist es Gefährlich ein Unternehmen als körperlose Entität von der Verantwortung gegenüber der Menschheit zu entheben. Schließlich wird ein Unternehmen nicht von einer unergründbaren Kraft geleitet sondern auch von einem oder mehreren Menschen, und eben dieser/diese steht/stehen in der Verantwortung. Natürlich sind sie dem Profit verpflichtet aber diesen sollen sie bitteschön mit rechten und auch mit moralisch vertretbaren Mitteln ereichen.
Sehr gut geschriebener Artikel, mir fehlt allerdings die Verbindung zu staatlichen Initiativen, die ähnliche "Angriffe" gegen die Freiheit des Internets unternehmen - Stichwort VDS, ACTA, SOPA.
Außerdem müssen afaik US Unternehmen mittlerweile nach dem Patriot Act jederzeit US Geheimdiensten Zugriff auf ihre Daten gewähren. Verbindet man also die Datensammelwut privater Unternehmen mit staatlichen Interessen, so werde ich zumindest an 1984 erinnert...
Wie sehen die Autoren das?
MfG
Ich kann mich nur wundern, dass man sich jetzt darüber wundert das diese Internet Medien jetzt öffentlich das tun, was sie eigentlich schon immer getan haben und was auch von Anfang an klar war...die absolute Medienmacht über die User auszuüben. Oder hat jemand ernst geglaubt, das "die" das aus Menschenfreundlichkeit oder gar uneigennützig tun ? Warum ist den zum Beispiel die Firma facebook eine der teuersten Firmen der Welt obwohl sie "lediglich" kostenlose Dienste anbieten ? Macht sich denn da niemand Gedanken drüber ? Wie naiv kann man sein ?
Aber es gibt Alternativen zu den "großen Vier" man braucht nicht jeden Mist von Apple zu kaufen, man kann andere Suchmaschinen nutzen und man muss nichts bei Amazon kaufen, um zu überlden und es ist absolut nicht nötig jede Intimität in facebook zu veröffentlichen.
Also boykottiert diese Medien und Dienstleister und sie werden wieder zum dem, was sie sein sollen: Internetdienstleister !
Das Problem ist nur, dass die Breite Masse zu hirntot ist, zu bequem, eines kritischen Gedanken nicht fähig. Und leider sind sie die Mehrheit, also wird ihr Verhalten bestimmen, was passiert. Es hilft nichts, dass ein paar 'ich bin ja so klug, ich weiß, was ich tue, und wenn die anderen zu blöd sind, dann sind sie selber schuld' Internetnutzer (nicht an Sie gerichtet) nicht bei Amazon einkaufen, nicht das Default-Suchfenster auf ihrem iPad benutzen und bei Facebuch keine Intimitäten verbreiten.
Das Problem ist nur, dass die Breite Masse zu hirntot ist, zu bequem, eines kritischen Gedanken nicht fähig. Und leider sind sie die Mehrheit, also wird ihr Verhalten bestimmen, was passiert. Es hilft nichts, dass ein paar 'ich bin ja so klug, ich weiß, was ich tue, und wenn die anderen zu blöd sind, dann sind sie selber schuld' Internetnutzer (nicht an Sie gerichtet) nicht bei Amazon einkaufen, nicht das Default-Suchfenster auf ihrem iPad benutzen und bei Facebuch keine Intimitäten verbreiten.
über seine Sicherheitsbehörden im Prinzip weltweit auf alles zugreifen kann. Das bedeutet, dass wir dann alle von einem fredem Staat überwacht werden können. Toll, nicht?
""Aus Größe erwächst Macht und daraus Verantwortung."
Das ist wahr. Allerdings ist es nicht die Aufgabe, eines Unternehmens, Politik zu machen. Ein Unternehmen, als zunächsteinmal völlig körperlose Entität, ist dem Profit verpflichtet - sonst nichts.
Wirtschaftsethiker werden mir da jetzt widersprechen, doch ist dieses Fach ein Widerspruch in sich (Wirtschaft>Profit"
Das ist eben das was falsch läuft (und zwar nicht nur im Internet) das man gerade bei Grossunternehmen ihren Einfluss auf die Politik, die Gesellschaft usw. ignoriert und zulässt das sie sich nur dem Profit verpflichten.
Unternehmen machen auch Politik um den Profit zu erhöhen.
Auch Facebook, Google und Co. müssen ebenso wie andere Unternehmen endlich dazu angehalten werden klar darzulegen was mit den Daten der Nutzer geschieht wohin die gehen wer alles Zugriff hat und die Möglichkeit zu bieten das zu unterbinden....
Unternehmen muss man wenn sies schon von alleine nicht tun eben zur Ethik zwingen.
"Unternehmen muss man wenn sies schon von alleine nicht tun eben zur Ethik zwingen."
Ich stimme Ihnen zu, aber wo fängt man das an? Wer bestimmt die Ethik? Top-Down, also von oben oktruiert, kann sowas auch derbe schiefgehen.
Erst müssen sich die Staaten selbst zu ethischem Handeln bekennen, bevor sie, als Vertreter der Interessen der Bürger, Gesellschaft und des Gemeinwohls, ihr Handlungsprimat gegenüber der Wirtschaft ausüben, und einen Ordnungsrahmen setzen, der ethisches Wirtschaften begünstigt und unethisches, unnachhaltiges Wirtschaften bestraft.
Damit die Staaten dies tun, müssen die Bürger, die den Staat formen, dies tun und entsprechend wählen, die Kunden ihren Einfluß ausüben, indem sie entsprechend handeln und konsumieren.
Nach diesem kurzen naiv-philosophischen Ausflug ein Blick auf den status quo: irgendwie läuft doch alles verkehrt. Die Politik hat kein Handlungsprimat gegenüber der Wirtschaft, die Masser der Bürger ist abhängig und
Ich sage das schon seit vielen Jahren (also seit ich mich mit gesellschaftlichem Diskurs beschäftige): Ethik gehört eigentlich verpflichtend in den Grundschulunterricht, spätestens aber in die Sekundarstufe 1 - und nicht, wie heute praktiziert, als unvollständige light-Variante an Gymnasien als "Gesellschafts+Sozialkunde".
An der Wurzel muss man das Übel packen, damit die Folgegenerationen es vielleicht besser machen. Mächtige (IT-)Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, ist m.E. das berühmte Aufzäumen eines Gauls von hinten.
Größe ist ein Punkt, der die Debatte wirklich verändert. Zumindest in Teilmärkten haben die genannten Unternehmen eine Stellung inne, die einem Monopol sehr nahe kommt. Soll heißen: es gibt wenige bis keine ernstzunehmenden und breit bekannten Alternative. Welche Sozialen Netzwerke spielen beispielsweise eine ähnliche Rolle wie Facebook?
Größe führt zu Macht und Macht braucht ein Gegengewicht. Deswegen wurden und werden zB natürliche Monopole wie bei den Versorgern reguliert, weil Post, Telekom, Gasversorger usw ihre Kunden ganz schnell noch stärker ausnehmen würden, wenn keiner eingreift. Und wenn es um Meinungen und Informationen geht, ist die „Ware“ um die es geht, sogar besonders sensibel.
Nationale Regulatoren stoßen natürlich bei global agierenden und sich dermaßen schnell ändernden Unternehmen wie denen der Internetwirtschaft schnell an ihre Grenzen. Bleibt also nur der Wettbewerb - wenn es ihn denn gibt.
Wirtschaft und Ethik schließen sich auch nicht aus oder wären in sich widersprüchlich. Beides ist von Menschen gemacht, gesteuert, erst durch den Menschen in der Form vorhanden. Wenn jemand sagt, Wirtschaft würde Ethik ausschließen, schließt er die Wirtschaft aus der Gesellschaft an sich aus. Das wäre ein Widerspruch - denn ohne Gesellschaft keine Wirtschaft.
Natürlich müssen Unternehmen ethisch betrachtet werden und die im Unternehmen vorhandenen Widersprüche und jene, die zu ehtischen Grundsätzen der Gesellschaft stehten, geäußert und geändert werden.
Facebook will Klarnamen - da wird gesagt, natürlich ist ihr Geschäftsprinzip und unternehmenseigen. Das Facebook eigentlich nur User ab 13 Jahren aufnimmt, hier aber Null,Null Kontrolle stattfindet, wieviele unter 13jährige bei Facebook angemeldet sind - widerspricht nicht nur ethischen Prinzipen, sondern auch den AGB's des Unternehmens.
der freiwilligen Verpflichtung, etwas zu tun oder nicht zu tun, voran... Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die Unternehmen zur Ethik zwingen wird ist verschwindend klein und wird täglich kleiner.
"Unternehmen muss man wenn sies schon von alleine nicht tun eben zur Ethik zwingen."
Ich stimme Ihnen zu, aber wo fängt man das an? Wer bestimmt die Ethik? Top-Down, also von oben oktruiert, kann sowas auch derbe schiefgehen.
Erst müssen sich die Staaten selbst zu ethischem Handeln bekennen, bevor sie, als Vertreter der Interessen der Bürger, Gesellschaft und des Gemeinwohls, ihr Handlungsprimat gegenüber der Wirtschaft ausüben, und einen Ordnungsrahmen setzen, der ethisches Wirtschaften begünstigt und unethisches, unnachhaltiges Wirtschaften bestraft.
Damit die Staaten dies tun, müssen die Bürger, die den Staat formen, dies tun und entsprechend wählen, die Kunden ihren Einfluß ausüben, indem sie entsprechend handeln und konsumieren.
Nach diesem kurzen naiv-philosophischen Ausflug ein Blick auf den status quo: irgendwie läuft doch alles verkehrt. Die Politik hat kein Handlungsprimat gegenüber der Wirtschaft, die Masser der Bürger ist abhängig und
Ich sage das schon seit vielen Jahren (also seit ich mich mit gesellschaftlichem Diskurs beschäftige): Ethik gehört eigentlich verpflichtend in den Grundschulunterricht, spätestens aber in die Sekundarstufe 1 - und nicht, wie heute praktiziert, als unvollständige light-Variante an Gymnasien als "Gesellschafts+Sozialkunde".
An der Wurzel muss man das Übel packen, damit die Folgegenerationen es vielleicht besser machen. Mächtige (IT-)Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, ist m.E. das berühmte Aufzäumen eines Gauls von hinten.
Größe ist ein Punkt, der die Debatte wirklich verändert. Zumindest in Teilmärkten haben die genannten Unternehmen eine Stellung inne, die einem Monopol sehr nahe kommt. Soll heißen: es gibt wenige bis keine ernstzunehmenden und breit bekannten Alternative. Welche Sozialen Netzwerke spielen beispielsweise eine ähnliche Rolle wie Facebook?
Größe führt zu Macht und Macht braucht ein Gegengewicht. Deswegen wurden und werden zB natürliche Monopole wie bei den Versorgern reguliert, weil Post, Telekom, Gasversorger usw ihre Kunden ganz schnell noch stärker ausnehmen würden, wenn keiner eingreift. Und wenn es um Meinungen und Informationen geht, ist die „Ware“ um die es geht, sogar besonders sensibel.
Nationale Regulatoren stoßen natürlich bei global agierenden und sich dermaßen schnell ändernden Unternehmen wie denen der Internetwirtschaft schnell an ihre Grenzen. Bleibt also nur der Wettbewerb - wenn es ihn denn gibt.
Wirtschaft und Ethik schließen sich auch nicht aus oder wären in sich widersprüchlich. Beides ist von Menschen gemacht, gesteuert, erst durch den Menschen in der Form vorhanden. Wenn jemand sagt, Wirtschaft würde Ethik ausschließen, schließt er die Wirtschaft aus der Gesellschaft an sich aus. Das wäre ein Widerspruch - denn ohne Gesellschaft keine Wirtschaft.
Natürlich müssen Unternehmen ethisch betrachtet werden und die im Unternehmen vorhandenen Widersprüche und jene, die zu ehtischen Grundsätzen der Gesellschaft stehten, geäußert und geändert werden.
Facebook will Klarnamen - da wird gesagt, natürlich ist ihr Geschäftsprinzip und unternehmenseigen. Das Facebook eigentlich nur User ab 13 Jahren aufnimmt, hier aber Null,Null Kontrolle stattfindet, wieviele unter 13jährige bei Facebook angemeldet sind - widerspricht nicht nur ethischen Prinzipen, sondern auch den AGB's des Unternehmens.
der freiwilligen Verpflichtung, etwas zu tun oder nicht zu tun, voran... Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand die Unternehmen zur Ethik zwingen wird ist verschwindend klein und wird täglich kleiner.
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