"Wundert euch nicht, wenn es bald keine Nashörner mehr gibt"
Die Regierung Südafrikas steht unter Druck. Doch es ist unwahrscheinlich, dass sie bei der nächsten Artenschutz-Konferenz im März 2013 in Bangkok eine Legalisierung des Handels mit Nashornhörnern durchsetzen kann. Die Umweltexperten in ihren Reihen sind sich selber nicht einig, und der Widerstand der kompromisslosen Naturschutz-Lobby ist enorm. Manche Aktionsgruppen rufen schon zum Boykott südafrikanischer Produkte auf, falls die Regierung die Genehmigung erteilt. In Bangkok könnte die Legalisierung außerdem nur mit einer Zweidrittelmehrheit verabschiedet werden.
Die Verluste Nummer 170 und 171 werden registriert: eine Nashornmutter und ihr Kalb, in der Provinz Limpopo, in der auch Teile des Krüger-Nationalparks liegen.
Endlose, von Flüssen durchzogene Savanne, Hügelketten, Felsinseln, dichter Busch, dann wieder weites Grasland, dazwischen zahllose Wasserstellen, beschattet von Schirmakazien – so präsentiert sich der weltberühmte Park, Lebensraum von Impala-Herden, Gnus, Zebras, Giraffen, Elefanten, Löwen. 21.000 Quadratkilometer groß, die Fläche von Slowenien – ein Paradies für wilde Tiere und zugleich das größte Schlachtfeld im Krieg gegen die Syndikate. Wegen des Tempolimits von 40 Stundenkilometern muss man zwei Tage Fahrtzeit für die 400 Kilometer vom Fluss Limpopo im Norden bis hinunter zum Krokodilfluss einkalkulieren. Man ahnt, wie schwer es ist, dieses riesige Territorium zu überwachen.
In der Arrestzelle der Polizeistation: Ein Wildhüter des Nationalparks
Allein im vorigen Jahr wurden hier 252 Nashörner geschossen oder betäubt und anschließend verstümmelt. Die Anti-Wilderei-Einheiten haben 21 Wilddiebe getötet und 78 festgenommen. Allmonatlich berichtet der Herald, die Zeitung des Parks, über die »Abschussziffern« – als handele es sich um Freiwild. Das Leben eines Wilderers zählt nicht viel, der Buschkrieg wird brutaler. Das hält die Täter jedoch nicht ab, sie werden immer mehr und kommen immer öfter. Das südafrikanische Verteidigungsministerium hat im November 2011 Armeeeinheiten an den Sand River bei Skukuza und an die Grenze zu Mosambik verlegen lassen. Es plant den Einsatz von unbemannten Drohnen, wie sie die Amerikaner in Afghanistan verwenden. Die »Operation Rhino« läuft.
Skukuza ist das Hauptcamp im Krüger-Nationalpark. Es gibt Supermärkte, Restaurants, ein Postamt, eine Bank, ein Internetcafé, eine Tankstelle. Jenseits der Touristenzone liegen die Verwaltung, das Logistikzentrum, der Fuhrpark, eine Schule und ein kleines Fußballstadion. Mittendrin die Polizeistation, Arrestzellen, eine Außenstelle des Magistratsgerichts. Momentan sitzen vier Männer hinter Gittern, Beschäftigte des Nationalparks: ein Field Ranger, ein Verkehrspolizist, zwei Arbeiter. Sie werden beschuldigt, in der Nähe von Pretoriuskop zwei Nashornbullen geschossen zu haben. Bei der Festnahme waren ihre Uniformen blutverklebt. Die verwendeten Patronen hatten das gleiche Kaliber wie die Geschosshülsen, die seit Januar an weiteren Tatorten in der Umgebung gefunden wurden.
Am Schwarzen Brett vor der Lohnstelle hängt ein Foto der Männer. Sie halten ihre Hände schützend vors Gesicht, einer stülpt sein T-Shirt über den Kopf. Vier Kollegen, jeder hier kennt sie. Eine Erlaubnis, mit den Untersuchungshäftlingen zu sprechen, wird verwehrt. »Schwebendes Verfahren«, blockt ein Justizbeamter ab.
Zurzeit laufen mehrere Ermittlungen gegen ehemalige Mitarbeiter, zum Beispiel gegen den suspendierten Leiter der veterinärmedizinischen Abteilung, der mit Betäubungsgiften gehandelt haben soll. Auch auf der höchsten Verwaltungsebene geraten immer wieder Angestellte unter Betrugsverdacht, der Krüger-Park wird seit Jahren schlecht geführt, Millionenbeträge sind verschwunden. Ein anonymer Whistleblower, der im Sicherheitsdienst gearbeitet hat und gefeuert wurde, steckte der Wochenzeitung Mail & Guardian, die korrupten Verwalter würden dieses »nationale Erbe« regelrecht »leer melken«. Das Umweltministerium weist alle Vorwürfe entschieden zurück.
Derweil sind die Nashörner im Park ungeschützt, weil 365 der 400 Ranger und Touristenführer in einen wilden Streik getreten sind. Die Direktion hat sie ausgesperrt. Sie kampieren vor dem Haupttor des Reservats. Die Männer tragen ihre grünen Dienstuniformen. »Wir fordern faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen«, steht auf einem Transparent aus Betttuch. »Das Motto unserer Nationalparks heißt Kustos Naturae, Hüter der Natur. Das ist der Auftrag, den wir jeden Tag erfüllen, aber wir werden miserabel bezahlt«, klagt ein Sprecher. Er will seinen Namen nicht nennen, aus Angst, seinen Job zu verlieren. Ein Wildhüter auf der niedrigsten Lohnstufe erhält 2.200 Rand netto. 220 Euro – im Monat. Für die Einsätze gegen Wilderer gibt es eine Zulage von umgerechnet 20 Euro monatlich. Und jede Nacht, die ein Ranger im Busch verbringt, wird ihm mit 2,50 Euro vergolten. »Dafür riskieren wir unser Leben! Wir sollen Banden aus Mosambik ausschalten, die uns mit AK-47-Schnellfeuergewehren angreifen!«
Ein Geländewagen mit Safarigästen fährt hupend vorbei, eine Solidaritätsbekundung für die Streikenden. »Diese Leute sind reich und bringen Millionen in den Park. Aber die korrupte Administration frisst das Geld auf, und wir erhalten nur Peanuts«, wettert der Sprecher. Sein Nebenmann macht sich lustig über die Soldaten, die den Job der Ranger übernehmen sollen: »Die kennen sich überhaupt nicht aus und haben Angst vor wilden Tieren.« Der Park mit den größten Nashornbeständen der Welt – ohne Wildhüter. »Wundert euch nicht, wenn es bald keine Nashörner mehr gibt.«
In dem Moment kommt eine SMS von Alwyn Wentzel aus Thanda. Im Mduna Royal Reserve, dem Wildpark nebenan, der dem Zulu-König gehört, hat man ein sterbendes Nashorn gefunden, das letzte Nacht verstümmelt wurde. Das 182. im laufenden Jahr. Anfang August wird die 300-Marke überschritten.









Wahrscheinlich hat das Pulver eben doch Wirkung. Die Chinesen sind keine Idioten, sie hätten längst davon gelassen, wenn sie nichts merken würden. Vielleicht ist es auch nur der Glaube. Darum lassen sie sich das auch nicht ausreden. Und das ist das Schlimme!
Vielleicht sollte man die Märkte mit gemahlenem Kuhhorn überschwemmen und es als Nashornpulver ausgeben. Und mit dem Erlös könnte man die noch lebenden Tiere lückenlos bewachen.
obwohl sich die Wirkung im placebo-Bereich bewegen sollte, zumindest legt es gerade die breite Palette an vermeintlichen Wunderwirkungen nahe...
da sind die Händler schon selber draufgekommen
http://www.spiegel.de/wis...
"Sollten Ammanns Forschungen halbwegs repräsentativ sein, dann wäre das nicht unbedingt eine gute Nachricht. "Wenn so viel falsches Material auf dem Mark ist", so Harper, "würde das bedeuten, dass die Nachfrage nach Nashorn in Asien noch sehr viel höher ist als bisher angenommen.""
vermeintlichen Wirkung wegen, oder aus anderen Gründen, eine Tierart ausrotten. Ob Tiger und Nashorn verbrauchende Chinesen oder walfangende Japaner oder Norweger ist dabei egal.
...aber der Placeboeffekt spielt durchaus eine Rolle. Kann man schon mal daran erkennen, dass es über 100 verschiedene Traditionen gibt, wo denn genau die "richtigen" Akkupunkturpunkte liegen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die als diskriminierend verstanden werden. Danke, die Redaktion/jz
Nun, die Chinesen sind nicht idiotischer als alle anderen auch. Es wäre für die Nashörner jedoch bedeutend besser, wenn sich die Chinesen mehr der Homöopathie zuwenden würden.
Vielleicht könnte man erreichen, beide Ansätze zu kombinieren. Dann würde wenigstens ein Nashornhorn für alle Ewigkeit reichen.
obwohl sich die Wirkung im placebo-Bereich bewegen sollte, zumindest legt es gerade die breite Palette an vermeintlichen Wunderwirkungen nahe...
da sind die Händler schon selber draufgekommen
http://www.spiegel.de/wis...
"Sollten Ammanns Forschungen halbwegs repräsentativ sein, dann wäre das nicht unbedingt eine gute Nachricht. "Wenn so viel falsches Material auf dem Mark ist", so Harper, "würde das bedeuten, dass die Nachfrage nach Nashorn in Asien noch sehr viel höher ist als bisher angenommen.""
vermeintlichen Wirkung wegen, oder aus anderen Gründen, eine Tierart ausrotten. Ob Tiger und Nashorn verbrauchende Chinesen oder walfangende Japaner oder Norweger ist dabei egal.
...aber der Placeboeffekt spielt durchaus eine Rolle. Kann man schon mal daran erkennen, dass es über 100 verschiedene Traditionen gibt, wo denn genau die "richtigen" Akkupunkturpunkte liegen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die als diskriminierend verstanden werden. Danke, die Redaktion/jz
Nun, die Chinesen sind nicht idiotischer als alle anderen auch. Es wäre für die Nashörner jedoch bedeutend besser, wenn sich die Chinesen mehr der Homöopathie zuwenden würden.
Vielleicht könnte man erreichen, beide Ansätze zu kombinieren. Dann würde wenigstens ein Nashornhorn für alle Ewigkeit reichen.
obwohl sich die Wirkung im placebo-Bereich bewegen sollte, zumindest legt es gerade die breite Palette an vermeintlichen Wunderwirkungen nahe...
Ich wünsche Ihr Artikel wird von vielen gelesen und verstanden. Bin ja so froh das (wegen "Pussi-Dings" Zutextung) es ihn gibt.
Mag sein, dass es irgendwo in den fünf Seiten steht, wenn nicht, hier noch ein Hinweis, der meistens fehlt: Man kann in Südafrika ganz legal Nashörner auf Jagdfarmen schießen, zerlegen und das Horn mit Einwilligung der südafrikanischen Zollbehörde außer Landes bringen. Und das ist in der Regel das einzige Problem, das die meisten Farmer da unten haben: Dass ihnen jemand das Tier vor der Nase wegschießt, ohne dass sie vorher dafür kassiert haben. Und so lange da unten jeder, der auch nur im Entferntesten etwas zu sagen hat (dazu gehört u.U. auch schon der Parkplatzwächter, denn auch der muss wegschauen) für 10 Rand die Augen zumacht, wird sich daran auch nichts ändern. Ein Ranger verdient in Südafrika umgerechnet etwa 70 EUR, 80 EUR wenn er bewaffnet ist, und 90 EUR, wenn die Waffe auch geladen ist. Das iphone, das er am Hals baumeln hat, kostet 800 EUR.
Entfernt. Menschenverachtende Kommentare werden auf Zeit Online nicht geduldet. Die Redaktion/mak
da sind die Händler schon selber draufgekommen
http://www.spiegel.de/wis...
"Sollten Ammanns Forschungen halbwegs repräsentativ sein, dann wäre das nicht unbedingt eine gute Nachricht. "Wenn so viel falsches Material auf dem Mark ist", so Harper, "würde das bedeuten, dass die Nachfrage nach Nashorn in Asien noch sehr viel höher ist als bisher angenommen.""
Die Chinesen sind keine Idioten sollte man glauben: aber kleine Leute im Glauben an Religionen und Hokus - Pokus zu lassen war immer bequem für die Regierenden.
in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist ja gerade kein Hokuspokus, sondern fundiertes Erfahrungswissen. Darum ist es so haltbar. Ich habe schon viel Gutes dadurch erfahren. Aber es ist nicht akzeptabel, Produkte von hierfür getöteten Tieren zu nutzen, wie auch die aus quälerischer Haltung gewonnene Bärengalle. Es gibt eine Unzahl pflanzlicher und mineralischer Stoffe in der chinesischen Apotheke. Man kann nur auf die Vernunft der Menschen hoffen. Und es immer wieder sagen.
in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist ja gerade kein Hokuspokus, sondern fundiertes Erfahrungswissen. Darum ist es so haltbar. Ich habe schon viel Gutes dadurch erfahren. Aber es ist nicht akzeptabel, Produkte von hierfür getöteten Tieren zu nutzen, wie auch die aus quälerischer Haltung gewonnene Bärengalle. Es gibt eine Unzahl pflanzlicher und mineralischer Stoffe in der chinesischen Apotheke. Man kann nur auf die Vernunft der Menschen hoffen. Und es immer wieder sagen.
Wann kommen die Bewohner Asiens endlich drauf, dass die Zehennägel ihrer Lieblingsspeisehühner die gleiche Wirkung haben.
Blogger der Welt schreit diese wunderbare Nachricht in alle Welt hinaus und rettet meine Nashörner - bitte!
Ja! Und die Suppe daraus schmeckt auch noch vorzüglich! Bald werden die Füße das teuerste an diesem Geflügel sein. Und nutzt noch dazu bei Erkältung.
Also erklär doch mal einer diesen Asiaten, dass man von Nashorn-Nasenhorn die Pest an den Hals kriegt und impotent wird.
Ja! Und die Suppe daraus schmeckt auch noch vorzüglich! Bald werden die Füße das teuerste an diesem Geflügel sein. Und nutzt noch dazu bei Erkältung.
Also erklär doch mal einer diesen Asiaten, dass man von Nashorn-Nasenhorn die Pest an den Hals kriegt und impotent wird.
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