Beerdigung: Ruhe billig!
Selbst bestatten – so preiswert wie illegal
Als Anne Burger an der Tür klingelt, hat sie die tote Tante in einer Tüte dabei. »Ich habe alles mitgebracht, bis auf den Spaten«, sagt sie, als ihre Schwester öffnet. Die Schwester nickt. »Wir machen das am besten in der Garage.« Anne Burger und ihre Schwester Ursula Schwarz werden gleich die tote Tante verschwinden lassen. Vor einem Monat starb sie, 94-jährig, ledig, kinderlos; sie schlief nachts ein und wachte am Morgen nicht mehr auf. In den letzten Jahren, als die Kraft nachließ und die Vergesslichkeit zunahm, hatten sich ihre Nichten um sie gekümmert. Und sie kümmern sich auch jetzt um sie.
Als die Tante verschied, tauchte die Frage auf, wer die Beerdigung bezahlen soll. Das wenige Geld, das sie früher besaß, war weg, über viele Monate in kleinen Summen überwiesen an eine dubiose Gewinnspielfirma, in der Hoffnung auf den großen Gewinn, der nie kam. Über viele Monate hatten die Nichten versucht, sie davon abzubringen. Doch die alte Frau beharrte darauf, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, sie trotzte. Und als es nun darum ging, wie die Tante beerdigt werden soll, trotzten die Nichten. Sie entschieden, die Tante heimlich selbst zu begraben, preisgünstig und jenseits der strengen Regeln des Bestattungsgesetzes. »Wir sind auf die Idee gekommen, weil Freunde von uns die Asche der Mutter unter dem Baum vergraben haben, unter dem sie ihren Mann zum ersten Mal geküsst hatte«, sagt Ursula Schwarz. »Das ist doch schön.«
Das ist aber in Deutschland verboten. Deshalb sind alle Namen in diesem Text geändert. Urnen müssen in einer offiziellen Zeremonie auf Friedhöfen bestattet werden, an allen anderen Orten braucht man eine Sondergenehmigung. In der Regel wird die nur für Seebestattungen erteilt, nicht für ein Plätzchen im eigenen Garten oder auf dem Kaminsims.
In den Nachbarländern sind die Gesetze lockerer. Ein Bestatter überführte die Tante in ein nahegelegenes holländisches Krematorium. Hier können Angehörige die Urnen abholen, was in Deutschland nicht möglich ist – sie müssen nur unterschreiben, dass sie vorschriftsgemäß damit umgehen werden.
Anne Burger unterschrieb. Alles, was sie dann tat, entspricht nicht den Vorschriften. Sie packte die tote Tante in eine Tüte und stellte sie hinter den Beifahrersitz ihres VW Golfs. »Ich hab zur Tante gesagt: Jetzt musst du leider hinten sitzen, es geht nicht anders. Das wollte sie sonst nämlich nie.« Dann fuhr sie los, die Tante über die Grenze zurück nach Deutschland schmuggeln. »Ich war vorher extra noch beim Blumenmarkt und habe den Kofferraum voll mit Pflanzen gepackt – falls mich einer anhält und fragt, was ich in Holland gemacht habe.« Die Polizei kontrolliert häufig im deutsch-holländischen Grenzgebiet. Prompt landete Anne Burger in einer Kontrolle, wurde aber durchgewinkt. »Ich seh ja seriös aus«, sagt sie mit rheinischer Melodie.
Seriös sehen die beiden Nichten tatsächlich aus, um die sechzig, Akademikerinnen, verheiratet, die Kinder sind aus dem Haus, in der Freizeit wird Golf oder Tennis gespielt oder mit den Männern zum Skifahren oder Tauchen gereist. Geld für eine gesetzeskonforme Beerdigung wäre eigentlich da. Aber da ist eben dieser Trotz, weil die Tante zu Lebzeiten nicht auf sie hören wollte und ihr Erspartes verspielte. Und da ist eine gewisse Freude am zivilen Ungehorsam. »Es ist schon etwas jeck«, sagt Ursula Schwarz, »aber wir machen uns doch alle jeden Tag mit irgendetwas ein bisschen strafbar.«
Auf dem Küchentisch holen die Nichten die Urne aus der Tüte mit dem Aufdruck eines Golfartikelladens. Eine Woche lang hatte sie in Anne Burgers Garderobenschrank gelagert: »Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass die Putzfrau da zufällig reinschaut.« Mit einem Schraubenzieher hebeln sie den Deckel des schwarzen Metallgefäßes auf, auf den Name, Geburts- und Todestag der Tante graviert sind. Mit dem Schraubenzieher rührt Burger in der Asche. Darin liegt der feuerfeste Schamottstein mit einer Nummer. »Der muss raus«, sagt sie und greift hinein. Nicht dass doch jemand die illegale Bestattung entdeckt und zuordnen kann. »Und jetzt gehen wir in die Garage und füllen das um«, erklärt Anne Burger und greift nach der Golftüte. »Die ist doch aus Plastik, die verrottet nicht«, protestiert ihre Schwester, »ich hab noch Papiertüten für Biomüll.«





Die beiden haben sich mehr Arbeit gemacht und dazu noch gespart. Warum sollte sowas nicht erlaubt sein? Gesetzt hin oder her, die Politiker und Wirtschaft sehen das mit den Gesetzten doch noch weniger streng.
Ich finde es könnte sogar noch weiter gehen, ein Recht indem ich mich von jeder Verpflichtung meine Verwandten zu Beerdigen freispreche. Soll das doch der Staat machen und ich bin fein raus und zahle sogar 0 Euro!
An der Stelle mit der Biomüll-Tüte musste ich herzlich lachen. Zu geil. Ich hoffe meine Sippe ist auch so schlau und verzichtet auf den ganzen Quatsch wenn ich mal ins Gras beiße.
Mir persönlich würde auch die Bio-Tonne reichen... :-)
Mit der ordentlich "hergestellten" Asche eines Verstorbenen sollten die Angehörigen machen können, was sie wollen. Erstens ist es _ihre_ Sache. Zweitens keine Umweltverschmutzung/-gef ährdung.
Harald Artur Irmer
Es verdienen im Leben schon so manche Räuber an uns, da sollte man den Bestattern nicht auch nach em Tod noch das Geld in den Rachen schmeißen.
Schade, dass die Bestattungsbranche (mit wenigen Ausnahmen) immer schön im Schatten bleibt - kaum Konkurrenz. Hoffentlich finden einige den Mut, offensiv für günstige Alternativen zu werben, auch außerhalb Berlins, auf Webseiten, in Tageszeitungen, nicht mit "Pietät", sondern mit dem Preis.
Ich werd's genauso machen (lassen) wie die beiden Damen mit der Tante, wenn's nicht irgendwie noch billiger geht.
Wer will, kann sich weiterhin in Särgen verbrennen oder unter die Erde bringen lassen, die in der Tschechei für 50 gekauft und in Deutschland für 5000 verscherbelt werden (ist das auch Pietät?).
Die Geschichte macht mich etwas ratlos. Aber wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter...
Ich kann nur sagen als ich noch in France war, starb meine Mutter da im Krankenhaus. Nach zwei Tagen Kühlhaus wurde sie im preiswertesten Sarg zum Krematorium gefahren, das waren 64 km. Man erkärte beim Bestatter, das die den Sarg eh wieder mitnehmen und nicht verfeuern. Einmal-Gebrauschsgebühr, mir war zum Kotzen. Beim Krematorium sagte man mir die ist so um 15.00 Uhr dran es war 10 Uhr vormittags. In irgeneinem Schnellrestaurant ass ich was, egal was fast. Ich kam und man fragte mich welch Urnen Modell und ne Kupferkanne mit Kunstblumen.
Irgendwann beim Umzug war ich stinksauer fluchte über all das Zeug was von Ihr noch da war. Seid der Zeit hat die Urne ne Buele, ist aber immer auf dem Kamin oder Schrank egal wo......x mal umgezogen in Europa
[...] Vlt sollte die Autorin und der verantworliche Redakteur mal mit dem Begriff Würde aus einandersetzen.
Aber er zeigt den moralischen und auch gesellschaftlichen Verfall in D.
Wenn ihnen ihre Tante nichts wert ist, warum haben sie sich um sie gekümmert oder haben sie gehofft noch zu erben. Und das mit der Biotüte und dem Schraubenzieher zeigt, was für emotionale Einzeller die beiden Frauen sind.
Jeder Mensch hat das Anrecht auf ein ordentliches Begräbnis und es ist die Pflicht der Verwandten dafür zu sorgen und sei es auf der grünen Wiese.
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sh
"moralischen und auch gesellschaftlichen Verfall" sind Steuerhinterziehung und Ausländerhass.
Die sterblichen Überreste aka Biomasse auf eine bestimmte Art zu bestatten rührt von der Religion her und ist daher völlig lächerlich.
Warum soll sich jeder den religösen Zwängen hingeben? Heißt es nicht Religionsfreiheit, und nicht Religionszwang?
Zevel_Ofot:
"Aber er zeigt den moralischen und auch gesellschaftlichen Verfall in D.
Wenn ihnen ihre Tante nichts wert ist, warum haben sie sich um sie gekümmert oder haben sie gehofft noch zu erben. [...]
Jeder Mensch hat das Anrecht auf ein ordentliches Begräbnis und es ist die Pflicht der Verwandten dafür zu sorgen und sei es auf der grünen Wiese."
In der Tat hat jeder Mensch ein Recht auf eine ordentliche Bestattung. In vielen Fällen ist dies aber gerade wegen der deutschen Gesetzeslage unmöglich. Sogar die Mindesttiefe eine Urne auf einem Friedhof ist hier vorgeschrieben.
In den Niederlanden - wo seinerzeit auch mein Großvater bestattet wurde - haben die Hinterbliebenen das Recht mit der Asche ihres Verwandten alles anzustellen, was mit Asche eben legal ist. Das schließt die berühmte Lagerung auf dem Kaminsims ein, aber auch beispielsweise das Verstreuen der Asche im Garten unter dem Lieblingsbaum oder im Fluss in dem man früher immer gemeinsam geangelt hat.
Leider werden in Deutschland für teilweise menschenunwürdige Bestattungen immer noch Mondpreise verlangt, da es keine Alternative gibt. Dennoch widerspricht oftmals eine herkömmliche Bestattung dem Willen des Verstorbenen und der Angehörigen.
In Verkennung dieser Tatsache zeigen Sie aber einen gewissen moralischen Verfall, indem die einzig mögliche Erklärung für die Hadnlungen der Schwestern, welche Ihnen einfällt, ein mögliches Erbe ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Julian Fitz
dass man jemanden nicht auf solch leichtherzige Art bestatten kann, waeren wir wohl noch in den 60ern.Mindestens. Dann kaeme noch Ehre, Anstand.....au weia.
Nein, sie haben etwas nicht verstanden. Hier liegt kein Beispiel fuer moralischen und gesellschaftlichen Verfall vor. Ganz im Gegenteil, ich bin begeistert, dass Menschen so eigen sind und sich um Gesetze und vermeintliche "Wuerde" und "Pietaet" fuer so eine private Angelegenheit nicht scheren. Es ist toll, dass sich die Damen so entschieden haben. Es wird vermutlich im Sinne der Bestatteten gewesen sein.
Da man nach dem Tod ja weiterhin im Kreislauf des Lebens bleibt, ist es doch egal, ob man im Holzsarg verottet oder schon eingeaeschert untern Baum kommt. Ich finde die zweite Variante wesentlich charmanter, das hat doch Wuerde.
In meinem Fall haette ich es auch gerne so. Ich hoffe nur es wird auf die Tuete verzichtet! Asche um den Baum herum und mit der Giesskanne waessern. Das faende ich sehr schoen.
erst kuerzlich haben meine Eltern und Großeltern , da mein Opa dem tode schon recht nahe war, genauso um eine Beerdigung auf diese Weise gebeten, sie wollen keinen Sarg und schon gar nicht irgendwo in ein grab gesteckt werden, dann lieber bei ihren Kindern oder Enkeln auf dem Sims, oder an einem ihrer Lieblingsorte.
Wenn sie also von Wuerde und Verfall von Werten labern, wie sieht es denn da von den letzten Wuenschen verstorbener Menschen aus?
Dieses Bestattungsgesetz in Deutschland entbehrt sich mir jeder Logik , alles nur religioeser Mist mehr nicht.
Was hat ein teures Begräbnis, vielleicht noch mit einer riesigen 'Party' hinterher mit Würde zu tun? Wird eh meistens nur gemacht, weil man sich darum sorgt, was sonst die anderen sagen werden.
Der Artikel sagt nichts darüber, dass die Frauen auf ein Erbe hofften, sie haben die Tante nicht in den Müll gekippt, und die Idee, sie neben ihrer Schwester zu verbuddeln, ist doch eine sehr schöne.
Und was den 'moralischen und gesellschaftlichen Verfall' in Deutschland angeht - nun dann steht das Land immer noch besser da, als andere Länder, wo man mit der Asche machen darf, was man will. Mir scheint's, manchmal vernebelt einem die selbstgerechte Entrüstung die Sicht....
Sie hätten Recht, wenn gegen den Willen des/der Verstorbenen eine sog. "würdige Bestattung" trotz vorhandener Finanzen nicht stattfindet.
Aber es gibt genug Menschen, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben bzw. dieses nicht vom eigenen toten Körper abhängig machen. Die Kirchenlobby ist in diesem Punkt viel zu mächtig und die Bestatter freut's.
Was spricht denn dagegen, dass jeder nach seinem Wunsch beerdigt bzw. entsorgt wird?Dieses Wort habe ich mit Absicht gewählt, denn eine einfache, kostengünstige Entsorgung der sterblichen Überreste befreit die Nachkommen von finanziellen Sorgen. Wer sich darüber aufregt, beschneidet nur die Freiheit der Anderen und respektiert deren Willen nicht.
Es wäre zu schön, wenn - egal um welche Religion es sich handelt - diese aufhören würden, die andere Menschen in ihre Vorschriften zwingen zu wollen, wenn diese das nicht möchten.
... Asche hat keine Würde!
einige schöne sonnige Tage, bevor es dann herbstlich kühl wurde. In der Etage unter meiner Wohnung lebte damals ein älterer Migrant - ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch, nur leider sprach der nur wenig Deutsch.
Niemand weiß wann der betreffende seinem Schöpfer entgegen getreten ist. So nach ungefähr einer Woche drang dann ein Geruch ins Treppenhaus, der meine Nachbarin dazu veranlasste, den Hauseigentümer und die Polizei zu verständigen. Als letztere dann die Wohnung öffnen ließ, wurde der Verdacht dann traurige Gewissheit.
Nachdem dann die sterblichen Überreste abtransportiert wurden, nahm allerdings die Intensität des Geruchs dramatisch zu - es war schier unerträglich. Unsere Wohnbaugenossenschaft (der Hauseigentümer) konnte nichts machen, denn die betreffende Wohnung war zunächst einmal versiegelt. Hernach hieß es dann, die Angelegenheit müsse erst vom Nachlassgericht geregelt werden (...).
Nach gut 10 Wochen - kurz vor Weihnachten - kam dann eine Firma die die Wohnung leer geräumt und sämtliches Inventar entsorgt hat. Nachdem alles bis auf die nackten Wände leer war, verschwand dann auch der Geruch vollständig.
Mein Fazit dazu ist, es sind letztlich nur wir lebende, die ein Problem mit dem Tod haben. Was die beiden Frauen da gemacht haben, ist in meinen Augen absolut in Ordnung. Sie haben sich einen Ort geschaffen, wo sie in Würde ihrer Tante gedenken können.
Wenn ihnen ihre Tante nichts wert ist, warum haben sie sich um sie gekümmert [...]
Weil die nächsten Angehörigen gesetzlich dazu verpflichtet sind, sich um den Verbleich der Überreste eines Verstorbenen zu kümmern.
Ich denke, genau hierüber gibt der Artikel zu wenig Informationen: gab es vorab ein Gespräch mit der Tante über ihre Vorstellungen?
Häufig ist es ein Tabu über den bevorstehenden Tod zu sprechen, auch wenn dieser nunmal für jedermann unumgänglich ist.
Meines Erachtens ist es sinnvoll die eigenen Vorstellungen mit den nahen Verwandten frühzeitig zu teilen, solange noch Zeit ist das ganze sachlich zu diskutieren.
Oft werden Ansâtze hierfür jedoch leidermit "Nana, das ist ja wohl hoffentlich noch nicht so weit" abgetan.
"moralischen und auch gesellschaftlichen Verfall" sind Steuerhinterziehung und Ausländerhass.
Die sterblichen Überreste aka Biomasse auf eine bestimmte Art zu bestatten rührt von der Religion her und ist daher völlig lächerlich.
Warum soll sich jeder den religösen Zwängen hingeben? Heißt es nicht Religionsfreiheit, und nicht Religionszwang?
Zevel_Ofot:
"Aber er zeigt den moralischen und auch gesellschaftlichen Verfall in D.
Wenn ihnen ihre Tante nichts wert ist, warum haben sie sich um sie gekümmert oder haben sie gehofft noch zu erben. [...]
Jeder Mensch hat das Anrecht auf ein ordentliches Begräbnis und es ist die Pflicht der Verwandten dafür zu sorgen und sei es auf der grünen Wiese."
In der Tat hat jeder Mensch ein Recht auf eine ordentliche Bestattung. In vielen Fällen ist dies aber gerade wegen der deutschen Gesetzeslage unmöglich. Sogar die Mindesttiefe eine Urne auf einem Friedhof ist hier vorgeschrieben.
In den Niederlanden - wo seinerzeit auch mein Großvater bestattet wurde - haben die Hinterbliebenen das Recht mit der Asche ihres Verwandten alles anzustellen, was mit Asche eben legal ist. Das schließt die berühmte Lagerung auf dem Kaminsims ein, aber auch beispielsweise das Verstreuen der Asche im Garten unter dem Lieblingsbaum oder im Fluss in dem man früher immer gemeinsam geangelt hat.
Leider werden in Deutschland für teilweise menschenunwürdige Bestattungen immer noch Mondpreise verlangt, da es keine Alternative gibt. Dennoch widerspricht oftmals eine herkömmliche Bestattung dem Willen des Verstorbenen und der Angehörigen.
In Verkennung dieser Tatsache zeigen Sie aber einen gewissen moralischen Verfall, indem die einzig mögliche Erklärung für die Hadnlungen der Schwestern, welche Ihnen einfällt, ein mögliches Erbe ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Julian Fitz
dass man jemanden nicht auf solch leichtherzige Art bestatten kann, waeren wir wohl noch in den 60ern.Mindestens. Dann kaeme noch Ehre, Anstand.....au weia.
Nein, sie haben etwas nicht verstanden. Hier liegt kein Beispiel fuer moralischen und gesellschaftlichen Verfall vor. Ganz im Gegenteil, ich bin begeistert, dass Menschen so eigen sind und sich um Gesetze und vermeintliche "Wuerde" und "Pietaet" fuer so eine private Angelegenheit nicht scheren. Es ist toll, dass sich die Damen so entschieden haben. Es wird vermutlich im Sinne der Bestatteten gewesen sein.
Da man nach dem Tod ja weiterhin im Kreislauf des Lebens bleibt, ist es doch egal, ob man im Holzsarg verottet oder schon eingeaeschert untern Baum kommt. Ich finde die zweite Variante wesentlich charmanter, das hat doch Wuerde.
In meinem Fall haette ich es auch gerne so. Ich hoffe nur es wird auf die Tuete verzichtet! Asche um den Baum herum und mit der Giesskanne waessern. Das faende ich sehr schoen.
erst kuerzlich haben meine Eltern und Großeltern , da mein Opa dem tode schon recht nahe war, genauso um eine Beerdigung auf diese Weise gebeten, sie wollen keinen Sarg und schon gar nicht irgendwo in ein grab gesteckt werden, dann lieber bei ihren Kindern oder Enkeln auf dem Sims, oder an einem ihrer Lieblingsorte.
Wenn sie also von Wuerde und Verfall von Werten labern, wie sieht es denn da von den letzten Wuenschen verstorbener Menschen aus?
Dieses Bestattungsgesetz in Deutschland entbehrt sich mir jeder Logik , alles nur religioeser Mist mehr nicht.
Was hat ein teures Begräbnis, vielleicht noch mit einer riesigen 'Party' hinterher mit Würde zu tun? Wird eh meistens nur gemacht, weil man sich darum sorgt, was sonst die anderen sagen werden.
Der Artikel sagt nichts darüber, dass die Frauen auf ein Erbe hofften, sie haben die Tante nicht in den Müll gekippt, und die Idee, sie neben ihrer Schwester zu verbuddeln, ist doch eine sehr schöne.
Und was den 'moralischen und gesellschaftlichen Verfall' in Deutschland angeht - nun dann steht das Land immer noch besser da, als andere Länder, wo man mit der Asche machen darf, was man will. Mir scheint's, manchmal vernebelt einem die selbstgerechte Entrüstung die Sicht....
Sie hätten Recht, wenn gegen den Willen des/der Verstorbenen eine sog. "würdige Bestattung" trotz vorhandener Finanzen nicht stattfindet.
Aber es gibt genug Menschen, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben bzw. dieses nicht vom eigenen toten Körper abhängig machen. Die Kirchenlobby ist in diesem Punkt viel zu mächtig und die Bestatter freut's.
Was spricht denn dagegen, dass jeder nach seinem Wunsch beerdigt bzw. entsorgt wird?Dieses Wort habe ich mit Absicht gewählt, denn eine einfache, kostengünstige Entsorgung der sterblichen Überreste befreit die Nachkommen von finanziellen Sorgen. Wer sich darüber aufregt, beschneidet nur die Freiheit der Anderen und respektiert deren Willen nicht.
Es wäre zu schön, wenn - egal um welche Religion es sich handelt - diese aufhören würden, die andere Menschen in ihre Vorschriften zwingen zu wollen, wenn diese das nicht möchten.
... Asche hat keine Würde!
einige schöne sonnige Tage, bevor es dann herbstlich kühl wurde. In der Etage unter meiner Wohnung lebte damals ein älterer Migrant - ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch, nur leider sprach der nur wenig Deutsch.
Niemand weiß wann der betreffende seinem Schöpfer entgegen getreten ist. So nach ungefähr einer Woche drang dann ein Geruch ins Treppenhaus, der meine Nachbarin dazu veranlasste, den Hauseigentümer und die Polizei zu verständigen. Als letztere dann die Wohnung öffnen ließ, wurde der Verdacht dann traurige Gewissheit.
Nachdem dann die sterblichen Überreste abtransportiert wurden, nahm allerdings die Intensität des Geruchs dramatisch zu - es war schier unerträglich. Unsere Wohnbaugenossenschaft (der Hauseigentümer) konnte nichts machen, denn die betreffende Wohnung war zunächst einmal versiegelt. Hernach hieß es dann, die Angelegenheit müsse erst vom Nachlassgericht geregelt werden (...).
Nach gut 10 Wochen - kurz vor Weihnachten - kam dann eine Firma die die Wohnung leer geräumt und sämtliches Inventar entsorgt hat. Nachdem alles bis auf die nackten Wände leer war, verschwand dann auch der Geruch vollständig.
Mein Fazit dazu ist, es sind letztlich nur wir lebende, die ein Problem mit dem Tod haben. Was die beiden Frauen da gemacht haben, ist in meinen Augen absolut in Ordnung. Sie haben sich einen Ort geschaffen, wo sie in Würde ihrer Tante gedenken können.
Wenn ihnen ihre Tante nichts wert ist, warum haben sie sich um sie gekümmert [...]
Weil die nächsten Angehörigen gesetzlich dazu verpflichtet sind, sich um den Verbleich der Überreste eines Verstorbenen zu kümmern.
Ich denke, genau hierüber gibt der Artikel zu wenig Informationen: gab es vorab ein Gespräch mit der Tante über ihre Vorstellungen?
Häufig ist es ein Tabu über den bevorstehenden Tod zu sprechen, auch wenn dieser nunmal für jedermann unumgänglich ist.
Meines Erachtens ist es sinnvoll die eigenen Vorstellungen mit den nahen Verwandten frühzeitig zu teilen, solange noch Zeit ist das ganze sachlich zu diskutieren.
Oft werden Ansâtze hierfür jedoch leidermit "Nana, das ist ja wohl hoffentlich noch nicht so weit" abgetan.
Leider gibt es viel zu wenig Konkurrenz für die Dienstleistungen und von der Realität abgehobene Gebühren in diesem "Marktsegment". Die oft ohnehin schon finanziell beeinträchtigten Hinterbliebenen werden schamlos ausgenommen.
Wie kann man sich denn legal gegen die Wucherpreise wehren?
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