SelbsterfahrungUnd die Bettwäsche?

Mit der Familie in einem fremden Apartment in New York. von 

Die ersten gereizten Momente unseres jüngsten Urlaubs hatten mit Airbnb zu tun. Völlig übernächtigt waren wir in New York angekommen und wollten nur noch ins Bett. Ein chic apartment in Brooklyn hatten wir gebucht. So hatte es jedenfalls Robin, unsere Vermieterin, auf den Internetseiten von Airbnb beschrieben. Doch jetzt standen wir – meine Frau, zwei reizende Pubertierende und ich – erst einmal ratlos vor einem Telefon am Flughafen.

»Da geht niemand dran«, sagte ich zu meiner Frau. »Was hast du denn mit unserer Vermieterin abgesprochen, du hast das doch organisiert?« – »Dass wir so um zwei ankommen und uns dann wegen des Schlüssels bei einer Camille melden, unter dieser Nummer.« Merkwürdig. Dann stellte ich fest, dass in den Unterlagen für das Apartment auch noch verschiedene Adressen angegeben waren – mal eine Green Ave, mal eine Grand Ave. »Ist dir das nicht aufgefallen?«

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Die beiden Straßen sollten laut Stadtplan nah beieinander liegen, also fuhren wir nach Brooklyn. In der U-Bahn dachte ich darüber nach, wie wir unser Geld zurückbekämen. Wir hatten keine Erfahrung mit dem Airbnb-Netzwerk, über das Leute ihre Wohnung als Urlaubsquartier anbieten. Für drei Nächte in dem Apartment mit den zwei Adressen hatten wir immerhin 256 Euro bezahlt.

Später erreichten wir Camille dann doch (sie hatte sich in der Zeit geirrt), trafen uns in der richtigen Wohnung (es war die Green Ave) – und waren happy. Das Apartment sah wirklich chic aus, aufgeräumt, sauber, und die Kinder fanden die neighbourhood richtig cool, fast wie in ihren Gangsta-Rap-Videos (zum Glück nur fast). Manches war ungewohnt: Statt Minibar gab es Robins halb vollen Kühlschrank, aus dem wir uns bedienen durften, aber nicht zugreifen mochten. Statt Zimmerservice ein paar Zettel: »Achtung, das Kopfteil vom Bett ist wackelig, nicht berühren!« und: »Vorsicht, Dusche leckt, Wanne benutzen!« Auch mit der Bettwäsche war es komplizierter als im Hotel. Auf die Frage danach hatte Robin uns geschrieben, »etwas« wäre da, aber: You may want to bring more. Zwei Schlafsäcke erwiesen sich als genau richtig. Fazit: Wenn man nur zur Rezeption latschen muss, ist alles einfacher, aber weniger aufregend. kolja rudzio

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